08/12/2021
Immer häufiger finden Kiwibeeren ihren Weg in unsere Gärten. Diese kleinen, glattschaligen Früchte sind nicht nur unglaublich lecker, sondern auch winterhart und relativ pflegeleicht. Doch welche Kiwibeere ist die beste für Ihre Bedürfnisse? In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der Mini-Kiwis ein und helfen Ihnen, die perfekte Sorte für Ihren Garten zu finden.

Was sind Kiwibeeren eigentlich?
Wer an Kiwi denkt, hat meist die große, pelzige Frucht aus dem Supermarkt vor Augen. Doch die Familie der Actinidia ist weitaus vielfältiger! Neben der bekannten Kiwi (Actinidia deliciosa) gibt es über 100 weitere Arten. Eine davon ist die Kiwibeere (Actinidia arguta), auch bekannt als Mini-Kiwi, Traubenkiwi oder Kiwai. Sie unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten von ihren großen Verwandten:
- Größe und Schale: Kiwibeeren sind deutlich kleiner als herkömmliche Kiwis und besitzen eine glatte, essbare Schale. Sie ähneln optisch eher Stachelbeeren oder Weintrauben.
- Winterhärte: Im Gegensatz zu vielen Kiwi-Sorten sind Kiwibeeren extrem winterhart und vertragen Temperaturen bis zu -30 °C. Dadurch sind sie ideal für den Anbau in unseren Breitengraden geeignet.
- Geschmack: Der Geschmack von Kiwibeeren ist süß-säuerlich und oft aromatischer als der von herkömmlichen Kiwis. Viele Sorten haben eine angenehme, leicht säuerliche Note, die sie besonders erfrischend macht.
Ursprünglich stammen Kiwibeeren aus Ostasien, wo sie als Lianen in Wäldern wachsen. Mittlerweile werden sie auch in Europa angebaut, sind aber noch immer ein kleiner Geheimtipp für den eigenen Garten.
Die Qual der Wahl: Welche Kiwibeere ist die beste?
Die Frage nach der „besten“ Kiwibeere ist natürlich nicht einfach zu beantworten, da dies von Ihren persönlichen Vorlieben und den Bedingungen in Ihrem Garten abhängt. Es gibt eine Vielzahl von Sorten, die sich in Geschmack, Größe, Farbe und Reifezeit unterscheiden. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, stellen wir Ihnen einige beliebte und empfehlenswerte Sorten vor:
Faktoren, die bei der Sortenwahl eine Rolle spielen:
- Geschmack: Bevorzugen Sie süße oder eher säuerliche Früchte? Einige Sorten sind besonders süß, während andere eine angenehme Säure mitbringen.
- Fruchtgröße und -farbe: Die Größe der Früchte variiert leicht je nach Sorte. Auch die Farbe der Schale kann von grün über gelbgrün bis hin zu rot reichen.
- Reifezeit: Möchten Sie früh oder spät im Jahr ernten? Es gibt Sorten, die bereits im September reif sind, während andere erst im Oktober geerntet werden können.
- Platzbedarf und Wuchs: Einige Sorten sind kompakter im Wuchs und eignen sich besser für kleinere Gärten oder die Kübelhaltung.
- Befruchtung: Die meisten Kiwibeeren-Sorten sind zweihäusig, d.h. Sie benötigen eine männliche und eine weibliche Pflanze für die Befruchtung. Es gibt aber auch selbstfruchtbare Sorten, die eine einzelne Pflanzung ermöglichen.
Beliebte Kiwibeeren-Sorten im Überblick
Hier ist eine Tabelle mit einigen der bekanntesten und empfehlenswertesten Kiwibeeren-Sorten, um Ihnen die Auswahl zu erleichtern:
| Sorte | Fruchtbeschreibung | Geschmack | Reifezeit | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| 'Weiki'® (Bayern-Kiwi) | Mittelgroß, grün, oval | Süß-säuerlich, aromatisch | September/Oktober | Sehr robust, ertragreich, beliebteste Sorte |
| 'Fresh Jumbo' | Groß, grün, rundlich | Sehr süß | September/Oktober | Knackige Schale, ideal für Naschgärten |
| 'Julie' | Klein, dunkelgrün, oval | Kräftig, aromatisch | September | Frühe Reife, ertragreich, aus Sachsen |
| 'Rote Potsdamer' | Mittelgroß, hellrot, innen grün | Süß-säuerlich | Oktober | Robust, attraktive Farbe, aus Potsdam |
| 'Red Jumbo' | Groß, dunkelrot bis lila | Süß, saftig | Spätherbst | Späte Reife, auffällige Farbe |
| 'Cinderella' | Mittelgroß, hellgrün, oval | Süß-säuerlich | September/Oktober | Sehr ertragreich, hoher Vitamin-C-Gehalt |
| 'Bojnice' | Mittelgroß, grün-gelblich, apfelförmig | Süß, aromatisch | September/Oktober | Besondere Form |
| 'Issai' | Klein, grün, länglich | Süß | September/Oktober | Selbstfruchtbar, ideal für Einzelpflanzung |
| 'Jassai' | Mittelgroß, hellgrün | Süß | September/Oktober | Selbstfruchtbar, hoher Vitamin-C-Gehalt, starkwüchsig |
Wichtiger Hinweis zur Befruchtung: Die Sorten 'Issai' und 'Jassai' sind selbstfruchtbar und können daher auch alleine Früchte tragen. Für alle anderen Sorten benötigen Sie eine männliche Befruchterpflanze, wie z.B. 'Amandus' oder 'Milano', um eine erfolgreiche Ernte zu gewährleisten. Oft werden Duo-Pflanzen angeboten, die bereits eine weibliche und eine männliche Pflanze im Topf enthalten.
Anbau und Pflege von Kiwibeeren
Kiwibeeren sind relativ einfach anzubauen und zu pflegen. Hier sind einige wichtige Tipps für einen erfolgreichen Anbau:
- Standort: Kiwibeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen, warmen Standort. Der Boden sollte durchlässig und nährstoffreich sein.
- Pflanzung: Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr oder Herbst. Achten Sie auf ausreichend Platz, da Kiwibeeren stark wüchsig sind und Kletterhilfen benötigen.
- Gießen und Düngen: Kiwibeeren benötigen regelmäßig Wasser, besonders in trockenen Perioden. Eine Düngung im Frühjahr mit Kompost oder organischem Dünger fördert das Wachstum und den Ertrag.
- Schnitt: Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht unbedingt erforderlich, kann aber helfen, die Pflanze in Form zu halten und die Fruchtbildung zu fördern. Entfernen Sie im Winter abgestorbene oder zu dicht wachsende Triebe.
- Winterhärte: Kiwibeeren sind sehr winterhart und benötigen in der Regel keinen Winterschutz. Lediglich junge Pflanzen sollten in den ersten Jahren etwas geschützt werden.
Ernte, Lagerung und Verwendung von Kiwibeeren
Die Erntezeit für Kiwibeeren liegt je nach Sorte zwischen September und Oktober. Reife Früchte sind weich und haben je nach Sorte eine rötliche oder hellgrüne Farbe. Sie können die Beeren vorsichtig abzupfen oder ganze Fruchttriebe ernten.

Kiwibeeren sind nicht lange lagerfähig. Im Kühlschrank halten sie sich etwa 2-3 Wochen. Für eine längere Lagerung können Sie die Früchte problemlos einfrieren.
Kiwibeeren sind unglaublich vielseitig verwendbar. Am besten schmecken sie frisch und pur, direkt vom Strauch. Sie eignen sich aber auch hervorragend für:
- Marmeladen und Gelees
- Kuchen und Torten
- Obstsalate und Desserts
- Smoothies und Säfte
- Herzhafte Gerichte (z.B. Chutneys)
Dank ihres hohen Gehalts an Vitamin C und anderen wertvollen Inhaltsstoffen sind Kiwibeeren auch sehr gesund und gelten als Superfood.
Fazit: Finden Sie Ihre perfekte Kiwibeere
Kiwibeeren sind eine wunderbare Bereicherung für jeden Garten. Sie sind nicht nur lecker und gesund, sondern auch relativ pflegeleicht und winterhart. Die „beste“ Kiwibeere hängt von Ihren individuellen Vorlieben ab. Wenn Sie süße Früchte bevorzugen, sind Sorten wie 'Fresh Jumbo' oder 'Issai' eine gute Wahl. Für eine frühe Ernte empfiehlt sich 'Julie', und wer eine besonders robuste und ertragreiche Sorte sucht, sollte zu 'Weiki'® greifen. Experimentieren Sie und entdecken Sie die Vielfalt der Kiwibeeren – Ihr Garten und Ihr Gaumen werden es Ihnen danken!
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Kiwibeeren
- Sind Kiwibeeren selbstfruchtbar?
- Nur die Sorten 'Issai' und 'Jassai' sind selbstfruchtbar. Alle anderen Sorten benötigen eine männliche Befruchterpflanze.
- Wann ist die beste Pflanzzeit für Kiwibeeren?
- Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr oder Herbst.
- Wie lange dauert es, bis Kiwibeeren Früchte tragen?
- Je nach Sorte können Sie bereits im ersten oder zweiten Jahr nach der Pflanzung mit den ersten Früchten rechnen. Einige Sorten benötigen etwas länger (bis zu 3 Jahre).
- Müssen Kiwibeeren geschnitten werden?
- Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht unbedingt notwendig, kann aber helfen, die Pflanze in Form zu halten und die Fruchtbildung zu fördern. Entfernen Sie im Winter abgestorbene oder zu dicht wachsende Triebe.
- Sind Kiwibeeren winterhart?
- Ja, Kiwibeeren sind sehr winterhart und vertragen Temperaturen bis zu -30 °C.
- Wie lagert man Kiwibeeren am besten?
- Kiwibeeren halten sich im Kühlschrank etwa 2-3 Wochen. Für eine längere Lagerung können Sie die Früchte einfrieren.
