Welche Krankheit tritt bei Tomatenpflanzen am häufigsten auf?

Tomatenpflanzen-Probleme erkennen & lösen

19/02/2022

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Tomaten sind ein beliebtes Gemüse im heimischen Garten, doch leider sind sie auch anfällig für verschiedene Krankheiten und Nährstoffmängel. Ein gesundes Wachstum und eine reiche Ernte hängen maßgeblich davon ab, dass Sie Probleme frühzeitig erkennen und richtig reagieren. Dieser umfassende Ratgeber hilft Ihnen, die häufigsten Anzeichen von Krankheiten, Überdüngung und Mangelerscheinungen bei Ihren Tomatenpflanzen zu deuten und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. So sichern Sie sich eine üppige und wohlschmeckende Tomatenernte.

Wie kann ich Krankheiten an meinen Tomatenpflanzen erkennen?
Wenn Pflanzen nicht mehr richtig wachsen, Flecken bilden oder sich die Farbe der Blätter oder Blüten verändert, ist dies häufig ein Hinweis darauf, dass eine Pilzerkrankung vorliegt. Oft vorkommende Krankheiten an Tomaten sind Kraut- und Braunfäule, Mehltau, Rostpilz oder Sternrußtau.
Inhaltsverzeichnis

Krankheiten erkennen und bekämpfen

Tomatenpflanzen können von verschiedenen Krankheiten befallen werden, die durch Pilze, Bakterien oder Viren verursacht werden. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um die Ausbreitung zu stoppen und Ihre Pflanzen zu schützen.

Die gefürchtete Kraut- und Braunfäule

Die Kraut- und Braunfäule ist eine der verheerendsten Tomatenkrankheiten. Verursacht wird sie durch den Pilz Phytophthora infestans, der nicht nur Tomaten, sondern auch Kartoffeln befällt. Daher ist es wichtig, Tomaten und Kartoffeln nicht nebeneinander zu pflanzen, um das Risiko einer Übertragung zu minimieren. Der Pilz überwintert im Boden und wird bei feuchtem Wetter und durch Spritzwasser auf die Pflanzen übertragen. Tomaten im Freiland sind besonders gefährdet, während Tomaten im Gewächshaus besser geschützt sind.

Symptome der Kraut- und Braunfäule:

  • Braune bis schwarzbraune Flecken auf Blättern und Stängeln, oft beginnend an den Blatträndern.
  • Weißlicher Pilzrasen auf der Blattunterseite, besonders bei feuchter Witterung.
  • Braune, unregelmäßige Flecken auf den Früchten, die schnell faulen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Kraut- und Braunfäule:

  • Pflanzabstand einhalten, um eine gute Belüftung zu gewährleisten.
  • Unterste Blätter entfernen, um Spritzwasser zu vermeiden.
  • Regenschutz für Freilandtomaten, z.B. durch ein Foliendach.
  • Gießen von unten, um die Blätter trocken zu halten.
  • Resistente Sorten wählen.

Bekämpfung der Kraut- und Braunfäule:

Ist die Kraut- und Braunfäule erst einmal ausgebrochen, ist eine direkte Bekämpfung schwierig. Befallene Pflanzenteile sollten sofort entfernt und vernichtet werden (nicht auf den Kompost!). In schweren Fällen können Fungizide eingesetzt werden, diese sollten jedoch nur im Notfall und nach Anweisung verwendet werden.

Wie kann ich Krankheiten an meinen Tomatenpflanzen erkennen?
Wenn Pflanzen nicht mehr richtig wachsen, Flecken bilden oder sich die Farbe der Blätter oder Blüten verändert, ist dies häufig ein Hinweis darauf, dass eine Pilzerkrankung vorliegt. Oft vorkommende Krankheiten an Tomaten sind Kraut- und Braunfäule, Mehltau, Rostpilz oder Sternrußtau.

Weitere häufige Tomatenkrankheiten

  • Dürrfleckenkrankheit: Verursacht durch Pilze, zeigt sich durch braune, trockene Flecken auf den Blättern. Gute Belüftung und das Vermeiden von Staunässe helfen vorbeugend.
  • Samtfleckenkrankheit: Erkennbar an samtartigen, grauen Flecken auf den Blättern. Ebenfalls durch Pilze verursacht und durch feuchte Bedingungen gefördert.
  • Verticillium- und Fusarium-Welke: Bodenbürtige Pilzkrankheiten, die zum Welken der Pflanzen führen, auch bei ausreichender Wasserversorgung. Fruchtfolge und resistente Sorten sind wichtig.
  • Blütenendfäule: Keine Pilzkrankheit, sondern ein Calciummangel, der zu braunen, ledrigen Flecken am Blütenansatz der Früchte führt. Regelmäßige und ausgewogene Düngung sowie eine gleichmäßige Wasserversorgung helfen vorbeugend.

Überdüngung erkennen und vermeiden

Tomaten sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe, um optimal zu wachsen und Früchte zu bilden. Eine ausgewogene Düngung ist daher wichtig. Zu viel Dünger kann jedoch schädlich sein und zu Überdüngung führen.

Symptome einer Überdüngung:

  • Übermäßiges Wachstum von Blättern und Trieben, die weich und schlapp wirken.
  • Eingerollte Blätter, oft dunkelgrün.
  • Wenige Blüten und Früchte trotz üppigem Wachstum.
  • Erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge.

Was tun bei Überdüngung?

Bei Verdacht auf Überdüngung sollten Sie die Düngung sofort stoppen und die Pflanze gut wässern, um überschüssige Nährstoffe auszuspülen. In schweren Fällen kann es hilfreich sein, die Pflanze in frische Erde umzutopfen. Vorbeugend ist es ratsam, sich an die Düngeempfehlungen zu halten und lieber weniger, aber dafür regelmäßig zu düngen.

Richtig düngen für gesunde Tomaten

Für die Düngung von Tomaten eignen sich sowohl organische als auch mineralische Dünger. Organische Dünger wie Kompost, Hornspäne oder verrotteter Mist sind Langzeitdünger und fördern das Bodenleben. Mineralische Dünger wirken schneller, sollten aber dosiert eingesetzt werden, um Überdüngung zu vermeiden. Spezieller Tomatendünger ist ideal, da er die Nährstoffbedürfnisse von Tomatenpflanzen optimal berücksichtigt.

Wie sehen Mangelerscheinungen bei Tomaten aus?
Nährstoffmangel an Tomaten zeigt sich meist in Form von Blattverfärbungen: Stickstoff (N): Mangelt es an Stickstoff, verfärben sich zunächst die älteren Blätter gelb, später braun und fallen schließlich ab. Die jungen, oberen Blätter sind dabei lange noch grün, bis der Mangel überhandnimmt.

Düngezeitpunkte:

  • Vor der Pflanzung: Kompost und Langzeitdünger in den Boden einarbeiten.
  • Beim Pflanzen: Etwas Kompost oder Langzeitdünger ins Pflanzloch geben.
  • Während der Saison: Regelmäßig nachdüngen, etwa alle 1-2 Wochen, besonders während der Fruchtbildung.

Mangelerscheinungen erkennen und beheben

Nährstoffmängel können das Wachstum und die Fruchtbildung von Tomatenpflanzen stark beeinträchtigen. Die Symptome sind oft an den Blättern erkennbar.

Häufige Nährstoffmängel und ihre Symptome:

NährstoffSymptomeUrsachenAbhilfe
Stickstoff (N)Blätter hellgrün bis gelb, beginnend an älteren Blättern; kümmerliches WachstumZu wenig Dünger, Auswaschung durch RegenStickstoffbetonten Dünger geben (z.B. Hornspäne, Brennnesseljauche)
Kalium (K)Braune, trockene Blattränder; Vertrocknung zwischen den Blattrippen; Früchte reifen ungleichmäßigKaliummangel im Boden, zu hohe StickstoffdüngungKaliumbetonten Dünger geben (z.B. Holzasche, Patentkali)
Phosphor (P)Violette Verfärbung der Blätter, besonders auf der Unterseite; verlangsamtes WachstumPhosphormangel im Boden, kalte BödenPhosphorbetonten Dünger geben (z.B. Knochenmehl)
Magnesium (Mg)Gelbliche Verfärbung zwischen den Blattadern, Blattadern bleiben grün; ältere Blätter zuerst betroffenMagnesiummangel im Boden, zu hohe KaliumdüngungBittersalz (Magnesiumsulfat) geben
Calcium (Ca)Blütenendfäule (braune, ledrige Flecken am Blütenansatz der Früchte); junge Blätter können deformiert seinUngleichmäßige Wasserversorgung, Calciummangel im Boden (selten), gestörte CalciumaufnahmeGleichmäßige Wasserversorgung sicherstellen, Kalkung des Bodens, Blattspritzung mit Calciumlösung (in leichten Fällen)
Eisen (Fe)Gelbliche Verfärbung der jungen Blätter, Blattadern bleiben grün (Eisenchlorose); betrifft oft Blätter in den TriebspitzenEisenmangel im Boden (selten), zu hoher pH-Wert des Bodens, StaunässepH-Wert des Bodens prüfen und ggf. senken, Eisendünger geben (z.B. Eisenchelat), Staunässe vermeiden

Fragen und Antworten rund um Tomatenkrankheiten und Düngung

Wie oft sollte ich Tomaten düngen?

Das hängt vom Dünger und dem Entwicklungsstadium der Pflanze ab. Langzeitdünger werden meist einmalig bei der Pflanzung eingearbeitet. Flüssigdünger sollten während der Saison etwa alle 1-2 Wochen gegeben werden, besonders während der Fruchtbildung.

Welchen Dünger soll ich für Tomaten verwenden?

Spezielle Tomatendünger sind ideal, da sie die Nährstoffbedürfnisse von Tomaten optimal decken. Organische Dünger wie Kompost und Hornspäne sind eine gute Basis. Bei Bedarf können mineralische Dünger ergänzt werden.

Wie sehen überdüngte Tomaten aus?
Ist eine Tomate überdüngt, enthält der Boden aber meist zu viel Stickstoff. Dadurch wächst die Tomate sehr schnell in die Höhe und bildet viele neue Triebe und Blätter aus. Diese sind aber eher weich und schlapp und rollen sich ein. Blüten und Früchte hingegen sind eher Mangelware.

Was tun, wenn meine Tomaten gelbe Blätter bekommen?

Gelbe Blätter können verschiedene Ursachen haben, von Nährstoffmangel (Stickstoff, Magnesium, Eisen) über Wassermangel oder -überschuss bis hin zu Krankheiten. Beobachten Sie genau, welche Blätter betroffen sind und wie das Muster der Gelbfärbung aussieht, um die Ursache einzugrenzen.

Kann ich Tomaten mit Kaffeesatz düngen?

Kaffeesatz ist ein guter organischer Dünger für Tomaten, da er Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält. Er sollte jedoch nicht pur verwendet werden, sondern unter die Erde gemischt oder als Mulch um die Pflanzen verteilt werden. Kaffeesatz wirkt leicht sauer und kann den pH-Wert des Bodens senken, was für Tomaten vorteilhaft ist.

Wie erkenne ich Blütenendfäule und was kann ich dagegen tun?

Blütenendfäule zeigt sich durch braune, ledrige Flecken am Blütenansatz der Früchte. Sie wird durch Calciummangel verursacht, oft bedingt durch ungleichmäßige Wasserversorgung. Sorgen Sie für eine gleichmäßige Bewässerung, mulchen Sie den Boden und prüfen Sie den pH-Wert. In leichten Fällen kann eine Blattspritzung mit Calciumlösung helfen.

Mit diesem Wissen sind Sie bestens gerüstet, um Probleme bei Ihren Tomatenpflanzen frühzeitig zu erkennen und zu lösen. Eine aufmerksame Beobachtung Ihrer Pflanzen und die richtige Pflege sind der Schlüssel zu einer reichen und gesunden Tomatenernte. Viel Erfolg beim Tomatenanbau!

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