24/08/2023
Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, erobern sie wieder die Obstregale: Mandarinen, Clementinen, Satsumas und Tangerinen. Diese leuchtend orangefarbenen Früchte sind nicht nur ein farbenfroher Blickfang, sondern auch unglaublich praktisch und lecker. Sie lassen sich leicht schälen, sind angenehm süß und stecken voller Vitamine. Doch inmitten dieser Vielfalt stellt sich oft die Frage: Was unterscheidet eigentlich eine Mandarine von einer Tangerine? Und wo liegen die Unterschiede zu Clementinen oder Satsumas? Dieser Artikel bringt Licht ins Dunkel und hilft Ihnen, die feinen Nuancen dieser beliebten Winterfrüchte zu erkennen.

Die Familie der Mandarinen: Ein Überblick
Alle diese köstlichen Zitrusfrüchte stammen ursprünglich von der Mandarine (Citrus reticulata) ab. Die Mandarine selbst wird schon seit Jahrtausenden in China kultiviert und gilt als die Stammmutter all dieser Sorten. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff „Mandarine“ oft als Oberbegriff für die gesamte Gruppe verwendet. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten gibt. Echte Mandarinen, wie sie ursprünglich waren, sind heutzutage im Handel eher selten zu finden.
Die Mandarine (Citrus reticulata) im Detail
Die echte Mandarine zeichnet sich durch einige besondere Merkmale aus. Sie ist bekannt für ihr intensives Aroma, das oft als komplexer und weniger eindimensional süß als das anderer Sorten beschrieben wird. Ein typisches Merkmal der ursprünglichen Mandarine sind ihre vielen Kerne. Auch die Schale, die kräftig orange gefärbt ist, ist relativ dünn und umschließt neun Segmente saftigen Fruchtfleisches. Aufgrund der leichten Kreuzbarkeit verschiedener Mandarinen-Sorten entstehen immer wieder neue Varianten, was die Vielfalt innerhalb dieser Fruchtfamilie noch erhöht.

Die beliebte Clementine (Citrus clementina)
Die Clementine ist wohl die bekannteste und beliebteste Mandarinen-Art. Sie verdankt ihre Entstehung einer Kreuzung aus Mandarine und der Bitterorange Pomeranze. Clementinen sind in der Regel kleiner als Mandarinen und zeichnen sich durch ihre besondere Süße aus. Ihre Schale ist dicker und kräftiger gefärbt als die der Mandarine und umschließt acht bis zwölf Segmente zarten, saftigen Fruchtfleisches. Ein großer Vorteil der Clementine ist ihre Kernlosigkeit, obwohl die Anzahl der Kerne auch davon abhängen kann, welche Bäume in der Umgebung als Bestäuber dienen. Im Kühlschrank gelagert halten sich Clementinen problemlos mehrere Wochen.
Die frühe Satsuma (Citrus unshiu)
Satsumas sind oft die ersten Früchte der europäischen Ernte, die im Herbst auf den Markt kommen. Diese Sorte ist eine Kreuzung aus Mandarine und Orange und wurde ursprünglich in Japan gezüchtet. Satsumas sind etwas kälteverträglicher als andere Mandarinen-Arten, was sie für den Anbau in gemäßigteren Klimazonen interessant macht. Geschmacklich sind Satsumas jedoch weniger aromatisch als Mandarinen oder Clementinen. Man erkennt sie an ihrer abgeflachten Form und ihrer eher gelblichen Farbe. Die dicke Schale lässt sich sehr leicht vom kernarmen Fruchtfleisch lösen, was Satsumas besonders kinderfreundlich macht.

Die kleine Tangerine (Citrus tangerina)
Die Tangerine, deren Name auf die marokkanische Stadt Tanger zurückgeht, ist der Mandarine sehr ähnlich, aber in der Regel etwas kleiner. Ihre Schale ist dünner und porenreicher als die der Mandarine und das Fruchtfleisch ist intensiv orange gefärbt und hat einen leicht säuerlichen Geschmack. Im englischsprachigen Raum werden die Begriffe „Tangerine“ und „Mandarine“ oft synonym verwendet, was die Verwirrung manchmal noch verstärkt. Botanisch gesehen ist die Abgrenzung zwischen Mandarine und Tangerine nicht immer eindeutig geklärt und wird in der Fachwelt diskutiert.
Der direkte Vergleich: Mandarine vs. Tangerine
Um die Unterschiede zwischen Mandarinen und Tangerinen klarer herauszuarbeiten, hilft ein direkter Vergleich:
| Merkmal | Mandarine (Citrus reticulata) | Tangerine (Citrus tangerina) |
|---|---|---|
| Größe | Mittelgroß | Eher klein |
| Farbe | Orange | Intensiv Orange bis Orange-Rot |
| Schale | Dünn, porenarm | Dünn, porenreich |
| Geschmack | Aromatisch, süß-säuerlich | Intensiv, leicht säuerlich |
| Kerne | Oft viele Kerne | Weniger Kerne möglich, aber nicht immer kernlos |
| Herkunft | China (ursprünglich) | Marokko (vermutet) |
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Da die verschiedenen Mandarinen-Sorten optisch nicht immer leicht zu unterscheiden sind, ist es ratsam, beim Kauf auf die Etiketten zu achten. Diese geben oft Auskunft über die genaue Sorte. Unabhängig von der Sorte sollten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale achten, um frische und saftige Früchte zu erhalten:
- Feste Schale: Eine feste Schale, die nicht spürbar vom Fruchtfleisch gelöst ist, ist ein Zeichen für Frische.
- Gewicht: Greifen Sie zu schwereren Früchten, da diese in der Regel mehr Saft enthalten als leichtere, die möglicherweise schon etwas ausgetrocknet sind.
- Farbe: Die Farbe sollte intensiv und gleichmäßig sein. Grüne Stellen an der Schale sind kein Zeichen für Unreife, sondern können durch klimatische Bedingungen im Anbaugebiet bedingt sein.
Konservierungsmittel und Bio-Qualität
Konventionell angebaute Mandarinen werden oft nach der Ernte mit Konservierungsmitteln behandelt, um sie vor Fäulnis zu schützen. Wenn Früchte konserviert wurden, muss dies auf der Verpackung deklariert sein. Es empfiehlt sich, Mandarinen vor dem Schälen gründlich mit warmem Wasser zu waschen und abzutrocknen, um Rückstände zu entfernen. Für Kinder ist es ratsam, dass Erwachsene die Früchte schälen oder auf Bio-Mandarinen zurückzugreifen, bei denen keine Konservierungsmittel eingesetzt werden.

Gesundheitliche Vorteile von Mandarinen und Tangerinen
Mandarinen und Tangerinen sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Sie sind gute Vitamin-C-Lieferanten, auch wenn sie im Vergleich zu Orangen etwas weniger Vitamin C enthalten. Für den empfohlenen Tagesbedarf an Vitamin C für Erwachsene müsste man etwa drei bis vier größere Mandarinen oder Tangerinen essen. Auch die weiße Haut zwischen Schale und Fruchtfleisch enthält wertvolle Inhaltsstoffe und sollte daher idealerweise mitgegessen werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Mandarinen und Tangerinen
- Sind Mandarinen und Tangerinen das Gleiche?
- Nein, Mandarinen und Tangerinen sind zwar eng verwandt und ähneln sich, aber es gibt feine Unterschiede in Größe, Geschmack und Schale. Tangerinen sind meist kleiner und leicht säuerlicher.
- Welche Sorte ist süßer, Mandarine oder Tangerine?
- Im Allgemeinen sind Clementinen und Mandarinen süßer als Tangerinen, die eine leicht säuerliche Note haben.
- Wie lagere ich Mandarinen und Tangerinen am besten?
- Mandarinen und Tangerinen halten sich am besten im Kühlschrank. Dort bleiben sie mehrere Wochen frisch.
- Kann man die Schale von Mandarinen und Tangerinen verwenden?
- Ja, die Schale von unbehandelten Bio-Mandarinen und -Tangerinen kann gerieben oder getrocknet zum Aromatisieren von Speisen und Gebäck verwendet werden.
- Sind Mandarinen und Tangerinen gut für Kinder?
- Ja, Mandarinen und Tangerinen sind aufgrund ihrer Süße, leichten Schälbarkeit und des Vitamin-C-Gehalts sehr gut für Kinder geeignet. Achten Sie bei konventionellen Früchten auf gründliches Waschen oder greifen Sie zu Bio-Qualität.
Fazit: Vielfalt genießen
Ob Mandarine, Tangerine, Clementine oder Satsuma – die Vielfalt innerhalb der Mandarinen-Familie ist groß und bietet für jeden Geschmack etwas. Lassen Sie sich von der saisonalen Auswahl inspirieren und genießen Sie die leckeren und gesunden Zitrusfrüchte in der kalten Jahreszeit. Mit den Informationen aus diesem Artikel sind Sie bestens gerüstet, um die feinen Unterschiede zu erkennen und Ihre Lieblingssorte zu finden!
