Wie pflegt man eine Dachbegrünung?

Nachteile der Dachbegrünung: Ein umfassender Überblick

26/02/2022

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Die Dachbegrünung erfreut sich wachsender Beliebtheit, und das aus gutem Grund. Sie bietet zahlreiche Vorteile für die Umwelt, das Gebäude und das Wohlbefinden. Von der Verbesserung des Stadtklimas über die Wärmedämmung bis hin zur Schaffung neuer Lebensräume für Insekten – die Liste der positiven Aspekte ist lang. Doch wie bei jeder Technologie und jedem Bauvorhaben gibt es auch bei der Dachbegrünung eine Kehrseite der Medaille. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Nachteile der Dachbegrünung, um Ihnen eine umfassende und realistische Entscheidungsgrundlage zu bieten.

Welche Nachteile hat Dachbegrünung?
NACHTEILE VON DACHBEGRÜNUNGEN Höhere Baukosten / Herstellkosten: Gegenüber einem konventionellen Flachdach ergeben sich bei einem begrünten Dach höhere Baukosten bzw. ... Größerer Pflegeaufwand: Begrünte Dächer erfordern einen größeren Pflegeaufwand im Vergleich zu nicht begrünten Dachflächen.
Inhaltsverzeichnis

Höhere Anfangskosten und Investitionen

Einer der offensichtlichsten Nachteile einer Dachbegrünung sind die im Vergleich zu herkömmlichen Dächern höheren Anschaffungskosten. Dies beginnt bereits bei der Planung und Statik. Ein Gründach wiegt deutlich mehr als ein herkömmliches Dach, insbesondere wenn es sich um eine intensive Begrünung mit dickerer Substratschicht und größeren Pflanzen handelt. Daher muss die Dachkonstruktion von vornherein für diese Zusatzlast ausgelegt sein. Bei bestehenden Gebäuden kann dies bedeuten, dass aufwendige und teure Verstärkungsmaßnahmen erforderlich werden, um die Tragfähigkeit des Daches zu gewährleisten. Ein Statiker muss in jedem Fall die Eignung des Daches prüfen, was zusätzliche Kosten verursacht.

Zusätzlich zu den statischen Anforderungen sind auch die Materialkosten für ein Gründach höher. Neben der eigentlichen Dachabdichtung, die bei einem Gründach besonders hochwertig und wurzelfest sein muss, kommen noch weitere Schichten hinzu. Dazu gehören unter anderem:

  • Schutzvlies: Zum Schutz der Dachabdichtung vor mechanischen Beschädigungen.
  • Drainageschicht: Für den Abfluss von überschüssigem Wasser und die Belüftung des Substrats.
  • Filterschicht: Um das Auswaschen von Substratbestandteilen in die Drainage zu verhindern.
  • Substrat: Ein spezielles Substratgemisch, das auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt ist.
  • Pflanzen: Die eigentliche Begrünung, die je nach Art und Umfang ebenfalls ins Geld gehen kann.

Auch die Installation eines Gründaches ist in der Regel aufwendiger und erfordert spezialisierte Fachkräfte. Dies treibt die Arbeitskosten im Vergleich zu einem herkömmlichen Dach weiter in die Höhe. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass die Anfangsinvestition für ein Gründach deutlich höher liegt als für ein konventionelles Dach.

Erhöhter Wartungsaufwand und Pflegebedürfnisse

Obwohl extensive Dachbegrünungen oft als pflegeleicht beworben werden, sind sie nicht wartungsfrei. Auch ein Gründach benötigt regelmäßige Pflege, um seine Funktion und sein Aussehen langfristig zu erhalten. Der Wartungsaufwand ist zwar im Vergleich zu einem Garten geringer, sollte aber dennoch nicht unterschätzt werden.

Zu den regelmäßigen Pflegearbeiten gehören:

  • Unkrautentfernung: Unerwünschte Wildkräuter und Gehölze müssen regelmäßig entfernt werden, um die gewünschte Begrünung zu erhalten und ein Überwuchern zu verhindern. Insbesondere in den ersten Jahren nach der Anlegung ist die Unkrautkontrolle wichtig.
  • Bewässerung: In Trockenperioden, insbesondere während der Anwachsphase der Pflanzen, kann eine zusätzliche Bewässerung notwendig sein, um ein Austrocknen des Substrats und der Pflanzen zu verhindern. Extensive Begrünungen sind zwar trockenheitsverträglich, aber extreme Dürreperioden können auch ihnen zusetzen.
  • Düngung: Um ein gesundes Pflanzenwachstum und eine üppige Begrünung zu gewährleisten, ist eine regelmäßige Düngung erforderlich. Spezielle Gründachdünger sind auf die Bedürfnisse der Pflanzen und die Besonderheiten des Substrats abgestimmt.
  • Kontrolle der Dachabläufe: Die Dachabläufe müssen regelmäßig von Laub, Schmutz und Pflanzenresten befreit werden, um einen ungehinderten Wasserabfluss zu gewährleisten und Staunässe zu vermeiden. Verstopfte Abläufe können zu Wasserschäden und Problemen mit der Dachabdichtung führen.
  • Kontrolle der Vegetationsschicht: Die Vegetationsschicht sollte regelmäßig auf Beschädigungen, Erosion oder ungleichmäßige Verteilung kontrolliert werden. Bei Bedarf müssen Substrat nachgefüllt oder Pflanzen ersetzt werden.

Der Zeitaufwand für die Pflege eines Gründaches hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Art der Begrünung (extensiv oder intensiv), der Größe des Daches, dem Standort und den Witterungsbedingungen. In der Regel sind ein bis zwei Pflegegänge pro Jahr ausreichend, bei intensiven Begrünungen oder ungünstigen Bedingungen kann der Aufwand jedoch höher sein. Wer die Pflege nicht selbst übernehmen möchte, muss zusätzliche Kosten für einen Gärtner oder eine Fachfirma einplanen.

Gewicht und Statik

Wie bereits erwähnt, ist das Gewicht eines Gründaches ein wesentlicher Faktor, der bei der Planung und Realisierung berücksichtigt werden muss. Ein Gründach ist deutlich schwerer als ein herkömmliches Dach, insbesondere im wassergesättigten Zustand. Das Gewicht variiert je nach Art der Begrünung und der Dicke der Substratschicht. Extensive Begrünungen sind leichter als intensive, aber auch sie können je nach Aufbau und Wasserspeicherung ein beträchtliches Gewicht erreichen.

Wie oft muss ein Gründach gepflegt werden?
In der Regel können bei extensiven Gründächern 1 – 4 Pflegegänge pro Jahr (im Frühjahr und Herbst) erforderlich werden.

Das Zusatzgewicht durch das Gründach muss von der Dachkonstruktion dauerhaft getragen werden können. Dies betrifft sowohl Neubauten als auch Bestandsgebäude. Bei Neubauten kann die Statik von vornherein entsprechend ausgelegt werden, was in der Regel keine großen Probleme bereitet. Bei Bestandsgebäuden ist die Situation komplexer. Hier muss in jedem Fall eine statische Prüfung durchgeführt werden, um die Tragfähigkeit des Daches zu beurteilen. Oftmals sind ältere Dachkonstruktionen nicht für die zusätzlichen Lasten eines Gründaches ausgelegt. In solchen Fällen sind aufwendige und kostspielige Verstärkungsmaßnahmen erforderlich, um das Dach zu ertüchtigen. In manchen Fällen kann es sogar unmöglich sein, ein Gründach auf einem bestehenden Gebäude zu realisieren, wenn die statischen Voraussetzungen nicht gegeben sind.

Das hohe Gewicht kann auch bei der Installation und Pflege des Gründaches eine Rolle spielen. Die Materialien müssen auf das Dach transportiert werden, was bei schweren Substraten und großen Dachflächen eine logistische Herausforderung darstellen kann. Auch bei Pflegearbeiten, wie der Unkrautentfernung oder der Düngung, muss das Gewicht der Materialien und Geräte berücksichtigt werden.

Anfälligkeit für Schäden und Reparaturen

Obwohl Gründächer im Allgemeinen eine lange Lebensdauer haben, sind sie nicht immun gegen Schäden. Wie jedes Dach sind auch Gründächer Umwelteinflüssen wie Wind, Wetter und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Zusätzlich kommen bei Gründächern noch spezifische Risiken hinzu.

Potenzielle Schadensursachen bei Gründächern sind:

  • Wurzeldurchdringung: Wenn die Dachabdichtung nicht wurzelfest ist oder beschädigt wird, können Wurzeln in die Abdichtung eindringen und diese beschädigen. Dies kann zu Undichtigkeiten und Wasserschäden führen. Daher ist die Verwendung einer hochwertigen und wurzelfesten Dachabdichtung sowie einer Wurzelschutzfolie unerlässlich.
  • Staunässe: Eine unzureichende Drainage kann zu Staunässe im Substrat führen. Staunässe schädigt die Pflanzenwurzeln und kann zu Fäulnis und Pilzbefall führen. Eine fachgerechte Planung und Ausführung der Drainageschicht ist daher entscheidend.
  • Erosion: Bei starken Regenfällen oder Wind kann es zu Erosion der Substratschicht kommen, insbesondere an Hanglagen oder bei unzureichender Befestigung des Substrats. Erosion kann zu einer ungleichmäßigen Begrünung und zu Schäden an der Dachabdichtung führen.
  • Mechanische Beschädigungen: Durch Stürme, Hagel oder herabfallende Äste können Pflanzen und die Vegetationsschicht beschädigt werden. Auch bei Wartungsarbeiten oder Reparaturen an anderen Dachteilen kann es zu unbeabsichtigten Beschädigungen des Gründaches kommen.
  • Tierische Schädlinge: Gründächer können von verschiedenen tierischen Schädlingen befallen werden, wie z.B. Schnecken, Vögel oder Wühlmäuse. Diese Schädlinge können Pflanzen fressen, Substrat aufwühlen oder die Dachabdichtung beschädigen.

Die Reparatur von Schäden an einem Gründach kann aufwendiger und kostspieliger sein als bei einem herkömmlichen Dach. Zunächst muss die Vegetationsschicht entfernt werden, um Zugang zur Dachabdichtung zu erhalten. Anschließend müssen die beschädigten Stellen repariert und die Vegetationsschicht wiederhergestellt werden. Bei größeren Schäden kann es erforderlich sein, Teile des Gründaches komplett neu aufzubauen.

Genehmigungen und Auflagen

In einigen Regionen oder Gemeinden kann für die Anlage eines Gründaches eine Baugenehmigung erforderlich sein. Die Genehmigungspflicht und die damit verbundenen Auflagen können je nach Bundesland und Kommune unterschiedlich sein. Es ist daher ratsam, sich vor Beginn der Planung bei der zuständigen Baubehörde zu erkundigen, ob eine Genehmigung erforderlich ist und welche Vorschriften zu beachten sind.

Welche Nachteile hat Dachbegrünung?
NACHTEILE VON DACHBEGRÜNUNGEN Höhere Baukosten / Herstellkosten: Gegenüber einem konventionellen Flachdach ergeben sich bei einem begrünten Dach höhere Baukosten bzw. ... Größerer Pflegeaufwand: Begrünte Dächer erfordern einen größeren Pflegeaufwand im Vergleich zu nicht begrünten Dachflächen.

Auch wenn keine Baugenehmigung erforderlich ist, können örtliche Bauvorschriften oder Bebauungspläne die Anlage eines Gründaches einschränken oder bestimmte Anforderungen stellen. So kann es beispielsweise Vorgaben zur Dachneigung, zur Art der Begrünung oder zum Brandschutz geben. In manchen Fällen können auch Nachbarn Einwände gegen ein Gründach erheben, beispielsweise wenn es zu einer Beeinträchtigung der Aussicht oder des Lichteinfalls kommt.

Das Einholen von Genehmigungen und die Einhaltung von Auflagen können den Planungsprozess verzögern und zusätzliche Kosten verursachen. Es ist daher wichtig, sich frühzeitig über die relevanten Vorschriften und Genehmigungspflichten zu informieren und diese bei der Planung und Realisierung des Gründaches zu berücksichtigen.

Fazit: Nachteile abwägen und Vorteile nutzen

Die Dachbegrünung bietet zweifellos viele Vorteile, von denen die Umwelt und der Gebäudebesitzer gleichermaßen profitieren. Die hier aufgeführten Nachteile sollten jedoch nicht ignoriert werden. Höhere Kosten, Wartungsaufwand, Gewicht, Anfälligkeit für Schäden und Genehmigungspflichten sind Aspekte, die bei der Entscheidung für oder gegen ein Gründach sorgfältig abgewogen werden müssen.

Ob die Vorteile die Nachteile überwiegen, hängt von den individuellen Umständen und Prioritäten ab. Wer bereit ist, die höheren Anfangskosten und den Wartungsaufwand in Kauf zu nehmen und die statischen Voraussetzungen erfüllt, kann mit einem Gründach eine ökologisch wertvolle und optisch ansprechende Dachlösung realisieren, die langfristig viele positive Effekte mit sich bringt. Eine umfassende Planung, eine fachgerechte Ausführung und eine regelmäßige Pflege sind jedoch unerlässlich, um die potenziellen Nachteile zu minimieren und die Vorteile eines Gründaches voll auszuschöpfen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Nachteilen von Dachbegrünungen

Sind Gründächer wirklich wartungsintensiv?

Extensive Gründächer sind im Vergleich zu intensiven Gründächern und herkömmlichen Gärten relativ wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Regelmäßige Kontrollen, Unkrautentfernung und die Reinigung der Dachabläufe sind notwendig. Der genaue Aufwand hängt von der Art der Begrünung und den Standortbedingungen ab.

Wann ist die beste Zeit für Dachbegrünung?
Die beste Zeit für eine Dachbegrünung ist der Frühling oder der Herbst. Im Frühjahr sind die Temperaturen mild und es gibt ausreichend Regen, wodurch die Pflanzen gut anwachsen können.

Wie hoch sind die Mehrkosten für ein Gründach im Vergleich zu einem normalen Dach?

Die Mehrkosten für ein Gründach können je nach Art der Begrünung, Dachgröße und den statischen Anforderungen stark variieren. Grob geschätzt können die Anfangskosten um 20 bis 50 Prozent höher liegen als bei einem herkömmlichen Dach. Langfristig können sich die Investitionen jedoch durch Energieeinsparungen, längere Lebensdauer des Daches und ökologische Vorteile amortisieren.

Kann jedes Dach begrünt werden?

Nein, nicht jedes Dach ist für eine Begrünung geeignet. Die Dachkonstruktion muss ausreichend tragfähig sein, um das Gewicht des Gründaches zu tragen. Auch die Dachneigung und die vorhandene Dachabdichtung spielen eine Rolle. Eine statische Prüfung durch einen Fachmann ist unerlässlich, um die Eignung eines Daches für eine Begrünung zu beurteilen.

Was passiert, wenn es auf dem Gründach zu einem Wasserschaden kommt?

Wasserschäden auf einem Gründach können aufwendiger zu beheben sein als bei einem herkömmlichen Dach, da zunächst die Vegetationsschicht entfernt werden muss, um Zugang zur Dachabdichtung zu erhalten. Eine hochwertige und fachgerecht ausgeführte Dachabdichtung sowie eine gute Drainage sind daher entscheidend, um Wasserschäden vorzubeugen.

Welche Genehmigungen sind für ein Gründach erforderlich?

Die Genehmigungspflicht für ein Gründach kann je nach Bundesland und Kommune unterschiedlich sein. In einigen Fällen ist eine Baugenehmigung erforderlich, in anderen Fällen genügt eine Bauanzeige. Es ist ratsam, sich vor Beginn der Planung bei der zuständigen Baubehörde zu erkundigen, welche Genehmigungen und Auflagen zu beachten sind.

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