Sind alle Physalis Sorten essbar?

Physalis Arten: Vielfalt und Anbau der Andenbeere

13/11/2021

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Die Gattung Physalis, auch bekannt als Blasenkirschen oder Lampionblumen, umfasst eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzen, die in Gärten und in der Natur immer beliebter werden. Diese faszinierenden Gewächse, die zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) gehören, sind nicht nur wegen ihrer dekorativen Hüllblätter, sondern auch wegen ihrer essbaren Früchte geschätzt. Ob süße Kapstachelbeere, herzhafte Tomatillo oder die leuchtend orangefarbene Lampionblume – die Welt der Physalis ist reich an Formen und Aromen. In diesem Artikel tauchen wir ein in die Vielfalt der Physalis-Arten, stellen Ihnen einige der beliebtesten Sorten vor und geben Ihnen wertvolle Tipps für den erfolgreichen Anbau im eigenen Garten.

Welche Physalis-Arten gibt es?
PHYSALIS-ARTENTomatillo Purple de Milpa. Artikel-Nr.: 36122. Anbauer*in: AF. ...Tomatillo gelb. Artikel-Nr.: 36155. ...Andenbeere Schönbrunner Gold. Artikel-Nr.: 36311. ...Andenbeere Don Ramon. Artikel-Nr.: 36310. ...Ananaskirsche, Süße Erdkirsche Annalisa. Artikel-Nr.: 36316. ...Ananaskirsche, Süße Erdkirsche Hermelinda. Artikel-Nr.: 36314.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Physalis?

Physalis ist eine Pflanzengattung, die weltweit etwa 80 bis 90 Arten umfasst. Viele Arten stammen ursprünglich aus Amerika, insbesondere aus den Andenregionen Südamerikas. Der Name „Physalis“ leitet sich vom griechischen Wort „physa“ ab, was „Blase“ bedeutet und sich auf die charakteristischen, ballonartigen Hüllblätter bezieht, die die Früchte umgeben. Diese Hüllblätter, die sich aus den Kelchblättern entwickeln, schützen die Frucht und verleihen der Pflanze ihr unverwechselbares Aussehen.

Physalis-Pflanzen sind in der Regel krautige, einjährige oder mehrjährige Pflanzen. Sie zeichnen sich durch ihre einfachen, wechselständigen Blätter und ihre glockenförmigen Blüten aus, die meist weiß, gelblich oder violett gefärbt sind. Die Früchte sind Beeren, die innerhalb der Hüllblätter heranreifen. Je nach Art können die Früchte unterschiedliche Farben, Größen und Geschmacksrichtungen aufweisen.

Beliebte Physalis-Arten und Sorten

Die Vielfalt innerhalb der Physalis-Gattung ist enorm. Hier stellen wir Ihnen einige der beliebtesten und bekanntesten Arten vor:

Die Kapstachelbeere (Physalis peruviana)

Die Kapstachelbeere ist wohl die bekannteste und beliebteste Physalis-Art. Ihre Früchte sind etwa kirschgroß, goldgelb bis orange und von einem papierartigen Hüllblatt umgeben. Geschmacklich erinnert die Kapstachelbeere an eine Mischung aus Stachelbeere, Ananas und Mango – ein süß-säuerliches Geschmackserlebnis, das pur, im Müsli, in Desserts oder in Marmeladen begeistert. Die Kapstachelbeere ist reich an Vitamin C und Antioxidantien.

Es gibt verschiedene Sorten der Kapstachelbeere, die sich in Größe, Reifezeit und Geschmack leicht unterscheiden können. Beliebte Sorten sind beispielsweise:

  • 'De Peru': Eine bewährte Standardsorte mit gutem Ertrag und aromatischen Früchten.
  • 'Goldgelbe': Eine Sorte mit besonders süßen, goldgelben Früchten.
  • 'Little Lantern': Eine kompakte Sorte, die sich gut für den Anbau im Topf eignet.

Die Andenbeere (Physalis edulis)

Oft wird die Andenbeere synonym zur Kapstachelbeere verwendet, da Physalis edulis und Physalis peruviana sehr eng verwandt sind und ähnliche Früchte tragen. Botanisch gesehen gibt es jedoch Unterschiede. Die Andenbeere gilt als eine verbesserte Form der Kapstachelbeere mit tendenziell größeren und süßeren Früchten. Der Anbau und die Verwendung sind jedoch sehr ähnlich wie bei der Kapstachelbeere.

Die Tomatillo (Physalis ixocarpa)

Die Tomatillo, auch Mexikanische Erdkirsche genannt, ist eine weitere wichtige Physalis-Art, die vor allem in der mexikanischen Küche eine zentrale Rolle spielt. Ihre Früchte sind größer als die der Kapstachelbeere, grünlich bis gelblich und haben ein leicht säuerliches, tomatenähnliches Aroma. Tomatillos sind ein wichtiger Bestandteil von Salsa Verde und anderen mexikanischen Gerichten. Im Gegensatz zur Kapstachelbeere sind Tomatillos meist etwas robuster und toleranter gegenüber kühleren Temperaturen.

Auch bei den Tomatillos gibt es verschiedene Sorten, die sich in Farbe und Größe der Früchte unterscheiden:

  • 'Verde Puebla': Eine klassische grüne Tomatillo-Sorte mit gutem Ertrag.
  • 'Purple de Milpa': Eine Sorte mit violetten Früchten, die einen etwas süßeren Geschmack haben.
  • 'Pineapple': Eine gelbe Tomatillo-Sorte mit einem leicht ananasartigen Aroma.

Die Lampionblume (Physalis alkekengi)

Die Lampionblume ist vor allem wegen ihrer auffälligen, leuchtend orangefarbenen Hüllblätter bekannt, die im Herbst wie kleine Lampions an den Stängeln hängen. Sie wird hauptsächlich als Zierpflanze verwendet und ist ein beliebter Blickfang in Herbststräußen und Trockenblumenarrangements. Die Früchte der Lampionblume sind zwar essbar, aber weniger schmackhaft als die der Kapstachelbeere oder Tomatillo und werden daher selten verzehrt. Die Lampionblume ist zudem leicht giftig, insbesondere die grünen Pflanzenteile und unreifen Früchte enthalten Alkaloide.

Weitere interessante Physalis-Arten

Neben den genannten Arten gibt es noch viele weitere interessante Physalis-Arten, die seltener angebaut werden, aber dennoch Potenzial für den Garten haben:

  • Physalis pruinosa (Ananaskirsche): Diese Art zeichnet sich durch ihre kleinen, gelben Früchte mit intensivem Ananasaroma aus. Sie ist sehr wüchsig und eignet sich gut für den Anbau im Topf oder Kübel.
  • Physalis philadelphica (Grüne Tomatillo): Eine weitere Tomatillo-Art, die in Mexiko und den USA weit verbreitet ist. Sie ist sehr ertragreich und liefert grüne Früchte für Salsas und andere Gerichte.
  • Physalis pubescens (Behaarte Blasenkirsche): Diese Art ist weniger bekannt, aber ebenfalls essbar. Ihre Früchte sind klein, gelb und haben einen leicht süßlichen Geschmack.

Physalis im eigenen Garten anbauen

Der Anbau von Physalis im eigenen Garten ist nicht schwierig und kann sowohl im Beet als auch im Topf erfolgen. Hier sind einige wichtige Tipps für den erfolgreichen Anbau:

Standort und Boden

Physalis-Pflanzen bevorzugen einen sonnigen und warmen Standort. Je mehr Sonne sie bekommen, desto besser reifen die Früchte und entwickeln ihr Aroma. Der Boden sollte locker, durchlässig und nährstoffreich sein. Staunässe sollte vermieden werden, da sie zu Wurzelfäule führen kann. Vor der Pflanzung kann der Boden mit Kompost oder organischem Dünger verbessert werden.

Aussaat und Pflanzung

Physalis kann entweder direkt ins Freiland gesät werden (ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen) oder vorgezogen werden. Für die Voranzucht werden die Samen ab März in Töpfen im Haus ausgesät. Die Keimtemperatur sollte bei etwa 20-25°C liegen. Nachdem die Jungpflanzen kräftig genug sind (etwa Mitte Mai), können sie ins Freiland ausgepflanzt werden. Der Pflanzabstand sollte etwa 50-70 cm betragen, da Physalis-Pflanzen recht buschig werden können.

Pflege

Physalis-Pflanzen sind relativ pflegeleicht. Regelmäßiges Gießen ist wichtig, besonders während trockener Perioden. Staunässe sollte jedoch vermieden werden. Eine Düngung ist während der Wachstumsperiode empfehlenswert, beispielsweise mit organischem Gemüsedünger. Um den Ertrag zu steigern und die Pflanzen kompakt zu halten, können die Seitentriebe ausgegeizt werden, ähnlich wie bei Tomaten. Bei hohen Sorten kann eine Stütze sinnvoll sein, um das Umknicken der Pflanzen zu verhindern.

Ernte

Die Erntezeit von Physalis hängt von der Art und Sorte ab, liegt aber meist im Spätsommer und Herbst. Reife Früchte erkennt man daran, dass die Hüllblätter papierartig trocken und bräunlich werden. Die Früchte sollten sich leicht aus den Hüllblättern lösen lassen. Kapstachelbeeren und Andenbeeren sind reif, wenn sie eine goldgelbe bis orange Farbe haben. Tomatillos sind reif, wenn die Hüllblätter prall gefüllt sind und sich leicht öffnen. Lampionblumen werden hauptsächlich wegen ihrer Hüllblätter geerntet, wenn diese ihre leuchtend orange Farbe erreicht haben.

Physalis-Saatgut: Bio und samenfest

Wenn Sie Physalis im eigenen Garten anbauen möchten, ist die Wahl des richtigen Saatguts entscheidend. Achten Sie auf bio-zertifiziertes Saatgut, um sicherzustellen, dass die Pflanzen ohne synthetische Pestizide und Düngemittel angebaut wurden. Samenfestes Saatgut hat den Vorteil, dass Sie die Samen der geernteten Pflanzen für die nächste Saison wiederverwenden können. So tragen Sie zur Vielfalt und zum Erhalt alter und neuer Sorten bei und fördern den regionalen Anbau. Viele Anbieter bieten eine große Auswahl an Physalis-Saatgut, darunter auch seltene und besondere Sorten. Stöbern Sie in Katalogen oder Online-Shops und entdecken Sie die Vielfalt der Physalis!

Fazit

Die Welt der Physalis ist faszinierend und vielfältig. Ob süße Kapstachelbeeren, herzhafte Tomatillos oder dekorative Lampionblumen – für jeden Geschmack und Garten gibt es die passende Physalis-Art. Mit den richtigen Tipps und etwas Geduld können Sie diese besonderen Pflanzen auch in Ihrem eigenen Garten erfolgreich anbauen und die reiche Ernte genießen. Lassen Sie sich von der Vielfalt der Physalis überraschen und entdecken Sie Ihre Lieblingssorte!

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Physalis

Sind alle Physalis-Arten essbar?
Nicht alle Physalis-Arten sind essbar. Kapstachelbeere, Andenbeere, Tomatillo und Ananaskirsche sind beliebte essbare Arten. Die Lampionblume ist zwar auch essbar, aber weniger schmackhaft und leicht giftig. Es gibt auch Zierarten, die nicht für den Verzehr geeignet sind. Informieren Sie sich daher immer genau über die jeweilige Art.
Sind Physalis-Pflanzen winterhart?
Die meisten Physalis-Arten sind nicht winterhart und werden in unseren Breiten einjährig kultiviert. Die Lampionblume ist eine mehrjährige Art, die jedoch im Winter zurückfriert und im Frühjahr wieder austreibt. Kapstachelbeeren und Tomatillos können bei milden Wintern in geschützten Lagen mehrjährig sein, werden aber meist als einjährige Pflanzen angebaut.
Wie lange dauert es von der Aussaat bis zur Ernte bei Physalis?
Die Zeit von der Aussaat bis zur Ernte beträgt bei Physalis je nach Art und Sorte etwa 4-6 Monate. Bei Vorkultur im Haus und Auspflanzung im Mai können Sie mit der Ernte ab August/September rechnen.
Muss man Physalis ausgeizen?
Das Ausgeizen von Physalis ist nicht unbedingt notwendig, kann aber den Ertrag und die Fruchtgröße verbessern. Ähnlich wie bei Tomaten werden dabei Seitentriebe entfernt, um die Energie der Pflanze auf die Haupttriebe und Fruchtbildung zu konzentrieren. Bei buschigen Sorten kann das Ausgeizen auch für eine bessere Belüftung der Pflanze sorgen.
Kann man Physalis im Topf anbauen?
Ja, viele Physalis-Arten eignen sich gut für den Anbau im Topf oder Kübel auf Balkon und Terrasse. Wählen Sie einen ausreichend großen Topf (mindestens 10 Liter Volumen) und verwenden Sie eine hochwertige Kübelpflanzenerde. Achten Sie auf eine gute Drainage und regelmäßige Wassergaben.

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