Klebrige Pflanzen? Ursachen und effektive Lösungen

27/11/2021

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Klebrige Blätter an Zimmer- oder Gartenpflanzen sind ein häufiges Problem, das viele Pflanzenliebhaber beunruhigt. Oftmals ist die erste Reaktion Besorgnis, und die Frage drängt sich auf: Was ist die Ursache für diesen klebrigen Belag und was kann man dagegen tun? In den meisten Fällen ist die Antwort einfacher als gedacht und es gibt eine Reihe von effektiven, oft natürlichen, Lösungen, um das Problem zu beheben und Ihre Pflanzen wieder gesund und vital zu machen. Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Ursachen für klebrige Pflanzen und stellt Ihnen bewährte Methoden vor, um diese zu behandeln und zukünftige Probleme zu vermeiden.

Was tun bei klebrigen Pflanzen?
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Inhaltsverzeichnis

Ursachen für klebrige Pflanzen

Die häufigste Ursache für klebrige Pflanzen ist der Befall mit Schädlingen, insbesondere mit saugenden Insekten. Diese Schädlinge scheiden eine zuckerhaltige Substanz aus, die als Honigtau bekannt ist. Dieser Honigtau ist es, der die Blätter und andere Pflanzenteile klebrig macht. Zu den häufigsten Schädlingen, die Honigtau produzieren, gehören:

  • Blattläuse: Kleine, weiche Insekten in verschiedenen Farben (grün, schwarz, braun, gelb). Sie saugen Pflanzensaft und scheiden Honigtau aus. Blattläuse sind oft in Kolonien an jungen Trieben und Blattunterseiten zu finden.
  • Schildläuse: Unbewegliche, schildförmige Insekten, die fest an Blättern und Stängeln sitzen. Sie sind oft schwer zu erkennen, da sie sich gut tarnen. Auch Schildläuse saugen Pflanzensaft und produzieren Honigtau.
  • Wollläuse (Schmierläuse): Weißliche, watteartige Insekten, die ebenfalls Pflanzensaft saugen und Honigtau ausscheiden. Sie sind oft in Blattachseln und an schwer zugänglichen Stellen zu finden.
  • Weiße Fliege: Kleine, weiße, fliegenähnliche Insekten, die sich bei Berührung schnell bewegen. Ihre Larven saugen Pflanzensaft und scheiden Honigtau aus.

Neben Schädlingen kann in seltenen Fällen auch Ausscheidung von Pflanzensäften selbst zu Klebrigkeit führen, dies ist aber deutlich seltener und oft weniger ausgeprägt als bei Schädlingsbefall. In solchen Fällen kann es sich um eine Reaktion der Pflanze auf Stressfaktoren wie falsche Bewässerung oder ungünstige Umweltbedingungen handeln.

Warum ist Honigtau ein Problem?

Honigtau ist nicht nur unangenehm klebrig, sondern kann auch weitere Probleme verursachen:

  • Rußtaupilze: Honigtau bietet einen idealen Nährboden für Rußtaupilze. Diese Pilze siedeln sich auf dem Honigtau an und bilden einen schwarzen, rußartigen Belag auf den Blättern. Rußtaupilze beeinträchtigen die Photosynthese der Pflanze, da sie das Sonnenlicht blockieren.
  • Ameisen: Ameisen werden von Honigtau angezogen und ernähren sich davon. Sie können sogar Blattläuse und andere Schädlinge "melken", um an den Honigtau zu gelangen, und sie so vor natürlichen Feinden schützen. Dies kann den Schädlingsbefall noch verstärken.
  • Schwächung der Pflanze: Der Saftentzug durch Schädlinge und die Beeinträchtigung der Photosynthese durch Rußtaupilze schwächen die Pflanze insgesamt. Dies macht sie anfälliger für weitere Krankheiten und Schädlinge.

Natürliche Mittel gegen klebrige Pflanzen

Glücklicherweise gibt es eine Reihe von natürlichen und effektiven Mitteln, um klebrige Pflanzen zu behandeln und Schädlinge zu bekämpfen. Chemische Keulen sind oft nicht notwendig und können sogar schädlich für Nützlinge und die Umwelt sein. Hier sind einige bewährte Methoden:

1. Seifenlauge

Die Seifenlauge ist ein altbewährtes Hausmittel gegen Blattläuse und andere saugende Insekten. Sie ist besonders wirksam bei Zimmerpflanzen, da sie relativ geruchsneutral ist. Wichtig ist, dass Sie keine Seife mit Duftstoffen oder anderen Zusätzen verwenden, sondern reine Kaliseife (Schmierseife) oder Kernseife. Diese Seifen sind biologisch abbaubar und schonend für die Pflanzen.

Anwendung:

  1. Reiben Sie etwas Kernseife ab oder verwenden Sie flüssige Kaliseife.
  2. Lösen Sie die Seife in warmem Wasser auf. Das Mischungsverhältnis sollte etwa 1-2 Esslöffel Seife pro Liter Wasser betragen.
  3. Füllen Sie die Seifenlauge in eine Sprühflasche.
  4. Besprühen Sie die betroffenen Pflanzenteile gründlich mit der Seifenlauge, insbesondere die Blattunterseiten, wo sich Schädlinge oft verstecken.
  5. Lassen Sie die Seifenlauge einige Stunden einwirken.
  6. Spülen Sie die Pflanze anschließend mit klarem Wasser ab, um Seifenreste zu entfernen. Dies ist wichtig, um die Poren der Blätter nicht zu verstopfen.
  7. Wiederholen Sie die Behandlung bei Bedarf nach einigen Tagen.

Wirkungsweise: Die Seifenlauge löst die Wachsschicht der Insekten auf, wodurch diese austrocknen und absterben. Sie wirkt auch gegen den Honigtau, indem sie ihn ablöst.

2. Oreganosud

Oregano ist nicht nur ein beliebtes Küchenkraut, sondern auch ein wirksames Mittel gegen Blattläuse. Der Sud aus Oregano enthält ätherische Öle, die abschreckend auf Blattläuse wirken.

Anwendung:

  1. Verwenden Sie frischen oder getrockneten Oregano. Frischer Oregano ist natürlich noch wirksamer.
  2. Für den Sud benötigen Sie etwa 100 Gramm frischen Oregano oder 10 Gramm getrockneten Oregano pro Liter Wasser.
  3. Bringen Sie das Wasser zum Kochen und geben Sie den Oregano hinzu.
  4. Lassen Sie den Sud etwa 20 Minuten ziehen.
  5. Seihen Sie den Sud ab und lassen Sie ihn abkühlen.
  6. Füllen Sie den abgekühlten Sud in eine Sprühflasche.
  7. Besprühen Sie die betroffenen Pflanzen gründlich mit dem Oreganosud.
  8. Wiederholen Sie die Behandlung bei Bedarf alle paar Tage.

Wirkungsweise: Die ätherischen Öle im Oregano wirken abschreckend und insektenfeindlich. Der Sud kann auch leicht desinfizierend wirken.

Können Wollläuse ohne Pflanzen überleben?
Um zu überleben, brauchen Wollläuse Pflanzen. Sie saugen deren Saft und sind nicht wählerisch, was die Pflanzenbestandteile betrifft. Ihren Wirt verlassen die Schädlinge nur bei schlechten Umgebungsbedingungen.

3. Schwarzer Tee

Schwarzer Tee ist ein weiteres einfaches Hausmittel, das besonders gegen Schildläuse wirksam sein soll. Die Inhaltsstoffe im schwarzen Tee, insbesondere die Tannine, scheinen Schildläuse nicht zu mögen.

Anwendung:

  1. Bereiten Sie einen starken schwarzen Tee zu, am besten mit losen Teeblättern oder Teebeuteln.
  2. Lassen Sie den Tee mindestens 15 Minuten ziehen, damit sich die Inhaltsstoffe gut lösen können.
  3. Lassen Sie den Tee vollständig abkühlen.
  4. Füllen Sie den abgekühlten Tee in eine Sprühflasche.
  5. Besprühen Sie die betroffenen Pflanzen gründlich mit dem schwarzen Tee.
  6. Wiederholen Sie die Behandlung bei Bedarf mehrmals wöchentlich.

Wirkungsweise: Die genaue Wirkungsweise von schwarzem Tee gegen Schildläuse ist nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass die Tannine eine Rolle spielen. Sie könnten die Schildläuse abschrecken oder ihre Hautstruktur angreifen.

4. Farnsud

Farn ist eine stark kalihaltige Pflanze und eignet sich nicht nur zur Schädlingsbekämpfung, sondern auch zur Düngung der Pflanzen. Der Sud aus Farn ist besonders wirksam gegen Läuse und versorgt die Pflanzen gleichzeitig mit wichtigen Nährstoffen.

Anwendung:

  1. Sammeln Sie etwa 1 Kilogramm frischen Farn (z.B. Adlerfarn).
  2. Zerkleinern Sie den Farn grob.
  3. Geben Sie den Farn in einen Eimer und übergießen Sie ihn mit 10 Litern Wasser.
  4. Lassen Sie den Sud mindestens 24 Stunden ziehen, idealerweise länger (bis zu 2-3 Tage).
  5. Seihen Sie den Sud ab.
  6. Verwenden Sie den unverdünnten Sud zum Gießen oder Besprühen der Pflanzen.

Wirkungsweise: Der Farnsud wirkt durch seinen hohen Kaliumgehalt und andere Inhaltsstoffe insektenabweisend. Zusätzlich dient er als natürlicher Dünger und stärkt die Pflanzen.

Vorbeugende Maßnahmen

Um klebrige Pflanzen und Schädlingsbefall vorzubeugen, können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Regelmäßige Kontrolle: Untersuchen Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge. Je früher Sie einen Befall erkennen, desto einfacher ist er zu bekämpfen.
  • Optimale Standortbedingungen: Sorgen Sie für den richtigen Standort, ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe für Ihre Pflanzen. Gesunde Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen Schädlinge.
  • Gute Belüftung: Sorgen Sie für eine gute Belüftung, insbesondere bei Zimmerpflanzen. Stauluft begünstigt Schädlingsbefall.
  • Nützlinge fördern: Fördern Sie natürliche Feinde von Blattläusen und anderen Schädlingen, wie z.B. Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen. Dies können Sie durch das Anpflanzen von Nützlingspflanzen im Garten oder den Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus erreichen.
  • Pflanzenhygiene: Entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Blätter und Pflanzenteile, um Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall vorzubeugen.

Fazit

Klebrige Pflanzen sind meist ein Zeichen für Schädlingsbefall, insbesondere durch saugende Insekten wie Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse und Weiße Fliege. Der klebrige Belag ist Honigtau, die Ausscheidungsprodukte dieser Schädlinge. Es gibt jedoch viele natürliche und effektive Methoden, um klebrige Pflanzen zu behandeln und Schädlinge zu bekämpfen. Hausmittel wie Seifenlauge, Oreganosud, schwarzer Tee und Farnsud sind bewährte Alternativen zu chemischen Insektiziden. Durch regelmäßige Kontrolle und vorbeugende Maßnahmen können Sie Ihre Pflanzen gesund und schädlingsfrei halten und die Freude an Ihrem grünen Daumen bewahren.

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