Ist Frauen täubling essbar?

Der Rotstiel-Täubling und die Welt der Täublinge

12/02/2026

Rating: 4.37 (769 votes)

Die Welt der Pilze ist unglaublich vielfältig und faszinierend. Unter den zahlreichen Pilzarten nehmen die Täublinge (Russula) eine besondere Stellung ein. Sie sind eine sehr artenreiche Gattung innerhalb der Familie der Täublingsverwandten (Russulaceae) und zeichnen sich oft durch ihre brüchige Konsistenz und die Vielfalt an Farben aus. In diesem Artikel widmen wir uns einem besonderen Täubling, dem seltenen Rotstieligen Täubling (Russula lilacea), und erkunden gleichzeitig die Frage der Essbarkeit bei Täublingen im Allgemeinen.

Der seltene Rotstiel-Täubling (Russula lilacea)

Der Rotstielige oder Rote Reif-Täubling (Russula lilacea) ist ein eher unauffälliger, aber dennoch interessanter Pilz. Sein Name verrät bereits zwei seiner markantesten Merkmale: den rötlichen Stiel und die Zugehörigkeit zur Gattung der Täublinge. Dieser Pilz gilt als selten und ist daher für Pilzsammler und Mykologen gleichermaßen von Interesse.

Ist der Stachelbeer Täubling giftig?
Der Stachelbeer-Täubling ist kein Speisepilz und wie alle scharf schmeckenden Täublinge gilt er als giftverdächtig.

Makroskopische Merkmale des Rotstiel-Täublings

Um den Rotstiel-Täubling in der Natur erkennen zu können, sind seine makroskopischen Merkmale entscheidend. Diese sind mit bloßem Auge oder einer Lupe erkennbar:

  • Hut: Der Hut des Rotstiel-Täublings erreicht einen Durchmesser von 3 bis 5 cm, in Ausnahmefällen auch bis zu 7 cm. Er ist eher klein und zerbrechlich. Die Farbe des Hutes variiert von lila-violett bis fleischrot. Oftmals ist die Mitte des Hutes blasser, bräunlich-gelb oder gelblich. Es gibt auch Varianten mit kupferfarbenen Tönen oder seltenen oliv- bis grünlichen Ausbleichungen. Der Hutrand ist leicht radial gefurcht und wirkt matt-körnig. Bei feuchter Witterung ist die Huthaut schmierig, im trockenen Zustand matt-körnig und fast samtartig. Ein wichtiges Merkmal ist, dass die Huthaut weit abziehbar ist.
  • Lamellen: Die Lamellen des Rotstiel-Täublings sind weiß oder cremefarben. Sie stehen nicht sehr dicht gedrängt. Das Sporenpulver, das sich auf den Lamellen bildet, ist weißlich (Ia-Ib nach Romagnesi).
  • Stiel: Der Stiel ist mit 4 bis 6 cm Länge und 0,7 bis 1 cm Breite relativ zierlich. Auch er ist, wie für Täublinge typisch, weich und zerbrechlich. Der Stiel ist entweder komplett weiß oder rosa überlaufen, manchmal ist aber auch nur die Stielbasis rosa bis rhabarberrot gefärbt. Junge Fruchtkörper können einen mehlig bereiften Stiel haben, der unter der Lupe flockig-wabig erscheint.
  • Fleisch: Das Fleisch des Rotstiel-Täublings ist weiß bis gelblich. Es zeichnet sich durch einen milden Geschmack aus. Geruch und Geschmack sind unspezifisch und unauffällig.

Mikroskopische Merkmale des Rotstiel-Täublings

Für eine sichere Bestimmung, insbesondere bei schwierigen Fällen oder ähnlichen Arten, können mikroskopische Merkmale herangezogen werden:

  • Sporen: Die Sporen sind breit ellipsoidisch und messen 7–8 x 6–7 µm. Sie sind mit isolierten, stacheligen Warzen besetzt, die nur wenige strichförmige Verbindungen aufweisen.
  • Basidien: Die Basidien (sporentragende Zellen) sind 32–48 µm lang und 8,5–13 µm breit und tragen jeweils 4 Sterigmen (sporenanhängende Fortsätze).
  • Pleurozystiden: Die Pleurozystiden (sterile Zellen auf den Lamellenflächen) sind 50–60 µm lang und 6,7–10 µm breit. Sie sind dünnwandig (< 2 µm) und färben sich mit Sulfovanillin nur schwach an. Ihre Spitze ist meist gerundet.
  • Huthaut: Die Huthaut (Pileipellis) weist lange, 4–6 µm breite Primordialhyphen auf, die groß inkrustiert sind. Vakuolenpigmente sind vorhanden, aber keine Membranpigmente.

Vorkommen und Ökologie

Der Rotstiel-Täubling ist ein seltener Pilz, der in Laubwäldern vorkommt. Er ist ein Mykorrhizapilz und bildet eine Symbiose mit verschiedenen Laubbäumen. Seine Fruchtkörper erscheinen von Ende Juni bis September. Er bevorzugt offenbar bestimmte Baumarten und Standorte, was zu seiner Seltenheit beitragen mag.

Chemische Reaktionen

Chemische Reaktionen können bei der Pilzbestimmung hilfreich sein. Beim Rotstiel-Täubling sind folgende Reaktionen beschrieben:

  • Guajakreaktion: Die Guajakreaktion ist langsam. Das Fleisch verfärbt sich dabei bläulich grün.
  • Eisensulfat: Mit Eisensulfat verfärbt sich das Fleisch blass rosa.
  • Sulfovanillin: Die Reaktion mit Sulfovanillin ist undeutlich oder negativ.

Essbarkeit von Täublingen: Allgemeines und Beispiele

Die Frage der Essbarkeit ist bei Täublingen ein wichtiges Thema. Während einige Täublinge ausgezeichnete Speisepilze sind, gibt es auch ungenießbare oder sogar giftige Arten. Vorsicht ist daher beim Sammeln von Täublingen geboten! Eine generelle Regel, die oft genannt wird, aber nicht immer zuverlässig ist, ist die Geschmacksprobe. Milde Täublinge gelten oft als essbar, scharf schmeckende Täublinge sind in der Regel ungenießbar oder sogar giftig. Diese Regel sollte jedoch mit Vorsicht angewendet werden und ersetzt keine sichere Pilzkenntnis.

Essbare Täublinge: Frauentäubling und Grüngefelderter Täubling

Als Beispiele für essbare Täublinge werden der Frauentäubling (auch Lilagrüner oder Violettgrüner Täubling genannt) und der Grüngefelderte Täubling genannt. Diese Pilze werden als Speisepilze bzw. essbare Pilze klassifiziert.

Was ist der Täubling mit rotem Stiel?
Rotstieliger Reif-Täubling. Der seltene Rotstielige oder Rote Reif-Täubling (Russula lilacea) ist ein Pilz aus der Familie der Täublingsverwandten. Der kleine, zerbrechliche Täubling hat einen lila-violetten bis fleischroten Hut und weiße Lamellen. Sein Fleisch schmeckt mild und sein Sporenpulver ist weiß.

Wichtig ist jedoch der Sicherheitshinweis: Die Beschreibung dient nur der Information und ersetzt nicht die Beurteilung durch geschulte Pilzsachverständige. Pilzberatungsstellen bieten hier eine wichtige Unterstützung an.

Auch wenn Frauentäubling und Grüngefelderter Täubling als essbar gelten, ist eine sichere Bestimmung unerlässlich, um Verwechslungen mit giftigen Doppelgängern auszuschließen. Es ist ratsam, nur Pilze zu sammeln, die man eindeutig identifizieren kann, oder sich von einem Pilzexperten beraten zu lassen.

Nicht essbare Täublinge: Der Stachelbeer-Täubling

Ein Beispiel für einen nicht essbaren Täubling ist der Stachelbeer-Täubling (Russula queletii). Dieser Pilz ist zwar nicht tödlich giftig, aber aufgrund seines sehr scharfen Geschmacks ungenießbar. Der Stachelbeer-Täubling zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Geruch: Ein charakteristisches Merkmal ist der Geruch nach Stachelbeerkompott, besonders beim Antrocknen.
  • Geschmack: Der Geschmack ist scharf bis sehr scharf.
  • Hut: Der Hut ist meist purpurrot, kann aber auch purpurbraun oder olivfarben sein.
  • Stiel: Der Stiel ist auffallend karminrot gefärbt.
  • Lamellen: Die Lamellen sind cremefarben und verfärben sich bei Verletzungen schmutzig grünfleckig.

Der Stachelbeer-Täubling ist ein typischer Begleiter von Fichten. Sein Artepitheton queletii ehrt den französischen Mykologen Lucien Quélet.

Welcher Täubling ist nicht essbar?
Hinweis: Der Grüngefelderte Täubling, aber auch andere grünfarbige Täublinge, können von oben betrachtet sehr leicht mit dem tödlich giftigen grünen Knollenblätterpilz verwechselt werden. Wer Täublinge nicht zweifelsfrei erkennt, sollte auf den Verzehr dieser Pilze verzichten.

Tabelle: Vergleich einiger Täublingsarten

MerkmalRotstiel-Täubling (Russula lilacea)FrauentäublingGrüngefelderter TäublingStachelbeer-Täubling (Russula queletii)
HutfarbeLila-violett bis fleischrotLila-grünlich, violett-grünlichGrünlich, gelblich-grünlichPurpurrot, purpurbraun, oliv
StielfarbeWeiß bis rosa, Basis rötlichWeißWeißKarminrot
GeschmackMildMildMildScharf bis sehr scharf
GeruchUnspezifischUnspezifischUnspezifischStachelbeerkompott (beim Antrocknen)
EssbarkeitWahrscheinlich essbar (mild)EssbarEssbarNicht essbar (scharf)
BesonderheitenSeltener Pilz, rötlicher Stiel-Grünlich gefelderter HutStachelbeergeruch, Fichtenbegleiter

Häufige Fragen zu Täublingen

Sind alle Täublinge essbar?

Nein, nicht alle Täublinge sind essbar. Es gibt essbare, ungenießbare und auch giftige Arten innerhalb der Gattung Russula. Daher ist Vorsicht beim Sammeln geboten und eine sichere Bestimmung unerlässlich.

Wie erkenne ich einen essbaren Täubling?

Eine allgemeine Regel ist, dass milde Täublinge oft essbar sind, während scharf schmeckende Täublinge in der Regel ungenießbar oder giftig sind. Die Geschmacksprobe sollte jedoch nur mit Vorsicht und minimalen Mengen durchgeführt werden und ersetzt nicht die sichere Bestimmung. Weitere Merkmale wie Hutfarbe, Stielfarbe, Lamellenfarbe, Geruch und Standort können bei der Identifizierung helfen. Im Zweifelsfall sollte man immer einen Pilzsachverständigen konsultieren.

Wo finde ich Täublinge?

Täublinge sind Mykorrhizapilze und gehen eine Symbiose mit Bäumen ein. Sie wachsen daher in Wäldern, sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern, je nach Art und Partnerbaum. Der Rotstiel-Täubling beispielsweise bevorzugt Laubwälder.

Was ist der Täubling mit rotem Stiel?
Rotstieliger Reif-Täubling. Der seltene Rotstielige oder Rote Reif-Täubling (Russula lilacea) ist ein Pilz aus der Familie der Täublingsverwandten. Der kleine, zerbrechliche Täubling hat einen lila-violetten bis fleischroten Hut und weiße Lamellen. Sein Fleisch schmeckt mild und sein Sporenpulver ist weiß.

Was tun, wenn ich einen Täubling falsch identifiziert und gegessen habe?

Wenn Sie den Verdacht haben, einen giftigen Täubling gegessen zu haben, sollten Sie umgehend einen Arzt oder eine Giftnotrufzentrale kontaktieren. Nehmen Sie Reste des Pilzes mit, um die Diagnose zu erleichtern. Pilzvergiftungen können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben, daher ist schnelles Handeln wichtig.

Fazit

Der Rotstiel-Täubling (Russula lilacea) ist ein seltener und interessanter Pilz, der durch seinen rötlichen Stiel und den milden Geschmack auffällt. Er verdeutlicht die Vielfalt und Komplexität der Gattung Russula. Bei der Beschäftigung mit Täublingen ist es wichtig, sich der Unterschiede in der Essbarkeit bewusst zu sein und immer Vorsicht walten zu lassen. Eine sichere Pilzbestimmung erfordert Erfahrung und Wissen, und im Zweifelsfall ist die Beratung durch Experten unerlässlich, um unbeschwert die faszinierende Welt der Pilze genießen zu können.

Go up