Wann darf man in der Schweiz Bäume fällen?

Baumschnitt in der Schweiz: Wann ist er erlaubt?

19/02/2026

★★★★★Rating: 4.22 (3567 votes)

Ein gesunder und gepflegter Baum ist eine Bereicherung für jeden Garten und trägt massgeblich zum Wohlbefinden bei. Der Baumschnitt spielt dabei eine zentrale Rolle, denn er sorgt nicht nur für ein ästhetisches Erscheinungsbild, sondern auch für die Gesundheit und Sicherheit des Baumes und seines Umfelds. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für den Baumschnitt in der Schweiz und was gilt es dabei zu beachten? Dieser Artikel gibt Ihnen umfassende Antworten und praktische Tipps rund um das Thema Baumschnitt.

Wo wurde Baum fällt gedreht?
Drehorte waren Heiligenblut am Großglockner und Umgebung sowie Sachsenburg, unter anderem im Sägewerk des Unternehmens Hasslacher an dessen Sachsenburger Standort. Entstanden ist diese Tatort-Folge bei der Graf Filmproduktion GmbH des Kärntner Produzenten Klaus Graf, unterstützt vom Land Kärnten.
Inhaltsverzeichnis

Warum ist der Baumschnitt wichtig?

Der Baumschnitt ist mehr als nur eine kosmetische Massnahme. Er dient einer Reihe wichtiger Funktionen, die sowohl die Gesundheit des Baumes als auch die Sicherheit in Ihrem Garten gewährleisten. Einer der Hauptgründe für den Baumschnitt ist die Verbesserung der Licht- und Luftzirkulation innerhalb der Baumkrone. Durch das Auslichten der Krone gelangen mehr Sonnenlicht und Luft ins Innere des Baumes. Dies ist entscheidend, um die Photosynthese zu optimieren und die Bildung von Pilzbefall zu verhindern. Ein dichter Baum ohne ausreichende Belüftung bietet einen idealen Nährboden für Pilze und andere Schädlinge.

Weiterhin fördert der Baumschnitt das Wachstum starker und stabiler Äste. Indem man gezielt schwache oder überkreuz wachsende Äste entfernt, leitet man die Energie des Baumes in die Entwicklung kräftiger und tragfähiger Äste. Dies ist besonders wichtig, um die Stabilität des Baumes zu gewährleisten und ihn widerstandsfähiger gegen Windbruch und Schneelast zu machen. Zudem ermöglicht der Schnitt eine kontrollierte Wuchsform, sodass der Baum eine ansprechende und ausgewogene Krone entwickelt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Entfernung von morschen, kranken oder abgestorbenen Ästen. Diese stellen nicht nur eine Gefahr dar, da sie jederzeit abbrechen und Schäden verursachen können, sondern sie sind auch ideale Brutstätten für Krankheiten und Schädlinge. Durch das rechtzeitige Entfernen solcher Äste beugen Sie der Ausbreitung von Krankheiten vor und erhalten die Vitalität des Baumes. Bei älteren Bäumen kann es zudem vorkommen, dass die Krone zu dicht oder zu gross wird. Dies kann zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit im Mikroklima des Gartens führen, was wiederum Moosbewuchs an Stamm und Ästen begünstigt. Auch in solchen Fällen ist ein gezielter Baumschnitt sinnvoll.

Nicht zuletzt spielt auch die Verkehrssicherungspflicht eine wichtige Rolle. Als Grundstücksbesitzer sind Sie dafür verantwortlich, Gefahren zu verhindern, die von Ihren Bäumen ausgehen können. Dies bedeutet, dass Sie beispielsweise tote Äste entfernen müssen, die Standsicherheit Ihrer Bäume regelmässig überprüfen sollten und im Zweifelsfall einen Fachmann hinzuziehen sollten. Äste, die in öffentliche Bereiche wie Strassen oder Wege hineinragen und eine Gefahr darstellen könnten, müssen ebenfalls entfernt werden.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Baumschnitt in der Schweiz?

Die Jahreszeit spielt eine entscheidende Rolle bei der Frage, wann der Baumschnitt durchgeführt werden sollte. Grundsätzlich ist ein Baumschnitt in der Schweiz ganzjährig möglich, jedoch bieten sich bestimmte Zeiträume besonders an und sind für bestimmte Baumarten sogar vorzuziehen. Die beste Zeit für den klassischen Baumschnitt, also den Winterschnitt, liegt in der Ruhephase der Bäume, zwischen November und März, idealerweise bei frostfreiem Wetter. In dieser Zeit sind die Bäume weniger anfällig für Krankheiten, da die Saftströmung reduziert ist. Zudem ist die Baumstruktur ohne Laub besser sichtbar, was die Beurteilung und den Schnitt erleichtert. Der Winterschnitt eignet sich besonders für Kernobstbäume wie Apfel- und Birnbäume, aber auch für viele Laubgehölze.

Der Sommerschnitt, der oft auch als Erziehungsschnitt bezeichnet wird, wird in den Sommermonaten, von Juni bis August, durchgeführt. Er dient vor allem dazu, das Wachstum junger Bäume zu lenken und unerwünschte Triebe zu entfernen. Der Sommerschnitt ist weniger radikal als der Winterschnitt und eignet sich gut, um das Wachstum zu bremsen und die Fruchtholzbildung bei Obstbäumen zu fördern. Auch für Ziergehölze kann ein Sommerschnitt sinnvoll sein, um die Form zu erhalten.

Der Herbstschnitt ist ein weiterer möglicher Zeitpunkt für den Baumschnitt. Nach dem Laubfall im Herbst sind die Baumstrukturen gut sichtbar, ähnlich wie im Winter. Der Herbstschnitt kann für viele Baumarten eine gute Alternative zum Winterschnitt sein, insbesondere wenn der Winter sehr streng ist oder man den Schnitt lieber bei milderen Temperaturen durchführen möchte. Allerdings sollte man darauf achten, den Schnitt nicht zu spät im Herbst durchzuführen, damit die Bäume noch genügend Zeit haben, die Schnittwunden vor dem Winter zu verschliessen.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen und spezielle Fälle, in denen ein Baumschnitt ausserhalb dieser typischen Zeiträume erforderlich sein kann. Beispielsweise müssen Bäume, die von Krankheiten oder Schädlingen befallen sind, möglicherweise auch ausserhalb der üblichen Schnittzeiten behandelt werden, um die Ausbreitung der Schaderreger zu stoppen. Ebenso ist die Entfernung von Totholz und bruchgefährdeten Ästen aus Sicherheitsgründen jederzeit notwendig und sollte nicht aufgeschoben werden.

Baumschnitt-Techniken: Grundlagen für einen fachgerechten Schnitt

Ein fachgerechter Baumschnitt erfordert nicht nur das Wissen um den richtigen Zeitpunkt, sondern auch die Anwendung geeigneter Schnitttechniken. Es gibt verschiedene Schnittarten, die je nach Zielsetzung und Baumart angewendet werden. Zu den grundlegenden Schnitttechniken gehören:

  • Auslichtungsschnitt: Hierbei werden vor allem überzählige, zu dicht stehende oder sich kreuzende Äste entfernt. Ziel ist es, die Krone zu lichten und für eine bessere Belichtung und Belüftung zu sorgen.
  • Erziehungsschnitt: Dieser Schnitt wird bei jungen Bäumen durchgeführt, um den Grundstein für eine harmonische und stabile Kronenstruktur zu legen. Es werden Leittriebe ausgewählt und gefördert, während Konkurrenztriebe und unerwünschte Äste entfernt werden.
  • Erhaltungsschnitt: Dieser Schnitt dient der regelmässigen Pflege älterer Bäume. Dabei werden Totholz, kranke Äste und störende Zweige entfernt, um die Vitalität und Sicherheit des Baumes zu erhalten.
  • Verjüngungsschnitt: Bei älteren, überalterten Bäumen kann ein Verjüngungsschnitt durchgeführt werden, um die Triebkraft anzuregen und den Baum zu revitalisieren. Dabei werden stärkere Rückschnitte in älteres Holz vorgenommen.
  • Formschnitt: Dieser Schnitt wird vor allem bei Ziergehölzen angewendet, um eine bestimmte Form zu erzielen oder zu erhalten. Beispiele hierfür sind Kugelbäume, Spalierbäume oder Hecken.

Beim eigentlichen Schnitt ist es wichtig, einige Grundregeln zu beachten. Saubere und scharfe Werkzeuge sind unerlässlich, um glatte Schnittflächen zu erzeugen und die Verletzungsgefahr für den Baum zu minimieren. Der Schnitt sollte idealerweise knapp über einem nach aussen gerichteten Auge (Knospe) oder Seitentrieb erfolgen, um das Wachstum in die gewünschte Richtung zu lenken. Stärkere Äste sollten in mehreren Schritten abgetragen werden, um ein Ausreissen der Rinde zu vermeiden. Bei grösseren Schnittflächen kann die Verwendung eines Wundverschlussmittels sinnvoll sein, um den Baum vor dem Eindringen von Krankheitserregern zu schützen, obwohl dies in der modernen Baumpflege nicht mehr generell empfohlen wird und eher bei bestimmten Baumarten oder unter ungünstigen Bedingungen zum Einsatz kommt.

Werkzeuge für den Baumschnitt: Die richtige Ausrüstung

Die Wahl der richtigen Werkzeuge ist entscheidend für einen effizienten und baumschonenden Baumschnitt. Je nach Grösse und Dicke der Äste kommen unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz:

  • Baumscheren (Rebschere, Gartenschere): Für dünnere Äste und Zweige bis zu einem Durchmesser von etwa 2-3 cm. Es gibt verschiedene Ausführungen, wie Amboss-Scheren und Bypass-Scheren, die sich für unterschiedliche Materialien und Schnittarten eignen.
  • Astscheren: Für dickere Äste bis zu einem Durchmesser von etwa 4-5 cm. Astscheren haben längere Hebelarme, die mehr Kraftübertragung ermöglichen.
  • Baumsägen: Für Äste mit einem Durchmesser über 5 cm. Es gibt Handsägen und Akku- oder Motorsägen. Für den Hausgebrauch sind in der Regel Handsägen ausreichend. Für grössere Bäume oder umfangreichere Schnittarbeiten können Akku- oder Motorsägen die Arbeit erleichtern.
  • Hochentaster: Für das Schneiden von Ästen in grösserer Höhe, ohne Leiter. Hochentaster gibt es in verschiedenen Längen und Ausführungen, teilweise auch mit Teleskopstiel.
  • Leiter: Für das Erreichen höherer Äste, insbesondere bei grösseren Bäumen. Achten Sie auf eine standsichere Leiter und arbeiten Sie immer vorsichtig und sicher.
  • Handschuhe: Zum Schutz der Hände vor Verletzungen und Dornen.
  • Schutzbrille: Zum Schutz der Augen vor herabfallenden Ästen und Sägespänen.

Achten Sie beim Kauf von Werkzeugen auf Qualität und Schärfe. Regelmässige Pflege und Reinigung der Werkzeuge verlängern deren Lebensdauer und sorgen für saubere Schnitte.

Häufig gestellte Fragen zum Baumschnitt in der Schweiz (FAQ)

Kann ich Bäume das ganze Jahr über schneiden?
Ja, grundsätzlich ist ein Baumschnitt in der Schweiz ganzjährig möglich. Allerdings sind bestimmte Zeiträume, wie der Winter- oder Sommerschnitt, für bestimmte Baumarten und Schnittziele besonders empfehlenswert. Totholz und bruchgefährdete Äste sollten jedoch aus Sicherheitsgründen jederzeit entfernt werden.
Brauche ich eine Genehmigung für den Baumschnitt in der Schweiz?
In den meisten Fällen benötigen Sie für den Baumschnitt auf Ihrem Privatgrundstück keine spezielle Genehmigung. Es gibt jedoch Ausnahmen, insbesondere bei geschützten Bäumen oder in bestimmten Schutzgebieten. Informieren Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Gemeinde oder Kanton über die geltenden Bestimmungen.
Wie schneide ich einen Baum richtig?
Ein fachgerechter Baumschnitt erfordert Wissen und Erfahrung. Beachten Sie die grundlegenden Schnitttechniken, verwenden Sie scharfe Werkzeuge und schneiden Sie knapp über einem Auge oder Seitentrieb. Bei Unsicherheiten oder grösseren Bäumen ist es ratsam, einen professionellen Baumpfleger hinzuzuziehen.
Was mache ich mit dem Schnittgut?
Das Schnittgut kann je nach Grösse und Menge unterschiedlich entsorgt werden. Dünnere Zweige und Blätter können kompostiert werden. Grössere Äste können gehäckselt und als Mulchmaterial verwendet oder als Brennholz genutzt werden. In vielen Gemeinden gibt es auch Grüngutsammlungen oder Wertstoffhöfe, wo grössere Mengen Schnittgut abgegeben werden können.
Was kostet ein professioneller Baumschnitt?
Die Kosten für einen professionellen Baumschnitt variieren je nach Grösse und Art des Baumes, dem Umfang der Arbeiten und dem regionalen Preisniveau. Holen Sie am besten mehrere Angebote von verschiedenen Baumpflegebetrieben ein, um Preise zu vergleichen.

Der Baumschnitt ist eine wichtige Massnahme für die Gesundheit, Sicherheit und Ästhetik Ihrer Bäume. Mit den richtigen Kenntnissen und Werkzeugen können Sie viele Schnittarbeiten selbst durchführen. Bei grösseren oder komplexeren Fällen ist es jedoch ratsam, die Expertise eines professionellen Baumpflegers in Anspruch zu nehmen, um optimale Ergebnisse zu erzielen und Schäden am Baum zu vermeiden. So erhalten Sie die Schönheit und Vitalität Ihrer Bäume langfristig und geniessen einen gepflegten und sicheren Garten.

Go up