Wie lange muss man einen Baum vor dem Einpflanzen wässern?

Bäume richtig wässern: Vor und nach der Pflanzung

03/08/2023

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Das Pflanzen eines Baumes ist eine lohnende Investition in die Zukunft Ihres Gartens. Doch damit Ihr neuer Baum auch prächtig gedeihen kann, ist die richtige Bewässerung von Anfang an entscheidend. Eine häufig gestellte Frage ist: Wie lange muss man einen Baum vor dem Einpflanzen wässern? Dieser Artikel gibt Ihnen umfassende Antworten und wertvolle Tipps für eine erfolgreiche Baumpflanzung und -pflege.

Inhaltsverzeichnis

Warum ist das Wässern vor dem Pflanzen wichtig?

Stellen Sie sich vor, Sie bereiten sich auf einen langen Lauf vor. Sie würden sich nicht dehydriert an die Startlinie stellen, oder? Ähnlich verhält es sich mit Bäumen. Der Transport und die Zeit zwischen dem Ausgraben in der Baumschule und dem Einpflanzen in Ihrem Garten können für die Pflanze stressig sein und zu Feuchtigkeitsverlust führen. Das Wässern vor der Pflanzung dient der Rehydrierung des Baumes und sorgt dafür, dass er optimal auf sein neues Zuhause vorbereitet ist.

Wie lange muss man einen Baum vor dem Einpflanzen wässern?
Am Tag vor der Pflanzung, vor allem wenn diese im Frühling (von Februar bis Mai) durchgeführt wird, empfehlen wir die ganzen Bäume 2 bis 3 Tage lang in Wasser zu tauchen. Diese Technik ermöglicht es, den Prallheitsgrad aller Zellen der Pflanze wieder herzustellen und ihr Wiederaufleben zu optimieren.

Wie lange Bäume vor dem Einpflanzen wässern?

Experten empfehlen, Bäume idealerweise 2 bis 3 Tage vor der Pflanzung gründlich zu wässern. Dies gilt insbesondere für Pflanzungen im Frühjahr (Februar bis Mai), wenn die Bäume aus der Winterruhe erwachen und einen erhöhten Wasserbedarf haben. Die beste Methode, um den Baum vorzubereiten, ist, den gesamten Wurzelballen in Wasser zu tauchen. Dies stellt sicher, dass alle Zellen der Pflanze ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen können und der Baum vital und widerstandsfähig in sein neues Leben startet.

Die richtige Vorbereitung des Wurzelsystems

In der Vergangenheit war es üblich, Obstbäume vor der Pflanzung stark zurückzuschneiden und auch die Wurzeln zu beschneiden. Diese Praxis, bei der die Wurzeln bündig mit der Unterlage gekappt wurden, zielte darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen dem oberirdischen und dem unterirdischen Teil des Baumes herzustellen und das Wurzelwachstum anzuregen. Heutzutage wird jedoch davon abgeraten, die Wurzeln von Obstbäumen zu beschneiden. Moderne Obstbäume werden in der Regel bereits mit einer gut entwickelten Krone geliefert, die kaum noch beschnitten werden muss. Ein Wurzelschnitt wäre daher eher kontraproduktiv und könnte das Anwachsen des Baumes behindern.

Kronenpflege in windigen Regionen

In windreichen Gebieten, wie beispielsweise im Südosten Frankreichs oder in den Alpen, kann es vorkommen, dass das Pflanzmaterial bereits vor der Pflanzung durch Wind und Sonne ausgetrocknet ist. Um dem entgegenzuwirken, ist es ratsam, das Baumvolumen bei der Pflanzung zu reduzieren. Schneiden Sie dazu die Äste des Baumes auf 2 bis 3 Augen zurück und kürzen Sie die Hauptachse (den Mitteltrieb) auf 30 bis 50 cm ein. Zusätzlich empfiehlt es sich, den Baum in der ersten Zeit nach der Pflanzung mit einer Abdeckung vor starkem Wind zu schützen. Dies kann beispielsweise ein Vlies oder ein Jutesack sein.

Die erste Bewässerung nach dem Pflanzen: Entscheidend für den Erfolg

Direkt nach dem Einpflanzen ist die erste Bewässerung von grösster Bedeutung. Gießen Sie den Baum am Tag nach der Pflanzung großzügig mit 5 bis 10 Litern Wasser pro Baum. Diese sogenannte Angießbewässerung ist wichtig, damit sich die feine Erde um die Wurzeln herum setzt und Hohlräume verschwinden. Luftlöcher im Boden können dazu führen, dass die Wurzeln austrocknen, sich Wasser staut oder die Wurzeln ersticken, was das Wachstum des Baumes erheblich beeinträchtigen kann. Zu diesem Zeitpunkt ist eine großzügige Wassergabe unbedenklich, da der Baum noch keine neuen Feinwurzeln gebildet hat und somit keine Gefahr der „Erstickungsbewässerung“ besteht.

Bewässerung während der Wachstumsphase: Ein Balanceakt

Sobald die Wachstumsperiode beginnt, ist es wichtig, den Baum weiterhin ausreichend mit Wasser zu versorgen. Der Boden im Wurzelbereich sollte stets leicht feucht sein, aber vermeiden Sie sowohl Staunässe als auch Trockenstress. Junge, feine Wurzeln reagieren sehr empfindlich auf extreme Bedingungen. Diese Feinwurzeln sind essenziell für die Nährstoffaufnahme und die Selbstständigkeit des Baumes.

Für die Aktivität und Nährstoffaufnahme benötigen die Wurzeln jedoch auch Luft im Boden. Eine übermäßige und zu häufige Bewässerung kann die Luft aus den Bodenporen verdrängen und zu Wurzelerstickung führen. Ein deutliches Anzeichen für Überbewässerung sind welkende und sich vom Rand her schwarz verfärbende Blätter, die am Baum vertrocknen und kaum abfallen.

Die Bewässerung einer jungen Obstanlage erfordert daher Fingerspitzengefühl und ein gutes Augenmaß. Es gilt, weder zu viel noch zu wenig zu gießen. Die Wahl des richtigen Bewässerungssystems spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Bewässerungsmethoden im Vergleich

Es gibt verschiedene Bewässerungsmethoden, die sich für Obstbäume eignen. Die Wahl der Methode hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Größe der Obstanlage und den Bodenverhältnissen.

Beregnung

Die Beregnung ist eine effektive Methode, um Wasser großflächig und gleichmäßig zu verteilen. Sie ahmt natürlichen Regen nach und befeuchtet den Boden oberflächlich. Der Boden kann dabei ein gewisses Wasservolumen speichern und als Puffer wirken. Ein weiterer Vorteil der Beregnung ist der Frostschutz, auch wenn diese Methode tendenziell einen höheren Wasserverbrauch aufweist.

Tröpfchenbewässerung

Die Tröpfchenbewässerung ist eine sehr effiziente Methode, bei der das Wasser direkt und gezielt an die Wurzeln der Bäume abgegeben wird. Für eine optimale Wirkung sollten die Tropfer in einem Abstand von maximal 40 bis 60 cm um den Baum herum platziert werden. Es empfiehlt sich, Tropfer mit reduzierter Durchflussmenge zu verwenden und Bewässerungszyklen kurz, aber häufig zu gestalten. Auf sandigen Böden, die Wasser schnell versickern lassen, sind häufigere Bewässerungsgaben erforderlich als auf lehmigen Böden, die Wasser besser speichern können.

Gravitationsbewässerung

Die Gravitationsbewässerung, bei der das Wasser über Gräben verteilt wird, ist für junge Obstanlagen weniger geeignet. Da die Bewässerung hierbei meist nur alle 10 bis 15 Tage erfolgt, kommt es zunächst zu einer Überwässerung und Wurzelerstickung, gefolgt von einer schnellen Austrocknung des Bodens. Sofern andere Bewässerungsmethoden zur Verfügung stehen, sollte die Gravitationsbewässerung vermieden werden.

Bewässerungsmethoden im Vergleich
MethodeVorteileNachteileGeeignet für
BeregnungGleichmäßige Wasserverteilung, Frostschutz möglichHöherer WasserverbrauchGrößere Anlagen, Frostgefährdete Gebiete
TröpfchenbewässerungEffiziente Wassernutzung, gezielte BewässerungHöherer InstallationsaufwandKleinere und mittlere Anlagen, Wassersparende Bewässerung
GravitationsbewässerungEinfache TechnikIneffiziente Wassernutzung, ungleichmäßige Bewässerung, Stress für die BäumeWeniger geeignet für junge Obstanlagen

Hilfsmittel für die richtige Bewässerungsentscheidung

Um die Bewässerung optimal an die Bedürfnisse Ihrer Bäume anzupassen, können verschiedene Hilfsmittel eingesetzt werden. Bodenfeuchtigkeitssensoren messen den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens und helfen Ihnen, den Bewässerungsbedarf präzise zu ermitteln. Auch Geräte, die Wachstumsbewegungen des Baumstamms messen (z.B. Pepista®), können wertvolle Informationen liefern. Diese Messungen zeigen an, ob der Baum ausreichend mit Wasser versorgt ist oder unter Trockenstress leidet. In Kombination mit Niederschlagsdaten und der visuellen Kontrolle des Bodens mit einem Spaten können Sie die Bewässerung Ihrer Bäume sehr genau steuern und Wasser sparen. Eine einfache Spatenprobe im Wurzelbereich gibt Ihnen schnell Aufschluss über den aktuellen Feuchtigkeitszustand des Bodens und hilft Ihnen, die richtigen Bewässerungsentscheidungen zu treffen.

Fazit

Die richtige Bewässerung ist ein entscheidender Faktor für das Anwachsen und die gesunde Entwicklung frisch gepflanzter Bäume. Das Wässern vor der Pflanzung, insbesondere durch Eintauchen des Wurzelballens, bereitet den Baum optimal auf sein neues Leben vor. Nach der Pflanzung ist eine großzügige Angießbewässerung wichtig, um Hohlräume im Boden zu vermeiden. Während der Wachstumsphase gilt es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ausreichender Feuchtigkeit und Vermeidung von Staunässe zu finden. Die Wahl der richtigen Bewässerungsmethode und der Einsatz von Hilfsmitteln können Ihnen dabei helfen, Ihre Bäume optimal zu versorgen und ein gesundes Wachstum zu fördern. Mit den hier vorgestellten Tipps sind Sie bestens gerüstet, um Ihre Bäume erfolgreich zu pflanzen und langfristig Freude an ihnen zu haben.

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