Häuptling Seattle: Leben und Vermächtnis

13/04/2022

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Häuptling Seattle, oft als „der Große“ oder „Sokrates des Nordwestens“ bezeichnet, ist eine faszinierende Figur des 19. Jahrhunderts, dessen Worte bis heute nachhallen. Obwohl um seine berühmte Rede viele Mythen ranken und ihre Authentizität umstritten ist, bleibt er ein wichtiges Symbol für Weisheit, Naturverbundenheit und den Dialog zwischen Kulturen. Dieser Artikel beleuchtet das Leben dieses bemerkenswerten Mannes, von seinen frühen Jahren und Aufstieg zum Häuptling bis hin zu seinen komplexen Beziehungen zu den weißen Siedlern und seinem bleibenden Vermächtnis.

Zitat: „Wenn der letzte Baum gefällt wurde“?
„ Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefangen und der letzte Bach vergiftet ist, werden wir erkennen, dass wir Geld nicht essen können. “ – Sprichwort der Cree-Indianer. Inspiriert von „The Seed“ von Aurora. #Druckgrafik #Linolschnitt #Klimanotstand #Klimagerechtigkeit #Geld.
Inhaltsverzeichnis

Wer war Häuptling Seattle? – Frühe Jahre und Herkunft

Seattle wurde um 1786 geboren, das genaue Datum ist unbekannt. Er selbst gab an, auf Blake Island im zentralen Puget Sound geboren zu sein. Diese Zeit war für die indigene Bevölkerung eine Zeit des Umbruchs, geprägt von verheerenden Seuchen und dem Einfluss neuer Waren und Waffen. Sein Vater, Schweabe, war Häuptling der Suquamish, während seine Mutter Scholitza aus dem Stamm der Duwamish stammte. Nach der matrilinearen Abstammungslinie dieser Stämme wurde Seattle den Duwamish zugerechnet.

Sein indianischer Name wurde unterschiedlich ausgesprochen, etwa „See-at-la“ oder „See-alth“. Im Alter von etwa sechs Jahren erlebte Seattle die Ankunft der ersten Europäer im Puget Sound, als Kapitän George Vancouver 1792 landete. Vancouver beschrieb das indianische Dorf als „schäbig“, doch Seattle war beeindruckt von den Schiffen und Kanonen der Engländer.

Seattles Aufstieg zum Häuptling und Kriegerische Auseinandersetzungen

Schon in jungen Jahren genoss Seattle hohes Ansehen unter den Indianern. Prophezeiungen sagten ihm großen Wohlstand voraus, und er sollte später zu einem bedeutenden Stammesführer aufsteigen. Er vereinte sechs lokale Stämme unter seiner Führung. Seattle war nicht nur ein politischer Führer, sondern auch ein respektierter Krieger. Er zeichnete sich in Konflikten mit anderen Stämmen aus, insbesondere gegen die mächtigen Cowichans von Vancouver Island. Unter der Führung seines Onkels Kitsap beteiligte er sich an Feldzügen gegen die Cowichans und führte erfolgreich einen Hinterhalt gegen Angreifer am Green River an. Auch gegen die S’Klallam und bei Auseinandersetzungen am Snoqualmie River war Seattle involviert.

Im Jahr 1833 etablierte die Hudson’s Bay Company „Fort Nisqually“ am Puget Sound. Francis Herron, ein leitender Händler der Kompanie, erkannte Seattles Bedeutung und potenzielle Gefahr. Er bat ihn, einen Vertrag zu unterzeichnen, der Mord unter Eid ausschloss. Seattles imposante Erscheinung – er war etwa 1,80 Meter groß – brachte ihm von den Mitarbeitern der Company den Spitznamen „Le Gros“ („der Große“) ein.

Ein Vorfall im Jahr 1837, bei dem Seattle einen Medizinmann der Skyomish tötete, führte zu erheblichen Spannungen. William Kittson von der Hudson’s Bay Company hoffte sogar auf Seattles Tod, doch die Suquamish standen weiterhin loyal zu ihrem Anführer.

In den folgenden Jahren setzte Seattle seine kriegerischen Aktivitäten fort, unter anderem mit einem Überfall auf das Dorf Yila’lgos im Jahr 1841 und einer Beteiligung an der Auslöschung der Chemakum im Jahr 1847.

Seattles Hinwendung zum Christentum und die Begegnung mit den Weißen Siedlern

Der Tod eines seiner Söhne markierte einen Wendepunkt in Seattles Leben. Er wandte sich dem katholischen Glauben zu und ließ sich auf den Namen „Noah“ taufen. Seine Kinder wurden ebenfalls getauft und christlich erzogen. Diese religiöse Wandlung leitete das Ende seiner kämpferischen Phase ein. Seattle entwickelte sich zu einem Verfechter der Zusammenarbeit mit den ankommenden weißen Siedlern. Er vermied Kriege mit den Weißen und setzte stattdessen auf Diplomatie und Handel.

Ab 1846 trafen vermehrt weiße Siedler im Puget Sound ein. Seattle empfing sie herzlich und unterstützte sie, was ihm den Ruf eines „Freundes der Weißen“ einbrachte. In einer Rede im Sommer 1850 ermutigte er Isaac N. Ebey und B. F. Shaw, sich in seinem Gebiet anzusiedeln. Diese Rede wurde veröffentlicht und trug zur Besiedlung des Duwamish-Tals bei.

Seattle suchte gezielt die Zusammenarbeit mit Siedlern für Handelsgeschäfte. Er etablierte Kontakte zu Händlern wie Charles Fay und später zu Dr. David („Doc“) Maynard. Gemeinsam organisierten sie Fischfänge in der Elliott Bay und bauten Handelsbeziehungen auf.

Im Sommer 1852 gründete Doc Maynard einen Handelsposten am Duwamish River. Aus Freundschaft benannte er die wachsende Siedlung nach Seattle. Der Häuptling selbst war über die Namensgebung gespalten, da er befürchtete, sein Name werde nach seinem Tod zu oft ausgesprochen und ihn im Grab umdrehen lassen.

Wer war der Häuptling der Cree?
Big Bear. Mistahimaskwa, bekannt als Big Bear (* um 1825; † 17. Januar 1888), war ein Häuptling der Cree, genauer der Plains Cree. Er führte den letzten indianischen Widerstand gegen die Zerstreuung der Cree auf zahlreiche Reservate und forderte ein großes Gesamtreservat.

Vertragsverhandlungen mit Gouverneur Stevens und der Yakima Indianerkrieg

Obwohl Seattle die Zusammenarbeit mit den Siedlern suchte, scheiterten seine Bemühungen, die Zukunft seines Volkes und der Siedler nachhaltig zu verbinden. Der Landhunger der Weißen und der Wunsch nach Trennung von den Indianern überwogen. Ab 1854 begann Gouverneur Isaac Stevens, das Land der Indianer aufzukaufen oder zu beschlagnahmen. Seattle begrüßte zunächst die Vertragsverhandlungen im Januar 1854.

Während der Verhandlungen Ende 1854/Anfang 1855 fungierte Seattle als Sprecher der Indianer. Er beklagte den Niedergang der indianischen Kultur und erkannte die Zukunft des weißen Mannes an. Seine berühmte Rede, die von Dr. Henry Smith aufgezeichnet wurde, entstand in dieser Zeit. Obwohl Seattle skeptisch war, unterschrieb er als Erster den Vertrag mit Gouverneur Stevens, der die Abtretung von etwa 2,5 Millionen Acres Land vorsah und ein Reservat für die Suquamish garantierte, jedoch nicht für die Duwamish.

Die Verträge und die Arroganz der Weißen führten zu Unzufriedenheit unter den Duwamish und anderen Stämmen. Viele erkannten Seattles Führerschaft nicht mehr an, was schließlich zum Yakima Indianerkrieg (1855-1857) beitrug. Seattle wurde später vorgeworfen, in diesem Konflikt eine Doppelrolle gespielt zu haben, indem er einerseits Kontakte zu indianischen Gruppen hielt, andererseits aber den Weißen geheime Informationen zukommen ließ.

Seattles späte Jahre und Vermächtnis

Nach der Niederlage der Indianer im Yakima Krieg setzte sich Seattle für sein Volk ein. Er bat erfolglos um Gnade für den indianischen Anführer Leschi und drängte auf die Ratifizierung der Verträge. Im „Fort Kidsap Reservat“ versuchte er, den Einfluss von Whisky-Händlern zu begrenzen und Ritualmorde an Sklaven zu verhindern. Er gab seine eigenen Sklaven frei, wie im Vertrag gefordert. Auch außerhalb des Reservats engagierte er sich für die Beilegung von Konflikten zwischen Indianern.

In seinen späten Jahren lebte Seattle in Armut. In einer Rede 1858 beklagte er die ausstehende Ratifizierung des Vertrags von 1855 und die Not seines Volkes. 1864 empfing er das Sakrament der Firmung und bekräftigte seinen christlichen Glauben. Eine Verordnung der Stadt Seattle von 1865 zwang ihn, seinen Wohnsitz innerhalb der Stadtgrenzen aufzugeben. Er zog in das „Port Madison Reservat“ und besuchte weiterhin die Stadt, um Freunde zu treffen und sich um arbeitende Indianer zu kümmern.

Häuptling Seattle starb am 7. Juni 1866 im Alter von etwa 80 Jahren. Er wurde in Suquamish begraben. Historiker sind der Ansicht, dass der Einfluss von Häuptling Seattle dazu beitrug, dass die rund 14.000 Indianer des Territoriums Washington die Reservationspolitik der USA vergleichsweise unbeschadet überstanden.

Die berühmte Rede von Häuptling Seattle und ihre Bedeutung

Bis in die 1970er Jahre war Häuptling Seattle vor allem durch den Namen der Stadt Seattle bekannt. Mit der Umweltbewegung erlangte seine Rede vor Gouverneur Isaac Stevens wieder größere Aufmerksamkeit. Die Redegewalt und philosophische Tiefe der Rede erinnerten viele an antike griechische Philosophen. Schon zu Lebzeiten wurde er als „Sokrates des Nordwestens“ bezeichnet.

Es gibt zahlreiche Versionen der Rede, deren Authentizität umstritten ist. Moderne Versionen enthalten Elemente, die Seattle nicht bekannt gewesen sein konnten, wie Eisenbahnen oder die Büffeljagd. Dennoch hat die Rede eine immense symbolische Bedeutung erlangt. Sie wird oft im Kontext von Umweltschutz und indigenen Rechten zitiert und mahnt zur Achtung der Natur und zum respektvollen Umgang mit der Erde.

Seattles älteste Tochter Angeline, auch bekannt als „Prinzessin Angeline“, lebte bis ins hohe Alter in der Nähe von Seattle. Der Fotograf Edward S. Curtis fertigte Aufnahmen von ihr an und trug so zu ihrem Bekanntheitsgrad bei.

Häufig gestellte Fragen zu Häuptling Seattle

FrageAntwort
Wer war Häuptling Seattle?Häuptling Seattle (um 1786-1866) war ein bedeutender indianischer Häuptling, der für seine Weisheit und sein Eintreten für die Achtung der Natur bekannt ist. Obwohl die Authentizität der ihm zugeschriebenen berühmten Rede umstritten ist, wird er als Idol der Ökologiebewegung des 20. und 21. Jahrhunderts verehrt.
Wo und wann wurde Seattle geboren?Seattle wurde um 1786 geboren, vermutlich auf Blake Island im zentralen Puget Sound (auch Pugetsund genannt). Das genaue Datum seiner Geburt ist nicht bekannt.
Welchen Stämmen gehörte Seattle an?Seattles Vater war Häuptling der Suquamish-Indianer, und seine Mutter war die Tochter eines Häuptlings der Duwamish-Indianer. Da die Abstammung bei diesen Indianern immer der weiblichen Linie folgte, galt Seattle als ein Angehöriger der Duwamish.
Wie sah Seattle die ersten Europäer?Im Alter von etwa sechs Jahren sah Seattle die ersten im Puget Sound ankommenden Engländer unter Kapitän George Vancouver im Jahr 1792.
Welche Rolle spielte Seattle in Konflikten mit anderen Stämmen?Seattle tat sich als Krieger hervor und führte sein Volk in Auseinandersetzungen mit den Cowichans- und S'Klallam-Indianern sowie bei Angriffen am oberen Snoqualmie River an.
Wie war Seattles Beziehung zur Hudson's Bay Company?Die Hudson's Bay Company betrachtete Seattle als einen bedeutenden und gefährlichen Indianer und bat ihn um Unterzeichnung eines Vertrages, der Mord unter Eid verneinte.
Welche religiösen Überzeugungen hatte Seattle?Nach dem Tod eines seiner Söhne nahm Seattle den katholischen Glauben an und ließ sich auf den Namen „Noah“ taufen. Auch seine Kinder wurden getauft und christlich erzogen.
Wie wurde Seattle zum Freund der Weißen?Seattle begrüßte weiße Siedler herzlich und half ihnen, was ihm den Ruf eines Freundes der Weißen einbrachte. Er bat sie sogar, sich unter seinem Volk anzusiedeln.
Wie kam die Stadt Seattle zu ihrem Namen?David („Doc“) Maynard benannte die neue Siedlung nach Häuptling Seattle, da er und Seattle gute Freunde wurden. Die Weißen konnten die indianischen Namen „See-at-la“ oder „See-alth“ nicht gut aussprechen und sagten stattdessen „Seattle“.
Wie gestaltete sich Seattles Verhältnis zu Isaac Stevens?Seattle begrüßte Vertragsverhandlungen mit Isaac Stevens, dem Gouverneur des Territoriums Washington. Er setzte als Erster sein Zeichen unter das Vertragsdokument, obwohl er Zweifel daran hatte, dass sein Volk Geld für sein Land erhalten würde.
Was geschah im Yakima Indianer Krieg?Aus Unzufriedenheit mit den Verträgen und Ärger über die Arroganz der Weißen erkannten viele Duwamish die Führerschaft von Seattle nicht mehr an, was schließlich zum Yakima Indianer Krieg führte.
Was tat Seattle nach dem Yakima Indianer Krieg?Nach der Niederlage der Indianer bemühte sich Seattle, seinem Volk zu helfen und bat um Nachsicht für den indianischen Anführer Leschi.
Wie lebte Seattle in seinen letzten Jahren?In seinen letzten Jahren lebte Seattle im "Port Madison Reservat" und besuchte oft die Stadt, wo er Freunde besuchte und sich um Leute kümmerte, die in Seattle arbeiteten. Er starb am 7. Juni 1866.
Was ist die Bedeutung der berühmten Rede von Seattle?Die Redegewalt und philosophische Aussagekraft von Seattle erinnerte einige Amerikaner an große Griechen des Altertums. Die Rede, obwohl ihre Authentizität umstritten ist, rückte mit der Umweltbewegung wieder ins Bewusstsein vieler Amerikaner.
Gibt es Bilder von Häuptling Seattle?Ja, es existiert ein historisches Foto von Häuptling Seattle, das 1865 von E. M. Sammis angefertigt wurde und sich in der "University of Washington Special Collection" befindet.

Häuptling Seattle bleibt eine eindrucksvolle Persönlichkeit, dessen Leben und Worte uns auch heute noch zum Nachdenken anregen. Sein Streben nach Frieden, seine Weisheit und sein Engagement für sein Volk machen ihn zu einer wichtigen historischen Figur, deren Vermächtnis weiterlebt.

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