24/01/2021
Kletterpflanzen sind eine Bereicherung für jeden Garten. Sie bringen Höhe und Struktur, schaffen Privatsphäre und gliedern den Garten in verschiedene Bereiche. Doch welche Rankhilfe ist die richtige für Ihre Pflanzen? Und brauchen Kletterpflanzen überhaupt immer eine Unterstützung? Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über verschiedene Rankhilfen und deren Einsatzmöglichkeiten, von klassischen Rosenbögen bis hin zu einfachen Stützstäben.

Brauchen alle Kletterpflanzen eine Rankhilfe?
Nicht unbedingt. Ob eine Kletterpflanze eine Rankhilfe benötigt, hängt von der Art der Pflanze ab. Grundsätzlich lassen sich Kletterpflanzen in zwei Kategorien einteilen: Selbstklimmer und Gerüstkletterer.
Selbstklimmende Kletterpflanzen
Selbstklimmende Kletterpflanzen, wie Efeu, Wilder Wein oder Kletterhortensien, benötigen keine zusätzliche Unterstützung. Sie haften sich mit Haftwurzeln oder Haftscheiben direkt an Mauern, Zäunen oder Bäumen fest. Diese Pflanzen sind ideal, um Fassaden zu begrünen oder unschöne Mauern zu kaschieren. Allerdings sollte man beachten, dass ihre Haftorgane Schäden an Putz verursachen können und ihre Entfernung mühsam sein kann.
Gerüstkletternde Kletterpflanzen
Gerüstkletterer, wie Clematis, Kletterrosen, Jasmin und Geißblatt, benötigen eine Rankhilfe, um in die Höhe zu wachsen. Sie winden sich um Rankgitter, Spaliere oder andere Strukturen. Ohne eine geeignete Unterstützung können sie nicht ihr volles Potenzial entfalten und bleiben am Boden kriechen. Die Wahl der richtigen Rankhilfe ist daher entscheidend für das gesunde Wachstum und die üppige Blüte dieser Pflanzen.
Kriterien für die Wahl der richtigen Rankhilfe
Bei der Auswahl der passenden Rankhilfe sollten Sie verschiedene Aspekte berücksichtigen:
Stabilität der Rankhilfe
Die Rankhilfe muss stabil genug sein, um das Gewicht der ausgewachsenen Pflanze tragen zu können. Gerade bei starkwüchsigen Kletterpflanzen wie Blauregen oder Kletterrosen ist eine robuste Konstruktion unerlässlich. Achten Sie auf wetterfeste Materialien wie verzinkter Stahl oder behandeltes Holz, um eine lange Lebensdauer der Rankhilfe zu gewährleisten. Billige Rankhilfen aus Kunststoff oder dünnem Holz können unter der Last der Pflanzen schnell zusammenbrechen.
Ästhetik der Rankhilfe
Neben der Funktionalität spielt auch die Optik der Rankhilfe eine Rolle. Sie sollte zum Stil Ihres Gartens und der gewählten Pflanzen passen. Eine Rankhilfe kann als dekoratives Element im Garten dienen, beispielsweise ein Rosenbogen am Eingangsbereich oder ein Obelisk als Blickfang im Beet. Sie können die Rankhilfe auch farblich gestalten, um sie entweder hervorzuheben oder dezent in das Gesamtbild zu integrieren. Denken Sie daran, dass die Rankhilfe auch dann noch ansprechend aussehen sollte, wenn die Pflanzen noch nicht ausgewachsen sind oder im Winter das Laub verloren haben.
Passende Rankhilfe für die Pflanzenart
Nicht jede Rankhilfe ist für jede Kletterpflanze geeignet. Eine Kletterrose benötigt beispielsweise eine andere Unterstützung als eine Duftwicke oder eine Gurkenpflanze. Informieren Sie sich über die Wuchsart und die Bedürfnisse Ihrer Kletterpflanzen, um die passende Rankhilfe auszuwählen. Einige Pflanzen benötigen filigrane Strukturen zum Festhalten, während andere stabilere Gerüste bevorzugen. Berücksichtigen Sie auch die spätere Größe und das Gewicht der Pflanzen, um eine Überlastung der Rankhilfe zu vermeiden.

Verschiedene Arten von Rankhilfen
Es gibt eine Vielzahl von Rankhilfen in unterschiedlichen Formen, Materialien und Größen. Hier sind einige der gängigsten Typen:
1. Flache Rankgitter (Spaliere)
Flache Rankgitter, auch Spaliere genannt, sind vielseitig einsetzbar und eignen sich für viele Kletterpflanzen. Sie können freistehend sein, an einer Wand befestigt oder zwischen Pfosten gespannt werden. Spaliere sind ideal, um Räume zu strukturieren, Privatsphäre zu schaffen oder Wände zu begrünen. Sie sind in verschiedenen Materialien wie Holz, Metall oder Kunststoff erhältlich. Achten Sie auf eine ausreichende Stabilität, um das Gewicht der Pflanzen tragen zu können. Metallspaliere sind in der Regel robuster und langlebiger als Holzspaliere.
2. Stützstäbe und Pflanzringe
Für weniger stark wachsende Kletterpflanzen oder junge Pflanzen können einfache Stützstäbe oder Pflanzringe ausreichen. Sie werden direkt in die Erde gesteckt und geben den Pflanzen Halt. Als die Pflanzen wachsen, können sie mit Gartenschnur oder Stoffstreifen locker an den Stäben befestigt werden. Diese Art der Rankhilfe ist besonders für Gemüse wie Tomaten oder Bohnen geeignet, aber auch für einige blühende Kletterpflanzen in der Anfangsphase.
3. Rosenbögen
Rosenbögen sind nicht nur praktische Rankhilfen, sondern auch dekorative Elemente im Garten. Sie verleihen dem Garten einen romantischen und märchenhaften Charme. Rosenbögen sind meist aus Metall oder Holz gefertigt und in verschiedenen Stilen und Größen erhältlich. Sie eignen sich besonders gut für Kletterrosen, aber auch für andere starkwüchsige Kletterpflanzen wie Geißblatt oder Clematis. Ein Rosenbogen kann als Blickfang am Garteneingang, über einem Gartenweg oder als Übergang zwischen verschiedenen Gartenbereichen platziert werden. Achten Sie auf eine stabile Verankerung im Boden, damit der Rosenbogen auch bei starkem Wind standhält.
Rosenbögen anlegen: Schritt für Schritt
Ein Rosenbogen ist ein echter Hingucker im Garten. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Rosenbogen richtig anlegen und welche Rosensorten sich dafür eignen:
Passende Rosensorten für den Rosenbogen
Nicht jede Rose ist für einen Rosenbogen geeignet. Ideal sind Kletterrosen mit langen, flexiblen Trieben. Aber auch einige Strauchrosen können durch gezieltes Anbinden am Rosenbogen zu beeindruckenden Kletterrosen erzogen werden. Hier sind einige besonders empfehlenswerte Rosensorten für Rosenbögen:
- Kletterrose ‘Sympathie’: Dunkelrote, gefüllte Blüten mit starkem Wildrosenduft. Blüht von Juni bis September und ist sehr winterhart.
- Kletterrose ‘Goldfassade’: Leuchtend gelbe, stark duftende Blüten. Wächst kräftig, ist aber etwas anfällig für Blattkrankheiten.
- Kletterrose ‘Gloire de Dijon’: Gefüllte Blüten in verschiedenen Gelbtönen. Öfterblühend und blattgesund, aber Blüten sind wenig regenfest.
- Ramblerrose ‘Perennial Blue’: Klassiker unter den Kletterrosen mit starkem Wuchs und guter Flächenabdeckung. Kleine, violett-blaue Blüten, öfterblühend und krankheitsresistent.
- Englische Rose ‘The Pilgrim’: Gelb-weiße Blüten, die von Juni bis September blühen. Wächst kompakt, kann aber gut als Kletterrose gezogen werden und ist winterhart.
Rosenbogen anlegen: Anleitung
- Standort wählen: Suchen Sie einen sonnigen Standort für den Rosenbogen aus. Der Boden sollte gut durchlässig und nährstoffreich sein. Überlegen Sie sich gut, wo der Rosenbogen stehen soll, da ein Umsetzen später schwierig ist.
- Rosenbogen aufstellen und verankern: Stellen Sie den Rosenbogen am gewählten Standort auf und verankern Sie ihn stabil im Boden. Bei Bedarf können Sie ein Betonfundament anlegen, um zusätzlichen Halt zu gewährleisten.
- Pflanzloch vorbereiten: Graben Sie auf beiden Seiten des Rosenbogens Pflanzlöcher in ausreichendem Abstand (ca. 50 cm) zum Gerüst aus. Lockern Sie die Erde gut auf und mischen Sie bei Bedarf etwas Kompost oder organischen Rosendünger unter.
- Rosen pflanzen: Setzen Sie jeweils einen Rosenstock auf jeder Seite des Rosenbogens in die Pflanzlöcher. Die Veredelungsstelle sollte sich knapp über der Erdoberfläche befinden.
- Triebe befestigen: Leiten Sie die Triebe der Rosen an das Gerüst des Rosenbogens und befestigen Sie sie locker mit Bast oder speziellem Rosenbindematerial. Binden Sie die Triebe eher seitlich an, um ein gleichmäßiges Wachstum zu fördern.
4. Obelisken
Obelisken sind vertikale Strukturen, die sowohl funktional als auch dekorativ sind. Sie dienen als Blickfang im Garten und bieten Kletterpflanzen Halt. Obelisken sind in runder oder quadratischer Form aus Holz oder Metall erhältlich. Sie eignen sich besonders gut für schlank wachsende Kletterpflanzen, die nicht zu viel Platz benötigen. Ein Obelisk kann im Beet, im Topf oder als Solitärpflanze im Rasen platziert werden. Er verhindert, dass die Pflanze sich vom Wurzelbereich wegbewegt und umknickt.
5. Raumteiler (Sichtschutzwände)
Raumteiler oder Sichtschutzwände bieten eine einfache Möglichkeit, den Garten in verschiedene Zonen zu gliedern oder Privatsphäre zu schaffen. Sie können mit Kletterpflanzen bepflanzt werden und so zu einem grünen Sichtschutz werden. Wählen Sie für einen ganzjährigen Sichtschutz immergrüne Kletterpflanzen. Raumteiler sind in verschiedenen Materialien wie Holz, Metall oder Kunststoff erhältlich und können freistehend oder fest installiert werden.
6. Seile und Drähte
Für größere Anpflanzungen von Gemüse oder Kletterpflanzen können Seile oder Drähte eine einfache und kostengünstige Rankhilfe sein. Spannen Sie einfach Seile oder Drähte in verschiedenen Höhen zwischen zwei Pfosten. Die Pflanzen wachsen dann zwischen den gespannten Schnüren hindurch. Diese Methode eignet sich besonders gut für Gemüsepflanzen wie Tomaten, Bohnen oder Erbsen.

7. Rankpyramiden aus Ästen (Tipis)
Für den Gemüsegarten sind Rankpyramiden aus Bambusstäben oder Ästen eine preiswerte und interessante Option. Sie sind auch ideal für Duftwicken. Rankpyramiden sind schnell aufzubauen und verschwinden fast vollständig unter den Kletterpflanzen. Sie geben den Pflanzen Halt und sorgen für eine gute Belüftung.
Kletterpflanzen an der Rankhilfe befestigen
Am besten bringen Sie die Rankhilfe bereits vor dem Pflanzen der Kletterpflanze an. Während die Pflanze wächst, sollten Sie sie regelmäßig an der Rankhilfe befestigen. Verwenden Sie dafür Gartenschnur oder Pflanzenbinder und verteilen Sie die Triebe gleichmäßig an der Rankhilfe. Binden Sie die Pflanzen nicht zu fest an, sondern geben Sie ihnen lediglich Halt und lenken Sie ihr Wachstum in die gewünschte Richtung. Einige Kletterpflanzen, wie Duftwicken, Clematis und Kletterrosen, wachsen von Natur aus nach oben und winden ihre Triebe selbstständig um die Rankhilfe.
Rosenbogen kaufen: Materialien und Tipps
Rosenbögen sind in Baumärkten und Gartencentern in großer Auswahl erhältlich. Der Preis variiert je nach Größe, Material und Ausstattung. Wer handwerklich geschickt ist, kann einen Rosenbogen auch selber bauen.
Rosenbogen aus Metall
Rosenbögen aus Metall sind langlebig und robust. Einfache Konstruktionen können aus Moniereisen gebogen und feuerverzinkt werden. Im Handel sind Modelle aus beschichtetem Stahl oder Eisen in verschiedenen Designs erhältlich, von schlicht bis verspielt. Achten Sie beim Kauf auf eine dicke Beschichtung, die vor Rost schützt. Einige Modelle werden bereits mit Erdhaken zur Befestigung geliefert. Es gibt auch Rosenbögen mit integrierter Tür oder als halbe Bögen für die Wandmontage.
Rosenbogen aus Holz
Rosenbögen aus Holz sind natürlich und warm, aber weniger pflegeleicht als Metallbögen. Sie sind in verschiedenen Holzarten wie Fichte, Lärche oder Kiefer erhältlich. Holz ist jedoch anfällig für Witterungseinflüsse und kann mit der Zeit verrotten. Um die Lebensdauer zu verlängern, sind Holz-Rosenbögen meist mit Holzschutzlasuren behandelt. Wer einen Rosenbogen aus Holz selber bauen möchte, sollte auf vorbehandeltes Holz zurückgreifen oder das Holz selbst imprägnieren. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie auch eine Laube oder Pergola mit integriertem Rosenbogen bauen.
Mit der richtigen Rankhilfe und etwas Pflege werden Ihre Kletterpflanzen zu einem prächtigen Blickfang in Ihrem Garten. Ob Rosenbogen, Spalier oder einfache Stützstäbe – die Vielfalt an Rankhilfen bietet für jede Pflanze und jeden Gartenstil die passende Lösung.
