Wie heißt der Baum von Libanon?

Woher die Zeder stammt: Herkunft & Verbreitung

16/10/2024

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Die Zeder, ein majestätischer und immergrüner Nadelbaum, fasziniert seit Jahrhunderten mit ihrem imposanten Erscheinungsbild und ihrem aromatischen Holz. Doch woher stammen diese beeindruckenden Bäume eigentlich? Dieser Artikel beleuchtet die spannende Herkunft und Verbreitung der verschiedenen Zedernarten und deckt dabei einige überraschende Fakten auf.

Gibt es Zedern in der Schweiz?
Die Atlas-Zedern sind gut gestartet. Christian Tschanz ist Revierförster in Neuenburg. Im Jahr 2020, nach einer Berichterstattung über die grossen Zedern in seinem Waldabschnitt im «Schweizer Bauer», wurde ein neues Projekt an ihn herangetragen. Die Stadt Neuenburg ist Waldbesitzerin von 580 Hektaren Fläche.
Inhaltsverzeichnis

Die Ursprüngliche Zeder: Ein Blick in den Mittelmeerraum und den Himalaya

Wenn von Zedern die Rede ist, denken viele zuerst an die Libanon-Zeder (Cedrus libani), die nicht nur der Nationalbaum des Libanons ist, sondern auch dessen Flagge ziert. Botanisch betrachtet gehört die Gattung der Zedern (Cedrus) zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Weltweit gibt es nur drei eng verwandte Arten von echten Zedern:

  • Libanon-Zeder (Cedrus libani): Beheimatet im Libanon und dem östlichen Mittelmeerraum.
  • Atlas-Zeder (Cedrus atlantica): Wächst im Atlasgebirge in Nordafrika.
  • Himalaya-Zeder (Cedrus deodara): Findet man in der Himalaya-Hindukusch-Region.

Diese drei Arten teilen viele Gemeinsamkeiten. Sie sind allesamt mächtige, immergrüne Nadelbäume, die Höhen von über 20 Metern erreichen können. Ihr Kronenwuchs ist imposant und ausladend, und ihre Nadeln präsentieren sich in einem dunklen bis blaugrünen Farbton. Zedern sind zudem sehr langjährig und können ein beachtliches Alter erreichen. Ihre dekorative Erscheinung macht sie zu beliebten Zierbäumen in Parks und botanischen Gärten weltweit.

Schon in der Antike waren Zedern bekannt und geschätzt. Insbesondere die Libanon-Zeder lieferte bereits den Pharaonen wertvolles Nutzholz. Ihre Bedeutung reicht somit weit zurück und ist tief in der Geschichte verwurzelt.

Die 'Rot-Zeder' der USA: Eine Überraschende Entdeckung

Die Frage nach der Herkunft der Zeder führt uns auch in die USA, wo die sogenannte 'Eastern Red-cedar' oder Rot-Zeder wächst. Doch hier erwartet uns eine botanische Überraschung: Die 'Rot-Zeder' (Juniperus virginiana) ist gar keine echte Zeder! Sie gehört zur Gattung der Wacholder (Juniperus) und ist somit näher mit dem Gin verwandt als mit den Zedern des Mittelmeerraums.

Was ist die Zeder für ein Baum?
Zedern sind eine Gattung innerhalb der Familie der Kieferngewächse. Die Zeder besticht vor allem durch ihre unterschiedlichen Aufbauformen. Der meist straff aufrechte Wuchs mit den herabhängenden Ästen und den locker überhängenden Zweigen macht die Zeder einzigartig.

Die Verwirrung um den Namen 'Red-cedar' entstand bereits im 16. Jahrhundert, als englische Entdecker in Nordamerika auf diese aromatischen Bäume stießen und sie aufgrund ihres Duftes und ihres roten Holzes fälschlicherweise als Zedern identifizierten. Obwohl es sich um einen Wacholder handelt, hat sich der Name 'Red-cedar' im amerikanischen Sprachgebrauch etabliert, oft mit Bindestrich geschrieben (Red-cedar) oder zu einem Wort zusammengezogen (Redcedar), um die Unterscheidung zu echten Zedern zu verdeutlichen.

Die Rot-Zeder ist in 37 Bundesstaaten im östlichen Teil der USA heimisch und erstreckt sich von Minnesota bis nach Texas und von Maine bis nach Florida. Sie ist ein äußerst vielseitiger und robuster Baum, der in der amerikanischen Landschaft eine wichtige Rolle spielt.

Eigenschaften und Verwendung der Rot-Zeder (Juniperus virginiana)

Obwohl keine echte Zeder, besitzt die Rot-Zeder viele wertvolle Eigenschaften und wird vielseitig genutzt:

  • Rotfestes Holz: Das Holz der Rot-Zeder ist sehr widerstandsfähig gegen Verrottung und besitzt natürliche insektizide Eigenschaften. Kolonisten nutzten es daher für Zäune, Särge und Möbel.
  • Landschaftspflanze: Heute ist die Rot-Zeder vor allem als Landschaftspflanze von Bedeutung. Sie ist extrem widerstandsfähig gegenüber extremen Temperaturen (-45°C bis +40°C), trockenheitstolerant, salzresistent und verträgt windige Bedingungen. Sie gedeiht in verschiedenen Bodenarten, von trockenem, nährstoffarmem Boden bis hin zu feuchten Standorten.
  • Tierwelt: Die Rot-Zeder ist von großer Bedeutung für die Tierwelt. Vögel lieben die blaugrauen, beerenartigen Zapfen, und die dichte Belaubung bietet vielen kleinen Tieren Schutz und Nistplätze. Der Zedernseidenschwanz (Cedar Waxwing) ist sogar nach seiner Vorliebe für die Rot-Zeder benannt.
  • Sortenvielfalt: Die Baumschulindustrie bietet zahlreiche Kultivare und Selektionen der Rot-Zeder an, die sich in Form und Größe unterscheiden und somit für verschiedene Landschaftsgestaltungen geeignet sind. Beispiele sind die Hängeform 'Pendula', die schmale Säulenform 'Taylor' oder die beerenreiche Sorte 'Emerald Sentinel'.

Tabelle: Vergleich Echte Zeder vs. Rot-Zeder

MerkmalEchte Zeder (Cedrus)Rot-Zeder (Juniperus virginiana)
Botanische GattungCedrusJuniperus
FamilieKieferngewächse (Pinaceae)Zypressengewächse (Cupressaceae)
Heimische RegionenMittelmeerraum, HimalayaÖstliche USA
BlattformNadelartig, in BüschelnNadel- und schuppenartig
Verwendung des HolzesBauholz, Möbel, ätherische ÖleZäune, Möbel, Landschaftsbau

Kontroversen um die Rot-Zeder

Trotz ihrer vielen positiven Eigenschaften gibt es auch zwei Aspekte, die im Zusammenhang mit der Rot-Zeder kritisiert werden:

  • 'Invasive' Ausbreitung: Die Rot-Zeder kann sich in offenen Landschaften wie Weiden und Prärien stark ausbreiten und dort Gräser und Wildblumen verdrängen. Obwohl der Begriff 'invasiv' für eine heimische Pflanze nicht ganz korrekt ist, kann die ungehinderte Ausbreitung der Rot-Zeder in bestimmten Regionen zu einem Pflegeproblem werden.
  • Zedernapfelrost: Die Rot-Zeder spielt eine Rolle im Lebenszyklus eines heimischen Pilzes, des Zedernapfelrostes. Dieser Pilz kann Apfel- und Zierapfelbäume befallen, wenn diese in der Nähe von Rot-Zedern wachsen. Obwohl die Rot-Zeder selbst kaum Schaden nimmt, kann der Pilz die Früchte von Apfelbäumen schädigen.

Trotz dieser Herausforderungen überwiegen die positiven Aspekte der Rot-Zeder, insbesondere ihre Bedeutung für die Landschaftsgestaltung und die Tierwelt. Wer Vögel in seinen Garten locken möchte, ist mit der Pflanzung einer Rot-Zeder gut beraten.

Die Ältesten Zedern der Welt: 'Die Zedern Gottes' im Libanon

Kehren wir zurück zu den echten Zedern und begeben uns zum Libanon, dem Ursprungsort der berühmten Libanon-Zeder. Im Wadi Qadischa, oberhalb von Bischarri, befindet sich ein Ort von besonderer Bedeutung: 'Die Zedern Gottes' (arabisch Arz ar-Rabb). Dieser Zedernhain ist einer der letzten Überreste der einst weit verbreiteten Libanon-Zedernwälder, die einst das gesamte Libanongebirge bedeckten.

Für was steht die Zeder?
Die Zeder galt in der alten sumerischen Zivilisation wegen ihrer lebensspendenden Kräfte als der heilige Baum der Welt. Man glaubte, dass die Zeder Macht, Größe und Unsterblichkeit symbolisierte und dass der Schöpfer dem Baum die Funktion einer Aufbewahrungskiste für die Kraft des Kosmos auf Erden gegeben hatte.

Schon seit der Antike wurde das haltbare Holz der Libanon-Zeder für vielfältige Zwecke genutzt, von Gebäuden und Schiffsbau bis hin zum Eisenbahnbau. Phönizier, Ägypter, Assyrer, Babylonier, Römer und viele weitere Kulturen schätzten das Zedernholz und trugen zur Abholzung der Bestände bei.

Inmitten des Wadi Qadisha stehen heute noch etwa 375 Zedernbäume, von denen einige als die ältesten der Region gelten. Das genaue Alter ist umstritten, aber es wird angenommen, dass zwei Bäume etwa 3000 Jahre und zehn weitere über 1000 Jahre alt sind. Diese beeindruckenden Bäume wachsen in einer Höhe von 2000 Metern über dem Meeresspiegel und bieten bei klarem Wetter einen atemberaubenden Blick bis zum Mittelmeer und sogar bis nach Zypern.

Der Name 'Zedern Gottes' leitet sich von einer Textstelle in der Bibel ab (Psalm 104,16), die die Zedern des Libanon als von Gott gepflanzt beschreibt. Die Bibel erwähnt die Zeder an vielen Stellen und würdigt ihre Majestät und ihren Wert.

Um die verbliebenen Zedern vor weiterer Zerstörung zu schützen, wurden bereits im 19. Jahrhundert Schutzmaßnahmen ergriffen. Im Jahr 1876 wurde der 102 Hektar große Wald mit einer Steinmauer umgeben, finanziert von Königin Victoria, um die jungen Schösslinge vor Weideziegen zu schützen. Trotzdem wurden die Zedern im Ersten Weltkrieg erneut für den Eisenbahnbau genutzt, was die anhaltende Bedrohung dieser wertvollen Bäume verdeutlicht.

Für was steht die Zeder?
Die Zeder galt in der alten sumerischen Zivilisation wegen ihrer lebensspendenden Kräfte als der heilige Baum der Welt. Man glaubte, dass die Zeder Macht, Größe und Unsterblichkeit symbolisierte und dass der Schöpfer dem Baum die Funktion einer Aufbewahrungskiste für die Kraft des Kosmos auf Erden gegeben hatte.

Heute sind 'Die Zedern Gottes' ein UNESCO-Weltkulturerbe und ein Symbol für den Libanon. Sie erinnern an die lange Geschichte dieser Bäume und die Notwendigkeit, sie auch für zukünftige Generationen zu bewahren.

Woher kommt Zedernholz für den Handel?

Wenn man heute Zedernholz im Handel findet, stammt es in der Regel von verschiedenen Zedernarten, je nach Verwendungszweck und regionaler Verfügbarkeit. Zedernholz wird weiterhin für verschiedene Zwecke geschätzt, darunter:

  • Möbelbau: Zedernholz ist leicht, stabil und hat eine schöne Maserung. Es wird gerne für Möbel verwendet, insbesondere für Truhen und Schränke, da sein aromatischer Duft Motten und andere Insekten abwehren kann.
  • Saunabau: Das Holz der Zeder ist harzarm und splittert nicht, wodurch es sich gut für den Saunabau eignet. Es ist zudem feuchtigkeitsbeständig und verströmt einen angenehmen Duft.
  • Terrassenbeläge und Fassaden: Aufgrund seiner Witterungsbeständigkeit und natürlichen Resistenz gegen Schädlinge wird Zedernholz auch für den Außenbereich verwendet, beispielsweise für Terrassenbeläge und Fassadenverkleidungen.
  • Ätherische Öle: Aus Zedernholz und Zedernnadeln werden ätherische Öle gewonnen, die in der Aromatherapie und in der Parfümindustrie eingesetzt werden. Zedernholzöl wird eine beruhigende und antiseptische Wirkung zugeschrieben.

Das im Handel erhältliche Zedernholz stammt häufig aus nachhaltiger Forstwirtschaft, um die Bestände zu schonen und eine langfristige Verfügbarkeit zu gewährleisten. Es ist wichtig, beim Kauf von Zedernholz auf Zertifizierungen zu achten, die eine verantwortungsvolle Herkunft garantieren.

Häufig gestellte Fragen zur Herkunft der Zeder

Sind die Zedern im Libanon die ältesten der Welt?
Die Zedern im Libanon, insbesondere 'Die Zedern Gottes', gehören zu den ältesten Zedernbeständen der Welt. Einige Bäume werden auf über 3000 Jahre geschätzt.
Ist die 'Red-cedar' in den USA eine echte Zeder?
Nein, die 'Red-cedar' (Juniperus virginiana) ist botanisch gesehen ein Wacholder und keine echte Zeder (Cedrus).
Wo wachsen echte Zedern?
Echte Zedern wachsen im Mittelmeerraum (Libanon, Nordafrika) und im Himalaya.
Wofür wird Zedernholz verwendet?
Zedernholz wird für Möbel, Saunabau, Terrassen, Fassaden und zur Gewinnung ätherischer Öle verwendet.
Ist Zedernholz nachhaltig?
Zedernholz kann nachhaltig sein, wenn es aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft stammt. Achten Sie auf Zertifizierungen beim Kauf.

Die Reise zur Herkunft der Zeder führt uns von den historischen Wäldern des Libanons über die überraschende 'Rot-Zeder' Amerikas bis hin zum modernen Handel mit Zedernholz. Diese beeindruckenden Bäume sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch von großer ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Ihre Geschichte und ihre Verbreitung sind ein faszinierendes Kapitel in der Welt der Pflanzen.

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