Wann sollte man spätestens Tomaten Pflanzen?

Wildtomaten pflanzen: So gelingt der Anbau im eigenen Garten

07/08/2024

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Wildtomaten erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei Hobbygärtnern und das aus gutem Grund. Diese ursprünglichen Tomatensorten sind nicht nur robust und widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, sondern liefern auch eine reiche Ernte an aromatischen, meist kirschgroßen Früchten. Ob im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse – Wildtomaten sind vielseitig einsetzbar und bringen einen Hauch von Wildnis in Ihr grünes Reich. Dieser umfassende Artikel führt Sie durch alle Schritte des Anbaus, von der Auswahl der richtigen Sorte bis zur erfolgreichen Überwinterung.

Inhaltsverzeichnis

Warum Wildtomaten anpflanzen?

Im Vergleich zu herkömmlichen Stabtomaten bieten Wildtomaten eine Reihe von Vorteilen, die sie besonders attraktiv machen:

  • Robustheit: Wildtomaten sind von Natur aus widerstandsfähiger gegen viele Tomatenkrankheiten, insbesondere die gefürchtete Kraut- und Braunfäule. Dies macht sie zu einer idealen Wahl für Regionen mit feuchtem Klima oder für Gärtner, die auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten möchten.
  • Anspruchslosigkeit: Wildtomaten sind weniger anspruchsvoll an den Boden und die Nährstoffversorgung. Sie gedeihen auch in weniger idealen Gartenbereichen und kommen mit Trockenheit besser zurecht als viele andere Tomatensorten.
  • Reiche Ernte: Trotz ihrer geringen Größe produzieren Wildtomaten eine beeindruckende Menge an Früchten. Bis zu 1000 Tomaten pro Pflanze sind keine Seltenheit!
  • Lange Ernteperiode: Die Erntezeit von Wildtomaten erstreckt sich oft bis in den späten Herbst hinein, manchmal sogar bis zum ersten Frost.
  • Vielseitigkeit: Wildtomaten sind nicht nur lecker zum Frischverzehr, sondern auch ideal für Salate, zum Naschen, für Saucen und zum Einlegen.
  • Dekorativer Wert: Mit ihrem üppigen Wuchs und den farbenfrohen Früchten sind Wildtomaten auch optisch ein Gewinn für jeden Garten oder Balkon. Sorten wie die 'Blaue Wildtomate' mit ihren blau-weißen Früchten sind besonders attraktiv.

Die richtige Sorte wählen

Die Vielfalt an Wildtomaten ist groß und es gibt für jeden Geschmack und jeden Anbauort die passende Sorte. Hier eine kleine Auswahl beliebter und empfehlenswerter Wildtomaten:

  • Rote Murmel: Eine bewährte Sorte, die sich durch ihre Robustheit und ihren reichen Ertrag auszeichnet. Die kleinen, roten Früchte sind aromatisch und ideal zum Naschen.
  • Golden Currant: Diese Sorte trägt unzählige kleine, goldgelbe Früchte mit einem süßen Geschmack. Sie ist ebenfalls sehr robust und ertragreich.
  • Blaue Wildtomate: Eine optisch außergewöhnliche Sorte mit blau-weißen Früchten, die bei Reife einen fruchtig-würzigen Geschmack entwickeln. Sie ist auch als Zierpflanze sehr attraktiv.
  • Blaue Datteltomate: Ähnlich der 'Blauen Wildtomate', aber mit dattelförmigen Früchten und einem etwas besseren Geschmack laut einigen Gärtnern.

Für den Anbau im Topf oder Kübel eignen sich besonders kleinwüchsige Sorten wie Red Robin, Primabell, Balconi Red oder Minibel. Diese Sorten bleiben kompakt und sind ideal für Balkon und Terrasse.

Sind Wildtomaten winterhart?
Kleinwüchsige Buschtomaten und Wildtomaten Besonders kleinwüchsige Buschtomaten sowie Wildtomaten eignen sich für die Überwinterung. Im Gegensatz zu Freilandtomaten benötigen diese nicht so viel Platz und dementsprechend weniger Licht.

Wildtomaten pflanzen – Schritt für Schritt

Aussaat und Voranzucht

Wildtomaten können ab Februar oder März im Haus vorgezogen werden. Die Anzucht aus Samen ist relativ einfach:

  1. Aussaatgefäße vorbereiten: Verwenden Sie Anzuchtschalen oder kleine Töpfe und füllen Sie diese mit Anzuchterde.
  2. Samen aussäen: Legen Sie die Samen etwa 0,5 cm tief in die Erde und bedecken Sie sie leicht mit Erde.
  3. Angießen und warm stellen: Befeuchten Sie die Erde vorsichtig mit einer Sprühflasche und stellen Sie die Anzuchtgefäße an einen warmen Ort (ca. 20-25 °C). Ein Mini-Gewächshaus oder eine Fensterbank über der Heizung sind ideal.
  4. Feucht halten: Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe.
  5. Keimung abwarten: Die Keimung erfolgt in der Regel innerhalb von 1-2 Wochen. Bei manchen Wildtomatensorten kann es etwas länger dauern.
  6. Pikieren: Sobald die Keimlinge die ersten richtigen Blätter (nach den Keimblättern) entwickelt haben, können sie pikiert werden. Setzen Sie jeden Sämling einzeln in einen größeren Topf.

Auspflanzen ins Freiland oder in Kübel

Nach den Eisheiligen (Mitte Mai), wenn keine Frostgefahr mehr besteht, können die Jungpflanzen ins Freiland oder in Kübel ausgepflanzt werden. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Standortwahl: Wildtomaten bevorzugen einen sonnigen und warmen Standort. Ein geschützter Platz, z.B. an einer Hauswand, ist ideal.
  • Boden vorbereiten: Lockern Sie den Boden im Freiland gut auf und verbessern Sie ihn gegebenenfalls mit Kompost. Für den Anbau in Kübeln verwenden Sie hochwertige Tomatenerde.
  • Pflanzabstand: Wildtomaten benötigen Platz zum Wachsen. Im Freiland sollten Sie einen Pflanzabstand von mindestens 80-100 cm einhalten. In Kübeln sollte jede Pflanze ausreichend Raum haben (mindestens 10-20 Liter Volumen pro Pflanze, je nach Sorte).
  • Pflanzen einsetzen: Setzen Sie die Jungpflanzen etwas tiefer in die Erde, als sie zuvor im Topf standen. Dies fördert die Wurzelbildung.
  • Angießen: Gießen Sie die Pflanzen nach dem Einpflanzen gründlich an.

Pflege von Wildtomaten

Wildtomaten sind pflegeleicht, aber einige Maßnahmen fördern ihr Wachstum und ihre Ernte:

Gießen

Wildtomaten benötigen regelmäßig Wasser, besonders während der Fruchtbildung. Gießen Sie am besten morgens und vermeiden Sie Staunässe. An heißen Tagen kann es notwendig sein, täglich zu gießen.

Düngen

Wildtomaten sind nicht so hungrig wie Stabtomaten, aber eine moderate Düngung unterstützt das Wachstum. Verwenden Sie am besten organischen Tomatendünger und düngen Sie regelmäßig nach Packungsanleitung, sobald die ersten Früchte erscheinen.

Wie kann man wilde Tomaten wachsen lassen?
Normalerweise wachsen die Wilden auf dem Boden entlang. Bei Kübelbepflanzung kann man die Wilde „bändigen“, indem man der Pflanze eine Rankhilfe anbietet oder die Pflanze einfach überhängend wachsen lässt. Wenn sie einmal zu üppig wachsen sollte, können Triebe einfach gestutzt werden.

Ausgeizen? Ja oder Nein?

Im Gegensatz zu Stabtomaten müssen Wildtomaten in der Regel nicht ausgegeizt werden. Das Ausgeizen, also das Entfernen der Seitentriebe in den Blattachseln, ist bei Wildtomaten sogar kontraproduktiv, da es die reiche Fruchtbildung eher reduziert. Wildtomaten verzweigen sich stark und bilden an den Seitentrieben viele Blüten und Früchte.

Allerdings kann es bei sehr üppigem Wuchs sinnvoll sein, einzelne Triebe zu stutzen oder etwas auszulichten, um die Belüftung der Pflanze zu verbessern und die Reifung der Früchte zu fördern. Dies ist besonders bei dicht wachsenden Sorten oder bei Anbau im Gewächshaus relevant.

Unterstützung und Anbauweise

Obwohl Wildtomaten nicht ausgegeizt werden, kann eine gewisse Unterstützung dennoch sinnvoll sein, besonders bei sehr wüchsigen Sorten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Wildtomaten zu unterstützen:

  • Trichter- oder Strahlenförmiges Gestell: Diese Gestelle bieten den verzweigten Trieben Halt und heben die Früchte etwas vom Boden ab, was Pilzkrankheiten vorbeugen kann.
  • Rankhilfe: Im Kübel oder auf dem Balkon kann eine Rankhilfe verwendet werden, an der die Triebe hochgeleitet werden.
  • Freiwachsend: Wildtomaten können auch freiwachsend am Boden kultiviert werden. Dies entspricht ihrer natürlichen Wuchsform. In diesem Fall sollte man jedoch auf eine gute Belüftung achten und die Pflanzen nicht zu dicht setzen.

Bestäubung

Tomaten sind Selbstbestäuber, aber Wind und Insekten können die Bestäubung unterstützen. Im Freiland erfolgt die Bestäubung meist problemlos. Im Gewächshaus oder auf dem Balkon kann man die Bestäubung fördern, indem man die Pflanzen leicht schüttelt oder mit einem Pinsel über die Blüten streicht.

Soll man Wildtomaten ausgeizen?
Besonders auf guten Böden können Wildtomaten auch zu sehr "ins Kraut schießen". Dann werden nach Bedarf: Seitentriebe "ausgegeizt", also ausgebrochen oder ausgeschnitten und. Triebe etwas oberhalb eines passenden Blüten- oder Fruchtstandes gekürzt.

Wildtomaten überwintern

Tomaten sind in unseren Breiten in der Regel einjährig. Wildtomaten sind jedoch robuster und einige Sorten können unter bestimmten Bedingungen überwintert werden und im nächsten Jahr erneut Früchte tragen. Besonders kleinwüchsige Buschtomaten und Wildtomaten eignen sich für die Überwinterung.

Es gibt verschiedene Methoden, Wildtomaten zu überwintern:

  • Überwinterung als Stecklinge: Im August können Stecklinge von gesunden Pflanzen geschnitten und in Wasser bewurzelt werden. Die bewurzelten Stecklinge werden dann in Töpfe gepflanzt und an einem hellen, kühlen Ort (ca. 10-15 °C) überwintert.
  • Überwinterung im Topf: Kleinwüchsige Wildtomaten können im Topf an einem hellen, kühlen Standort (z.B. ungeheizter Wintergarten, helles Treppenhaus) überwintert werden. Gießen Sie nur sparsam, um ein Austrocknen zu verhindern.
  • Überwinterung im Gewächshaus: In einem frostfreien Gewächshaus können Wildtomaten ebenfalls überwintert werden. Achten Sie auch hier auf einen hellen Standort und sparsame Wassergaben.

Unabhängig von der Methode ist es wichtig, die Pflanzen vor der Überwinterung auf Schädlinge zu kontrollieren und gegebenenfalls zu behandeln. Im Winter benötigen die Pflanzen weniger Licht und Wasser und dürfen nicht gedüngt werden.

Häufige Fragen zum Anbau von Wildtomaten (FAQ)

FrageAntwort
Muss man Wildtomaten ausgeizen?Nein, Wildtomaten müssen in der Regel nicht ausgegeizt werden. Das Entfernen der Seitentriebe ist sogar kontraproduktiv.
Sind Wildtomaten winterhart?Nein, Wildtomaten sind in unseren Breiten nicht winterhart. Sie können aber unter bestimmten Bedingungen überwintert werden.
Wie groß werden Wildtomaten?Die Größe von Wildtomaten variiert je nach Sorte. Es gibt kleinwüchsige Sorten (ca. 30-50 cm) und sehr wüchsige Sorten, die über 1,5 m hoch und breit werden können.
Wann erntet man Wildtomaten?Die Erntezeit beginnt je nach Sorte und Witterung ab Ende Juli und kann bis zum Frost im Oktober dauern.
Welchen Standort bevorzugen Wildtomaten?Wildtomaten bevorzugen einen sonnigen und warmen Standort.

Fazit

Wildtomaten sind eine Bereicherung für jeden Garten und Balkon. Mit ihrer Robustheit, ihrer reichen Ernte und ihrer Vielseitigkeit sind sie eine ideale Wahl für Anfänger und erfahrene Gärtner gleichermaßen. Probieren Sie es aus und entdecken Sie die Freude am Anbau dieser unkomplizierten und schmackhaften Tomaten!

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