Wie lange blüht die Teufelszunge?

Teufelszunge & Teufelsabbiss: Blütezeit und Besonderheiten

03/04/2024

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Die Pflanzenwelt ist voller Überraschungen und kurioser Namen. Zwei davon, die uns besonders ins Auge fallen, sind die Teufelszunge und der Teufelsabbiss. Beide tragen einen Namen, der Neugier weckt und auf ihre besonderen Eigenschaften hindeutet. Aber was verbirgt sich wirklich hinter diesen Bezeichnungen? Und wann kann man ihre beeindruckenden Blüten bewundern? Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine Entdeckungsreise durch die Welt dieser faszinierenden Pflanzen.

Ist der Teufelsabbiss eine Heilpflanze?
Als Heilpflanzen war der Gewöhnliche Teufelsabbiss bereits im 15. Jahrhundert bekannt. Er wird zur Blutreinigung, bei Nierenschwäche sowie bei Bronchitis eingesetzt. Verwendet werden Kraut und Wurzeln der Pflanze, die Saponine, Gerb- und Bitterstoffe (z.B. Glykoside) enthalten.
Inhaltsverzeichnis

Die Teufelszunge (Amorphophallus konjac): Ein kurzzeitiges Naturspektakel

Die Teufelszunge, wissenschaftlich bekannt als Amorphophallus konjac, ist eine Pflanze, die vor allem durch ihre spektakuläre und – im wahrsten Sinne des Wortes – kurzlebige Blüte beeindruckt. Aktuell kann man dieses Naturschauspiel im Botanischen Garten Innsbruck erleben, wo eine Teufelszunge im Glashaus ihre volle Pracht entfaltet. Doch Eile ist geboten, denn die Blütezeit dieser außergewöhnlichen Pflanze ist extrem begrenzt.

Wie lange blüht die Teufelszunge?

Die Antwort auf diese Frage ist kurz und prägnant: sehr kurz! Wie der aktuelle Bericht aus dem Botanischen Garten Innsbruck zeigt, dauert die Blütezeit der Teufelszunge oft nur wenige Tage. Im konkreten Fall werden noch etwa zwei bis drei Tage angegeben, in denen Besucher die Pflanze in voller Blüte bewundern können. Diese kurze Blütezeit macht den Moment umso kostbarer und zu einem echten Highlight für Pflanzenliebhaber und Botanik-Interessierte.

Merkmale der Teufelszunge: Größe, Geruch und Bestäubung

Die Teufelszunge ist nicht nur wegen ihrer kurzen Blütezeit bemerkenswert. Ihr Blütenstand ist imposant und kann eine Gesamthöhe von bis zu 80 Zentimetern erreichen. Es handelt sich um ein Aronstabgewächs, was sich in der charakteristischen Blütenform zeigt. Doch nicht nur die Optik ist auffällig, sondern auch der Geruch. Die Teufelszunge verströmt einen intensiven Aasgeruch. Dieser mag für uns Menschen unangenehm sein, hat aber einen wichtigen biologischen Zweck: Er lockt Bestäuber an.

Die Pflanze setzt auf sogenannte Kesselfallenblumen-Strategie. Die Farbe und der Geruch der Blüte imitieren verwesendes Fleisch, um Insekten anzulocken, die sich von solchen Substanzen ernähren oder ihre Eier darin ablegen. Diese Insekten werden in der tütenartigen Umhüllung am Grund des Kolbens kurzzeitig eingesperrt. Während dieser Zeit können sie die Bestäubung vollziehen. Nach erfolgreicher Bestäubung werden die Insekten wieder freigelassen. Ein faszinierendes Beispiel für die ausgeklügelten Strategien der Natur zur Fortpflanzung.

Besuch im Botanischen Garten Innsbruck

Wer die Teufelszunge in Blüte erleben möchte, sollte dem Botanischen Garten Innsbruck einen Besuch abstatten. Die Öffnungszeiten im März sind Montag bis Freitag von 7:30 bis 18:00 Uhr und Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 8:00 bis 18:00 Uhr. Nutzen Sie die Gelegenheit, dieses seltene und kurzlebige Naturschauspiel zu bewundern!

Der Teufelsabbiss (Succisa pratensis): Mehr als nur ein Name

Im Gegensatz zur kurzlebigen Blüte der Teufelszunge präsentiert sich der Teufelsabbiss, wissenschaftlich Succisa pratensis, mit einer längeren Blütezeit und ganz anderen Charakteristika. Auch hier ist der Name wieder Programm und deutet auf eine Besonderheit der Pflanze hin.

Ist Teufelsfuß eine Pflanze? – Ja, der Teufelsabbiss!

Der Teufelsabbiss ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimetern erreichen kann. Er gehört zur Familie der Kardengewächse (Caprifoliaceae, früher Dipsacaceae). Sein auffälligstes Merkmal, das auch namensgebend ist, ist das Rhizom. Dieses dient als Speicher- und Überdauerungsorgan und sieht am unteren Ende oft wie „abgebissen“ aus. Dieser Eindruck entsteht, weil das Rhizom unten allmählich abstirbt. Daher der Name „Teufelsabbiss“, als hätte der Teufel ein Stück davon abgebissen.

Blütezeit und Blütenstände des Teufelsabbiss

Die Blütezeit des Teufelsabbiss erstreckt sich über einen längeren Zeitraum, von Juli bis September. Die Blüten stehen in halbkugeligen, köpfchenförmigen Blütenständen zusammen. Ungewöhnlich ist, dass die Blütenstände nicht von unten nach oben aufblühen, sondern von verschiedenen Zonen aus. Die Blüten selbst sind meist violett bis blau, manchmal auch weiß.

Ist der Teufelsabbiss eine Heilpflanze?
Als Heilpflanzen war der Gewöhnliche Teufelsabbiss bereits im 15. Jahrhundert bekannt. Er wird zur Blutreinigung, bei Nierenschwäche sowie bei Bronchitis eingesetzt. Verwendet werden Kraut und Wurzeln der Pflanze, die Saponine, Gerb- und Bitterstoffe (z.B. Glykoside) enthalten.

Im Gegensatz zu einigen verwandten Arten wie den Witwenblumen oder Skabiosen besitzt der Teufelsabbiss keine strahlenden Randblüten. Die Blüten sind eher klein und unscheinbar, aber in großer Zahl in den Blütenköpfchen vereint und ziehen so dennoch Insekten an.

Ökologie und Bestäubung des Teufelsabbiss

Der Teufelsabbiss ist ökologisch bedeutsam und spielt eine wichtige Rolle in verschiedenen Lebensräumen, insbesondere in Feuchtwiesen und Moorlandschaften. Er ist eine gynodiözische Pflanze, was bedeutet, dass es sowohl Pflanzen mit rein weiblichen als auch mit zwittrigen Blüten gibt. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Falter und Zweiflügler.

Der Teufelsabbiss dient zahlreichen Schmetterlingen als Nektarquelle und Futterpflanze für ihre Raupen. Besonders erwähnenswert sind hier der Goldene Scheckenfalter und der Abbiss-Scheckenfalter, deren Raupen sich oligophag oder monophag von den Blättern des Teufelsabbiss ernähren. Auch für gefährdete Schmetterlingsarten wie den Lungenenzian-Ameisenbläuling ist der Teufelsabbiss eine wichtige Nahrungsquelle.

Namensherkunft und Aberglaube

Wie bereits erwähnt, bezieht sich der Name „Teufelsabbiss“ auf das abgebissen wirkende Rhizom. Dieser Eindruck hat im Laufe der Zeit zu verschiedenen abergläubischen Vorstellungen geführt. In der Volksmedizin wurde dem Teufelsabbiss eine heilende Wirkung zugeschrieben, insbesondere gegen Steinleiden. Als Amulett getragen sollte er vor böser Zauberei schützen und im Stall aufgehängt das Vieh vor Behexung bewahren.

Verwendung als Zierpflanze

Obwohl der Teufelsabbiss in der Natur eher unscheinbar wirkt, wird er gelegentlich auch als Zierpflanze in Gärten verwendet, insbesondere in Moor- und Feuchtgärten. Es gibt verschiedene Sorten, darunter ‘Alba’ mit weißen Blüten und ‘Nana’, eine kleinwüchsige Sorte mit bläulich-violetten Blüten.

Vergleich: Teufelszunge vs. Teufelsabbiss

Um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser beiden „teuflischen“ Pflanzen noch einmal hervorzuheben, hier eine kurze Vergleichstabelle:

MerkmalTeufelszunge (Amorphophallus konjac)Teufelsabbiss (Succisa pratensis)
Wissenschaftlicher NameAmorphophallus konjacSuccisa pratensis
FamilieAronstabgewächse (Araceae)Kardengewächse (Caprifoliaceae)
BlütezeitSehr kurz (wenige Tage)Lang (Juli bis September)
Blütengröße & AuffälligkeitSehr groß, spektakulärEher klein, unscheinbar
Geruch der BlüteAasgeruchKein auffälliger Geruch
BestäubungInsekten (durch Aasgeruch angelockt)Bienen, Falter, Zweiflügler
LebensdauerMehrjährig (Knolle überwintert)Ausdauernd krautig
StandortTropisch/Subtropisch (in Kultur auch in Glashäusern)Feuchtwiesen, Moore
VerwendungZierpflanze (vor allem wegen der Blüte), Konjakmehl aus KnolleZierpflanze, ökologisch wertvoll, traditionelle Heilpflanze

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie oft blüht die Teufelszunge?
Die Teufelszunge blüht in der Regel nur einmal pro Jahr, und das auch nur für sehr kurze Zeit, meist wenige Tage.
Warum riecht die Teufelszunge so unangenehm?
Der Aasgeruch der Teufelszunge dient dazu, Bestäuber anzulocken, insbesondere Aasfliegen und Käfer, die normalerweise an verwesendem Material interessiert sind.
Ist der Teufelsabbiss giftig?
Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Teufelsabbiss giftig ist. Er wird sogar in der Volksmedizin verwendet.
Wo wächst der Teufelsabbiss?
Der Teufelsabbiss ist in Europa und Asien heimisch und wächst bevorzugt auf feuchten Wiesen, in Mooren und an Grabenrändern.
Kann man den Teufelsabbiss im Garten anpflanzen?
Ja, der Teufelsabbiss eignet sich gut für naturnahe Gärten, insbesondere für Feuchtbereiche. Er ist pflegeleicht und trägt zur Artenvielfalt bei.

Fazit

Sowohl die Teufelszunge als auch der Teufelsabbiss sind faszinierende Pflanzen, jede auf ihre eigene Art. Die Teufelszunge beeindruckt mit ihrer spektakulären, wenn auch kurzlebigen Blüte und ihrem ungewöhnlichen Bestäubungsmechanismus. Der Teufelsabbiss hingegen ist eine ökologisch wertvolle und vielseitige Pflanze mit einer interessanten Namensherkunft und traditionellen Verwendungen. Beide Pflanzen zeigen, wie vielfältig und überraschend die Natur sein kann und laden uns ein, die kleinen und großen Wunder der Pflanzenwelt zu entdecken und zu schätzen.

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