Wie macht man ein Wasserbad für Pflanzen?

Pflanzen richtig gießen: Die Wasserbad-Methode

10/07/2024

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Hast du dich jemals gefragt, ob es eine bessere Methode gibt, deine Pflanzen zu gießen, als immer nur von oben? Dann solltest du unbedingt das sogenannte Bottom Watering kennenlernen! Diese Methode, auch als Wasserbad für Pflanzen bekannt, ist einfacher als du denkst und bietet zahlreiche Vorteile für deine grünen Lieblinge. Vergiss die Gießkanne für einen Moment und tauche ein in die Welt des entspannten Pflanzenwässerns von unten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bottom Watering eigentlich?

Bottom Watering, oder auf Deutsch „Bewässerung von unten“, ist im Grunde ganz simpel: Anstatt das Wasser direkt auf die Erde zu gießen, stellst du den Topf deiner Pflanze in ein Gefäß mit Wasser. Die Erde saugt sich dann von unten mit Wasser voll, ganz nach Bedarf der Pflanze. Es ist wie ein entspannendes Bad für die Wurzeln, bei dem sie sich genau die Menge an Wasser holen können, die sie wirklich benötigen. Dieser Ansatz unterscheidet sich grundlegend von der traditionellen Methode des Gießens von oben und bietet einige entscheidende Vorteile.

Welche Pflanzen passen ins Wasserbad?
Diese Methode eignet es sich für fast alle Pflanzen, da dadurch alle Wurzeln mit Wasser versorgt werden. Ideal ist sie zum Beispiel bei Sukkulenten oder bei breiten, buschigen Pflanzen, da die Blätter dadurch nicht nass werden und somit keinen Schaden nehmen.

Die Vorteile des Gießens von unten

Warum solltest du nun deine Gießgewohnheiten ändern und auf Bottom Watering umsteigen? Hier sind einige überzeugende Gründe:

  • Verhindert Übergießen: Das ist wohl der größte Pluspunkt! Die Pflanze nimmt sich nur so viel Wasser, wie sie tatsächlich braucht. So ist es praktisch unmöglich, sie zu übergießen und das Risiko von Wurzelfäulnis wird minimiert.
  • Weniger Aufwand: Du musst keinen Untersetzer ausleeren, da die Pflanze das Wasser komplett aufsaugt. Das spart Zeit und Mühe.
  • Schutz vor Schädlingen und Schimmel: Die oberste Erdschicht bleibt trockener, was die Bildung von Schimmel auf der Erde und den Befall durch lästige Trauermücken deutlich reduziert. Diese kleinen schwarzen Fliegen lieben feuchte Oberflächenerde, und Bottom Watering nimmt ihnen ihre Lebensgrundlage.
  • Gesündere Wurzelentwicklung: Durch die Bewässerung von unten werden die Wurzeln angeregt, nach unten zu wachsen, um ans Wasser zu gelangen. Das führt zu einem stärkeren und widerstandsfähigeren Wurzelsystem.
  • Schonend für Samen und Stecklinge: Beim Angießen von Samen oder frisch gesetzten Stecklingen kann es leicht passieren, dass diese durch den Wasserstrahl verschoben oder weggespült werden. Bottom Watering verhindert das, da das Wasser sanft von unten aufsteigt.

Allerdings gibt es auch einen kleinen Nachteil: Bottom Watering kann etwas mehr Zeit und Platz in Anspruch nehmen, besonders wenn du viele Pflanzen gleichzeitig bewässern möchtest. Du benötigst ausreichend große Gefäße oder musst eventuell mehrere Durchgänge machen. Außerdem ist es wichtig, bei der Verwendung desselben Wassergefäßes für mehrere Pflanzen auf die Hygiene zu achten, um die Übertragung von Schädlingen zu vermeiden.

Wie macht man ein Wasserbad für Pflanzen?
Befülle die Schale (oder die Badewanne) mit Wasser, sodass ca. ein Viertel des Topfs im Wasser steht. Am besten nimmst du kalkarmes Wasser. Warte ein bisschen (etwa 15-20 Minuten, je nach Größe der Pflanze), bis die Erde auch oben feucht ist und der Topf sich schwer anfühlt.

Für welche Pflanzen eignet sich das Wasserbad?

Grundsätzlich kannst du die meisten Zimmerpflanzen mit der Wasserbad-Methode bewässern. Es gibt jedoch einige Pflanzenarten, die besonders davon profitieren:

  • Sukkulenten und Kakteen: Diese Pflanzen bevorzugen trockene Erde zwischen den Wassergaben. Bottom Watering ermöglicht es, die Erde vollständig durchzutränken und dann wieder gut abtrocknen zu lassen, was ideal für Sukkulenten ist.
  • Pflanzen mit empfindlichen Blättern: Bei Pflanzen wie der Aloe Vera oder Sansevieria ist es wichtig, die Blätter beim Gießen nicht zu benetzen, da dies zu Fäulnis führen kann. Bottom Watering umgeht dieses Problem elegant.
  • Buschige Pflanzen: Bei dicht belaubten Pflanzen ist es oft schwierig, die Erde gleichmäßig von oben zu erreichen. Das Wasserbad sorgt dafür, dass die Wurzeln trotzdem ausreichend Wasser bekommen.
  • Stecklinge: Auch junge Stecklinge profitieren von der sanften Bewässerung von unten, da sie noch empfindlich sind und nicht überwässert werden sollten.

Hier ist eine kleine Übersichtstabelle, die dir hilft zu entscheiden, ob Bottom Watering für deine Pflanzen geeignet ist:

Geeignete PflanzenWeniger geeignete Pflanzen
  • Sukkulenten (Kakteen, Aloe Vera, Echeverien etc.)
  • Sansevierien
  • Gebetsmaranten
  • Calathea
  • Farne
  • Stecklinge
  • Die meisten Zimmerpflanzen in Tontöpfen
  • Sehr große Pflanzen (aufgrund des Aufwands)
  • Pflanzen mit sehr hohem Wasserbedarf (z.B. Einblatt - Spathiphyllum)
  • Pflanzen in Hydrokultur oder Vulkastrat
  • Pflanzen in Kokoskörben
  • Bonsais in flachen Schalen ohne Abzugslöcher

Im Zweifelsfall gilt: Probiere es einfach aus! Du kannst im Prinzip nichts falsch machen, und deine Pflanzen werden es dir wahrscheinlich danken.

Wie lange soll eine Orchidee im Wasserbad stehen?
Orchideen sollten nie dauerhaft im Wasser stehen. Dann besteht die Gefahr, dass die Wurzeln beginnen zu faulen. Die einfachste Möglichkeit ist, die Orchideen werden für ca. 20-30 min in ein lauwarmes Wasserbad getaucht.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Bottom Watering

Bottom Watering ist wirklich kinderleicht. Folge einfach diesen Schritten:

  1. Vorbereitung: Nimm deine Pflanze aus dem Übertopf. Bei Pflanzen in Tontöpfen kannst du sie einfach vom Untersetzer heben.
  2. Wassergefäß vorbereiten: Stelle den Innentopf der Pflanze in eine Schale, einen Eimer, die Badewanne oder die Dusche. Achte darauf, dass das Gefäß sauber ist und keine Rückstände von Reinigungsmitteln enthält.
  3. Wasser einfüllen: Befülle das Gefäß mit Wasser, idealerweise kalkarmem Wasser oder abgestandenem Leitungswasser. Die Wassermenge sollte etwa ein Viertel der Topfhöhe erreichen.
  4. Warten und beobachten: Lass die Pflanze für etwa 15-20 Minuten im Wasserbad stehen. Je nach Größe der Pflanze und der Trockenheit der Erde kann es auch etwas länger dauern. Du erkennst, dass die Erde ausreichend Wasser gezogen hat, wenn die Oberfläche feucht ist und der Topf sich schwerer anfühlt. Gegebenenfalls kannst du währenddessen noch etwas Wasser nachgießen, wenn die Schale leer wird.
  5. Abtropfen und zurückstellen: Nimm die Pflanze aus dem Wasserbad und lasse sie kurz abtropfen, falls nötig. Da die Erde nur so viel Wasser aufgenommen hat, wie sie benötigt, ist das in der Regel aber nicht erforderlich. Stelle die Pflanze zurück in ihren Übertopf oder auf den Untersetzer.
  6. Fertig! Deine Pflanze wurde erfolgreich von unten bewässert.

Wichtiger Hinweis: Manchmal kann es vorkommen, dass sehr trockene Erde, besonders torfhaltige Erde, das Wasser nur langsam aufnimmt. Wenn die Erdoberfläche auch nach 30 Minuten im Wasserbad noch trocken ist, gibt es einen einfachen Trick:

  • Fingerprobe: Stecke deinen Finger oder ein Holzstäbchen etwa 3-4 Zentimeter tief in die Erde. Wenn die Erde dort feucht ist (Erde bleibt am Finger oder Stäbchen kleben), ist alles in Ordnung.
  • Nachhelfen: Wenn die Erde auch in tieferen Schichten noch trocken ist, gib einen kleinen Schluck Wasser von oben auf die Erde. Das hilft, die Wasseraufnahme von unten anzukurbeln.

Häufig gestellte Fragen zum Bottom Watering

Hier sind einige Antworten auf häufige Fragen rund um das Thema Bottom Watering:

Kann ich Leitungswasser für das Wasserbad verwenden?
Ja, in den meisten Fällen ist Leitungswasser geeignet. Allerdings kann sehr kalkhaltiges Wasser auf Dauer zu Kalkablagerungen im Topf führen. In diesem Fall ist es besser, kalkarmes Wasser oder abgestandenes Leitungswasser zu verwenden. Regenwasser ist ebenfalls eine gute Alternative, sofern du Zugang dazu hast.
Wie oft sollte ich meine Pflanzen mit Bottom Watering gießen?
Das hängt von der Pflanzenart, der Jahreszeit und den Umweltbedingungen ab. Generell gilt: Gieße erst, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist. Mache den Fingertest, um sicherzustellen, dass die Erde nicht nur oberflächlich, sondern auch in tieferen Schichten trocken ist. Im Winter benötigen Pflanzen in der Regel weniger Wasser als im Sommer.
Kann ich jede Pflanze mit Bottom Watering bewässern?
Fast jede Zimmerpflanze profitiert von dieser Methode. Wie bereits erwähnt, gibt es jedoch einige Ausnahmen, wie sehr große Pflanzen oder Pflanzen mit extrem hohem Wasserbedarf, bei denen Bottom Watering etwas aufwendiger sein kann.
Kann ich Badewasser zum Gießen verwenden?
Davon raten wir ab! Benutztes Badewasser enthält in der Regel Seifen, Shampoos und andere Chemikalien, die für Pflanzen schädlich sein können. Diese Stoffe können die Wasseraufnahme der Wurzeln beeinträchtigen und zu Mangelerscheinungen führen. Auch Putzwasser sollte nur in Ausnahmefällen und sehr verdünnt für eingewachsene Gehölze im Garten verwendet werden, aber nicht für Zimmerpflanzen oder Gemüse. Verwende stattdessen immer sauberes Wasser für deine Pflanzen.
Wie lange sollen die Pflanzen im Wasserbad bleiben?
In der Regel reichen 15-20 Minuten aus. Bei größeren Pflanzen oder sehr trockener Erde kann es auch etwas länger dauern, bis zu 30 Minuten. Beobachte die Erde und den Wasserstand in der Schale. Sobald die Erdoberfläche feucht ist und der Topf sich schwerer anfühlt, kannst du die Pflanze aus dem Wasserbad nehmen.
Muss ich das Wasser nach jeder Pflanze wechseln, wenn ich mehrere Pflanzen im selben Gefäß bewässere?
Um die Übertragung von Schädlingen zu vermeiden, ist es empfehlenswert, das Wasser nach jeder Pflanze zu wechseln oder separate Gefäße zu verwenden. Wenn du jedoch sicher bist, dass alle deine Pflanzen gesund sind, kannst du das Wasser auch für mehrere Pflanzen verwenden.

Fazit: Probiere Bottom Watering aus!

Bottom Watering ist eine einfache und effektive Methode, um deine Pflanzen optimal mit Wasser zu versorgen. Es verhindert Übergießen, schützt vor Schädlingen und Schimmel und fördert ein gesundes Wachstum. Wage den Versuch und probiere es einfach mal aus! Deine Pflanzen werden es dir mit üppigem Wachstum und strahlendem Grün danken. Verabschiede dich von der herkömmlichen Gießkanne und entdecke die entspannte Art des Pflanzenwässerns mit dem Wasserbad!

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