Was braucht Kohl zum Wachsen?

Kohl Pflanzen: Der Optimale Zeitpunkt & Tipps

10/07/2024

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Kohl ist ein vielseitiges und gesundes Gemüse, das in der deutschen Küche eine lange Tradition hat. Ob Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl oder Blumenkohl – die Vielfalt der Kohlarten ist beeindruckend. Viele Hobbygärtner träumen davon, ihren eigenen Kohl im Garten anzubauen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um Kohl zu pflanzen? Und wie gelingt der Anbau im eigenen Garten oder Hochbeet am besten? Dieser Artikel gibt Ihnen umfassende Antworten und wertvolle Tipps rund um das Thema Kohl pflanzen.

Wann soll man Kohlarten Pflanzen?
Kohl richtig pflanzen Die konkreten Pflanzabstände variieren je nach Sorte des Kohls, ebenso wie der Zeitpunkt zum Pflanzen. Frühe Sorten baust du ab Mitte oder Ende April an, späte Kohlsorten erst im Herbst.
Inhaltsverzeichnis

Wann Soll Man Kohlarten Pflanzen? Der Optimale Pflanzzeitpunkt

Der Pflanzzeitpunkt für Kohlarten hängt stark von der jeweiligen Sorte und dem gewünschten Erntezeitpunkt ab. Generell lässt sich sagen, dass es frühe und späte Kohlsorten gibt. Frühe Sorten werden meist im Frühjahr gepflanzt, um im Sommer oder Frühherbst geerntet zu werden. Späte Sorten hingegen werden im Sommer oder Herbst gepflanzt und überwintern teilweise sogar im Beet, um im späten Herbst oder Winter geerntet zu werden.

Pflanzzeitpunkt nach Kohlart im Detail:

  • Frühe Kohlsorten (z.B. Frühweißkohl, Sommerspitzkohl): Pflanzung ab Mitte/Ende April im Freiland. Vorziehen im Haus oder Gewächshaus ab Januar/Februar.
  • Herbst- und Winterkohlsorten (z.B. Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Grünkohl, Rosenkohl): Pflanzung ab Mai/Juni bis Juli/August. Vorziehen ab März/April.
  • Blumenkohl und Brokkoli: Frühe Sorten ab April/Mai, späte Sorten bis Juni/Juli pflanzen. Vorziehen ab Februar/März.
  • Kohlrabi: Frühe Sorten ab April, späte Sorten bis August pflanzen. Direktsaat oder Vorziehen möglich.
  • Chinakohl und Pak Choi: Pflanzung bzw. Direktsaat ab Mitte Juni bis Juli/August für die Herbsternte.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Angaben Richtwerte sind und je nach regionalem Klima und Witterungsbedingungen variieren können. Achten Sie auf die spezifischen Empfehlungen auf den Saatgutpackungen und beobachten Sie die Wetterlage.

Vorziehen oder Direktsaat?

Viele Kohlarten, insbesondere Kopfkohl, Blumenkohl und Brokkoli, werden vorgezogen. Das bedeutet, dass die Samen bereits einige Wochen vor dem Auspflanzen im Haus oder Gewächshaus ausgesät werden. Das Vorziehen hat mehrere Vorteile:

  • Verlängerung der Vegetationsperiode: Vorgezogene Pflanzen haben einen Wachstumsvorsprung und können früher geerntet werden.
  • Schutz vor Schädlingen: Junge, empfindliche Keimlinge sind im Haus besser vor Schädlingen wie Erdflöhen oder Schnecken geschützt.
  • Bessere Kontrolle über die Keimbedingungen: Im Haus können Temperatur und Feuchtigkeit optimal gesteuert werden.

Für die Vorzucht verwenden Sie Anzuchterde und kleine Töpfe oder Anzuchtschalen. Die Samen werden etwa 1-2 cm tief in die Erde gelegt und an einem hellen, warmen Ort (18-22°C) aufgestellt. Nach etwa 2-3 Wochen, wenn die Jungpflanzen 3-4 Blätter entwickelt haben, können sie ins Freiland ausgepflanzt werden.

Bis wann kann man Kohl setzen?
Kohl pflanzen: Tipps für Standort & Zeitpunkte Kopfkohl: April - Mai (einzelne Sorten auch später) Grünkohl: Mai - Juni. Pak Choi: Juli.10. Dez. 2021

Einige Kohlarten, wie Grünkohl, Chinakohl oder Kohlrabi, können auch direkt ins Freiland gesät werden. Die Direktsaat ist einfacher und spart Zeit, birgt aber auch Risiken, insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder starkem Schädlingsdruck.

Der Richtige Standort und Boden für Kohl

Kohl ist ein Starkzehrer und benötigt einen nährstoffreichen Boden für ein gesundes Wachstum. Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist ideal. Der Boden sollte locker, humusreich und gut wasserdurchlässig sein. Schwere, lehmhaltige Böden sind zwar grundsätzlich geeignet, sollten aber vor der Pflanzung mit Kompost oder Sand verbessert werden, um die Drainage zu optimieren.

Boden vorbereiten:

  • Im Herbst: Boden mit reifem Kompost und Algenkalk anreichern.
  • Vor der Pflanzung: Boden gut auflockern und gegebenenfalls organischen Dünger (z.B. Hornspäne) einarbeiten.

Ein fester Boden ist wichtig, damit die Kohlpflanzen später die schweren Köpfe tragen können. Bei leichten Böden kann es hilfreich sein, den Boden vor der Pflanzung etwas zu verdichten.

Kohl Pflanzen: Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. Jungpflanzen vorbereiten: Vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen abhärten, indem sie einige Tage lang tagsüber ins Freie gestellt werden.
  2. Pflanzloch ausheben: Pflanzlöcher im richtigen Abstand ausheben. Der Pflanzabstand variiert je nach Kohlart und Sorte (siehe Tabelle unten).
  3. Pflanzen einsetzen: Jungpflanzen so tief einsetzen, dass die Erde bis zu den Keimblättern reicht. Bei Direktsaat Samen in der angegebenen Saattiefe (ca. 1-2 cm) legen.
  4. Angießen: Pflanzen nach dem Einsetzen gründlich angießen.
  5. Bodenschutz: Um die Kohlfliege abzuhalten, Erde um die Stängel anhäufeln oder einen Kohlkragen aus Pappe um die Jungpflanze legen.

Pflanzabstände für verschiedene Kohlarten (Richtwerte):

KohlartPflanzabstand (innerhalb der Reihe)Reihenabstand
Weißkohl, Rotkohl, Wirsing50-60 cm60-70 cm
Blumenkohl, Brokkoli40-50 cm50-60 cm
Rosenkohl60-70 cm70-80 cm
Grünkohl40-50 cm50-60 cm
Kohlrabi25-30 cm30-40 cm

Pflege von Kohlpflanzen

Die richtige Pflege ist entscheidend für eine reiche Kohlernte. Dazu gehören:

  • Bewässerung: Kohl benötigt besonders in Trockenperioden ausreichend Wasser. Regelmäßiges Gießen ist wichtig, vor allem während der Kopfbildung.
  • Düngung: Kohl ist ein Starkzehrer und benötigt während der Wachstumsphase zusätzliche Nährstoffe. Organische Dünger wie Kompost, Hornspäne oder Brennnesseljauche sind ideal. Herbstsorten sollten zum Ende der Saison noch einmal gedüngt werden.
  • Unkrautbekämpfung: Beet regelmäßig von Unkraut befreien, um Nährstoffkonkurrenz zu vermeiden.
  • Schutz vor Schädlingen und Krankheiten: Regelmäßige Kontrolle der Pflanzen und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahmen ergreifen (siehe Abschnitt "Krankheiten und Schädlinge").
  • Anhächeln: Um die Standfestigkeit zu verbessern und die Bildung von Seitenwurzeln zu fördern, Stiele regelmäßig anhäufeln.
  • Welke Blätter entfernen: Welke oder beschädigte Außenblätter regelmäßig entfernen, um Krankheiten vorzubeugen.

Erntezeit und Lagerung

Der Erntezeitpunkt für Kohl ist sortenabhängig. Frühe Sorten sind meist nach 2-3 Monaten erntereif, späte Sorten nach 4-6 Monaten oder sogar noch länger.

Warum Kohl nicht nebeneinander Pflanzen?
Wenn Sie bestimmte Gemüsesorten nebeneinander ins Beet pflanzen, kann die eine Sorte Schädlinge bekämpfen, die dem anderen Gemüse gefährlich werden können. Ein Beispiel dafür ist Sellerie. Kohlweißlinge, die Kohlblätter fressen, mögen ihn nicht. Damit ist Kohl in der Nähe von Sellerie sicher vor dem Schädling.

Erntezeitpunkt erkennen:

  • Kopfkohl: Köpfe sollten fest und geschlossen sein. Durch Druckprobe Festigkeit prüfen.
  • Blumenkohl: Blütenstände sollten geschlossen und kompakt sein, bevor sie sich öffnen.
  • Brokkoli: Röschen sollten fest und dunkelgrün sein.
  • Rosenkohl: Röschen sollten walnussgroß und fest sein.
  • Grünkohl: Blätter können nach Bedarf geerntet werden, am besten nach dem ersten Frost, da er dann milder schmeckt.
  • Kohlrabi: Knollen ernten, wenn sie die gewünschte Größe erreicht haben (Faustregel: etwa tennisballgroß).

Lagerung:

  • Frühe Sorten: Nicht lange lagerfähig, bald nach der Ernte verzehren.
  • Späte Sorten (Weißkohl, Rotkohl, Wirsing): Kühl und dunkel in Netzen oder Regalen lagern. Köpfe können auch mit Wurzeln kopfüber aufgehängt werden. Nicht zusammen mit Äpfeln lagern!
  • Grünkohl: Kann im Beet überwintern und nach Bedarf geerntet werden.

Krankheiten und Schädlinge bei Kohl

Kohl ist leider anfällig für verschiedene Krankheiten und Schädlinge. Zu den häufigsten Problemen gehören:

Krankheiten:

  • Kohlhernie: Pilzerkrankung, die zu Wurzelverdickungen führt. Vorbeugung durch Fruchtfolge (Anbaupause von 4-5 Jahren), Algenkalk im Pflanzloch.
  • Mehltau: Pilzerkrankung, die sich durch weißen Belag auf den Blättern zeigt. Vorbeugung durch gute Belüftung und Stärkung der Pflanzen.

Schädlinge:

  • Kohlweißling: Raupen fressen Blätter kahl. Vorbeugung durch Kulturschutznetze, Mischkultur mit Tomaten oder Sellerie.
  • Kohlfliege: Larven fressen an den Wurzeln. Vorbeugung durch Kohlkragen, Anhäufeln der Erde.
  • Erdflöhe: Kleine Käfer fressen Löcher in die Blätter. Vorbeugung durch feuchten Boden (Mulch).
  • Blattläuse: Saugen Pflanzensaft. Bekämpfung mit Schmierseifenlösung oder Nützlingen.

Regelmäßige Kontrollen und schnelles Handeln bei Befall sind wichtig, um größere Schäden zu vermeiden.

Mischkultur und Fruchtfolge

Mischkultur und Fruchtfolge sind wichtige Aspekte im ökologischen Gemüseanbau, auch beim Kohl.

Mischkultur:

Einige Pflanzen können sich gegenseitig positiv beeinflussen. Gute Nachbarn für Kohl sind:

  • Gute Nachbarn: Sellerie, Tomaten, Ringelblumen, Dill, Thymian, Basilikum, Spinat, Mangold, Karotten, Kartoffeln, Gurken, Lauch.
  • Schlechte Nachbarn: Andere Kreuzblütler (Radieschen, Rettich, Raps, Senf), Zwiebeln, Knoblauch, Erdbeeren.

Fruchtfolge:

Kohl als Starkzehrer sollte in der Fruchtfolge an erster Stelle stehen. Nach Kohl können Mittelzehrer oder Schwachzehrer angebaut werden. Eine Anbaupause von 4-5 Jahren für Kreuzblütler auf derselben Fläche ist wichtig, um Krankheiten wie Kohlhernie vorzubeugen.

Fazit

Mit dem richtigen Pflanzzeitpunkt, einem geeigneten Standort und guter Pflege können Sie im eigenen Garten eine reiche Kohlernte erzielen. Beachten Sie die spezifischen Bedürfnisse der verschiedenen Kohlarten und genießen Sie die Vielfalt und den gesunden Genuss von selbst angebautem Kohl!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Kohl zu pflanzen?
Der beste Zeitpunkt hängt von der Kohlart ab. Frühe Sorten im Frühjahr, späte Sorten im Sommer/Herbst. Details siehe Abschnitt "Wann Soll Man Kohlarten Pflanzen?".
Muss man Kohl vorziehen?
Ja, viele Kohlarten, insbesondere Kopfkohl, Blumenkohl und Brokkoli, profitieren vom Vorziehen. Es ist aber nicht zwingend erforderlich für alle Sorten.
Welchen Standort bevorzugt Kohl?
Sonniger bis halbschattiger Standort mit nährstoffreichem, lockerem Boden.
Wie oft muss man Kohl gießen?
Regelmäßig, besonders in Trockenperioden und während der Kopfbildung. Boden sollte immer leicht feucht sein.
Wie schützt man Kohl vor Schädlingen?
Kulturschutznetze, Kohlkragen, Mischkultur, regelmäßige Kontrollen und gegebenenfalls biologische Schädlingsbekämpfung.

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