Welche Sträucher sollte man nicht im Gärten pflanzen?

Vorsicht im Garten: Diese Sträucher schaden der Umwelt

12/02/2021

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Immer mehr Gartenbesitzer legen Wert auf ein pflegeleichtes und attraktives Grün. Dabei greifen viele zu exotischen Pflanzen, die zwar optisch ansprechend sind, aber für die heimische Tierwelt wenig bis gar keinen Nutzen haben. Naturschützer warnen schon lange vor dem inflationären Einsatz von Modepflanzen wie Bambus, Kirschlorbeer und Forsythie in unseren Gärten. Diese Pflanzen sind nicht nur ökologisch wertlos, sondern können sogar negative Auswirkungen auf die heimische Flora und Fauna haben. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Sträucher Sie besser nicht in Ihrem Garten pflanzen sollten und welche umweltfreundlichen Alternativen es gibt.

Welche Sträucher sollte man nicht im Gärten pflanzen?
STRÄUCHER, AUF DIE MAN IM GARTEN VERZICHTEN SOLLTEBambus.Forsythie.Gefüllter Schneeball.Kirschlorbeer.Thuja.
Inhaltsverzeichnis

Warum sind bestimmte Sträucher problematisch für den Garten?

Das Hauptproblem vieler exotischer und hochgezüchteter Ziersträucher liegt in ihrem mangelnden ökologischen Wert. Sie bieten heimischen Insekten, Vögeln und anderen Tieren keine Nahrungsgrundlage. Im Gegensatz zu heimischen Pflanzen produzieren sie oft keinen verwertbaren Pollen oder Nektar, der für die Ernährung von Insekten unerlässlich ist. Einige Arten sind sogar unfruchtbar gezüchtet oder ihre Früchte und Samen werden von den heimischen Tieren nicht angenommen. Darüber hinaus können diese exotischen Gewächse heimische Pflanzenarten verdrängen, die für das ökologische Gleichgewicht in unseren Gärten von großer Bedeutung sind.

Die Folge ist ein Rückgang der Artenvielfalt und eine Schwächung des gesamten Ökosystems Garten. Das massive Insektensterben der letzten Jahrzehnte wird unter anderem auch auf die zunehmende Verbreitung ökologisch wertloser Zierpflanzen in unseren Gärten zurückgeführt. Ein Garten, der hauptsächlich aus solchen Pflanzen besteht, wird zu einer grünen Wüste für die heimische Tierwelt.

Diese Sträucher sollten Sie aus Ihrem Garten verbannen

Es gibt eine Reihe von beliebten Sträuchern, auf die Sie im Sinne der Umwelt und der Artenvielfalt besser verzichten sollten. Zu den bekanntesten Problemfällen gehören:

  • Bambus: Bambus ist zwar ein attraktiver Sichtschutz und liegt im Trend, bietet aber Insekten keinerlei Nahrung. Manche Arten breiten sich zudem unkontrolliert im Garten aus und können heimische Pflanzen verdrängen. Als Nistplatz ist Bambus ebenfalls ungeeignet.
  • Kirschlorbeer: Der immergrüne Kirschlorbeer ist extrem pflegeleicht und daher sehr beliebt als Heckenpflanze. Doch für die Tierwelt ist er nahezu wertlos. Vögel finden allenfalls Unterschlupf in den dichten Blättern, aber die giftige Pflanze bietet keine Nahrung. In der Schweiz ist der Verkauf bestimmter invasiver Pflanzen wie Kirschlorbeer ab September 2024 sogar verboten.
  • Forsythie: Die leuchtend gelben Blüten der Forsythie im Frühjahr sind zwar ein schöner Farbtupfer, aber ökologisch gesehen eine Enttäuschung. Die Blüten produzieren weder Pollen noch Nektar und sind somit für Bienen und andere Insekten völlig wertlos. Es gibt zwar eine Sorte namens 'Beatrix Farrand', die etwas Pollen produziert, aber auch diese ist bei weitem nicht so wertvoll wie heimische Blütensträucher.
  • Gefüllter Schneeball: Gefüllte Blüten sind generell problematisch, da sie den Insekten den Zugang zu Pollen und Nektar erschweren oder gar unmöglich machen. Der gefüllte Schneeball ist ein Beispiel dafür. Die ungefüllten Sorten des Schneeballs sind hingegen deutlich insektenfreundlicher.
  • Thuja: Auch die Thuja, oft als Lebensbaum bezeichnet, ist eine beliebte Heckenpflanze, die aber ökologisch wenig zu bieten hat. Sie ist zwar immergrün und pflegeleicht, bietet aber kaum Nahrung oder Lebensraum für Tiere.

Umweltfreundliche Alternativen für Ihren Garten

Glücklicherweise gibt es zahlreiche attraktive und ökologisch wertvolle Alternativen zu den genannten Problemsträuchern. Heimische Pflanzen sind die beste Wahl für einen naturnahen Garten. Sie sind optimal an unser Klima angepasst, relativ pflegeleicht und bieten der heimischen Tierwelt wertvolle Nahrung und Lebensraum. Zudem sind sie meist auch günstiger in der Anschaffung als exotische Modepflanzen.

Für eine Hecke im Garten eignen sich beispielsweise folgende heimische Sträucher:

  • Eibe
  • Hainbuche
  • Haselnuss
  • Kornelkirsche
  • Liguster (heimische Sorten bevorzugen)
  • Pfaffenhütchen
  • Schlehe
  • Weiden
  • Weißdorn

Diese Sträucher bieten nicht nur einen guten Sichtschutz, sondern blühen auch schön und liefern Nahrung für Insekten in Form von Pollen und Nektar. Im Herbst tragen viele von ihnen Früchte, die von Vögeln gerne gefressen werden. Durch die Pflanzung heimischer Sträucher tragen Sie aktiv zum Naturschutz und zur Förderung der Artenvielfalt in Ihrem Garten bei.

Auch bei Blumen gibt es ökologische Unterschiede

Nicht nur bei Sträuchern, sondern auch bei Blumen gibt es große Unterschiede im ökologischen Wert. Viele beliebte Garten- und Balkonblumen sind für Insekten nutzlos, da sie hochgezüchtet sind und gefüllte Blüten haben. Diese Blüten sind für Insekten schwer zugänglich und produzieren oft wenig oder keinen Nektar und Pollen. Zu den Blumen, die Sie besser meiden sollten, gehören:

  • Dahlien
  • Flieder (gefüllte Sorten)
  • Garten-Chrysanthemen
  • Gartenstiefmütterchen
  • Gartentulpen (gefüllte Sorten)
  • Geranien
  • Hortensien
  • Magnolien
  • Pfingstrosen (gefüllte Sorten)
  • Ranunkeln
  • Zuchtrosen (gefüllte Sorten)

Wenn Sie insektenfreundliche Blumen für Ihren Garten oder Balkon suchen, achten Sie auf ungefüllte Blüten und alte Sorten. Bei Rosen und Tulpen können Sie beispielsweise auf Wildtulpen und alte Rosensorten zurückgreifen. Auch bei Pfingstrosen gibt es Sorten mit ungefüllten Blüten, die eine gute Nahrungsquelle für Insekten darstellen.

Fazit: Wählen Sie Pflanzen bewusst aus

Die Auswahl der Pflanzen in unserem Garten hat einen großen Einfluss auf die Umwelt und die Artenvielfalt. Indem wir bewusst auf heimische Pflanzen setzen und auf ökologisch wertlose Exoten verzichten, können wir einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz leisten und unseren Garten in ein lebendiges und artenreiches Paradies verwandeln. Achten Sie beim Pflanzenkauf nicht nur auf die Optik und Pflegeleichtigkeit, sondern auch auf den ökologischen Nutzen der Pflanzen. Ihre heimischen Insekten und Vögel werden es Ihnen danken!

Häufige Fragen zum Thema ökologisch wertvolle Gartengestaltung

Warum sind exotische Pflanzen oft problematisch für die heimische Tierwelt?
Exotische Pflanzen sind oft nicht an die heimische Tierwelt angepasst. Sie bieten in der Regel keine Nahrung in Form von Pollen, Nektar oder Früchten, da heimische Insekten und Vögel diese Pflanzen nicht als Nahrungsquelle erkennen oder nutzen können. Zudem können sie heimische Pflanzen verdrängen und so die Artenvielfalt reduzieren.
Sind alle Forsythien schlecht für Insekten?
Die meisten Forsythien-Sorten sind ökologisch wertlos, da sie weder Pollen noch Nektar produzieren. Es gibt jedoch eine Sorte namens 'Beatrix Farrand', die zumindest etwas Pollen produziert und somit etwas insektenfreundlicher ist. Heimische blühende Sträucher sind aber in jedem Fall die bessere Wahl.
Welche Vorteile haben heimische Pflanzen?
Heimische Pflanzen sind optimal an das hiesige Klima angepasst, relativ pflegeleicht und bieten der heimischen Tierwelt wertvolle Nahrung und Lebensraum. Sie fördern die Artenvielfalt und tragen zu einem gesunden Ökosystem im Garten bei. Zudem sind sie meist günstiger in der Anschaffung und benötigen weniger Pflege als exotische Pflanzen.
Was bedeutet "gefüllte Blüte" im Zusammenhang mit Insektenfreundlichkeit?
Gefüllte Blüten sind Züchtungen, bei denen die Staubblätter in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt wurden. Dadurch sehen die Blüten zwar üppiger aus, aber die Staubgefäße, die den Pollen produzieren, und der Nektar sind für Insekten schwer oder gar nicht mehr zugänglich. Insektenfreundliche Pflanzen haben daher in der Regel ungefüllte Blüten.

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