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Berufkraut oder Gänseblümchen? Ähnliche Pflanzen erkennen

03/04/2022

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Als Pflanzenliebhaber und Biologie-Enthusiast, der inmitten des Kölner Großstadtdschungels lebt, kenne ich die Freude, in der Natur unterwegs zu sein und Pflanzen zu entdecken. Besonders im Frühling, wenn die Natur erwacht, gibt es so viel zu bestaunen. Oftmals begegnet man dabei Pflanzen, die sich ähneln und die Bestimmung etwas knifflig gestalten. Eine häufige Frage, die sich Pflanzenfreunde stellen, ist: Welche Pflanze sieht eigentlich so ähnlich aus wie ein Gänseblümchen? Die Antwort ist überraschend vielfältig, aber heute konzentrieren wir uns auf eine besonders interessante Gattung: das Berufkraut (Erigeron).

Welche Pflanze sieht so ähnlich aus wie Gänseblümchen?
Mit dem Gänseblümchen (Bellis perennis) ist das Berufkraut ebenfalls leicht zu verwechseln.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Berufkraut (Erigeron) eigentlich?

Das Berufkraut, wissenschaftlich als Erigeron bekannt, ist eine faszinierende Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Mit rund 400 verschiedenen Arten weltweit ist das Berufkraut eine sehr vielfältige Gruppe. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich hauptsächlich über die gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel und Nordamerika. In Mitteleuropa sind zwar nur wenige Arten heimisch, aber einige haben sich als sogenannte Neophyten eingebürgert. Diese Neubürger sind Pflanzen, die ursprünglich nicht in unserer Region heimisch waren, aber durch menschlichen Einfluss zu uns gelangt sind und sich hier etabliert haben.

Das Berufkraut trägt auch den Namen Feinstrahl oder, aufgrund seiner Ähnlichkeit zu Astern, Feinstrahlaster. Diese Namensvielfalt deutet bereits auf die optische Verwandtschaft zu anderen bekannten Pflanzen hin. Die Gattung Erigeron umfasst einjährige, zweijährige und mehrjährige krautige Arten, die in der Regel immergrün sind. Ihre Blütenstände sitzen auf aufrechten Stängeln, an denen wechselständige Laubblätter wachsen. Die Blätter können ganzrandig, gezähnt oder sogar geteilt sein, je nach Art. Die Blüte selbst ist ein echter Hingucker und variiert in der Farbe je nach Art und Sorte. Sie besteht aus zwei Arten von Blüten: den fertilen Röhrenblüten in der Mitte und den sterilen Zungenblüten am äußeren Rand. Die Zungenblüten, auch Strahlenblüten genannt, umgeben die kürzeren Röhrenblüten und verleihen der Blüte ihr charakteristisches Aussehen. Das Zentrum der Blüte ist meist gelb gefärbt. Nach der Blütezeit entwickeln sich aus den Blütenständen Achänen-Früchte, kleine, trockene Schließfrüchte, die mit einem Flugschirmchen ausgestattet sind und so vom Wind verbreitet werden.

Wussten Sie schon? Der Name „Berufkraut“ stammt aus dem Mittelalter und leitet sich vom Wort „berufen“ ab. Man glaubte, dass diese Pflanze vor Krankheiten schützen könne, die man der schwarzen Magie von Hexen und Zauberern zuschrieb. Es war sogar Brauch, Berufkraut in die Wiegen von Kindern zu legen, um sie vor bösen Zaubern zu bewahren.

Berufkraut und Gänseblümchen: Ähnlichkeit und Unterschiede

Kommen wir nun zur zentralen Frage zurück: Inwiefern ähnelt das Berufkraut dem Gänseblümchen (Bellis perennis)? Tatsächlich gibt es auf den ersten Blick eine gewisse Ähnlichkeit, die zu Verwechslungen führen kann. Beide Pflanzen haben strahlenförmige Blütenköpfe mit weißen Blütenblättern und einem gelben Zentrum. Diese Ähnlichkeit in der Blütenform ist der Hauptgrund für die Verwechslungsgefahr. Betrachtet man die Pflanzen jedoch genauer, werden deutliche Unterschiede sichtbar.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal liegt im Laub und der Wuchshöhe. Gänseblümchen zeichnen sich durch grundständige Blätter aus, das bedeutet, dass alle Blätter direkt am Boden aus einer Rosette wachsen. Diese Blätter sind glattrandig und spatelförmig. Berufkraut hingegen hat wechselständige Blätter am Stängel, die je nach Art gezähnt oder geteilt sein können. Auch in der Höhe gibt es Unterschiede: Gänseblümchen bleiben mit maximal 15 cm Wuchshöhe eher klein und kompakt, während Berufkraut je nach Art und Sorte deutlich höher wachsen kann, bis zu 170 cm beim Einjährigen Berufkraut.

Hier eine kleine Tabelle, die die wichtigsten Unterschiede zusammenfasst:

MerkmalGänseblümchen (Bellis perennis)Berufkraut (Erigeron)
BlätterGrundständig, glattrandigWechselständig am Stängel, gezähnt oder geteilt möglich
WuchshöheBis max. 15 cmVariabel, bis zu 170 cm (je nach Art)
BlütenstandEinzeln am StängelMehrere Blütenstände möglich

Weitere Pflanzen, die dem Berufkraut ähneln

Neben dem Gänseblümchen gibt es noch weitere Pflanzen, mit denen das Berufkraut leicht verwechselt werden kann. Dazu gehören:

  • Astern: Die Ähnlichkeit zu Astern ist so groß, dass zierende Berufkräuter auch als Feinstrahlaster bezeichnet werden. Die Abgrenzung kann tatsächlich schwierig sein. Astern haben jedoch oft größere und zahlreichere Blütenblätter.
  • Kamille: Auch Kamille kann auf den ersten Blick ähneln, unterscheidet sich aber durch ihre geteilten Blätter und breiteren Zungenblüten. Der charakteristische Kamillenduft ist ebenfalls ein gutes Unterscheidungsmerkmal.
  • Wiesenmargerite: Die Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare) hat ebenfalls eine gewisse Ähnlichkeit, ihre Blütenkörbchen sind jedoch deutlich größer (ca. 5 cm breit) und sie besitzt breitere, weiße Zungenblüten. Zudem ist ihr Stängel unverzweigt.

Berufkraut im Garten: Arten und Sorten

Für den Garten gibt es eine Vielzahl von Berufkraut-Arten und -Sorten, die sich durch ihre Blütenfarben und Wuchshöhen unterscheiden. Im Garten werden häufig nicht-heimische Arten verwendet. Hier eine kleine Auswahl:

  • Mexikanisches Berufkraut (Erigeron karwinskianus): Bekannt für seine weißen Zungenblüten, die beim Verblühen rosa werden. Es sät sich selbst aus und bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte.
  • Strand-Berufkraut (Erigeron glaucus): Eine robuste Art mit helllila Zungenblüten und ledrigen Blättern. Ideal für sonnige Standorte.
  • Erigeron speciosus-Hybriden: Diese Hybriden bieten eine große Farbvielfalt, darunter Sorten wie 'Dunkelste Aller' (dunkelblau), 'Sommerneuschnee' (weiß) und 'Rosa Triumpf' (rosa, gefüllt).

Neben den Garten-Sorten gibt es auch wilde Berufkräuter, die man in der Natur antreffen kann, darunter:

  • Scharfes Berufkraut (Erigeron acris): Heimisch in Europa, mit kleinen, weißen Blüten.
  • Einjähriges Berufkraut (Erigeron annuus): Ein invasiver Neophyt aus Nordamerika, der sich stark ausbreitet und bis zu 170 cm hoch werden kann.
  • Kanadisches Berufkraut (Erigeron canadensis): Ebenfalls ein invasiver Neophyt, der sich stark verbreitet.

Berufkraut und Bienenfreundlichkeit

Eine wichtige Frage für jeden Gartenfreund ist die Bienenfreundlichkeit. Ja, das Berufkraut ist grundsätzlich bienenfreundlich! Es liefert mäßig viel Pollen und Nektar für Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber. Allerdings gilt dies vor allem für die ungefüllten Arten. Gefüllte Blüten, bei denen die Staubgefäße in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt sind, bieten Insekten weniger Nahrung. Besonders empfehlenswert sind die heimischen Berufkraut-Arten, da unsere heimischen Insekten an diese Stauden angepasst sind.

Berufkraut als „Unkraut“ bekämpfen?

Einige Berufkraut-Arten, insbesondere das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus) und das Kanadische Berufkraut (Erigeron canadensis), können sich stark ausbreiten und in manchen Situationen als unerwünscht gelten. In der Landwirtschaft können sie sogar zu Ernteeinbußen führen. Auch im privaten Garten kann das Einjährige Berufkraut lästig werden, wenn es sich unkontrolliert ausbreitet. Sollte man es also bekämpfen?

Eine chemische Keule ist in der Regel nicht notwendig. Die effektivste Methode, um die Ausbreitung zu verhindern, ist das rechtzeitige Ausreißen der Pflanzen vor der Blüte, idealerweise mit Wurzeln. Bei feuchtem Boden geht dies leichter. Regelmäßiges Mähen vor der Blütenbildung kann ebenfalls helfen, die Versamung zu verhindern. Bei der Entsorgung sollte man darauf achten, dass keine Knospen, Blüten oder Samen auf den Kompost gelangen, da sich die Pflanze dort weiter ausbreiten könnte. Diese Pflanzenteile sollten besser über die Grünabfuhr entsorgt werden.

Ist Berufkraut giftig?

Gute Nachrichten für Tier- und Pflanzenfreunde: Berufkraut ist nicht giftig! Es ist weder für Menschen noch für Haustiere wie Hunde und Katzen giftig. Im Gegenteil, das Einjährige Berufkraut soll in der Homöopathie sogar eine heilende Wirkung haben. Als Tee zubereitet soll es schleimlösend wirken und die Körpertemperatur erhöhen.

Fazit: Berufkraut erkennen und genießen

Das Berufkraut ist eine vielseitige und interessante Pflanzengattung, die dem Gänseblümchen zwar ähneln kann, aber doch viele eigene Merkmale besitzt. Mit diesem Wissen können Sie das Berufkraut sicher identifizieren und seine Schönheit im Garten oder in der Natur genießen. Ob als bienenfreundliche Zierpflanze oder als Wildkraut am Wegesrand – das Berufkraut hat viel zu bieten. Und falls Sie sich doch einmal unsicher sind, ob Sie Berufkraut, Astern oder Kamille vor sich haben, hilft ein genauer Blick auf die Blätter und Blütenstände – und dieser Artikel natürlich!

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Berufkraut

Ist Berufkraut bienenfreundlich?
Ja, ungefüllte Berufkraut-Arten sind bienenfreundlich und liefern Pollen und Nektar.
Ist Berufkraut giftig?
Nein, Berufkraut ist nicht giftig für Menschen oder Tiere.
Wie kann man Berufkraut als „Unkraut“ bekämpfen?
Durch rechtzeitiges Ausreißen vor der Blüte oder regelmäßiges Mähen.
Wie unterscheidet sich Berufkraut vom Gänseblümchen?
Berufkraut hat wechselständige Blätter am Stängel und wird höher als Gänseblümchen mit grundständigen Blättern.
Welche Berufkraut-Arten sind für den Garten geeignet?
Mexikanisches Berufkraut, Strand-Berufkraut und Erigeron speciosus-Hybriden sind beliebte Garten-Sorten.

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