Wie pflegt man eine Dachbegrünung?

Flachdach begrünen: Pflanzen, Kosten & Vorteile

13/11/2021

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Flachdächer bieten oft ungenutztes Potenzial. Eine Dachbegrünung verwandelt diese Flächen in lebendige, ökologisch wertvolle Bereiche und bietet zahlreiche Vorteile. Doch welche Pflanzen eignen sich für ein Flachdach? Welche Kosten entstehen und welche Vor- und Nachteile sind zu beachten? Dieser Artikel gibt Ihnen umfassende Antworten und hilft Ihnen, Ihr Flachdach in eine grüne Oase zu verwandeln.

Welche Pflanzen auf Flachdach?
Zur extensiven Begrünung von Flachdächern greift man auf häufig auf Dachstauden, Sedumpflanzen, Kräuter und Gräser zurück. Sie sind für die Bepflanzungsverhältnisse auf dem Dach besonders geeignet und können bezüglich der gewünschten Farben und Blühzeiten gut zusammengestellt werden.
Inhaltsverzeichnis

Welche Pflanzen eignen sich für mein Flachdach?

Die Auswahl der richtigen Pflanzen für Ihr Flachdach hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Sonneneinstrahlung, Substrathöhe und gewünschtem Pflegeaufwand. Grundsätzlich eignen sich viele Pflanzen für Dachbedingungen, jedoch gibt es Unterschiede in Bezug auf ihre Bedürfnisse und die damit verbundene Intensität der Begrünung.

Sedumpflanzen: Die robusten Allrounder

Sedumpflanzen sind besonders beliebte Gewächse für extensive Dachbegrünungen. Sie sind extrem widerstandsfähig gegenüber Trockenheit, Hitze und Kälte und benötigen nur eine geringe Substratschicht. Sedumarten sind vielfältig in Farbe und Form und bieten zu verschiedenen Zeiten im Jahr attraktive Blüten. Ihre geringen Ansprüche machen sie ideal für pflegeleichte Gründächer.

Kräuter, Gräser und Stauden: Für mehr Vielfalt

Für eine abwechslungsreichere Dachbegrünung können auch Kräuter, Gräser und Stauden in Betracht gezogen werden. Diese Pflanzen benötigen in der Regel eine höhere Substratschicht als Sedum und sind etwas pflegeintensiver, belohnen aber mit einer größeren Artenvielfalt und attraktiveren Optik. Durch die Anlage kleiner Hügel im Substrat kann die Dynamik der Dachfläche erhöht und unterschiedliche Standortbedingungen für verschiedene Pflanzen geschaffen werden. So können beispielsweise sonnenliebende Kräuter auf den Hügelkuppen und feuchtigkeitsliebende Gräser in den Senken gepflanzt werden.

Individuelle Gestaltung: Kräutergärten und mehr

Mit der richtigen Technik sind der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt. Sogar Kräutergärten oder größere Pflanzen können auf Dächern, Terrassen und Balkonen gedeihen. Wichtig ist dabei die Berücksichtigung der Statik des Daches und die Auswahl geeigneter Pflanzgefäße und Substrate. Informieren Sie sich in den Pflanzenbeschreibungen über die spezifischen Anforderungen der einzelnen Arten, um die optimalen Bedingungen für Ihr Gründach zu schaffen.

Was kostet eine Dachbegrünung? – Kostenüberblick und Vergleich

Die Kosten für eine Dachbegrünung sind so vielfältig wie die Möglichkeiten selbst. Es hängt stark davon ab, ob Sie die Begrünung selbst durchführen oder einen Fachhandwerker beauftragen, sowie von der Art der Begrünung (extensiv oder intensiv) und den gewählten Materialien.

Wann ist die beste Zeit für Dachbegrünung?
Die beste Zeit für eine Dachbegrünung ist der Frühling oder der Herbst. Im Frühjahr sind die Temperaturen mild und es gibt ausreichend Regen, wodurch die Pflanzen gut anwachsen können.

Kosten für die Do-it-yourself-Dachbegrünung

Eine Dachbegrünung in Eigenregie ist grundsätzlich möglich und kann Kosten sparen. Mit den richtigen Materialien und einer guten Planung können auch Laien die Begrünung selbst umsetzen, sofern die körperliche Fitness für den Materialtransport auf das Dach gegeben ist. Die Kosten für eine DIY-Dachbegrünung variieren je nach bestellter Menge und Dachgröße. Beispielhaft werden im Text Kosten von ca. 79 €/m² für eine 18 m² Garage und ca. 69 €/m² für eine 50 m² Fläche genannt. Diese Preise beinhalten bereits alle benötigten Materialien und die Lieferung. Zusätzlich bieten viele Anbieter Serviceleistungen wie Dachprüfungen, Unterstützung bei Förderanträgen und individuelle Verlegeanleitungen an.

Vergleichbarkeit der Preise: Beim Preisvergleich verschiedener Anbieter ist Vorsicht geboten, da die Angebote oft schwer vergleichbar sind. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Bepflanzung: Vegetationsmatten oder Gründachboxen bieten eine sofortige, optisch ansprechende Begrünung, sind aber teurer als Sprossen oder Jungpflanzen, bei denen die Begrünung erst nach ca. einem Jahr vollständig ist.
  • Schichtaufbau: Vergleichen Sie die Systeme hinsichtlich Komplexität, Umweltbelastung und Pflegeintensität. Einfache Systeme mit Sedummatten benötigen möglicherweise mehr Bewässerung und bieten weniger Umweltnutzen.
  • Zusatzmaterialien: Prüfen Sie, ob Wurzelschutzfolie, Kiesstreifen, Abdeckungen für Abflüsse etc. im Preis enthalten sind.
  • Versandkosten: Berücksichtigen Sie die Versandkosten, die je nach Liefergebiet erheblich sein können.
  • Materialüberlappung: Achten Sie darauf, ob die notwendige Materialüberlappung (z.B. bei Wurzelschutzfolie) im Preis berücksichtigt ist.
  • Serviceangebot: Vergleichen Sie die angebotenen Serviceleistungen wie Förderberatung und individuelle Planung.

DIY-Gründachbox: Eine praktische Option für die Selbstbegrünung sind DIY-Gründachboxen, die alle benötigten Materialien in einem Paket enthalten und die Installation vereinfachen.

Kosten für die professionelle Dachbegrünung durch einen Handwerker

Die professionelle Dachbegrünung durch einen Handwerker ist in der Regel teurer, bietet aber den Vorteil der fachgerechten Ausführung und der Übernahme der Planung und Umsetzung. Die Kosten variieren stark je nach Handwerker und Region, können aber grob geschätzt werden. Für eine Doppelgarage (36 m²) werden im Text Kosten zwischen 87 - 116 €/m² genannt, für ein 100 m² Flachdach zwischen 60 - 89 €/m². Auch hier empfiehlt sich die Nutzung von Online-Konfiguratoren, um einen individuellen Preisrahmen für Ihr Dach zu erhalten.

Faktoren, die den Preisrahmen beeinflussen:

  • Schichtaufbau: Die Wahl des Schichtaufbaus (einfach vs. mehrschichtig, Sedumsprossen vs. Vegetationsmatten) beeinflusst die Kosten.
  • Komplexität des Daches: Die Zugänglichkeit des Daches und die Schwierigkeit des Materialtransports wirken sich auf den Arbeitsaufwand und die Kosten aus.
  • Dachränder: Fehlende oder geringe Dachränder erfordern die Installation einer zusätzlichen Kiesfangleiste, die zusätzliche Kosten verursacht.

Zusatzkosten bei einer Dachbegrünung

In bestimmten Fällen können zusätzliche Kosten anfallen:

  • Statikberechnung: Wenn keine Statik des Daches vorliegt, kann eine Statikberechnung notwendig sein (ca. 400 - 800 €).
  • Erneuerung der Dachabdichtung: Bei Mängeln an der Dachabdichtung können Kosten für deren Erneuerung entstehen (ca. 50 - 150 €/m²). Gleichzeitig kann die Dachdämmung erneuert werden, was die Kosten auf bis zu 200 €/m² erhöhen kann.

Es ist ratsam, verschiedene Angebote von Dachdeckern einzuholen, da die Preisunterschiede erheblich sein können.

Wirtschaftlichkeit einer Dachbegrünung – Sparen mit Grün

Eine Dachbegrünung ist nicht nur eine Investition in die Umwelt, sondern kann sich auch finanziell lohnen. Unabhängige Berechnungen zeigen, dass sich die anfänglichen Kosten im Laufe der Zeit amortisieren können. Je nach berücksichtigten Faktoren und Ausgangslage kann sich die Investition nach 30 bis 40 Jahren rechnen.

Wie oft muss ein Gründach gepflegt werden?
In der Regel können bei extensiven Gründächern 1 – 4 Pflegegänge pro Jahr (im Frühjahr und Herbst) erforderlich werden.

Rechenbeispiele:

Doppelgarage (36 m²):

KostenpunktFlachdachExtensive Dachbegrünung
Herstellungskosten-2.844 €
Kosten Erneuerung Dachabdichtung (nach 20 Jahren)Keine1.260 €
Pflegekosten (40 Jahre)864 €360 €
Gesamtkosten3.708 €1.620 €
Zuschüsse (Fördermittel & Niederschlagswassergebühr)-2.343,6 €
Direkter Vergleich (ohne Umweltkosten)1.364,4 €1.620 €
Einsparung Umweltkosten (CO2 & Feinstaub)-987 €
Direkter Vergleich (mit Umweltkosten)377,4 €1.620 €

Bungalow (120 m²):

KostenpunktFlachdachExtensive Dachbegrünung
Herstellungskosten-7.680 €
Kosten Erneuerung Dachabdichtung (nach 20 Jahren)Keine3.600 €
Pflegekosten (40 Jahre)2.880 €1.200 €
Gesamtkosten10.560 €4.800 €
Zuschüsse (Fördermittel & Niederschlagswassergebühr)-8.716 €
Kühlenergieeinsparung-652 €
Direkter Vergleich (ohne Umweltkosten)1.844 €4.800 €
Einsparung Umweltkosten (CO2 & Feinstaub)-4.416,86 €
Direkter Vergleich (mit Umweltkosten)+ 2.572,86 €-4.800 €

Die Beispiele zeigen, dass eine Dachbegrünung nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch finanzielle Vorteile bringen kann, insbesondere bei beheizten Gebäuden und unter Berücksichtigung von Förderungen und Umweltkosten.

Vorteile und Nachteile einer Dachbegrünung

Eine Dachbegrünung bietet zahlreiche Vorteile, aber auch einige Nachteile, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollten.

Vorteile der Dachbegrünung:

  • Ökologischer Nutzen: Schaffung von Lebensraum für Insekten und Vögel, Beitrag zur Artenvielfalt, Filterung von Feinstaub und Schadstoffen aus der Luft.
  • Dämmung: Verbesserung der Wärmedämmung im Winter (Senkung der Heizkosten) und im Sommer (Reduzierung der Aufheizung des Gebäudes).
  • Lärmschutz: Verbesserung des Schallschutzes.
  • Wasserrückhaltung: Entlastung der Kanalisation bei Starkregen durch Wasserspeicherung und Verdunstung.
  • Verlängerung der Lebensdauer der Dachabdichtung: Schutz der Dachabdichtung vor Witterungseinflüssen und UV-Strahlung.
  • Optische Aufwertung: Verschönerung des Wohnumfeldes.
  • Wirtschaftliche Vorteile: Mögliche Einsparungen bei Heizkosten, Niederschlagswassergebühren und Förderungen.

Nachteile der Dachbegrünung:

  • Höhere Kosten: Im Vergleich zu konventionellen Dacheindeckungen entstehen höhere Anschaffungskosten.
  • Risiko von Feuchtigkeitsschäden: Bei unsachgemäßer Ausführung kann es zu Feuchtigkeitsschäden kommen. Eine wurzelfeste Dachabdichtung und eine funktionierende Drainage sind daher essenziell.
  • Pflegeaufwand: Je nach Art der Begrünung kann ein gewisser Pflegeaufwand entstehen, der mit dem eines Gartens vergleichbar ist.
  • Gewicht: Das zusätzliche Gewicht der Dachbegrünung muss von der Dachkonstruktion getragen werden.

Extensive und intensive Dachbegrünung: Die Unterschiede

Man unterscheidet hauptsächlich zwischen zwei Arten der Dachbegrünung:

Extensive Dachbegrünung:

  • Pflanzen: Niedrigwachsende, robuste Pflanzen wie Sedum, Moose, Gräser und Kräuter, die extremen Bedingungen standhalten.
  • Substratschicht: Geringe Substrathöhe (6-12 cm).
  • Dachlast: Geringe Dachlast (60-150 kg/m²).
  • Pflegeaufwand: Gering.
  • Nutzung: Nicht begehbar, primär ökologische Funktion.
  • Installation: Eignet sich gut für die nachträgliche Installation.

Intensive Dachbegrünung:

  • Pflanzen: Größere Pflanzen wie Sträucher, Stauden und kleine Bäume möglich.
  • Substratschicht: Höhere Substrathöhe (bis zu 25 cm).
  • Dachlast: Höhere Dachlast (150-200 kg/m², punktuell über 500 kg/m²).
  • Pflegeaufwand: Höher, vergleichbar mit einem Garten.
  • Nutzung: Begehbar, Dachgarten möglich, Integration von Teichen und Sitzgelegenheiten.
  • Installation: Erfordert sorgfältige Planung und statische Prüfung, oft professionelle Umsetzung.

Beide Begrünungsarten können auch als Retentionsdach ausgeführt werden, um Wasser zu speichern und die Kanalisation zu entlasten.

Voraussetzungen für ein Gründach – Was ist zu beachten?

Grundsätzlich können sowohl Flach- als auch Schrägdächer begrünt werden. Es gibt Systeme für Dachneigungen bis zu 15 Grad. Die wichtigsten Voraussetzungen sind:

  • Statik: Die Dachkonstruktion muss das zusätzliche Gewicht der Begrünung tragen können. Bei intensiver Begrünung ist eine statische Prüfung erforderlich.
  • Dachabdichtung: Eine wurzelfeste Dachabdichtung ist unerlässlich, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.
  • Drainage: Eine funktionierende Drainage muss überschüssiges Regenwasser ableiten.
  • Neigung: Die maximale Dachneigung muss zum gewählten Gründachsystem passen.

Für extensive Begrünungen in Eigenregie ist handwerkliches Geschick ausreichend. Intensive Begrünungen sollten von Fachunternehmen geplant und umgesetzt werden.

Der Aufbau einer Dachbegrünung – Schicht für Schicht zum Gründach

Der Aufbau einer Dachbegrünung ist schichtweise und besteht in der Regel aus:

  1. Dachabdichtung: Schutzfolie (z.B. Wurzelschutzfolie oder Teichfolie).
  2. Schutzvlies: Schutzlage zum Schutz der Dachabdichtung vor mechanischen Beschädigungen.
  3. Drainageschicht/Speichermatte: Speichert Wasser und leitet überschüssiges Wasser ab.
  4. Filterschicht: Verhindert das Einschwemmen von Substratpartikeln in die Drainage.
  5. Vegetationsschicht: Substrat aus organischen und mineralischen Bestandteilen für das Pflanzenwachstum.

Mit diesem Wissen sind Sie bestens gerüstet, um Ihr Flachdach in ein grünes Paradies zu verwandeln und die zahlreichen Vorteile einer Dachbegrünung zu genießen. Informieren Sie sich weiter und starten Sie Ihr Gründach-Projekt!

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