19/03/2026
Echter Sellerie ist ein vielseitiges Gemüse, das in verschiedenen Variationen in unseren Gärten wächst. Ob Knollensellerie, Staudensellerie oder Schnittsellerie – jede Sorte hat ihre Besonderheiten, besonders wenn es um die Ernte und Lagerung geht. Eine häufige Frage unter Hobbygärtnern ist, ob Staudensellerie winterhart ist. In diesem Artikel gehen wir dieser Frage auf den Grund und geben Ihnen wertvolle Tipps rund um den Anbau, die Ernte und die Lagerung von echtem Sellerie.

Die verschiedenen Selleriearten im Überblick
Bevor wir uns der Winterhärte des Staudenselleries widmen, ist es hilfreich, die drei gängigsten Selleriearten kurz vorzustellen:
- Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum): Wie der Name schon sagt, bildet diese Sellerieart eine ausgeprägte Knolle aus. Diese Knolle ist der Hauptbestandteil, der in der Küche verwendet wird, beispielsweise für Suppen und Eintöpfe.
- Staudensellerie (Apium graveolens var. dulce): Auch bekannt als Stangensellerie, zeichnet sich diese Variante durch ihre dicken, fleischigen Blattstiele aus. Die Knolle ist hier eher klein und unbedeutend. Staudensellerie wird vor allem für Salate, als Rohkost-Snack oder zum Dünsten verwendet.
- Schnittsellerie (Apium graveolens var. secalinum): Diese Sellerieart ähnelt optisch stark der Petersilie. Verwendet wird hauptsächlich das aromatische Laub, ähnlich wie bei Kräutern. Schnittsellerie eignet sich hervorragend zum Würzen von Suppen, Soßen und Eintöpfen.
Ist Staudensellerie winterhart? Die Antwort
Die gute Nachricht für alle Staudensellerie-Liebhaber: Staudensellerie ist weniger kälteempfindlich als Knollensellerie. Das bedeutet, dass er in milden Wintern durchaus im Beet stehen bleiben kann und bei Bedarf frisch geerntet werden kann. Im Gegensatz zum Knollensellerie, der frostempfindlich ist und vor den ersten Nachtfrösten im Oktober geerntet werden muss, zeigt sich der Staudensellerie toleranter gegenüber niedrigen Temperaturen.
Allerdings sollte man sich nicht täuschen lassen: „Weniger kälteempfindlich“ bedeutet nicht „völlig winterhart“. Bei strengen Frösten und eisigen Temperaturen kann auch Staudensellerie Schaden nehmen. Daher ist es ratsam, in Regionen mit härteren Wintern Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die Pflanzen zu schützen. Eine Möglichkeit ist, den Wurzelbereich der Pflanzen mit einer Schicht Mulch oder Vlies abzudecken. Dies hilft, den Boden warm zu halten und die Wurzeln vor dem Erfrieren zu schützen.
Staudensellerie ernten: So geht es richtig
Die Ernte von Staudensellerie ist unkompliziert und kann je nach Bedarf erfolgen. Es gibt zwei gängige Methoden:
- Kontinuierliche Ernte einzelner Stiele: Bei dieser Methode werden nach und nach einzelne, reife Blattstiele vom Staudensellerie abgetrennt. Beginnen Sie dabei mit den äußeren Stielen, da diese in der Regel zuerst reif werden. So kann die Pflanze weiterhin wachsen und neue Stiele bilden. Diese Methode ist ideal, wenn Sie regelmäßig kleinere Mengen Staudensellerie benötigen.
- Gesamte Ernte auf einmal: Wenn Sie eine größere Menge Staudensellerie auf einmal ernten möchten, können Sie die gesamte Pflanze kurz oberhalb der Erdoberfläche abschneiden. Die einzelnen Blattstiele bleiben dabei als Ganzes zusammen. Diese Methode eignet sich gut, wenn Sie beispielsweise eine größere Menge Sellerie für die Lagerung oder Verarbeitung benötigen.
Der beste Zeitpunkt für die Ernte von Staudensellerie ist, wenn die Stiele eine angenehme Größe erreicht haben und noch knackig sind. Vermeiden Sie es, zu lange mit der Ernte zu warten, da die Stiele sonst faserig werden können. In milden Wintern, in denen der Staudensellerie im Beet verbleibt, können Sie ihn bei Bedarf bis in den Winter hinein frisch ernten.
Sellerie richtig lagern: Tipps für alle Sorten
Nach der erfolgreichen Ernte stellt sich die Frage nach der richtigen Lagerung, um den Sellerie möglichst lange frisch zu halten. Hier sind einige bewährte Methoden für die Lagerung von Knollensellerie, Staudensellerie und Schnittsellerie:
Lagerung im Keller oder Kühlschrank
Sowohl Knollen- als auch Staudensellerie lassen sich gut im Kühlschrank oder im dunklen Keller lagern. Im Kühlschrank halten sie sich in der Regel einige Wochen. Im Keller, der idealerweise kühl und feucht sein sollte, können sie sich sogar noch länger halten. Achten Sie darauf, den Sellerie nicht direkt neben Obst zu lagern, da dieses Reifegase abgibt, die die Haltbarkeit des Selleries verkürzen können. Kontrollieren Sie den Sellerie regelmäßig. Wenn die Konsistenz von knackig zu weich wechselt, sollte er bald verarbeitet werden.
Sellerie einfrieren
Stauden- und Knollensellerie eignen sich hervorragend zum Einfrieren. Für Knollensellerie genügt es, ihn zu schälen und in die gewünschte Größe zu schneiden. Staudensellerie sollte nach dem Schneiden kurz blanchiert werden, d.h. für etwa drei Minuten in kochendem Wasser gekocht und anschließend mit kaltem Wasser abgeschreckt. Dies hilft, Farbe und Aroma zu erhalten. Nach dem Abtropfen kann der Sellerie portionsweise eingefroren werden. Auch Schnittsellerie kann kleingehackt und eingefroren werden, um ihn für Suppen und Soßen haltbar zu machen.
Sellerie einlegen
Besonders Knollensellerie lässt sich gut einlegen. Dazu wird die Knolle in Stücke geschnitten und mit einem Essigsud in Gläsern eingekocht. Eingeweckter Sellerie ist lange haltbar und eine leckere Beilage oder Zutat für Salate und Antipasti.
Schnittsellerie trocknen
Schnittsellerie ist ideal zum Trocknen geeignet. Im Gegensatz zu anderen Kräutern behält er beim Trocknen sein würziges Aroma weitgehend bei. Getrockneter Schnittsellerie ist eine praktische Möglichkeit, das Aroma des Sommers das ganze Jahr über zu genießen.
Empfohlene Selleriesorten für Ihren Garten
Für den Anbau im eigenen Garten gibt es eine Vielzahl empfehlenswerter Selleriesorten. Hier eine kleine Auswahl:
- Knollensellerie 'Prinz': Eine schossfeste Sorte mit weißem Fleisch, hohem Ertrag und mild-aromatischem Geschmack.
- Stangensellerie 'Tango': Begeistert mit delikatem Aroma und eignet sich ideal für Snacks, Salate, zum Dünsten und Dippen.
- Schnittsellerie 'Gewone Snij': Ein pikantes Würzkraut, perfekt für Eintöpfe, Suppen und Soßen. Auch für den Anbau im Kübel auf Balkon oder Terrasse geeignet.
Fazit: Staudensellerie im Winter
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Staudensellerie weniger kälteempfindlich ist und in milden Wintern im Beet überwintern kann. Mit etwas Schutz durch Mulch oder Vlies können Sie die Pflanzen zusätzlich vor Frost schützen. Die Ernte kann kontinuierlich oder als Gesamternte erfolgen. Für die Lagerung stehen verschiedene Methoden wie Kühlschrank, Keller, Einfrieren, Einlegen und Trocknen zur Verfügung, je nach Sellerieart und Verwendungszweck. Mit diesen Tipps können Sie Ihre Sellerie-Ernte optimal nutzen und das ganze Jahr über Sellerie aus dem eigenen Garten genießen.
