13/09/2023
Träumen Sie von einem lebendigen Garten, in dem sich sattes Grün mit farbenfrohen Blüten abwechselt? Ein Rasen muss nicht nur eintönig grün sein. Es gibt viele Wege, wie Sie Ihren Rasen in eine blühende Fläche verwandeln können, die nicht nur schön aussieht, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt leistet. Ob Sie nun einen bestehenden Rasen aufwerten oder einen komplett neuen Blumenrasen anlegen möchten, dieser Artikel gibt Ihnen wertvolle Tipps und Informationen, um Ihren Traum vom blühenden Rasen zu verwirklichen.

Kann man Blumen auf Rollrasen anpflanzen?
Ja, grundsätzlich ist es möglich, Blumen auf Rollrasen anzupflanzen. Rollrasen bietet eine schnelle und einfache Möglichkeit, eine grüne Fläche zu schaffen. Allerdings sollte man einige Punkte beachten, um sicherzustellen, dass die Blumen gut anwachsen und gedeihen. Es ist ratsam, mit Blumenzwiebeln wie Krokussen oder Schneeglöckchen zu beginnen, da diese relativ einfach zu integrieren sind. Für eine umfassendere Blumenpracht ist die Anlage eines Blumenrasens die nachhaltigere und artenreichere Option.
Blumenrasen: Die naturnahe Alternative zum Zierrasen
Der klassische Zierrasen, oft ein Monokultur aus wenigen Grasarten, bietet ökologisch wenig Wert. Er ist pflegeintensiv, benötigt Dünger und Wasser und bietet Insekten kaum Nahrung. Der Blumenrasen hingegen ist eine naturnahe Alternative, die viele Vorteile bietet. Er besteht aus einer Mischung aus Gräsern und niedrig wachsenden Blütenpflanzen und Kräutern. Diese Vielfalt macht den Blumenrasen nicht nur optisch attraktiver, sondern auch ökologisch wertvoller.
Vorteile des Blumenrasens im Überblick:
- Geringere Pflege: Blumenrasen müssen seltener gemäht werden als Zierrasen (ca. 4-6 Mal pro Jahr).
- Weniger Wasserbedarf: Durch die tieferen Wurzeln der Kräuter und Blumen ist der Blumenrasen trockenresistenter.
- Kein Dünger notwendig: Leguminosen im Saatgut binden Stickstoff im Boden und versorgen die Pflanzen auf natürliche Weise.
- Hohe Trittfestigkeit: Belastbare Kräuter und Gräser machen den Blumenrasen widerstandsfähig.
- Förderung der Artenvielfalt: Blüten bieten Nahrung für Insekten, die wiederum Vögeln als Nahrung dienen.
- Farbenpracht im Garten: Eine Vielzahl von Blüten sorgt für ein abwechslungsreiches und lebendiges Gartenbild.
- Weniger Schädlinge: Blumenrasen sind robuster und weniger anfällig für Schädlinge.
Wie legt man einen Blumenrasen an?
Die Anlage eines Blumenrasens erfordert etwas Vorbereitung, aber die Mühe lohnt sich. Hier sind die wichtigsten Schritte:
1. Standortwahl und Bodenvorbereitung
Blumenrasen gedeihen an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Wichtig ist die Auswahl des passenden Saatgutes für den jeweiligen Standort. Für die Bodenvorbereitung wird der alte Rasen oder Pflanzenbestand vollständig entfernt, idealerweise mit einer Fräse. Der Boden sollte frei von Unkrautsamen und Wurzeln sein. Lockern Sie den Boden auf und magern Sie nährstoffreiche Böden mit Sand ab. Eine Bodenuntersuchung kann helfen, den Nährstoffgehalt zu bestimmen. Ebnen und verdichten Sie den Boden anschließend mit einem Rechen und einer Walze.

2. Saatzeitpunkt und Aussaat
Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat ist von April bis Mitte Juni. Vermeiden Sie eine zu frühe Aussaat, da Unkräuter schneller keimen können. Sommersaaten können durch Hitze und Trockenheit gefährdet sein, während Herbstaussaaten eher zu grasbetonten Beständen führen. Achten Sie auf eine bevorstehende Regenperiode für die Aussaat. Drücken oder walzen Sie die Samen nach der Aussaat an, um einen guten Bodenkontakt zu gewährleisten. Die Saatmenge beträgt in der Regel etwa 10g/m².
3. Pflege im Aussaatjahr
Die Keimung der verschiedenen Blumenrasensamen kann unterschiedlich lange dauern. Auch Unkrautsamen keimen in dieser Zeit. Sollten Unkräuter die Blumenrasensamen überwuchern, mähen Sie diese mit einer Sense oder einem hochgestellten Rasenmäher ab und entfernen Sie das Schnittgut. Im ersten Jahr können mehrere Säuberungsschnitte erforderlich sein. Verzichten Sie auf das Jäten und setzen Sie stattdessen auf hohe Mahd, um Unkräuter zurückzudrängen.
4. Pflege in den Folgejahren
Blumenrasen werden je nach Standort und Nährstoffversorgung 4-6 Mal jährlich gemäht. Je nährstoffreicher der Boden, desto häufiger kann ein Schnitt notwendig sein. Die erste Mahd sollte idealerweise vor dem 1. Mai erfolgen. Für die Artenvielfalt ist es sinnvoll, nicht den gesamten Blumenrasen auf einmal zu mähen, sondern blühende Inseln stehen zu lassen und diese erst beim nächsten Mähtermin zu berücksichtigen. Ein Düngereinsatz ist in der Regel nicht notwendig.
Blumenzwiebeln im Rasen für frühe Blütenpracht
Um den Rasen bereits im Frühjahr mit Farbe zu bereichern, können Sie Blumenzwiebeln wie Krokusse, Schneeglöckchen, Blausterne oder Winterlinge pflanzen. Diese Frühblüher bieten Insekten nach dem Winter eine wichtige erste Nahrungsquelle. Die Pflanzzeit für Blumenzwiebeln ist von September bis November. Pflanzen Sie die Zwiebeln in kleinen Gruppen in den Rasen. Entfernen Sie dazu vorsichtig die Grasnarbe, lockern Sie den Boden auf und setzen Sie die Zwiebeln in der doppelten Tiefe ihrer Höhe ein. Legen Sie die Grasnarbe wieder auf und wässern Sie die Stelle. Wichtig ist, dass die Blätter der Blumenzwiebeln nach der Blüte einziehen können, bevor der Rasen gemäht wird. Sobald die Blätter gelb werden, können Sie die Fläche wieder normal mähen.

Ist Blumenrasen trittfest?
Ja, ein gut angelegter Blumenrasen ist trittfest. Durch die Mischung aus robusten Gräsern und trittfesten Kräutern wie Gänseblümchen, Ehrenpreis oder Klee hält ein Blumenrasen normaler Belastung stand. Er ist daher durchaus als Spielfläche für Kinder oder zum Begehen geeignet. Allerdings sollte man beachten, dass ein Blumenrasen nicht so strapazierfähig ist wie ein reiner Sportrasen. Für stark frequentierte Bereiche ist möglicherweise eine andere Lösung besser geeignet.
Fazit: Blumenrasen für mehr Leben im Garten
Ein Blumenrasen ist eine wunderbare Möglichkeit, den Garten naturnah und abwechslungsreich zu gestalten. Er bietet zahlreiche ökologische Vorteile, ist pflegeleichter als ein Zierrasen und erfreut das Auge mit seiner bunten Blütenpracht. Ob als komplette Neuanlage oder als Aufwertung eines bestehenden Rasens – mit etwas Planung und den richtigen Maßnahmen können auch Sie Ihren Rasen in ein blühendes Paradies verwandeln und einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz leisten. Probieren Sie es aus und genießen Sie die Vielfalt und Lebendigkeit, die ein Blumenrasen in Ihren Garten bringt!
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Blumenrasen
Wie oft muss ein Blumenrasen gemäht werden?
Ein Blumenrasen muss in der Regel 4-6 Mal pro Jahr gemäht werden, deutlich seltener als ein Zierrasen. Die genaue Häufigkeit hängt vom Standort und der Nährstoffversorgung ab. Je nährstoffreicher der Boden, desto öfter kann ein Schnitt erforderlich sein.
Braucht ein Blumenrasen Dünger?
Nein, in der Regel benötigt ein Blumenrasen keinen zusätzlichen Dünger. Die im Saatgut enthaltenen Leguminosen binden Stickstoff aus der Luft und versorgen die Pflanzen auf natürliche Weise mit Nährstoffen.

Ist Blumenrasen für Schattenlagen geeignet?
Es gibt spezielle Saatgutmischungen für Blumenrasen, die auch für halbschattige Standorte geeignet sind. An sehr schattigen Plätzen kann es jedoch schwierig sein, einen üppigen Blumenrasen zu etablieren. Sonnige bis halbschattige Standorte sind ideal.
Kann man Blumenrasen auf Rollrasen anlegen?
Es ist nicht empfehlenswert, Rollrasen in einen Blumenrasen umzuwandeln, da dies sehr aufwendig wäre. Sinnvoller ist es, entweder Blumenzwiebeln in den Rollrasen zu pflanzen oder eine Fläche komplett neu als Blumenrasen anzulegen.
Welche Blumen sind für Blumenrasen geeignet?
Für Blumenrasen eignen sich niedrig wachsende, trittfeste Blütenpflanzen und Kräuter wie Gänseblümchen, Kleearten (z.B. Fadenklee, Rotklee), Ehrenpreis, Wegerich, Brunelle, kriechendes Fingerkraut und viele mehr. Spezielles Blumenrasen-Saatgut enthält eine Mischung aus verschiedenen geeigneten Arten.
