31/10/2022
Das Anlegen eines Bohnenwachstumstagebuchs ist eine wunderbare und unkomplizierte Möglichkeit, Kindern in der Grundschule die Wunder der Natur näherzubringen. Dieses Projekt lässt sich problemlos im Klassenzimmer auf der Fensterbank realisieren und erfordert weder einen aufwendigen Garten noch spezielle Materialien. Bei Bedarf können die jungen Bohnenpflanzen später im Schulgarten oder in größeren Töpfen weiterwachsen.

Das Bohnenwachstumstagebuch in der Grundschule
Bohnen sind aufgrund ihrer großen Samen ideal, um den Keimungsprozess anschaulich zu demonstrieren. Um die Beobachtungsgabe der Kinder zu fördern, halten sie jeden Entwicklungsschritt in einem eigenen Beobachtungstagebuch fest. Dies schärft nicht nur den Blick für Details, sondern fördert auch das naturwissenschaftliche Verständnis.

Materialien und Vorbereitung
Für dieses spannende Experiment benötigt jeder Schüler und jede Schülerin lediglich ein Glas mit geraden Seitenwänden, ein saugfähiges, farbiges Haushaltstuch und etwas Küchenrolle. Optional können, falls vorhanden, Handys oder Tablets genutzt werden, um die Beobachtungen mit Fotos zu ergänzen. Dies ist jedoch kein Muss.
- Bohnen vorbereiten: Beginnen Sie, indem Sie die Bohnen über Nacht oder für etwa 24 Stunden in reichlich Wasser einweichen. Dieser Schritt ist wichtig, da die Bohnen so schneller keimen.
- Glas vorbereiten: Schneiden Sie das Haushaltstuch so zu, dass es die Höhe des Glases erreicht. Knüllen Sie Küchenrolle zusammen und platzieren Sie sie in der Mitte des Tuchs.
- Wasser hinzufügen: Geben Sie nun etwas Wasser in das Glas, sodass sich das Haushaltstuch und die Küchenrolle vollständig vollsaugen. Gießen Sie überschüssiges Wasser ab, bis nur noch wenige Millimeter Wasser am Boden des Glases verbleiben.
- Bohne einsetzen: Schieben Sie die eingeweichte Bohne vorsichtig zwischen das Haushaltstuch und die Glaswand, sodass sie gut sichtbar ist.
- Beobachten und Pflegen: Nun beginnt die spannende Phase des Wartens und Beobachtens. Achten Sie darauf, dass immer etwas Wasser im Glasboden steht, damit das Haushaltstuch stets feucht bleibt.
Das Beobachtungstagebuch
Die Kinder beobachten täglich die Entwicklung ihrer Bohne. Bereits durch das Einweichen wird die Bohne größer sein. Nach einigen Tagen sprießt eine zarte, weiße Wurzel und schließlich ein schlanker, grüner Stängel, an dem sich später feine Blätter entfalten. Im Beobachtungstagebuch werden die Veränderungen schriftlich festgehalten. Fragen, die dabei helfen können, sind:
- Wie verändert sich die Bohne?
- Wann treibt die Wurzel aus?
- Wie sieht die Wurzel aus?
- Wie schnell wächst der Stängel?
- Wann erscheinen die ersten Blätter?
Je nach Alter der Schüler können die wachsenden Pflanzenteile auch ausgemessen werden, um ein detaillierteres Protokoll zu erstellen. Fotos von jedem Entwicklungsschritt, vom Einweichen bis zur Jungpflanze, können das Tagebuch zusätzlich veranschaulichen. Alternativ sind auch Zeichnungen eine schöne Ergänzung.
Optionale Weiterführung
Sind die Jungpflanzen herangewachsen, können sie optional in den Schulgarten oder in größere Töpfe mit Erde umgepflanzt werden. Mit etwas Pflege können die Kinder dann beobachten, wie sich ihre Bohnenpflanze weiterentwickelt und vielleicht sogar eigene Bohnen ernten.
Was wächst schnell für Kinder? Rote Bete als Vergleich
Neben Bohnen gibt es auch andere Gemüsesorten, die für Kinder interessant sind, weil sie relativ schnell wachsen. Ein Beispiel hierfür ist die Rote Bete (Beta vulgaris). Sie ist ein Klassiker im Gemüsegarten und kann im Freiland von Mitte April bis Mitte Juli ausgesät werden. Als sogenannte "Baby Beets" können die Rüben bereits nach acht bis zehn Wochen geerntet werden. Für eine kontinuierliche Ernte empfiehlt es sich, in Abständen von etwa vier Wochen nachzusäen. Bei dichter Aussaat können die jungen Blätter der Roten Bete sogar wie Salat geerntet werden. Sollten die Blätter zu dicht wachsen, können die Pflanzen einfach vereinzelt werden.
Wie pflanzt man Bohnen richtig?
Bohnen sind seit Jahrtausenden ein geschätztes Nahrungsmittel und dürfen in keinem Garten fehlen. Viele Bohnenarten eignen sich auch für den Anbau im Topf. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Buschbohnen (Phaseolus vulgaris var. nanus) und Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris var. vulgaris). Buschbohnen sind kompakter und daher ideal für kleinere Gärten, während Stangenbohnen mehr Platz und Wärme benötigen, aber dafür ertragreicher sind.

Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen
Die beste Pflanzzeit für Bohnen ist Mitte Mai. Sowohl Busch- als auch Stangenbohnen sollten erst ausgesät werden, wenn der Boden sich ausreichend erwärmt hat und keine Frostgefahr mehr besteht. Vorgezogene Bohnenjungpflanzen können ebenfalls ab Mitte Mai ins Beet gesetzt werden. Um eine längere Erntezeit zu gewährleisten, können Buschbohnen in versetzten Zeitpunkten, etwa alle 14 Tage, ausgesät werden. Verschiedene Bohnensorten können auch nebeneinander gepflanzt werden. Die Aussaat kann bis Mitte Juli erfolgen. Danach besteht die Gefahr, dass die Keimlinge vertrocknen oder die Bohnen, insbesondere Trockenbohnen, nicht vollständig ausreifen.
Standort und Aussaat
Bohnen bevorzugen einen leichten, humosen Boden und einen sonnigen, geschützten Standort. Buschbohnen gedeihen auch im Halbschatten noch gut, während Stangenbohnen volle Sonne bevorzugen. Vor der Aussaat sollte der Boden gut aufgelockert werden. Auf nährstoffarmen Böden kann Kompost oder ein organischer Langzeitdünger eingearbeitet werden. Die Bohnensamen werden etwa 3 cm tief und mit einem Abstand von 15 cm in der Reihe ausgesät. Zwischen den Reihen sollte ein Abstand von 40 cm eingehalten werden. Da nicht immer alle Bohnen keimen, können sicherheitshalber zwei Samen nebeneinander gepflanzt werden. Bei Bedarf kann der schwächere Keimling später entfernt werden.
Stangenbohnen benötigen Rankhilfe
Im Gegensatz zu Buschbohnen benötigen Stangenbohnen eine Rankhilfe, da sie bis zu 3 Meter hoch werden können. Rankgerüste aus Holz, Bambus oder Metall sind ideal. Junge Stangenbohnen müssen anfangs an der Rankhilfe fixiert werden, damit sie sich daran hochwinden können.
Pflanzabstände und Vorziehen
Vorgezogene Bohnenjungpflanzen, die etwa Mitte April ausgesät wurden, können ab Mitte Mai ins Beet gepflanzt werden, sobald die Ballen gut durchwurzelt sind und die Pflanzen etwa 15 bis 20 cm hoch sind. Buschbohnen sollten in einem Abstand von etwa 40 cm, Stangenbohnen in einem Abstand von etwa 50 cm gepflanzt werden. Das Vorziehen von Jungpflanzen hat den Vorteil, dass sie schneller wachsen und widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten sind.
Gute und schlechte Pflanznachbarn
Bei der Mischkultur im Garten gibt es gute und schlechte Nachbarn für Bohnen. Gute Pflanznachbarn sind:
- Gurken
- Kohlgemüse
- Salate
- Sellerie
- Bohnenkraut
- Kapuzinerkresse
Schlechte Pflanznachbarn sind:
- Lauchgewächse (Zwiebeln, Lauch, Knoblauch)
- Erbsen
Bohnen im Topf und auf dem Balkon pflanzen
Bohnen lassen sich auch hervorragend im Topf auf dem Balkon anbauen. Stangenbohnen nutzen den vertikalen Raum optimal und dienen gleichzeitig als Sichtschutz. Sie benötigen tiefe Gefäße von mindestens 40 cm Tiefe, wie zum Beispiel Obstkisten. Buschbohnen sind kompakter und kommen auch mit kleineren Töpfen (ca. 5 Liter Volumen, 20 cm Höhe) zurecht. Bei der Direktsaat in Töpfe sollten diese anfangs nicht ganz mit Erde gefüllt werden, um später Erde für mehr Stabilität nachfüllen zu können. Es empfiehlt sich, mehrere Samen pro Topf auszusäen und später gegebenenfalls zu vereinzeln.

Pflege von Bohnen
Die Pflege von Bohnen ist relativ einfach, aber einige Punkte sollten beachtet werden:
Gießen
Besonders wichtig ist das Gießen bei Keimlingen und in Trockenperioden. Achten Sie darauf, die Erde gleichmäßig feucht zu halten, aber Staunässe zu vermeiden.
Schneckenschutz
Schnecken können besonders junge Bohnenpflanzen gefährden. Schneckenkragen, Zäune oder Schneckenkorn können Abhilfe schaffen. Das Gießen am Morgen kann den Schneckenbefall reduzieren, da die Pflanzen dann bis zum Abend abtrocknen können.
Düngung
Bohnen benötigen nicht viel Dünger. Eine gute Bodenvorbereitung mit Kompost oder organischem Langzeitdünger vor der Pflanzung reicht in der Regel aus. Bei Bedarf kann während der Wachstumsphase ein kaliumbetonter Dünger verwendet werden.
Häufig gestellte Fragen zum Bohnenanbau
- Wann ist die beste Zeit, um Bohnen auszusäen?
- Mitte Mai, wenn der Boden warm ist und keine Frostgefahr mehr besteht. Die Aussaat kann bis Mitte Juli erfolgen.
- Welchen Standort bevorzugen Bohnen?
- Einen sonnigen, geschützten Standort mit leichtem, humosen Boden.
- Brauchen Buschbohnen eine Rankhilfe?
- Nein, Buschbohnen wachsen kompakt und benötigen keine Rankhilfe. Stangenbohnen hingegen benötigen unbedingt eine Rankhilfe.
- Wie tief müssen Bohnensamen in die Erde?
- Etwa 3 cm tief.
- Wie oft muss man Bohnen gießen?
- Regelmäßig, besonders bei Keimlingen und in Trockenperioden. Die Erde sollte immer leicht feucht sein.
- Kann man Bohnen im Topf auf dem Balkon anbauen?
- Ja, sowohl Busch- als auch Stangenbohnen eignen sich für den Anbau im Topf. Stangenbohnen benötigen größere und tiefere Töpfe.
- Welche Schädlinge können Bohnen befallen?
- Schnecken sind die häufigsten Schädlinge, besonders bei jungen Pflanzen.
Mit diesen Tipps und Tricks gelingt der Bohnenanbau im Garten, auf dem Balkon oder im Klassenzimmer garantiert! Das Bohnenwachstumsprojekt ist nicht nur lehrreich, sondern auch eine wunderbare Möglichkeit, die Freude am Gärtnern und die Wertschätzung für die Natur zu fördern.
