24/02/2023
Viele Gartenbesitzer und Pflanzenliebhaber konzentrieren sich hauptsächlich auf die Pflege ihrer grünen Schätze in den Frühlings- und Sommermonaten. Doch auch der Winter ist eine entscheidende Zeit für das Wohlbefinden von Blumen und Pflanzen. Während der kalten und dunklen Jahreszeit treten Pflanzen in eine Ruhephase ein. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie sich selbst überlassen werden sollten. Im Gegenteil, viele Gewächse benötigen im Winter besondere Aufmerksamkeit, um gesund und kräftig in das nächste Frühjahr starten zu können. Empfindliche Pflanzen müssen an einen geeigneten Ort gebracht werden, um dort zu überwintern, während robustere Pflanzen möglicherweise einen Kälteschutz benötigen, um bei eisigen Temperaturen nicht zu erfrieren. Dieser Artikel beleuchtet die typischen Fehler, die beim Überwintern von Pflanzen gemacht werden, und zeigt Ihnen, wie Sie diese Fallstricke vermeiden, um Ihre Pflanzen optimal durch den Winter zu bringen.

Winterhart oder winterfest? Ein wichtiger Unterschied
Die Begriffe "winterhart" und "winterfest" klingen zwar sehr ähnlich und werden daher oft synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Eigenschaften von Pflanzen. Für die erfolgreiche Überwinterung Ihrer Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon ist es jedoch entscheidend, den Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen zu kennen. Denn dieser Unterschied kann über das Überleben Ihrer Gewächse entscheiden.
Pflanzen, die im Handel als "winterfest" angeboten werden, sind nicht automatisch für eine ungeschützte Überwinterung im Freien geeignet. Der Begriff "winterfest" bedeutet lediglich, dass eine Pflanze unter bestimmten Bedingungen den Winter im Freien überstehen *kann*. Diese Bedingungen können beispielsweise sein, dass keine übermäßige Feuchtigkeit in Verbindung mit Frost auftritt oder dass die Temperaturen nicht unter eine bestimmte Grenze fallen. Winterfeste Pflanzen benötigen daher oft zusätzlichen Schutz, um die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen. Dieser Schutz kann in Form von Gartenvlies, Schutzhauben oder einer schützenden Mulchschicht bestehen. Ohne solche Hilfen können viele winterfeste Pflanzen den Winter nicht überleben.
Im Gegensatz dazu sind winterharte Pflanzen, wie beispielsweise Heidekraut oder Pfingstrosen, deutlich robuster. Ihnen machen die kalten Wintermonate, Schnee und Eis in der Regel nichts aus. Die Bezeichnung "winterhart" kann jedoch durch Zusätze noch genauer definiert werden, da die Winterhärte einer Pflanze natürlich auch von ihrem Standort abhängt. Um die Winterhärte von Pflanzen weltweit zu klassifizieren, wurde ein System von 13 Winterhärtezonen, auch bekannt als USDA-Klimazonen, entwickelt. Zone 1 repräsentiert dabei die Regionen mit den kältesten Temperaturen (durchschnittlich kälteste Jahrestemperatur minus 45,6 Grad Celsius). In Deutschland sind nicht alle dieser Zonen relevant, wobei die kältesten Regionen hierzulande der Winterhärtezone 6 zuzuordnen sind.
Gießfehler im Winter: Nicht vergessen, aber richtig dosieren
Oftmals geraten Pflanzen in ihren Winterquartieren in Vergessenheit. Nach dem Motto "aus den Augen, aus dem Sinn" wird die Pflege vernachlässigt. Zwar benötigen Pflanzen im Winter deutlich weniger Wasser und Nährstoffe als in den Wachstumsphasen des Frühlings und Sommers, aber sie kommen dennoch nicht gänzlich ohne Wasser aus. Ein vollständiger Verzicht auf das Gießen kann dazu führen, dass die Pflanzen austrocknen und eingehen. Hobbygärtner sollten daher das Gießen auch im Winter nicht komplett vernachlässigen, sondern lediglich die Wassermenge und die Gießintervalle an die Bedürfnisse der Pflanzen in der Ruhephase anpassen.
Topfpflanzen, die im Winterquartier stehen, sollten idealerweise etwa alle zwei Wochen gegossen werden. Dabei ist es wichtig, die richtige Wassermenge zu finden. Eine Überwässerung sollte unbedingt vermieden werden, da zu feuchte Erde zu Wurzelfäule führen kann. Topf- und Kübelpflanzen, die im Freien überwintern, sollten möglichst nur an frostfreien Tagen gegossen werden, dann aber reichlich. Durch diese Vorgehensweise wird verhindert, dass die Blumenerde vollständig durchfriert.
Je mehr Wasser in der Blumenerde enthalten ist, desto geringer ist die Gefahr des Durchfrierens. Denn ist die Erde erst einmal gefroren, können die Pflanzenwurzeln kein Wasser mehr aufnehmen, und die Pflanze riskiert zu vertrocknen, obwohl ausreichend Wasser im Boden vorhanden ist. Es ist also ein Balanceakt zwischen ausreichend Feuchtigkeit, um das Durchfrieren zu verhindern, und Vermeidung von Staunässe, die zu Wurzelschäden führen kann.
Die Untersetzer-Falle: Staunässe im Winter vermeiden
Ein weiterer häufiger Fehler, der schnell passiert, ist das Stehenlassen von Untersetzern unter Topfpflanzen im Winter. Im Sommer sind Untersetzer nützlich, um überschüssiges Gießwasser aufzufangen. Im Winter können sie jedoch zum Problem werden. Staut sich nach einem Regenschauer oder durch Schmelzwasser das Wasser in den Untersetzern, reagieren viele Topfpflanzen sehr empfindlich auf diese Staunässe, insbesondere in der kalten Jahreszeit. Wenn dann noch Frost hinzukommt, kann das Fiasko perfekt sein. Das stehende Wasser gefriert, dehnt sich aus und kann die Wurzeln schädigen oder sogar den Topf sprengen.
Um Staunässe im Winter vorzubeugen, sollten Topfpflanzen daher aufgebockt werden, beispielsweise mit kleinen Holzklötzchen oder Steinen. Durch das Aufbocken wird sichergestellt, dass überschüssiges Wasser problemlos ablaufen kann und sich nicht im Untersetzer staut. Alternativ können Untersetzer im Winter auch komplett entfernt werden, um das Risiko von Staunässe von vornherein auszuschließen.
Zu warm und zu hell: Der falsche Standort für die Winterruhe
Gerade in der dunklen Jahreszeit sehnen wir Menschen uns nach wärmenden Sonnenstrahlen. Da liegt der Gedanke nahe, dass auch Topfpflanzen und Kübelpflanzen sich über einen warmen und hellen Standort freuen würden. Diese Annahme ist jedoch für die meisten Pflanzen, die überwintert werden müssen, kontraproduktiv. Direktes Sonnenlicht und zu hohe Temperaturen stören die wichtige Winterruhe der Pflanzen. Im schlimmsten Fall können Pflanzen wie Geranien oder Fuchsien dadurch zu früh austreiben. Die empfindlichen, neuen Triebe sind dann besonders anfällig für Kälte und können bei Frost erfrieren.
Ein besser geeigneter Standort zum Überwintern ist daher ein schattiger, aber nicht völlig dunkler Ort, beispielsweise die Nordseite eines Hauses. Auch zu warme Standorte sind für ein gesundes Überwintern der Pflanzen hinderlich. Übervorsichtige Pflanzenfreunde holen Terrassen- und Balkonpflanzen während Frostperioden oft ins Haus, aus Angst, die niedrigen Temperaturen könnten den Gewächsen schaden. Tatsächlich tun sie ihren Pflanzen damit aber keinen Gefallen.
Pflanzen benötigen neben den Wachstumsphasen auch Ruhephasen, um sich optimal entwickeln zu können. Die natürlichen Jahreszeiten mit ihren unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ermöglichen diesen Wechsel zwischen Wachstum und Ruhe. Wenn man in diesen natürlichen Rhythmus eingreift und Pflanzen im Winter in warme Wohnräume holt, werden sie aufgrund der hohen Temperaturen nicht in die benötigte Ruhephase versetzt. Stattdessen versuchen sie weiterzuwachsen, was zu vergeilten Trieben und einer Schwächung der Pflanze führen kann.
Für die meisten frostempfindlichen Pflanzen sind Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius zum Überwintern ideal. Als Winterquartier eignen sich am besten kühle Räume wie Gewächshäuser oder Wintergärten, aber auch kühle Treppenhäuser, unbeheizte Kellerräume oder helle Garagen können gute Standorte zum Überwintern sein. Wichtig ist, dass der Standort kühl, aber frostfrei und ausreichend hell ist, um den Pflanzen eine angemessene Winterruhe zu ermöglichen und sie gesund durch die kalte Jahreszeit zu bringen.
Häufige Fragen zum Überwintern von Blumen und Pflanzen
- Wie oft muss ich Pflanzen im Winter gießen?
- Topfpflanzen im Winterquartier sollten etwa alle zwei Wochen gegossen werden. Topf- und Kübelpflanzen im Freien nur an frostfreien Tagen gießen.
- Welche Temperatur ist ideal für die Überwinterung?
- Für die meisten frostempfindlichen Pflanzen sind Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius optimal.
- Was ist der Unterschied zwischen winterhart und winterfest?
- Winterharte Pflanzen überstehen den Winter ohne Schutz im Freien. Winterfeste Pflanzen benötigen zusätzlichen Schutz, um den Winter zu überleben.
- Kann ich alle Pflanzen im Keller überwintern?
- Nicht alle Pflanzen sind für die Überwinterung im Keller geeignet. Helle, kühle Keller sind besser geeignet als dunkle, warme Keller. Lichtbedürftige Pflanzen benötigen auch im Winter einen hellen Standort.
