Ist der Natternkopf winterhart?

Natternkopf: Winterhart durch den Winter?

23/03/2025

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Der Natternkopf, botanisch Echium genannt, ist eine Pflanzengattung, die mit ihrer beeindruckenden Blütenpracht viele Gartenliebhaber begeistert. Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, erfreuen sich diese Stauden auch in unseren Breitengraden wachsender Beliebtheit. Doch eine Frage steht oft im Raum: Ist der Natternkopf winterhart?

Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes über den Natternkopf

Die Gattung Echium umfasst etwa 65 Arten und zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt aus. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Europa, Vorderasien und Nordafrika, wobei einige Arten sogar in Nordamerika und Australien Fuß gefasst haben. Besonders faszinierend sind die endemischen Arten, die nur auf Inseln wie Madeira, den Kanarischen Inseln oder den Kapverdischen Inseln vorkommen. Natternköpfe sind in der Regel krautige Stauden, es gibt jedoch auch einige wenige verholzende Arten. Die Wuchshöhe variiert, liegt aber meist im Bereich von bis zu einem Meter. Eine Ausnahme bildet der imposante Riesen-Natternkopf (Echium pininana), der später noch genauer vorgestellt wird.

Ist der gemeine Natternkopf giftig?
Der Gemeine Natternkopf gilt als nur sehr schwach giftig, und Menschen müssten für Vergiftungserscheinungen große Mengen zu sich nehmen. Bedenklich sind bestenfalls die Pyrrolizidin-Alkaloide wie Heliosupin, die als krebserregend eingestuft werden.

Das charakteristischste Merkmal des Natternkopfs sind zweifellos seine hoch aufragenden Blütenstände. Der Name „Natternkopf“ leitet sich vom gespaltenen Griffel der Blüte ab, der an eine Schlangenzunge erinnert. Die Blütenfarbe ist überwiegend blau-violett, aber es gibt auch Sorten mit weißen oder rötlichen Blüten.

Winterhärte: Eine Frage der Art

Die Winterhärte von Natternköpfen ist nicht pauschal zu beantworten, da sie stark von der jeweiligen Art abhängt. Durch ihre Anpassung an unterschiedliche Klimazonen existieren sowohl winterharte als auch frostempfindliche Arten. Während einige Natternköpfe problemlos in deutschen Gärten überwintern können, benötigen andere Schutz oder sind eher für die Kübelkultur geeignet.

Winterharte Natternkopf-Arten

Echium vulgare – Der Gemeine Natternkopf

Der Gemeine Natternkopf (Echium vulgare) ist eine der bekanntesten und winterhärtesten Arten. Er ist nördlich der Alpen weit verbreitet und gilt als heimische Wildpflanze. Als Pionierpflanze besiedelt er gerne warme Standorte mit durchlässigen, sandig-lehmigen Böden, wie beispielsweise Kiesbeete oder Wegränder. Mit seiner Anspruchslosigkeit und seiner attraktiven Blüte ist er eine ideale Pflanze für naturnahe Gärten. Er lässt sich hervorragend mit anderen Stauden wie der Königskerze, dem Sonnenhut, dem Ochsenauge oder Lavendel kombinieren. Die Blütenfarbe des Gemeinen Natternkopfs variiert von Rosa zu Blau, und er erreicht eine Wuchshöhe von etwa 60 bis 80 cm.

Bedingt winterharte und nicht winterharte Natternkopf-Arten

Echium pininana – Der Riesen-Natternkopf

Der Riesen-Natternkopf (Echium pininana) ist eine imposante Erscheinung, die ihrem Namen alle Ehre macht. Allerdings ist seine Winterhärte begrenzt. In sehr milden Regionen und an geschützten Standorten kann er im Freiland überleben, jedoch ist dies nicht garantiert. In kälteren Gebieten empfiehlt sich die Kultivierung im Kübel. Der Riesen-Natternkopf ist zweijährig. Im ersten Jahr bildet er eine Rosette aus silbrig behaarten Blättern, bevor er im zweiten Jahr einen bis zu 4 Meter hohen Blütenstand mit unzähligen blauen Blüten hervorbringt. Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab, nachdem sie Samen gebildet hat. Echium pininana verträgt Frost bis etwa -4°C. Die Überwinterung zwischen dem ersten und zweiten Jahr sollte kühl und hell erfolgen, idealerweise in einem Frühbeet oder Gewächshaus. Im Frühjahr kann die Anzucht im Frühbeet die Entwicklung fördern.

Echium wildpretii – Wildprets Natternkopf

Wildprets Natternkopf (Echium wildpretii) stammt aus den Höhenlagen von La Palma und Teneriffa und ist dort endemisch. Diese seltene Art ist nicht winterhart und eignet sich daher nicht für die Freilandkultur in kälteren Regionen. Wer diese besondere Pflanze dennoch in seinem Garten bewundern möchte, kann sie im Kübel kultivieren und unter Glas überwintern, sofern Saatgut erhältlich ist.

Echium webbii – Webbs Natternkopf

Auch Webbs Natternkopf (Echium webbii) ist eine Rarität und endemisch auf La Palma. Wie Echium wildpretii ist auch diese Art nicht winterhart. Webbs Natternkopf wächst als Strauch auf felsigem Untergrund und bevorzugt lichte Gehölze in seiner natürlichen Umgebung. Auch er kann in Kübeln kultiviert werden, benötigt aber ein frostfreies Winterquartier.

Echium lusitanicum – Portugiesischer Natternkopf

Der Portugiesische Natternkopf (Echium lusitanicum) stammt aus Portugal und Spanien. Er wächst in höheren Lagen und ist daher etwas robuster gegenüber niedrigeren Temperaturen als die rein mediterranen Arten. Echium lusitanicum wird als bedingt winterhart eingestuft und kann in milden Regionen im Freiland kultiviert werden. Seine leuchtend hellblauen Blüten machen ihn zu einer attraktiven Gartenpflanze.

Pflege des Natternkopfs

Unabhängig davon, ob Sie Ihren Natternkopf im Kübel oder im Freiland kultivieren, er ist eine relativ pflegeleichte Pflanze. Mit dem richtigen Standort und Boden gedeiht er oft fast von selbst.

Standort

Natternköpfe bevorzugen einen warmen Standort. Ein sonniger Platz ist ideal, aber sie kommen auch mit Halbschatten zurecht. Nur ein voll schattiger Standort ist ungeeignet.

Ist der Natternkopf winterhart?
äußerst winterhart und frosthart Im Verlauf der Blüte verfärben sie sich oft bläulich.

Boden und Pflanzerde

Als Pionierpflanzen sind Natternköpfe an karge Bedingungen angepasst. Der Boden sollte daher eher mager, sandig und lehmig sein. Ein guter Wasserabzug ist wichtig, um Staunässe zu vermeiden. Im Kübel sollte eine durchlässige Pflanzerde verwendet werden, die mit Sand und gegebenenfalls Kies oder Schotter angereichert wird.

Gießen und Düngen

Im Freiland müssen Natternköpfe in der Regel nur nach dem Pflanzen angegossen werden. Später versorgen sie sich über ihre tiefreichenden Pfahlwurzeln selbst mit Wasser. In der Kübelkultur ist regelmäßiges Gießen erforderlich, da die Erde im Topf schneller austrocknet. Die Erde sollte stets leicht feucht gehalten werden, aber Staunässe vermieden werden. Beim Düngen ist Zurückhaltung geboten. Eine gelegentliche Düngergabe mit einem Flüssigdünger für Blühpflanzen während der Blütezeit ist ausreichend. Überdüngung sollte vermieden werden, da sie das Wachstum auf Kosten der Blütenpracht fördern kann.

Schneiden

Natternköpfe müssen nicht regelmäßig geschnitten werden. Verblühte Blütenstände können bodentief zurückgeschnitten werden, um die Selbstaussaat zu verhindern und die Pflanze ordentlich aussehen zu lassen. Wer Samen gewinnen möchte, lässt einige Blütenstände bis zur Reife stehen.

Überwinterung von Natternköpfen

Die Überwinterung richtet sich nach der Winterhärte der jeweiligen Art. Winterharte Arten wie der Gemeine Natternkopf können problemlos im Freiland überwintern. Eine zusätzliche Schutzmaßnahme, wie eine Abdeckung mit Reisig, ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber in sehr rauen Wintern nicht schaden. Nicht winterharte Arten, die im Kübel kultiviert werden, müssen in ein kühles und helles Winterquartier umziehen. Ein Wintergarten, ein Gewächshaus oder ein heller Kellerraum mit Temperaturen zwischen 5 und 10°C sind ideal. Während der Überwinterung sollten die Pflanzen nur mäßig gegossen werden, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet.

Häufig gestellte Fragen zum Natternkopf (FAQ)

Wann sät man Natternkopf aus?

Die Aussaat des Natternkopfs kann im Herbst oder im Frühjahr erfolgen. Bei einer Herbstsaat beginnt die Blüte bereits im April des Folgejahres, während eine Frühjahrsaat ab März zu einer Blüte ab Juni führt.

Ist Natternkopf bienenfreundlich?

Ja, der Natternkopf ist eine ausgezeichnete Bienenfutterpflanze. Seine Blüten sind reich an Nektar und Pollen und ziehen zahlreiche Bienen und andere Insekten an. Der Natternkopfhonig gilt als besonders hochwertig und zeichnet sich durch einen angenehm blumigen Geschmack aus.

Wie kann man die Blütezeit verlängern?

Regelmäßiges Ausputzen verblühter Blüten fördert die Bildung neuer Blütenknospen und kann die Blütezeit des Natternkopfs verlängern.

Versamt sich der Natternkopf selbst?

Ja, der Natternkopf versamt sich gerne selbst. Wenn man die Selbstaussaat fördern möchte, lässt man einige Blütenstände bis zur Samenreife stehen. Die Samen können dann im Folgejahr an den gewünschten Stellen im Garten ausgesät werden.

Mit der richtigen Artenwahl und Pflege können Sie die faszinierende Blütenpracht des Natternkopfs in Ihrem Garten genießen und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz leisten.

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