Was ist der Unterschied zwischen französischem und spanischem Lavendel?

Französischer vs. Spanischer Lavendel: Unterschiede

14/07/2024

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Lavendel ist eine der beliebtesten Pflanzen weltweit, bekannt für seinen betörenden Duft, seine wunderschönen Blüten und seine vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten. Doch Lavendel ist nicht gleich Lavendel. Es gibt zahlreiche Arten und Sorten, die sich in ihren Eigenschaften und Bedürfnissen unterscheiden. Zwei besonders beliebte Arten sind der Französische Lavendel (Lavandula dentata) und der Spanische Lavendel (Lavandula stoechas). Obwohl beide zur Gattung Lavendel gehören und viele Gemeinsamkeiten aufweisen, gibt es doch einige wesentliche Unterschiede, die bei der Auswahl für den eigenen Garten oder Balkon berücksichtigt werden sollten. In diesem Artikel beleuchten wir die charakteristischen Merkmale dieser beiden Lavendelarten, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.

Was ist der Unterschied zwischen französischem und spanischem Lavendel?
Französischer Lavendel (Lavandula dentata) blüht vom späten Frühling bis in den Sommer und oft sogar bis in den Herbst hinein. Spanischer Lavendel (Lavandula stoechas) kann unter idealen Bedingungen, insbesondere in wärmeren Klimazonen, fast das ganze Jahr über blühen.
Inhaltsverzeichnis

Blütezeit: Ein entscheidender Unterschied

Einer der auffälligsten Unterschiede zwischen Französischem und Spanischem Lavendel ist die Blütezeit. Wie der Name schon sagt, beginnt der Französische Lavendel, auch Zahnlavendel genannt, im späten Frühling mit seiner Blüte und erstreckt diese oft bis in den Sommer und sogar in den frühen Herbst hinein. Seine Blütenstände sind weniger kompakt und ähneln eher Ähren. Die Blütezeit kann sich je nach Klima und Standortbedingungen leicht verschieben, aber im Allgemeinen können Sie sich auf eine lange Blüteperiode freuen.

Der Spanische Lavendel hingegen, auch Schopflavendel genannt, ist für seine frühe Blüte bekannt. Unter idealen Bedingungen, insbesondere in wärmeren Klimazonen, kann er bereits fast das ganze Jahr über blühen. Seine markanten, ährenförmigen Blütenstände mit den auffälligen, farbigen Hochblättern an der Spitze erscheinen typischerweise im Frühjahr und frühen Sommer. In milden Wintern kann es sogar vorkommen, dass er bereits im Herbst oder Winter einzelne Blüten zeigt. Diese frühe und potenziell längere Blütezeit macht den Spanischen Lavendel zu einer attraktiven Wahl für alle, die sich schon früh im Jahr an Lavendelblüten erfreuen möchten.

Aussehen und Wuchsform: Blätter und Blüten im Vergleich

Neben der Blütezeit gibt es auch Unterschiede im Aussehen der beiden Lavendelarten. Der Französische Lavendel zeichnet sich durch seine fein gezähnten Blätter aus, die ihm seinen botanischen Namen dentata (gezahnt) verleihen. Diese Blätter sind graugrün und haben eine weiche, leicht filzige Textur. Die Pflanze selbst wächst eher buschig und kann eine Höhe von bis zu 90 Zentimetern erreichen. Die Blütenstände des Französischen Lavendels sind, wie bereits erwähnt, weniger dicht und ährenförmiger, mit kleinen, violetten Blüten.

Der Spanische Lavendel hingegen hat eher linealische, lanzettliche Blätter, die ebenfalls graugrün sind, aber weniger auffällig gezahnt oder filzig wirken. Sein charakteristisches Merkmal sind die auffälligen Blütenstände. Diese sind kompakt und ährenförmig, mit einer Krone aus farbigen Hochblättern an der Spitze, die wie kleine Schöpfe aussehen. Diese Hochblätter können in verschiedenen Farben wie Rosa, Violett, Weiß oder sogar Grün auftreten, je nach Sorte. Der Spanische Lavendel ist in der Regel etwas kompakter und erreicht eine Höhe von etwa 60 bis 80 Zentimetern.

Duft: Aromatische Nuancen

Auch im Duft gibt es feine Unterschiede zwischen Französischem und Spanischem Lavendel. Beide Arten verströmen einen angenehmen Lavendelduft, aber die Nuancen können variieren. Der Französische Lavendel hat einen eher frischen, krautigen Duft mit einer leicht kampferartigen Note. Er wird oft als intensiver und belebender beschrieben.

Der Spanische Lavendel hingegen hat einen eher süßeren, blumigeren Duft, der weniger kampferartig ist. Einige Sorten können auch eine leicht harzige oder pinienartige Note aufweisen. Die Duftintensität kann je nach Sorte und Wachstumsbedingungen variieren, aber im Allgemeinen sind beide Lavendelarten für ihren wohlriechenden Duft bekannt.

Ansprüche an Standort und Pflege: Was Lavendel braucht

Sowohl Französischer als auch Spanischer Lavendel bevorzugen einen sonnigen Standort und einen gut durchlässigen Boden. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da sie zu Wurzelfäule führen kann. Beide Arten sind relativ trockenheitstolerant, sobald sie gut angewachsen sind, und benötigen daher nur mäßige Wassergaben. In langen Trockenperioden sollte jedoch regelmäßig gegossen werden.

In Bezug auf die Winterhärte gibt es jedoch einen wichtigen Unterschied. Der Französische Lavendel ist in der Regel etwas empfindlicher gegenüber Frost als der Spanische Lavendel. In kälteren Regionen kann es daher ratsam sein, den Französischen Lavendel im Winter vor Frost zu schützen, beispielsweise durch Abdecken mit Reisig oder Vlies. Der Spanische Lavendel ist etwas robuster und verträgt in der Regel milde Winter im Freien. In sehr kalten Regionen kann jedoch auch er einen Winterschutz benötigen.

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist für beide Lavendelarten wichtig, um die Pflanzen kompakt und blühfreudig zu halten. Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt ist nach der Blüte. Verblühte Blütenstände sollten entfernt werden, und die Pflanzen können leicht in Form geschnitten werden. Ein stärkerer Rückschnitt kann im Frühjahr erfolgen, um die Pflanzen zu verjüngen und das Wachstum anzuregen.

Verwendungsmöglichkeiten: Vielseitige Pflanzen für Garten und Haushalt

Französischer und Spanischer Lavendel sind beide vielseitig einsetzbar. Sie eignen sich hervorragend für Beete, Rabatten, Steingärten und Topf- oder Kübelbepflanzungen. Ihre duftenden Blüten ziehen Bienen und Schmetterlinge an und tragen so zur Artenvielfalt im Garten bei. Auch als Schnittblumen sind sie beliebt und bringen einen Hauch von Lavendelduft ins Haus.

Die Blüten beider Lavendelarten können getrocknet und für Duftsäckchen, Potpourris oder Lavendelkissen verwendet werden. Auch in der Küche finden sie Verwendung, insbesondere in der mediterranen Küche, wo sie zum Würzen von Speisen und Getränken dienen können. Lavendelöl, das aus den Blüten gewonnen wird, wird in der Aromatherapie und in der Kosmetikindustrie eingesetzt.

Aufgrund seines intensiveren Duftes wird der Französische Lavendel oft bevorzugt für die Ölgewinnung verwendet. Der Spanische Lavendel hingegen wird aufgrund seiner auffälligen Blütenstände häufiger als Zierpflanze eingesetzt.

Vergleichstabelle: Französischer vs. Spanischer Lavendel

MerkmalFranzösischer Lavendel (Lavandula dentata)Spanischer Lavendel (Lavandula stoechas)
BlütezeitSpäter Frühling bis Sommer/HerbstFrühling, kann fast ganzjährig blühen (in warmen Klimazonen)
BlütenständeÄhrenförmig, weniger kompaktÄhrenförmig, kompakt, mit farbigen Hochblättern
BlätterGezähnt, graugrün, weichLanzettlich, graugrün
DuftFrisch, krautig, kampferartigSüß, blumig, weniger kampferartig
WinterhärteEtwas frostempfindlicherEtwas frosthärter
WuchsformBuschig, bis 90 cm hochKompakt, bis 80 cm hoch
VerwendungÖlgewinnung, Zierpflanze, DuftsäckchenZierpflanze, Duftsäckchen, Schnittblume

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welcher Lavendel ist besser für Anfänger geeignet?
Sowohl Französischer als auch Spanischer Lavendel sind relativ pflegeleicht. Der Spanische Lavendel ist aufgrund seiner etwas besseren Winterhärte und seiner frühen Blütezeit möglicherweise etwas unkomplizierter für Anfänger, besonders in Regionen mit kälteren Wintern.
Kann ich Französischen und Spanischen Lavendel zusammen pflanzen?
Ja, Sie können beide Lavendelarten problemlos zusammen pflanzen, solange der Standort sonnig ist und der Boden gut durchlässig ist. Die unterschiedlichen Blütezeiten können sogar interessant sein, um die Blütezeit im Garten zu verlängern.
Welchen Lavendel sollte ich wählen, wenn ich Lavendelöl selbst herstellen möchte?
Für die Lavendelölgewinnung wird oft der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) bevorzugt, da er einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen hat. Wenn Sie zwischen Französischem und Spanischem Lavendel wählen müssen, ist der Französische Lavendel aufgrund seines intensiveren Duftes möglicherweise eine bessere Wahl für die Ölgewinnung, obwohl der Ertrag möglicherweise geringer ist als beim Echten Lavendel.
Wie oft muss ich Lavendel gießen?
Lavendel ist trockenheitstolerant und benötigt nicht viel Wasser. Gießen Sie erst, wenn die oberste Bodenschicht trocken ist. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden. In Topf- oder Kübelpflanzungen kann es erforderlich sein, häufiger zu gießen als im Gartenbeet.
Wie schneide ich Lavendel richtig?
Schneiden Sie verblühte Blütenstände regelmäßig ab, um die Blütezeit zu verlängern und die Pflanze kompakt zu halten. Ein stärkerer Rückschnitt kann im Frühjahr erfolgen. Schneiden Sie dabei nicht bis ins alte Holz zurück, sondern nur in den grünen Bereich.

Fazit: Wählen Sie den Lavendel, der zu Ihnen passt

Französischer und Spanischer Lavendel sind beide wunderschöne und duftende Pflanzen, die viele Gärten und Balkone bereichern können. Die Wahl zwischen den beiden Arten hängt von Ihren persönlichen Vorlieben und den Bedingungen in Ihrem Garten ab. Wenn Sie eine frühe und möglicherweise längere Blütezeit wünschen und auffällige Blütenstände bevorzugen, ist der Spanische Lavendel eine gute Wahl. Wenn Sie einen intensiveren, kampferartigen Duft und eine lange Blüteperiode im Sommer und Herbst bevorzugen, ist der Französische Lavendel vielleicht die richtige Wahl. Beide Arten sind relativ pflegeleicht und bringen mediterranes Flair in Ihren Garten. Egal für welchen Lavendel Sie sich entscheiden, mit der richtigen Pflege werden Sie lange Freude an diesen duftenden Schönheiten haben.

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