21/11/2024
Der Sommer ist die Zeit der Ausflüge in die Natur, doch Vorsicht ist geboten, denn in Mecklenburg-Vorpommern breitet sich eine gefährliche Pflanze aus: der Riesenbärenklau. Diese imposante Erscheinung birgt unerwartete Gefahren und kann bei Berührung schmerzhafte Folgen haben. Wanderer und Naturliebhaber sollten gewarnt sein, denn der Riesenbärenklau ist nicht nur eine beeindruckende Pflanze, sondern auch eine potentielle Gesundheitsgefahr.

Was ist der Riesenbärenklau?
Der Riesenbärenklau, auch bekannt als Herkulesstaude, ist eine aus dem Kaukasus stammende Pflanze, die sich in Europa und auch in Deutschland, insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern, stark ausbreitet. Er wurde im 19. Jahrhundert als Zierpflanze eingeführt, hat sich aber als invasive Art erwiesen, die heimische Pflanzen verdrängt und die Artenvielfalt gefährdet. Sein lateinischer Name ist Heracleum mantegazzianum und er gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Merkmale des Riesenbärenklaus
- Größe: Der Riesenbärenklau ist beeindruckend groß und kann eine Höhe von bis zu vier Metern erreichen.
- Blüten: Er trägt große, weiße bis zartrosa Doldenblüten, die einen Durchmesser von bis zu 50 Zentimetern erreichen können. Die Blütezeit ist in der Regel von Juni bis Juli.
- Stängel: Der Stängel ist dick, hohl, gerillt und auffällig rot gefleckt. Er ist zudem stark behaart.
- Blätter: Die Blätter sind sehr groß, fiederteilig und können eine Breite von bis zu einem Meter erreichen. Sie ähneln in ihrer Form Bärenklauen, was der Pflanze ihren Namen gab.
Verbreitung in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern ist der Riesenbärenklau weit verbreitet und kommt in vielen Regionen vor. Selbst im Norden, wie beispielsweise in Dranske auf Rügen, wurde er bereits entdeckt. Er bevorzugt feuchte Standorte wie Flussufer, Gräben, Waldränder und Brachflächen, ist aber auch in Gärten und Parks anzutreffen. Die Ausbreitung wird durch seine hohe Samenproduktion begünstigt. Eine einzelne Pflanze kann bis zu 80.000 Samen produzieren.
Warum ist der Riesenbärenklau gefährlich?
Die Gefahr des Riesenbärenklaus liegt in seinem Pflanzensaft. Dieser enthält sogenannte Furocumarine, phototoxische Substanzen, die in Verbindung mit Sonnenlicht gefährlich werden. Wenn der Pflanzensaft auf die Haut gelangt und diese anschließend dem Sonnenlicht ausgesetzt wird, kommt es zu einer phototoxischen Reaktion.
Verbrennungen durch Riesenbärenklau
Die Reaktion auf den Hautkontakt mit Riesenbärenklau und Sonnenlicht ähnelt einem schweren Sonnenbrand, ist aber oft deutlich schmerzhafter und langwieriger. Die Symptome können sein:
- Rötung der Haut
- Schwellung
- Blasenbildung
- Starker Juckreiz und Schmerzen
In schweren Fällen können die Verbrennungen sogar bis zu drei Wochen andauern und Narben hinterlassen. Besonders gefährlich ist der Kontakt mit den Augen, der zu schweren Augenreizungen bis hin zur Erblindung führen kann.
Wer ist besonders gefährdet?
Besonders gefährdet sind Personen, die sich viel im Freien aufhalten, wie:
- Wanderer
- Gartenbesitzer
- Kinder, die beim Spielen in der Natur neugierig werden können.
Was tun bei Kontakt mit Riesenbärenklau?
Wenn Sie in Kontakt mit Riesenbärenklau gekommen sind, ist schnelles Handeln wichtig:
- Sofortige Maßnahmen: Waschen Sie die betroffene Hautstelle umgehend gründlich mit Wasser und Seife ab.
- Sonnenschutz: Vermeiden Sie unbedingt Sonnenlicht auf der betroffenen Stelle für mindestens 48 Stunden. Decken Sie die Hautpartie ab oder bleiben Sie im Schatten.
- Arzt aufsuchen: Bei stärkeren Reaktionen wie Blasenbildung, starken Schmerzen oder Juckreiz sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser kann die Verbrennung professionell behandeln und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einleiten.
Wie kann man sich schützen?
Vorbeugung ist der beste Schutz. Beachten Sie folgende Tipps, um sich vor Verbrennungen durch Riesenbärenklau zu schützen:
- Pflanze erkennen: Machen Sie sich mit den Merkmalen des Riesenbärenklaus vertraut, um ihn in der Natur erkennen zu können.
- Abstand halten: Halten Sie Abstand zu der Pflanze und berühren Sie sie auf keinen Fall.
- Schutzkleidung: Bei Arbeiten in der Natur, insbesondere in Gebieten, in denen Riesenbärenklau vorkommt, tragen Sie lange Kleidung, Handschuhe und gegebenenfalls eine Schutzbrille.
- Kinder aufklären: Erklären Sie Kindern die Gefahren des Riesenbärenklaus und sensibilisieren Sie sie, die Pflanze nicht anzufassen.
Umgang mit Riesenbärenklau in Mecklenburg-Vorpommern
Das Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie (LUNG) Mecklenburg-Vorpommern gibt Hinweise zum Umgang mit dem Riesenbärenklau und bittet um Mithilfe bei der Bekämpfung der Pflanze.
Meldung von Fundstellen
Wenn Sie Riesenbärenklau entdecken, sollten Sie ihn idealerweise nicht selbstständig entfernen, sondern den Fund dem LUNG melden. Dies kann per E-Mail an [email protected] oder an das zuständige Ordnungsamt erfolgen. Ein Foto der Pflanze hilft bei der Identifizierung.
Professionelle Beseitigung
Das LUNG prüft die gemeldeten Fundstellen und entscheidet, ob eine Beseitigung notwendig ist. Die Beseitigung sollte fachgerecht erfolgen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und die Gesundheit der Menschen zu schützen. Wenn eine Entfernung erforderlich ist, wird diese in der Regel von Fachleuten durchgeführt oder das LUNG gibt Empfehlungen für eine sichere Entfernung.
Selbstständige Beseitigung (nur mit Vorsicht!)
Wenn Sie Riesenbärenklau in Ihrem eigenen Garten entfernen möchten, ist äußerste Vorsicht geboten. Tragen Sie unbedingt vollständige Schutzkleidung, einschließlich:
- Handschuhe (undurchlässig, z.B. Gummihandschuhe)
- Lange Ärmel und Hosen
- Gesichtsschutz (Schutzbrille und Mundschutz)
Die beste Zeit für die Beseitigung ist vor der Blütezeit, idealerweise im Frühjahr. Schneiden Sie die Pflanze knapp über dem Boden ab und entsorgen Sie die Pflanzenteile sorgfältig, am besten über den Restmüll, um eine weitere Verbreitung der Samen zu verhindern. Vermeiden Sie jeglichen Hautkontakt mit dem Pflanzensaft.
Fragen und Antworten zum Riesenbärenklau
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Was tun, wenn ich Riesenbärenklau sehe? | Melden Sie den Fund dem LUNG oder dem Ordnungsamt mit einem Foto. |
| Welche Symptome treten bei einer Verbrennung auf? | Hautrötung, Schwellung, Blasenbildung, Juckreiz und Schmerzen. |
| Wie lange dauern die Verbrennungen? | Im schlimmsten Fall bis zu drei Wochen. |
| Was soll ich bei Kontakt mit Riesenbärenklau tun? | Sofort mit Wasser und Seife waschen, Sonne meiden und ggf. Arzt aufsuchen. |
| Kann man Riesenbärenklau selbst entfernen? | Nur mit vollständiger Schutzkleidung und Vorsicht. Besser ist die Meldung an die Behörden. |
Fazit
Der Riesenbärenklau ist eine ernstzunehmende Gefahr, die in Mecklenburg-Vorpommern und anderen Regionen Deutschlands verbreitet ist. Es ist wichtig, die Pflanze zu erkennen, Abstand zu halten und bei Kontakt richtig zu reagieren. Durch die Meldung von Fundstellen und die Unterstützung der Behörden bei der Bekämpfung kann die Ausbreitung des Riesenbärenklaus eingedämmt und das Risiko für Mensch und Natur minimiert werden. Seien Sie aufmerksam in der Natur und genießen Sie die sommerliche Landschaft mit dem Wissen um diese potentielle Gefahr.
