01/08/2023
Wer freut sich nicht über den süßen Geschmack von frisch gepflückten Kirschen direkt aus dem eigenen Garten? Der Anbau von Kirschbäumen kann eine lohnende Erfahrung sein, aber bevor Sie loslegen, tauchen oft Fragen auf. Eine der häufigsten ist: Benötige ich tatsächlich zwei Kirschbäume, um überhaupt Früchte ernten zu können? Und wann ist eigentlich der beste Zeitpunkt, um einen Kirschbaum zu pflanzen? Dieser Artikel beantwortet diese Fragen und gibt Ihnen wertvolle Tipps für eine erfolgreiche Kirschbaumpflanzung.

Brauche ich zwei Kirschbäume für Früchte?
Die Antwort auf diese Frage ist nicht ganz einfach und hängt von der Kirschsorte ab, die Sie pflanzen möchten. Es gibt zwei Haupttypen von Kirschbäumen: Süßkirschen und Sauerkirschen. Der entscheidende Unterschied für Ihre Pflanzplanung liegt in ihrer Bestäubungsfähigkeit.
Sauerkirschen: Selbstbefruchter mit Erntegarantie
Sauerkirschen sind in der Regel selbstbefruchtend. Das bedeutet, dass ein einzelner Sauerkirschbaum sowohl männliche als auch weibliche Blüten besitzt und sich somit selbst bestäuben kann. Sie benötigen also keinen zweiten Baum, um Früchte zu tragen. Wenn Sie also nur Platz für einen Baum haben oder einfach nur eine zuverlässige Ernte ohne großen Aufwand wünschen, ist ein Sauerkirschbaum eine ausgezeichnete Wahl. Beliebte Sorten wie 'Schattenmorelle' sind bekannt für ihre Ertragssicherheit und Robustheit.
Süßkirschen: Oft auf Partner angewiesen
Bei Süßkirschen ist die Situation komplexer. Obwohl auch Süßkirschbäume zwittrige Blüten haben, sind viele Sorten selbststeril oder selbstinkompatibel. Das bedeutet, dass sie den Pollen einer anderen, kompatiblen Süßkirschsorte benötigen, um Früchte zu entwickeln. Pflanzen Sie einen einzelnen selbststerilen Süßkirschbaum, werden Sie wahrscheinlich enttäuscht und kaum oder gar keine Kirschen ernten. Um eine erfolgreiche Befruchtung zu gewährleisten, benötigen Sie in den meisten Fällen mindestens zwei verschiedene Süßkirschsorten, die einander befruchten können.
Die richtige Sortenwahl für die Befruchtung
Die Auswahl der passenden Sorten für die Befruchtung kann etwas knifflig sein. Nicht jede Süßkirschsorte ist mit jeder anderen kompatibel. Einige Sorten sind sogar unverträglich miteinander und können sich gegenseitig nicht bestäuben. Es gibt jedoch auch sogenannte Universalbefruchter, die viele andere Sorten bestäuben können. Informieren Sie sich daher unbedingt vor dem Kauf beim Fachhändler oder in einer Baumschule über die Befruchtungsempfehlungen für die gewünschten Süßkirschsorten. Oft werden Ihnen direkt passende Partner-Sorten empfohlen.
Tipp: In vielen Wohngebieten stehen bereits Kirschbäume in Nachbargärten. In diesem Fall kann es sein, dass der Pollenflug von dort bereits für eine ausreichende Befruchtung Ihres Baumes sorgt, auch wenn es sich um eine selbststerile Sorte handelt. Dies ist jedoch nicht immer zuverlässig, und für eine sichere Ernte ist die Pflanzung von zwei kompatiblen Sorten im eigenen Garten die beste Wahl.
Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen von Kirschbäumen
Der ideale Zeitpunkt, um Kirschbäume zu pflanzen, ist das Frühjahr. Das Frühjahr, genauer gesagt das zeitige Frühjahr, ist optimal, sobald der Boden aufgetaut ist und die größten Fröste vorüber sind. Kirschbäume wurzeln im Frühjahr gut an und haben dann ausreichend Zeit, sich bis zum Winter zu etablieren. Da Kirschbäume relativ früh austreiben, ist es wichtig, sie rechtzeitig im Frühjahr zu pflanzen, bevor sie zu stark in ihr Wachstum starten.
Herbstpflanzung ist in milden Regionen ebenfalls möglich, sollte aber vermieden werden, wenn Sie in einer Gegend mit strengen Wintern wohnen. Jung gepflanzte Bäume sind frostempfindlicher, und eine Frühjahrspflanzung gibt ihnen einen Wachstumsvorsprung, um den Winter besser zu überstehen.
Best Practices beim Pflanzen von Kirschbäumen
Damit Ihr Kirschbaum gut anwächst und Ihnen viele Jahre Freude bereitet, sind einige wichtige Punkte bei der Pflanzung zu beachten:
Standortwahl: Sonne und durchlässiger Boden
Kirschbäume lieben die Sonne. Wählen Sie einen möglichst sonnigen Standort in Ihrem Garten. Je mehr Sonne der Baum bekommt, desto besser reifen die Früchte und entwickeln ihr volles Aroma. Der Boden sollte durchlässig und nährstoffreich sein. Staunässe vertragen Kirschbäume nicht gut. Schwere, lehmige Böden sollten vor der Pflanzung mit Sand und Kompost verbessert werden, um die Drainage zu fördern.
Pflanzloch vorbereiten
Heben Sie ein ausreichend großes Pflanzloch aus. Es sollte mindestens doppelt so breit und tief sein wie der Wurzelballen des Baumes. Lockern Sie den Boden im Pflanzloch gut auf. Mischen Sie bei Bedarf etwas Kompost oder Pflanzerde unter den Aushub, um den Boden anzureichern.
Baum richtig einsetzen
Nehmen Sie den Kirschbaum vorsichtig aus dem Pflanzcontainer und lockern Sie den Wurzelballen leicht auf. Setzen Sie den Baum so in das Pflanzloch, dass der oberste Teil des Wurzelballens mit der Bodenoberfläche abschließt. Achten Sie darauf, den Baum nicht zu tief zu pflanzen, da dies zu Fäulnisproblemen führen kann.
Anbinden und Angießen
Füllen Sie das Pflanzloch mit dem Aushub auf und treten Sie die Erde leicht an. Binden Sie den jungen Baum an einen Pflanzpfahl an, um ihm Halt zu geben und ihn vor Windbruch zu schützen. Gießen Sie den Baum nach der Pflanzung gründlich an. Auch in den folgenden Wochen sollte der Boden um den Baum herum gleichmäßig feucht gehalten werden, besonders bei trockener Witterung.
Pflege von Kirschbäumen nach der Pflanzung
Auch nach der Pflanzung benötigen Kirschbäume regelmäßige Pflege, um gesund zu bleiben und reichlich Früchte zu tragen:
- Gießen: Besonders in den ersten Jahren und bei Trockenheit regelmäßig gießen.
- Düngen: Im Frühjahr mit einem speziellen Obstbaumdünger düngen.
- Schnitt: Regelmäßiger Schnitt fördert die Fruchtbildung und hält den Baum gesund. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist nach der Ernte oder im späten Winter.
- Schutz vor Schädlingen und Krankheiten: Kirschbäume können von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Achten Sie auf Anzeichen und ergreifen Sie gegebenenfalls Maßnahmen zur Bekämpfung.
Zusammenfassende Tabelle: Süß- und Sauerkirschen im Vergleich
| Merkmal | Süßkirschen | Sauerkirschen |
|---|---|---|
| Bestäubung | Oft selbststeril, benötigt Befruchtersorte | Selbstbefruchtend |
| Anzahl Bäume für Ernte | In der Regel zwei (kompatible Sorten) | In der Regel einer |
| Geschmack | Süß, zum Frischverzehr | Säuerlich, gut für Kuchen, Marmelade |
| Wuchs | Oft größer und stärker wachsend | Oft kleiner und kompakter |
| Pflegeaufwand | Etwas anspruchsvoller (Sortenwahl, Befruchtung) | Einfacher in der Pflege |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Kann ich einen Kirschbaum im Topf auf dem Balkon pflanzen?
- Ja, es gibt Zwergkirschsorten, die sich gut für die Kübelpflanzung eignen. Achten Sie auf einen ausreichend großen Topf und eine gute Drainage.
- Welche Süßkirschsorten sind gute Befruchter füreinander?
- Beliebte Befruchterpaare sind z.B. 'Büttners Rote Knorpelkirsche' und 'Hedelfinger Riesenkirsche' oder 'Kordia' und 'Regina'. Lassen Sie sich am besten im Fachhandel beraten.
- Wie lange dauert es, bis ein Kirschbaum Früchte trägt?
- Je nach Sorte und Wuchsbedingungen kann es 3-5 Jahre dauern, bis ein Kirschbaum das erste Mal Früchte trägt. Vollertrag wird in der Regel nach etwa 8-10 Jahren erreicht.
- Muss ich meinen Kirschbaum jedes Jahr schneiden?
- Ein regelmäßiger Schnitt ist empfehlenswert, um die Fruchtbildung zu fördern und den Baum gesund zu halten. Ein jährlicher Schnitt ist aber nicht zwingend erforderlich. Achten Sie auf die Entwicklung des Baumes und schneiden Sie bei Bedarf.
- Was kann ich tun, wenn mein Kirschbaum keine Früchte trägt?
- Überprüfen Sie zunächst, ob es sich um eine selbststerile Süßkirschsorte handelt und ob eine Befruchtersorte in der Nähe steht. Auch ungünstige Standortbedingungen, falsche Pflege oder Krankheiten können die Fruchtbildung beeinträchtigen. Analysieren Sie die Situation und passen Sie gegebenenfalls die Pflege an.
Mit der richtigen Planung und Pflege können Sie sich schon bald über eine reiche Kirschernte aus Ihrem eigenen Garten freuen. Ob Sie sich für einen pflegeleichten, selbstbefruchtenden Sauerkirschbaum oder für zwei Süßkirschbäume für eine größere Sortenvielfalt entscheiden, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben und den Gegebenheiten Ihres Gartens ab. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Kirschbaumpflanzung!
