Welche Kräuter werden in Wermut verwendet?

Wermut: Geschichte, Herstellung & Genuss des Aromatisierten Weins

05/08/2024

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Wermut, oft auch als Vermouth bekannt, ist weit mehr als nur eine Zutat für Cocktails. Es handelt sich um einen aromatisierten Wein, dessen Geschichte tief in der Antike verwurzelt ist. Die Basis bildet stets Wein, welcher durch die Zugabe von verschiedenen Kräutern und Gewürzen seinen charakteristischen Geschmack erhält. Namensgebend und eine der wichtigsten Zutaten ist dabei das Wermutkraut (Artemisia absinthium), welches dem Getränk nicht nur seinen Namen, sondern auch eine leicht bittere Note verleiht.

Kann man Wermut verwechseln?
Verwechslungsmöglichkeiten: Beifuß kann man hauptsächlich mit dem Wermut verwechseln. Die Blätter des Wermuts sind aber auch auf der Oberseite silber-weiß wollig, der Beifuß nur an der Unterseite des Blattes. Wermut duftet weitaus stärker als Beifuß und schmeckt extrem bitter.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Wermut/Vermouth? Eine Definition

Im Kern ist Wermut ein verstärkter und aromatisierter Wein. Die Aromatisierung erfolgt traditionell durch eine Vielzahl von Kräutern, Gewürzen und Wurzeln. Neben dem obligatorischen Wermutkraut können dies beispielsweise Beifuß, Enzian, Angelikawurzel, Koriander, Zimt, Nelken und viele andere sein. Die genaue Zusammensetzung der Botanicals ist oft ein gut gehütetes Geheimnis der jeweiligen Hersteller und trägt maßgeblich zum individuellen Charakter des Wermuts bei.

Historisch gesehen wurde Wermut nicht primär als Genussmittel, sondern vielmehr aufgrund seiner vermeintlichen heilenden Eigenschaften geschätzt. Bereits in der Antike verwendeten die Griechen Wermutkraut als Medizin. Diese Tradition setzte sich fort, und im Mittelalter wurde Wermut in Apotheken hergestellt und verkauft. Apotheker und Kräuterkundige waren für die Zusammenstellung der Kräutermischungen und die Zubereitung des Elixiers verantwortlich.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Stile von Wermut, die sich hauptsächlich in ihrer Süße und Farbe unterscheiden. Die bekanntesten sind der süße rote Vermouth (oft als italienischer Vermouth bezeichnet) und der trockene weiße Vermouth (französischer Vermouth). Diese Unterscheidung ist jedoch nicht in Stein gemeißelt, und es gibt eine breite Palette von Wermut-Varianten, darunter auch Rosé- und Bernsteinfarbene Sorten. Jede Stilrichtung zeichnet sich durch ein einzigartiges Aromenprofil aus, das durch die spezifische Auswahl und das Verhältnis der verwendeten Kräuter und Gewürze bestimmt wird.

Vom Heilmittel zum Bar-Klassiker: Die Entwicklung des Wermuts

Wie bereits erwähnt, begann die Geschichte des Wermuts in der Apotheke. Die Überzeugung, dass Kräuter gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen, war in der Antike und im Mittelalter weit verbreitet. Wermutkraut, als Hauptbestandteil, wurde dabei eine besondere Rolle zugeschrieben. Man glaubte, es könne bei Verdauungsproblemen helfen und den Appetit anregen. Daher war Wermut ein beliebtes Mittel in der medizinischen Anwendung.

Warum war Wermut verboten?
Wermut ist Bestandteil des Absinth, eines alkoholischen Getränks mit Auszügen von Wermut, Fenchel, Anis und Melisse, das besonders im 19. Jahrhundert beliebt wurde und aufgrund des Thujongehalts und der vermuteten gesundheitsschädlichen Wirkung zeitweise in verschiedenen europäischen Ländern verboten war.

Im 18. Jahrhundert erlebte Europa eine wachsende Begeisterung für Aperitifs und Digestifs. In dieser Zeit entdeckte man auch den Wermut als ansprechendes Getränk für den gesellschaftlichen Genuss. Sein komplexes Geschmacksprofil, die Kombination aus Wein, Kräutern und Gewürzen, machte ihn zu einer interessanten Alternative zu anderen alkoholischen Getränken. Parallel dazu erlebten Bars und Kaffeehäuser einen Aufschwung und entwickelten sich zu wichtigen sozialen und kulturellen Treffpunkten. Cocktails wurden immer populärer, und Wermut fand schnell seinen Platz als wichtige Zutat in vielen klassischen Rezepten. Die Verwendung von Wermut in Cocktails trug maßgeblich dazu bei, ihn vom reinen Heilmittel zu einem festen Bestandteil der Barkultur zu etablieren.

Die Herstellung von Wermut: Tradition und Innovation

Die moderne Wermutproduktion basiert zwar oft auf traditionellen Methoden, doch es gibt auch Raum für Innovation und Kreativität. Der Herstellungsprozess lässt sich im Wesentlichen in folgende Schritte unterteilen:

  1. Auswahl des Grundweins: Die Qualität des Grundweins ist entscheidend für die Qualität des Endprodukts. Traditionell wurden oft einfache, neutrale Weine verwendet. Moderne Wermutproduzenten legen jedoch zunehmend Wert auf hochwertige, frische Weine, die dem Wermut eine zusätzliche fruchtige Komponente verleihen können. Die Wahl des Weins beeinflusst maßgeblich den Körper und die Struktur des Wermuts.
  2. Mazeration der Kräuter und Gewürze: Die ausgewählten Kräuter, Gewürze und Wurzeln werden in Alkohol eingelegt, um ihre Aromen zu extrahieren. Dieser Prozess, die Mazeration, kann je nach gewünschtem Aromenprofil und den verwendeten Zutaten unterschiedlich lange dauern. Einige Hersteller verwenden auch Destillate der Kräuter, um konzentrierte Aromen zu gewinnen.
  3. Verschnitt und Filtration: Der aromatisierte Alkohol wird anschließend mit dem Grundwein verschnitten. Je nach gewünschter Süße wird nun Zucker oder Süßwein hinzugefügt. Vor der Abfüllung wird der Wermut in der Regel filtriert, um Trübstoffe zu entfernen und ein klares Produkt zu erhalten.

Die Vielfalt der verwendeten Kräuter und Gewürze ist enorm. Neben dem Wermutkraut sind häufig Beifuß, Enzian, Angelikawurzel, Orangenschalen, Zitronenschalen, Koriander, Zimt, Nelken, Majoran, Kamille, Holunderblüten und viele weitere Zutaten zu finden. Die genaue Rezeptur ist oft ein streng gehütetes Betriebsgeheimnis und macht den individuellen Charakter jedes Wermuts aus.

Faktoren für hervorragende Qualität

Neben der Auswahl hochwertiger Kräuter und Gewürze spielt der Grundwein eine zentrale Rolle für die Qualität eines Wermuts. Früher wurden häufig überlagerte oder leicht oxidierte Weine verwendet, was zu einem oxidativen Charakter im fertigen Produkt führen konnte. Ein exzellenter Wermut hingegen zeichnet sich durch die Verwendung frischer, fruchtbetonter Grundweine aus. Diese verleihen dem Wermut, neben den komplexen Kräuternoten, eine angenehme Weinfruchtigkeit und Lebendigkeit.

Wermut als Cocktail und Longdrink: Vielseitiger Genuss

Wermut ist ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Cocktail-Klassiker. Denken Sie nur an den Martini, den Manhattan oder den Negroni. In diesen Drinks trägt der Wermut maßgeblich zum Aromenprofil bei und verleiht ihnen Tiefe und Komplexität. Aber Wermut kann mehr als nur Cocktail-Zutat sein. Er eignet sich auch hervorragend als Aperitif pur auf Eis oder als erfrischender Longdrink.

Welche Droge war im Absinth?
Absinth wird aus Wermut und anderen Kräutern nach einer bestimmten Mixtur destilliert. Wermut ("Artemisia Absinthium") ist eine stark riechende Pflanze mit gelben Blüten an einer länglichen Rispe, die in warmen Regionen wächst.

Für Liebhaber leichterer, weniger alkoholstarker Getränke sind Wermut-Longdrinks eine wunderbare Alternative. Hier sind einige Inspirationen für erfrischende Wermut-Longdrinks, basierend auf den Empfehlungen eines Experten:

  • Werner Wermut White & Tonic: Weißer Wermut mit Tonic Water aufgießen und mit einer Limettenscheibe garnieren. Die bittere Note des Tonic Waters harmoniert wunderbar mit den Kräuternoten des weißen Wermuts.
  • Werner Wermut White & Zitronenlimonade: Weißer Wermut mit nicht zu süßer Zitronenlimonade mischen und mit einer Zitronenscheibe garnieren. Eine erfrischend-zitrusartige Variante, ideal für warme Tage.
  • Werner Wermut White & Pink Grapefruit: Weißer Wermut mit Pink Grapefruit Saft aufgießen, einige Minzblätter hinzufügen und mit einer Grapefruitscheibe garnieren. Die leicht bittere Grapefruit ergänzt die Kräuternoten des Wermuts perfekt.
  • Werner Wermut Rosé & Prosecco: Rosé Wermut mit einem Schuss Prosecco aufgießen und mit frischen Johannisbeeren garnieren. Eine elegante und fruchtige Variante mit prickelnder Frische.
  • Werner Wermut Rot & Tawny Port: Roter Wermut mit einem Schuss Tawny Port, einem Spritzer Orangensaft und frischen Himbeeren kombinieren. Eine etwas kräftigere, komplexere Variante mit winterlichen Aromen.

Wichtig bei allen Longdrinks: Verwenden Sie reichlich Eiswürfel und genießen Sie sie gut gekühlt. Experimentieren Sie auch gerne mit verschiedenen Garnituren und Mischungsverhältnissen, um Ihren persönlichen Lieblings-Wermut-Longdrink zu finden.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Wermut

Ist Wermut das Gleiche wie Artemisia?

Nein, Artemisia ist die botanische Gattung, zu der das Wermutkraut (Artemisia absinthium) gehört. Wermut ist also ein Getränk, dessen Hauptbestandteil das Wermutkraut ist, aber es enthält in der Regel noch viele andere Kräuter und Gewürze. Artemisia bezeichnet die Pflanzengattung, Wermut das aromatisierte Getränk.

Kann man Wermut verwechseln?

In der Welt der alkoholischen Getränke gibt es einige, die auf den ersten Blick oder im Namen Ähnlichkeiten aufweisen könnten. Allerdings ist Wermut in seinem Geschmacksprofil und seiner Herstellung doch recht einzigartig. Verwechslungen könnten allenfalls mit anderen Aperitifweinen oder Kräuterweinen vorkommen, die ebenfalls auf Weinbasis hergestellt und mit Kräutern aromatisiert werden. Jedoch ist die dominante Rolle des Wermutkrauts und die spezifische Kombination der Botanicals im Wermut charakteristisch und unterscheidet ihn von anderen Getränkekategorien. Im Zweifelsfall hilft ein Blick auf die Zutatenliste oder eine Verkostung, um Klarheit zu schaffen.

Wermut ist ein faszinierendes Getränk mit einer reichen Geschichte und vielfältigen Genussmöglichkeiten. Ob pur, im Cocktail oder als Longdrink – es lohnt sich, die Welt des Wermuts zu entdecken und die verschiedenen Stile und Aromen zu erkunden.

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