23/11/2024
Viele Garten- und Terrassenbesitzer sind unsicher, wann der beste Zeitpunkt ist, um ihre Pflanzgefäße und Gärten zu bepflanzen. Oftmals wird angenommen, dass es nur ein enges Zeitfenster gibt, aber tatsächlich haben Sie viel mehr Spielraum bei der Pflanzzeit, als Sie vielleicht denken. Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die ideale Bepflanzung von Terrassen und Gärten, damit Ihre Pflanzen optimal anwachsen und gedeihen.

- Warum ist die Pflanzzeit überhaupt wichtig? Ein Blick in die Botanik
- Gibt es unterschiedliche Pflanzzeiten für verschiedene Pflanzenarten?
- Wann kann ich meine Terrasse oder meinen Balkon bepflanzen?
- Was kann ich im Sommer und Winter tun?
- Welchen Einfluss hat das Material des Pflanzgefäßes auf meine Pflanzen?
- Wie befülle ich meine Pflanzgefäße richtig?
- Fazit: Die richtige Pflanzzeit für Ihre Terrasse
Warum ist die Pflanzzeit überhaupt wichtig? Ein Blick in die Botanik
Um die Bedeutung der Pflanzzeit zu verstehen, ist es hilfreich, den Jahreszyklus von mehrjährigen Pflanzen zu betrachten. Dieser Zyklus besteht aus zwei Hauptphasen: der Vegetationsphase und der Vegetationsruhe. Während der Vegetationsphase, die in der Regel vom Frühjahr bis zum Sommer reicht, sind die Pflanzen aktiv. Sie wachsen, bilden Blätter, blühen, fruchten und entfalten ihre volle Pracht. Im Gegensatz dazu steht die Vegetationsruhe, eine Ruheperiode, in der die Pflanze photosynthetisch inaktiv ist und den Winter überdauert.
Bei laubabwerfenden Pflanzen ist die Vegetationsruhe offensichtlich. Im Herbst verfärben sich die Blätter in leuchtenden Farben und fallen schließlich ab. Nach dem Laubfall befinden sich diese Pflanzen in einer Art Winterschlaf, bis im Frühjahr der neue Austrieb beginnt.
Immergrüne Pflanzen zeigen eine weniger deutliche Vegetationsruhe. Sie beginnt, sobald das aktive Wachstum stoppt, aber die Blätter bleiben erhalten. Auch im Winter benötigen Immergrüne an warmen, sonnigen Tagen Wasser, da sie weiterhin Feuchtigkeit über ihre Blätter verdunsten. Der Blattwechsel findet bei Immergrünen das ganze Jahr über statt, wobei einzelne Blätter unauffällig abfallen.
In der Vegetationszeit investieren Pflanzen ihre Energie in das Wachstum von Blättern, Blüten und Früchten, aber auch in das Wurzelwachstum. Ein zusätzliches, starkes Wurzelwachstum während dieser aktiven Phase würde die Pflanze schwächen. Daher ist die Vegetationsruhe der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen.
Während der Vegetationsruhe ist der Stoffwechsel der Pflanzen heruntergefahren. Sommergrüne Arten nehmen kaum Wasser oder Nährstoffe auf, und auch immergrüne Arten befinden sich in einer Wachstumspause. Die Pflanze kann die verbleibende Energie des Herbstes und die erste Energie des Frühjahrs direkt in das Wurzelwachstum investieren, was entscheidend für das Anwachsen nach dem Einpflanzen ist.
In Mitteleuropa liegt die Vegetationsruhe in der Regel zwischen Oktober und März, während die Vegetationszeit von April bis Oktober dauert, mit einem Höhepunkt von Mai bis Juli. Als optimale Pflanzzeiten gelten daher der Herbst (September bis Anfang Dezember) und das Frühjahr (Anfang März bis Ende April). In den Wintermonaten ist der Boden meist gefroren oder zu nass.
Besonders im goldenen Herbst profitieren Pflanzen vom noch warmen Boden, was eine erste Wurzelbildung bis zum Winter ermöglicht. Auch außerhalb der empfohlenen Pflanzzeiten ist das Pflanzen grundsätzlich möglich, birgt aber ein höheres Risiko des Nicht-Anwachsens, Vertrocknens oder Absterbens. Sommerpflanzungen erfordern beispielsweise intensives Wässern und sorgfältige Pflege und können für Pflanzen Stress bedeuten, der sich negativ auf Gesundheit, Blüte und Fruchtbildung auswirken kann.
Gibt es unterschiedliche Pflanzzeiten für verschiedene Pflanzenarten?
Ja, tatsächlich gibt es Unterschiede! Vor allem frostempfindliche Pflanzen sollten besser erst im Frühjahr gepflanzt werden. Dies gilt insbesondere für wurzelnackte Pflanzen, also Pflanzen, die ohne Wurzelballen verkauft werden.
Immergrüne Pflanzen sollten, wenn im Herbst gepflanzt, rechtzeitig, idealerweise bereits im August oder September, in die Erde kommen, um ausreichend Zeit zum Einwurzeln vor dem Winter zu haben. Dennoch ist das Risiko der Austrocknung durch Verdunstung im Winter höher, weshalb das Frühjahr oft die sicherere Wahl ist.
Sommerflor, also nicht-ausdauernde Pflanzen, verträgt in der Regel keinen Frost. Spätfröste im Frühjahr sollten daher vermieden werden. Sommerflor sollte erst nach den Eisheiligen im Mai ausgepflanzt oder in Töpfen auf Terrasse und Balkon gut geschützt werden.
Das Gleiche gilt für Nutzpflanzen und junge Kräuter, die ebenfalls frostempfindlich sind und besser nach dem letzten Frost gepflanzt werden.
Eine Besonderheit stellen die Geophyten, also Zwiebel- und Knollenpflanzen, dar. Hier orientiert man sich an der Blütezeit. Frühjahrs- und frühsommerblühende Zwiebelpflanzen werden bereits im Herbst gesetzt, während herbstblühende Geophyten im Frühling in Beet oder Topf kommen.
Geophyten beziehen ihre gesamte Energie aus der Zwiebel oder Knolle. Pflanzstress führt zu Energieverlust, der schwer auszugleichen ist. Der richtige Zeitpunkt zum Setzen ist, sobald sich die Pflanze vollständig in ihr Überdauerungsorgan zurückgezogen hat.
Wann kann ich meine Terrasse oder meinen Balkon bepflanzen?
Für die Terrassenbepflanzung gelten grundsätzlich die gleichen Pflanzzeiten wie für den Garten. Sowohl Herbst als auch Frühjahr sind geeignete Zeiten. Auf halb- oder schattigen Terrassen mit gutem Windschutz und ausreichender Bewässerung ist das Pflanzen prinzipiell auch während der Vegetationsperiode möglich. Auf heißen, sonnigen und/oder windexponierten Terrassen sollte man jedoch auf Sommerpflanzungen verzichten, da der Stress für die Pflanzen hier enorm sein kann.
Die Pflanzenauswahl spielt eine wichtige Rolle. Alle dauerhaften und winterharten Gartenstauden, Ziergräser, Kräuter und Gehölze können problemlos im Herbst und Frühling und, je nach Terrassenlage, auch im Sommer gepflanzt werden.
Planen Sie Sommerflor, ist es ratsam, bis Mai zu warten, um Spätfröste zu vermeiden, da Sommerflor meist frostempfindlich ist.
Für mediterrane oder exotische Kübelpflanzen gilt ebenfalls, Spätfröste zu umgehen. Diese Pflanzen können zwar in Outdoor-Pflanzgefäße gepflanzt werden, müssen aber im Winter ins Winterquartier. Transportable oder leichte Pflanzgefäße sind hier ideal. Für schwere Gefäße sind montierbare Rollen oder flexible Rollteller erhältlich.
Was kann ich im Sommer und Winter tun?
Nutzen Sie Sommer und Winter für die Planung Ihrer Terrassenbepflanzung! Eine gute Planung ist die halbe Miete. Vielleicht haben Sie im Laufe des Jahres Lücken entdeckt, die Sie mit zusätzlichen Pflanzen schließen möchten, oder eine Pflanze hat sich nicht wie gewünscht entwickelt. Jetzt ist die Zeit, ein Pflanz- oder Gestaltungskonzept zu entwickeln und sich mit Pflanzgefäßen und der richtigen Erde auszustatten, um im Herbst oder Frühjahr mit dem Pflanzen loszulegen.
Die Auswahl an Pflanzen ist riesig, und es fällt oft schwer, sich zu entscheiden. Berücksichtigen Sie die Standortansprüche der Pflanzen, ihre zu erwartende Größe und andere wichtige Faktoren. Sommer und Winter sind auch der richtige Zeitpunkt für eine professionelle Garten- oder Terrassenplanung. Gartenplaner verfügen über Fachwissen und gestalterische Fähigkeiten und können Ihnen helfen, das Beste aus Ihrer Terrasse oder Ihrem Garten herauszuholen. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Vorfreude auf eine blühende Terrasse!
Welchen Einfluss hat das Material des Pflanzgefäßes auf meine Pflanzen?
Das Material von Blumentopf, Pflanztrog oder Pflanzgefäß hat einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit und das Wachstum Ihrer Pflanzen. In Bezug auf Pflanzengesundheit, Wurzelwachstum und Nachhaltigkeit sind natürliche Materialien und Geotextilien die beste Wahl. Vergleichen Sie es mit Kleidung: Nicht jedes Material ist angenehm auf der Haut. Ähnlich verhält es sich mit Pflanzgefäßen.
Töpfe aus natürlichen Materialien sind meist luftdurchlässig, was für die Belüftung von Erde und Wurzeln entscheidend ist. Geotextilien sind sogar wasserdurchlässig. Tongefäße speichern Wasser und geben es langsam an die Erde ab, wodurch der Topf auf natürliche Weise gekühlt wird – besonders im Sommer ein Vorteil. Auch Geotextil-Töpfe verhindern durch ihre Materialeigenschaften die Überhitzung von Topf, Erde, Mikroorganismen und Wurzeln.
Das Wurzelwachstum in Geotextilgefäßen ist besonders gesund. Das Wurzelsystem wird dichter und breitet sich gleichmäßiger aus. In traditionellen Containern wachsen Wurzeln kreisförmig am Topfrand entlang und bilden ein Wurzelgeflecht, was langfristig zum Ersticken der Wurzeln und bei Frost zu Nachteilen führen kann. In Geotextiltöpfen stoppt das Wurzelwachstum beim Kontakt mit der inneren Filzschicht und der Luft, wodurch die Pflanze neue Wurzeln bildet. Diese multiplen Wurzeln versorgen die Pflanze effizienter mit Nährstoffen und Mineralien, was zu gesünderen und kräftigeren Pflanzen führt.
Im Magnolia Outdoors Shop finden Sie Pflanzgefäße aus verschiedenen natürlichen und nachhaltigen Materialien.
Neben der Pflanzengesundheit ist auf Terrassen und Balkonen auch das zulässige Gewicht der Gefäße zu beachten. Leichte, aber dennoch geeignete Gefäße sind Geotextil-Pflanztaschen und -säcke, Rattan-Pflanzkörbe, Stahlblechtöpfe und kleinere Tontöpfe.
Wie befülle ich meine Pflanzgefäße richtig?
Nach der Wahl des passenden Topfes geht es ans Befüllen. Das Wichtigste: Der Topf benötigt ein Drainageloch, damit überschüssiges Wasser abfließen kann und die Wurzeln nicht faulen. Ein kleiner Abstand zwischen Topfboden und Terrassenboden ist ebenfalls wichtig für den Abfluss. Passende Füßchen sind oft erhältlich oder können separat erworben werden.
Um zu verhindern, dass Erde ausgespült wird und die Terrasse verschmutzt, decken Sie das Drainageloch mit einem Vlies ab. Füllen Sie dann eine 2-4 cm starke Drainageschicht aus Kies, Splitt oder Blähton ein. Diese Schicht wird erneut mit einem Vlies abgedeckt, bevor die Erde eingefüllt wird. Für verschiedene Pflanzengattungen gibt es spezielle Erdmischungen im Handel. Eine bewährte Universalmischung besteht aus 1/3 Sand, 1/3 Gartenerde und 1/3 Kompost, um eine lockere, wasserdurchlässige, nährstoffreiche und strukturstabile Erde zu erhalten.
Gartenkompost können Sie auch auf kleinem Raum selbst herstellen. Ein mobiler Komposter findet selbst auf dem kleinsten Balkon Platz und ermöglicht es Ihnen, Grünabfälle auf natürliche Weise zu verwerten und gleichzeitig Ihre Pflanzen zu versorgen.
Fazit: Die richtige Pflanzzeit für Ihre Terrasse
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl der Herbst als auch das Frühjahr ideale Pflanzzeiten für Ihre Terrasse sind. Berücksichtigen Sie die Pflanzenart und die Eigenschaften Ihrer Terrasse, um den optimalen Zeitpunkt zu wählen. Mit der richtigen Planung und den passenden Pflanzgefäßen steht einer blühenden und grünen Terrasse nichts mehr im Wege. Nutzen Sie die Vorteile der empfohlenen Pflanzzeiten, um Ihren Pflanzen einen bestmöglichen Start zu ermöglichen und sich lange an ihrer Pracht zu erfreuen!
