Wann sollte man einen Baum entasten?

Bäume entasten: Zeitpunkt & Methoden für gesundes Wachstum

06/08/2024

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Das Entasten von Bäumen ist eine wichtige Maßnahme in der Baumpflege, die sowohl die Gesundheit als auch das Wachstum der Bäume maßgeblich beeinflusst. Ob im heimischen Garten, im Forst oder in der professionellen Baumpflege – das Wissen um den richtigen Zeitpunkt und die korrekte Technik des Entastens ist entscheidend. Dieser Artikel beleuchtet detailliert, wann der beste Zeitpunkt für das Entasten ist und welche Methoden angewendet werden sollten, um optimale Ergebnisse zu erzielen und Schäden an den Bäumen zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Bäume zu entasten?

Der Zeitpunkt für das Entasten hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Alter des Baumes, die Baumart und der Zweck der Entastung. Grundsätzlich lässt sich zwischen dem Entasten junger und älterer Bäume unterscheiden.

Wann soll man Bäume entasten?
Grundsätzlich wird der Zeitraum zwischen Ende des Winters und dem beginnenden Laubaustrieb empfohlen, damit der Baum auf die offene Stelle mit Überwallung reagieren kann. Für die Douglasie dagegen werden Astungszeiträume zwischen Juni und August empfohlen.

Entasten junger Bäume

Junge Bäume profitieren besonders von regelmäßigen Entastungsmaßnahmen. In den ersten Jahren nach der Pflanzung dient das Entasten vor allem der Formierung und dem Aufbau einer stabilen und ausgewogenen Baumkrone. Durch gezieltes Entfernen von Ästen wird die Entwicklung von starken Leitästen gefördert, die das Grundgerüst des Baumes bilden sollen. Idealerweise beginnt man mit dem Entasten junger Bäume bereits in den ersten Jahren nach der Pflanzung. Der beste Zeitpunkt für diese Formierungs- und Erziehungsmaßnahmen ist in der Regel der Spätwinter oder das frühe Frühjahr, kurz vor Beginn der Wachstumsperiode. Zu diesem Zeitpunkt sind die Bäume noch in der Ruhephase, und die Wundheilung wird durch den anschließenden Austrieb begünstigt. Es ist ratsam, junge Bäume jährlich zu kontrollieren und gegebenenfalls Korrekturen durchzuführen, um Fehlentwicklungen frühzeitig entgegenzuwirken.

Entasten älterer Bäume

Bei älteren, ausgewachsenen Bäumen steht das Entasten oft im Zeichen der Pflege und Sicherheit. Hier geht es weniger um die Formgebung als vielmehr um die Entfernung von Totholz, kranken oder beschädigten Ästen, sowie um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Totholz kann nicht nur unansehnlich sein, sondern auch eine Gefahr darstellen, wenn es herabfällt. Kranke Äste können die Gesundheit des gesamten Baumes gefährden, und beschädigte Äste sind anfällig für Bruch. Auch bei älteren Bäumen ist der Spätwinter oder das frühe Frühjahr ein guter Zeitpunkt für das Entasten. Allerdings können notwendige Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, wie die Entfernung von Totholz oder bruchgefährdeten Ästen, ganzjährig durchgeführt werden, unabhängig von der Jahreszeit. Es ist wichtig zu beachten, dass umfangreiche Eingriffe in die Krone älterer Bäume während der Vegetationsperiode vermieden werden sollten, da dies den Baum unnötig schwächen kann.

Wie entastet man Bäume richtig? – Die Methoden der Astung

Die korrekte Durchführung der Astung ist entscheidend für die Gesundheit und das Wachstum des Baumes. Es gibt verschiedene Methoden und Techniken, die je nach Baumart, Alter und Ziel der Astung angewendet werden.

Die Wertastung: Für hochwertiges Holz

Die Wertastung ist eine spezielle Form der Astung, die vor allem in der Forstwirtschaft angewendet wird, um die Qualität des Holzes zu verbessern. Ziel der Wertastung ist es, frühzeitig astfreie Schäfte zu erzeugen, da astfreies Holz in der Holzindustrie deutlich wertvoller ist. Bei der Wertastung werden die unteren Äste junger Bäume in regelmäßigen Abständen entfernt, um das Wachstum von Seitenästen im unteren Stammbereich zu verhindern. Wichtig bei der Wertastung ist die Beachtung des Astrings. Der Astring ist die ringförmige Verdickung am Stammansatz eines Astes. Sägeschnitte sollten stets nah am Stamm, aber außerhalb des Astrings erfolgen, um die Wundheilung optimal zu unterstützen. Eine Verletzung des Astrings kann die Wundheilung verzögern und das Eindringen von Pilzen und Schädlingen begünstigen.

Wann sollte man einen Baum entasten?
Der beste Zeitpunkt zum Beschneiden ist zwischen Mitte Februar und Anfang Mai . Bäume, die zu dieser Zeit im Frühjahr beschnitten werden, bilden deutlich schneller Hornhaut um die Schnittstelle als Bäume, die zu anderen Zeiten beschnitten werden. Es gibt jedoch einige Ausnahmen von dieser Regel.

Die Grünastung: Lebende Äste entfernen

Die Grünastung bezeichnet das Entfernen von lebenden, grünen Ästen. Im Gegensatz zur Trockenastung, bei der abgestorbene Äste entfernt werden, erfordert die Grünastung besondere Sorgfalt, da sie einen stärkeren Eingriff in den Baum darstellt. Bei der Grünastung sollten grundsätzlich nur Äste bis zu einem Durchmesser von drei Zentimetern entfernt werden. Das Entfernen dickerer Grünäste kann zu größeren Wunden führen, die das Risiko von Pilzinfektionen und Fäule erhöhen. Wie bei der Wertastung ist auch bei der Grünastung der korrekte Schnitt am Astring entscheidend. Zudem sollte bei der Grünastung beachtet werden, dass nicht mehr als die Hälfte der Baumhöhe entastet wird, um das Wachstum des Baumes nicht zu schwächen. Eine zu starke Grünastung kann die Photosyntheseleistung des Baumes reduzieren und somit sein Wachstum beeinträchtigen. Es ist daher ratsam, die Grünastung in mehreren Schritten durchzuführen, insbesondere bei Bäumen, die bereits in geringer Höhe dicke Äste entwickeln.

Die Hochastung: Für besondere Baumarten

Die Hochastung ist eine spezielle Form der Wertastung, bei der Bäume in größere Höhen entastet werden. Während die übliche Wertastung in der Regel bis zu einer Höhe von 5-6 Metern durchgeführt wird, kann die Hochastung bis auf 10-12 Meter Höhe erfolgen. Die Hochastung wird vor allem bei Baumarten wie der Douglasie angewendet, da diese sehr hoch wachsen und auch in großen Höhen noch einen Durchmesser erreichen, der eine Wertastung lohnenswert macht. Die Hochastung erfordert spezielle Techniken und Werkzeuge, wie beispielsweise Teleskopsägen oder Leitern, um die Äste in der Höhe sicher und präzise entfernen zu können. Auch bei der Hochastung gilt es, den Astring zu beachten und die Schnitte außerhalb des Astrings zu setzen, um die Wundheilung zu fördern.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Entasten großer Äste

Das Entfernen größerer Äste erfordert eine besondere Technik, um ein Ausreißen der Rinde und unnötig große Wunden zu vermeiden. Die Drei-Schnitt-Technik hat sich hierbei bewährt:

  1. Entlastungsschnitt von unten: Setzen Sie den ersten Schnitt von der Unterseite des Astes, etwa 30-50 cm vom Stamm entfernt. Sägen Sie den Ast etwa ein Drittel bis zur Hälfte seines Durchmessers ein.
  2. Abtrennschnitt von oben: Setzen Sie den zweiten Schnitt von der Oberseite des Astes, einige Zentimeter weiter außen als den ersten Schnitt. Sägen Sie den Ast vollständig durch. Durch den Entlastungsschnitt von unten wird verhindert, dass der Ast beim Abtrennen unkontrolliert einreißt und die Rinde am Stamm beschädigt.
  3. Astringschnitt: Entfernen Sie den verbleibenden Aststummel direkt am Astring. Achten Sie darauf, den Schnitt außerhalb des Astrings zu setzen und diesen nicht zu beschädigen. Der Schnitt sollte glatt und sauber sein, um die Wundheilung zu optimieren.

Werkzeuge für die Astung

Für das Entasten von Bäumen stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, die je nach Aststärke und Arbeitshöhe geeignet sind:

  • Handscheren: Für dünne Äste bis zu einem Durchmesser von etwa 2-3 cm. Ambossscheren sind weniger empfehlenswert, da sie die Rinde quetschen können. Bypass-Scheren mit zwei vorbeigleitenden Klingen sind schonender für das Holz.
  • Astsägen: Für dickere Äste bis zu einem Durchmesser von etwa 10-15 cm. Es gibt verschiedene Ausführungen von Astsägen, darunter Bügelsägen, Fuchsschwänze und Klappsägen.
  • Teleskopsägen: Für Astungen in der Höhe, ohne Leiter. Teleskopsägen sind mit einem Teleskopstiel ausgestattet, der auf die gewünschte Länge ausgezogen werden kann.
  • Leitern: Für Astungen in mittleren Höhen. Achten Sie auf einen sicheren Stand der Leiter und verwenden Sie gegebenenfalls eine Anlegeleiter mit Baumstütze.
  • Hubarbeitsbühnen: Für professionelle Baumpflegearbeiten in großen Höhen. Hubarbeitsbühnen ermöglichen ein sicheres und effizientes Arbeiten in der Baumkrone.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Baumentastung (FAQ)

Kann ich Bäume auch im Sommer entasten?
Ja, kleinere Korrekturen und die Entfernung von Totholz sind auch im Sommer möglich. Umfangreichere Astungsmaßnahmen sollten jedoch besser im Spätwinter oder Frühjahr durchgeführt werden, um den Baum während der Wachstumsperiode nicht unnötig zu belasten.
Was ist der Unterschied zwischen Wertastung und Grünastung?
Die Wertastung dient primär der Verbesserung der Holzqualität, indem frühzeitig astfreie Schäfte erzeugt werden. Die Grünastung bezieht sich auf das Entfernen lebender, grüner Äste zur Formgebung oder Pflege des Baumes. Beide Methoden erfordern einen korrekten Schnitt am Astring.
Bis zu welcher Aststärke kann ich selbst entasten?
Das hängt von Ihrer Erfahrung und Ihren Werkzeugen ab. Für dünne Äste bis etwa 3-5 cm Durchmesser können Handscheren und Astsägen verwendet werden. Für dickere Äste oder Arbeiten in der Höhe ist es ratsam, einen Fachmann zu konsultieren.
Was passiert, wenn ich den Astring beschädige?
Eine Beschädigung des Astrings kann die Wundheilung verzögern und das Risiko von Pilzinfektionen und Fäule erhöhen. Achten Sie daher stets auf einen korrekten Schnitt außerhalb des Astrings.
Wie hoch sollte ich einen Baum maximal entasten?
Bei der Grünastung sollte maximal die Hälfte der Baumhöhe entastet werden, um das Wachstum des Baumes nicht zu schwächen. Bei der Wertastung kann die Entastungshöhe je nach Baumart und Zielsetzung variieren.

Fazit: Richtiges Entasten für gesunde und wertvolle Bäume

Das Entasten von Bäumen ist eine essenzielle Maßnahme der Baumpflege, die bei richtiger Durchführung das Wachstum, die Gesundheit und den Wert der Bäume maßgeblich positiv beeinflusst. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts, die Anwendung der korrekten Techniken und die Verwendung geeigneter Werkzeuge sind entscheidend für den Erfolg. Durch regelmäßiges und fachgerechtes Entasten tragen Sie dazu bei, gesunde, kräftige und wertvolle Bäume zu erhalten, die Ihnen und der Umwelt langfristig Freude bereiten.

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