Kann man Kronengeckos zusammen halten?

Pflanzen & Vergesellschaftung im Gecko-Terrarium

11/11/2023

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Die Gestaltung eines artgerechten Terrariums ist entscheidend für das Wohlbefinden von Geckos. Neben der passenden Technik und Einrichtung spielen vor allem die Auswahl der richtigen Pflanzen und die Frage der Vergesellschaftung eine zentrale Rolle. Dieser Artikel beleuchtet, welche Pflanzen sich für verschiedene Gecko-Arten eignen und gibt Einblicke in die Vergesellschaftung von Taggeckos (Phelsuma), Kronengeckos und Leopardgeckos.

Inhaltsverzeichnis

Pflanzen für das Gecko-Terrarium

Echte Pflanzen bereichern jedes Terrarium nicht nur optisch, sondern tragen auch maßgeblich zur Schaffung eines natürlichen Mikroklimas bei. Sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit, bieten Versteckmöglichkeiten und dienen als Kletterhilfe. Bei der Auswahl der Pflanzen ist jedoch Vorsicht geboten, denn nicht jede Pflanze ist für jedes Gecko-Terrarium geeignet.

Was kann man mit Geckos zusammen halten?
Für eine Vergesellschaftung eignen sich vielerlei Arten aus der Familie der Geckos aber auch Anolis, Skinke oder Frösche lassen sich mit Phelsumen vergesellschaften. Es sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass die Haltungsansprüche der zu vergesellschaftenden Art mit der der Taggeckos weitgehend übereinstimmen.

Pflanzen für Kronengeckos

Für Kronengeckos, die aus den feuchten Regenwäldern Neukaledoniens stammen, eignen sich vor allem Pflanzen, die ein feuchtwarmes Klima vertragen. Zu den beliebtesten und gut geeigneten Arten zählen:

  • Ficus-Arten: Ficus-Arten wie der Birkenfeige (Ficus benjamina) oder Kletterfeige (Ficus pumila) sind robust, pflegeleicht und bieten mit ihren Blättern und Zweigen ideale Kletter- und Versteckplätze.
  • Efeututen: Efeututen (Epipremnum aureum) sind extrem anpassungsfähig und wachsen schnell. Sie sind ideal, um Wände und Rückwände zu begrünen und schaffen dichte, schattige Bereiche.
  • Philodendron: Auch Philodendron-Arten sind beliebte Terrarienpflanzen. Sie sind relativ anspruchslos und bieten mit ihren großen Blättern guten Sichtschutz.
  • Bogenhanf: Bogenhanf (Sansevieria) ist eine sehr robuste und pflegeleichte Pflanze, die auch mit etwas trockeneren Bedingungen zurechtkommt. Sie ist besonders für Leopardgecko-Terrarien interessant, kann aber auch in Kronengecko-Terrarien Akzente setzen.
  • Drachenbaum: Drachenbäume (Dracaena) sind dekorativ und relativ pflegeleicht. Sie vertragen ein feuchtwarmes Klima und bieten mit ihren aufrechten Stämmen und Blättern interessante Strukturen im Terrarium.

Pflanzen für Leopardgeckos

Leopardgeckos stammen aus trockeneren Steppenregionen. Daher benötigen sie Pflanzen, die an trockene und warme Bedingungen angepasst sind. Hier bieten sich folgende Pflanzen an:

  • Agaven: Agaven sind sukkulente Pflanzen, die sehr trockenheitsresistent sind und eine beeindruckende Struktur im Terrarium schaffen.
  • Sukkulenten: Eine Vielzahl von Sukkulenten, wie beispielsweise Hauswurzen (Sempervivum) oder Mittagsblumen (Delosperma), sind ideal für Leopardgecko-Terrarien. Sie speichern Wasser in ihren Blättern und vertragen trockene Bedingungen gut.
  • Tillandsien: Silberfarbige Tillandsien sind Luftpflanzen, die keine Erde benötigen. Sie können auf Steinen oder Ästen platziert werden und verleihen dem Terrarium eine besondere Optik. Sie benötigen jedoch regelmäßiges Besprühen mit Regenwasser.
  • Bogenhanf: Wie bereits erwähnt, ist Bogenhanf auch für Leopardgecko-Terrarien eine gute Wahl, da er trockenheitsresistent ist und eine aufrechte Struktur bietet.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass die gewählten Pflanzen ungiftig für Geckos sind und keine scharfen Kanten oder Dornen besitzen, an denen sich die Tiere verletzen könnten. Künstliche Pflanzen sind eine pflegeleichte Alternative, bieten aber nicht die gleichen Vorteile für das Klima und die natürliche Umgebung wie echte Pflanzen.

Vergesellschaftung von Taggeckos (Phelsuma)

Die Vergesellschaftung von Taggeckos ist ein komplexeres Thema. Grundsätzlich ist es möglich, verschiedene Arten im Terrarium zusammenzuhalten, jedoch sollte dies immer gut überlegt und sorgfältig beobachtet werden. Es gibt sowohl erfolgreiche Beispiele als auch Fehlschläge.

Welche Pflanzen eignen sich für Kronengeckos?
Gut geeignet und für den Gecko ungiftig sind etwa Ficus-Arten, Efeututen, Philodendron, Bogenhanf oder Drachenbaum.

Geeignete Partner für Taggeckos

Einige Gecko- und Reptilienarten haben sich als relativ friedliche Mitbewohner für Taggeckos erwiesen, insbesondere solche, die andere ökologische Nischen besetzen, beispielsweise nachtaktiv sind oder sich in Größe und Färbung deutlich unterscheiden:

  • Oedura monilis (Samtgecko): Diese nachtaktiven Geckos sind aufgrund ihres ruhigen Temperaments und ihrer nächtlichen Aktivität gut geeignet. Sie bewohnen das Terrarium quasi im Zweischichtsystem und kommen sich tagsüber kaum in die Quere. Erfolgreich vergesellschaftet wurden sie mit Phelsuma cepediana, Phelsuma mad. madagascariensis, Phelsuma sundbergi sundbergi und Phelsuma v-nigra pasteuri.
  • Lepidodactylus lugubris (Jungferngecko): Diese kleinen, parthenogenetischen Geckos unterscheiden sich stark in Farbe und Zeichnung von Phelsumen und sind daher gut geeignet. Lediglich bei der Fütterung mit Fruchtbrei kann es zu kleineren Rangeleien kommen. Erfolgreiche Vergesellschaftungen gab es mit Phelsuma cepediana und Phelsuma klemmeri.
  • Lygodactylus kimhowelli (Kimhowells Haftschwanzgecko): Diese ebenfalls tagaktiven und farbenprächtigen Geckos sind eng mit Phelsumen verwandt und eignen sich gut für die Vergesellschaftung mit kleinen Phelsumen-Arten, insbesondere Phelsuma klemmeri.
  • Coleonyx elegans (Amerikanischer Krallengecko): Als nachtaktive und bodenbewohnende Geckos stellen sie eine ideale Ergänzung im Taggecko-Terrarium dar. Sie fressen nachts übrig gebliebenes Futter und verhindern so, dass Futtertiere im Terrarium Schaden anrichten. Erfolgreich vergesellschaftet wurden sie mit Phelsuma l. laticauda und Phelsuma v-nigra pasteuri.
  • Lamprolepis smaragdinus (Smaragd-Baumskink): Diese tagaktiven Skinke sind friedlich und können gut mit Phelsumen und anderen Geckos wie Oedura monilis zusammengehalten werden. Erfolgreiche Haltungen gab es mit Phelsuma mad. madagascariensis und Phelsuma sundbergi sundbergi.
  • Anolis-Arten (z.B. Anolis carolinensis, Anolis sagrei): Bestimmte Anolis-Arten, wie der Rotkehlanolis und der Kuba-Anolis, können mit Phelsumen vergesellschaftet werden, da sie sich in Färbung und Lebensweise unterscheiden. Erfolgreiche Haltungen gab es mit Phelsuma l. laticauda, Phelsuma l. angularis, Phelsuma cepediana und Phelsuma klemmeri.
  • Dendrobates tinctorius und Phyllobates vittatus (Pfeilgiftfrösche): Die Vergesellschaftung mit Pfeilgiftfröschen ist möglich, erfordert aber eine Anpassung des Terrariums an die Bedürfnisse der Frösche. Die Frösche bewohnen den Boden und werden von den Taggeckos in der Regel ignoriert.

Weniger geeignete oder problematische Partner

Einige Vergesellschaftungen können zu Problemen führen oder sind nicht empfehlenswert:

  • Oedura castelnaui (Castelnaus Samtgecko): Die Vergesellschaftung mit Phelsuma mad. madagascariensis führte zu Schwanzverlusten bei den Phelsumen.
  • Gekko ulikovskii (Vietnam Goldgecko): Diese Art ist sehr territorial und duldet keine anderen Geckos in ihrem Revier. Eine Vergesellschaftung mit Phelsumen ist nicht empfehlenswert.
  • Anolis sabanus (Pantheranolis): In einigen Fällen führte die Vergesellschaftung mit Phelsuma guimbeaui dazu, dass die Geckos vom Anolis unterdrückt wurden. Obwohl es auch positive Beispiele gibt, sollte diese Kombination mit Vorsicht betrachtet werden.
  • Tarentola mauritanica (Mauergecko): Aufgrund ihres aggressiven Verhaltens ist eine Vergesellschaftung mit Mauergeckos im Terrarium nicht empfehlenswert, da die Tiere sich nicht ausreichend aus dem Weg gehen können.

Vergesellschaftung von Kronengeckos

Kronengeckos werden am besten einzeln gehalten. Die Vergesellschaftung von mehreren Weibchen ist in der Regel möglich, jedoch sollte ausreichend Platz und Versteckmöglichkeiten vorhanden sein. Von der Vergesellschaftung von mehreren Männchen wird dringend abgeraten, da diese territorial sind und es zu Kämpfen kommen kann. Eine Haremshaltung (ein Männchen mit mehreren Weibchen) ist eine Option, birgt aber das Risiko ungewollter Nachzuchten.

Die Vergesellschaftung von Kronengeckos mit anderen Tierarten ist nicht empfehlenswert. Lediglich kleine Insekten als Bodenpolizei oder Asseln können im Terrarium nützlich sein.

Welche Pflanzen vertragen Leopardgeckos?
Echte Pflanzen Geeignet sind Agaven, Sukkulenten, Hauswurzen, lebende Steine und Tillandsien (nur die silberfarbigen). Ihr müsst einfach ausprobieren welche euch was werden. Hauswurzen z.B. blühen recht schnell und sterben dann ab.

Vergesellschaftung von Leopardgeckos

Leopardgeckos sind in der Natur Einzelgänger und sollten auch im Terrarium in der Regel einzeln gehalten werden. Die Haltung von kleinen Weibchengruppen ist möglich, erfordert aber ein großes Terrarium mit vielen Versteckmöglichkeiten und Futterplätzen, um Stress und Konkurrenz zu minimieren. Männliche Leopardgeckos sind territorial und dürfen niemals zusammen gehalten werden.

Eine Vergesellschaftung von Leopardgeckos mit anderen Reptilien- oder Amphibienarten ist nicht artgerecht und sollte vermieden werden.

Was kann man mit Geckos zusammen halten?
Für eine Vergesellschaftung eignen sich vielerlei Arten aus der Familie der Geckos aber auch Anolis, Skinke oder Frösche lassen sich mit Phelsumen vergesellschaften. Es sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass die Haltungsansprüche der zu vergesellschaftenden Art mit der der Taggeckos weitgehend übereinstimmen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Pflanzen sind sicher für Geckos?
Achten Sie auf ungiftige Pflanzen ohne scharfe Kanten oder Dornen. Für Kronengeckos eignen sich Ficus, Efeutute, Philodendron, Bogenhanf und Drachenbaum. Für Leopardgeckos sind Agaven, Sukkulenten, Tillandsien und Bogenhanf geeignet.
Kann ich verschiedene Gecko-Arten zusammenhalten?
Die Vergesellschaftung verschiedener Gecko-Arten ist komplex und erfordert viel Erfahrung und Beobachtung. Bei Taggeckos (Phelsuma) gibt es einige erfolgreiche Beispiele mit anderen kleinen Gecko-Arten oder Anolis. Kronen- und Leopardgeckos sollten nicht mit anderen Arten vergesellschaftet werden.
Was muss ich bei der Vergesellschaftung von Geckos beachten?
Achten Sie auf ähnliche Haltungsansprüche, Größenunterschiede, Temperament und ökologische Nischen der Arten. Das Terrarium muss groß genug sein und ausreichend Versteckmöglichkeiten bieten. Beobachten Sie die Tiere genau und trennen Sie sie bei Anzeichen von Stress oder Aggression.
Wie schaffe ich ein naturnahes Terrarium?
Verwenden Sie einen natürlichen Bodengrund, echte Pflanzen, Steine, Wurzeln und Äste. Schaffen Sie verschiedene Temperaturzonen und Versteckmöglichkeiten. Achten Sie auf die richtige Beleuchtung und Luftfeuchtigkeit für die jeweilige Gecko-Art.
Wo kann ich Terrarienpflanzen kaufen?
Terrarienpflanzen sind in gut sortierten Zoofachgeschäften, Gartencentern oder online erhältlich. Achten Sie auf gesunde und unbeschadete Pflanzen.

Fazit

Die Auswahl der richtigen Pflanzen und die Frage der Vergesellschaftung sind wichtige Aspekte der artgerechten Gecko-Haltung. Mit sorgfältiger Planung, Beobachtung und der Beachtung der Bedürfnisse der jeweiligen Arten können Sie ein abwechslungsreiches und naturnahes Terrarium schaffen, in dem sich Ihre Geckos wohlfühlen.

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