Veganes Hack: Welches ist das Gesündeste?

23/04/2024

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Veganes Hackfleisch hat sich in den letzten Jahren zu einer beliebten Alternative für Fleisch entwickelt, insbesondere in Deutschland, wo Produkte auf Sojabasis die Liste der Favoriten anführen. Doch inmitten der wachsenden Auswahl stellt sich die Frage: Welches vegane Hack ist eigentlich das gesündeste und nachhaltigste? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Optionen – von Soja über Erbse und Sonnenblume bis hin zu Seitan – und vergleicht sie hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Vorzüge, ökologischen Auswirkungen und geschmacklichen Eigenschaften.

Welches vegane Hack ist am gesündesten?
Man sollte also weder zu viel Fleisch noch zu viele Fleischersatzprodukte zu sich nehmen. Eine Ausnahme ist das vegane Hack aus Sonnenblumenkernen: Es enthält kaum Salz und gesättigte Fettsäuren. Veganes Hack aus Sonnenblumenkernen ist also die gesündeste und nachhaltigste Fleisch-Alternative.
Inhaltsverzeichnis

Veganes Hack: Eine wachsende Bewegung

Der Markt für vegane Fleischalternativen boomt. Allein im Jahr 2022 wurden in Deutschland rund 3.700 Tonnen vegetarisches und veganes Hackfleisch gekauft. Der Löwenanteil davon, etwa 2.500 Tonnen, basierte auf Soja. Diese Zahlen verdeutlichen, dass veganes Hack längst kein Nischenprodukt mehr ist, sondern sich fest in der Ernährung vieler Menschen etabliert hat.

Die steigende Nachfrage nach Sojaprodukten, insbesondere aus heimischem Anbau, hat zu einem kontinuierlichen Wachstum der Sojaanbauflächen in Deutschland geführt. Wurden im Jahr 2016 noch auf 15.000 Hektar Soja angebaut, waren es 2021 bereits fast 34.000 Hektar. Auch der Ertrag hat sich mehr als verdoppelt und liegt inzwischen bei 106.000 Tonnen Soja pro Jahr. Hauptanbaugebiete in Deutschland sind Bayern und Baden-Württemberg, da die Sojabohne Wärme für ihr Wachstum benötigt.

Soja-Hack: Nachhaltigkeit und Herkunft

Ein wichtiger Aspekt bei der Wahl von veganem Hack ist die Nachhaltigkeit. Für das in Deutschland verkaufte Soja-Hack wird in der Regel kein Regenwald abgeholzt. Die Hersteller beziehen ihr Soja überwiegend aus Europa, Nordamerika oder Deutschland. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass global gesehen ein Großteil des Sojaanbaus – etwa 80 Prozent weltweit – in Brasilien, Argentinien und den USA stattfindet, wo für den Anbau große Regenwaldflächen gerodet werden. Allerdings wird nur ein kleiner Teil dieses Sojas, etwa fünf Prozent, zu Fleischersatzprodukten verarbeitet. Der Großteil, rund 75 Prozent, wird als Futtermittel für die Masttierhaltung verwendet, während etwa 20 Prozent in die Ölproduktion fließen.

Diese Zahlen verdeutlichen ein wichtiges Dilemma: Die Tierhaltung ist ein enormer Ressourcenverschwender. Um es zu veranschaulichen: Aus zehn Kilo Soja und Getreide lassen sich entweder fünf Portionen Rindfleisch oder 75 Portionen Tofu herstellen. Würde man Soja direkt für die menschliche Ernährung nutzen, anstatt es an Tiere zu verfüttern, könnte man deutlich mehr Menschen ernähren und gleichzeitig wertvolle Anbauflächen sparen. Eine Studie des WWF zeigt, dass etwa 96 Prozent der Sojaanbaufläche weltweit für die Futtermittelproduktion und die Erzeugung tierischer Nahrungsmittel genutzt wird.

Der Flächenverbrauch für vegane Hack-Alternativen ist im Vergleich zur Tierhaltung enorm gering. Für ein Kilo Soja-Hack werden etwa 1,2 Quadratmeter Anbaufläche benötigt, während die Tierhaltung für ein Kilo Fleisch zwischen 27 und 49 Quadratmeter Fläche beansprucht. Auch in puncto Wasserverbrauch schneidet Soja deutlich besser ab: Für ein Kilo Sojabohnen werden etwa 2.000 Liter Wasser benötigt, während ein Kilo Rindfleisch über 15.000 Liter Wasser verbraucht.

CO2-Bilanz: Veganes Hack im Vergleich

Um die Umweltauswirkungen verschiedener veganer Hack-Alternativen genauer zu untersuchen, hat das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) die CO2-Äquivalente verschiedener Produkte berechnet. Das CO2-Äquivalent berücksichtigt alle Treibhausgasemissionen entlang des gesamten Produktlebensweges, von Anbau und Ernte über Verarbeitung und Verpackung bis hin zum Transport.

Das Ergebnis: Sonnenblumen-Hack schneidet mit nur 0,5 kg CO2-Äquivalenten pro Kilo Produkt am besten ab. Dieser Wert ist so niedrig, weil Sonnenblumen-Hack ein Nebenprodukt der Sonnenblumenölherstellung ist. Die Pressrückstände der Ölproduktion werden weiterverwendet, was die CO2-Bilanz erheblich verbessert. Zudem ist Sonnenblumen-Hack trocken lagerfähig und muss nicht gekühlt werden, was zusätzlich Energie spart.

Soja-Hack, Seitan-Hack und Erbsen-Hack liegen in der CO2-Bilanz etwas höher, aber immer noch deutlich unter Fleisch: Seitan-Hack mit 1,1 kg CO2-Äquivalenten, Soja-Hack mit 1,3 kg CO2-Äquivalenten und Erbsen-Hack mit 1,4 kg CO2-Äquivalenten. Alle diese Produkte müssen gekühlt transportiert werden, was ihren ökologischen Fußabdruck erhöht. Auch die Verpackung spielt eine Rolle: Dünne Plastikfolien sind umweltfreundlicher als aufwendig zu recycelnde Verbundmaterialien.

Zum Vergleich: Ein Kilo gemischtes Hackfleisch verursacht etwa 6,1 kg CO2-Äquivalente. Aus ökologischer Sicht ist der Umstieg auf veganes Hack also in jedem Fall eine lohnenswerte Entscheidung.

CO2-Äquivalente pro Kilogramm
Veganes HackCO2-Äquivalent (kg)
Sonnenblumen-Hack0,5
Seitan-Hack1,1
Soja-Hack1,3
Erbsen-Hack1,4
Gemischtes Hackfleisch6,1

Geschmack und Konsistenz: Was sagen die Experten?

Neben Nachhaltigkeit und Gesundheit spielt natürlich auch der Geschmack eine entscheidende Rolle. Die Stiftung Warentest hat in ihrer „test“-Ausgabe 8/2024 vegane Hackfleischprodukte getestet. Das Veggie-Hack von Rügenwalder Mühle schnitt dabei besonders gut ab. Laut Testergebnis ähnelt es geschmacklich stark Fleisch, ist saftig und hat keinen unangenehmen Beigeschmack. Auch Produkte von The Vegetarian Butcher und der Rewe-Eigenmarke wurden positiv bewertet und erinnerten im Geschmack leicht an Fleisch.

Weniger gut im Geschmackstest schnitten Trockenvarianten ab, die vor der Zubereitung mit Flüssigkeit aufquellen müssen. Diese Produkte, wie Granulate von Alnatura und Seitenbacher, erhielten lediglich die Note „befriedigend“. Das Kau- und Mundgefühl sei anders und weniger saftig. Ein Vorteil der Trockenprodukte ist jedoch, dass sie im Gegensatz zu den gekühlten Varianten ohne Zusatzstoffe und Aromen auskommen.

Welches vegane Hack ist am gesündesten?
Man sollte also weder zu viel Fleisch noch zu viele Fleischersatzprodukte zu sich nehmen. Eine Ausnahme ist das vegane Hack aus Sonnenblumenkernen: Es enthält kaum Salz und gesättigte Fettsäuren. Veganes Hack aus Sonnenblumenkernen ist also die gesündeste und nachhaltigste Fleisch-Alternative.

Die Stiftung Warentest kommt zu dem Schluss, dass veganes Hack Geschmackssache ist und es vor allem auf die richtige Würzung ankommt. Auch die Formbarkeit von veganem Hack wurde getestet. Insbesondere feuchte Produkte aus dem Kühlregal eignen sich weniger gut für die Zubereitung von Frikadellen oder Burger-Pattys, da sie oft schlecht zusammenhalten oder beim Anschneiden auseinanderfallen. Trockene Hack-Alternativen funktionieren hier besser, erfordern aber eine vorherige Quellung mit Flüssigkeit.

Gesundheitliche Aspekte: Worauf sollte man achten?

Obwohl vegane Ersatzprodukte nicht primär als besonders gesundheitsfördernd beworben werden, ist es wichtig, auf die Inhaltsstoffe und Nährwerte zu achten. Laut Experten sind die Zutaten in veganem Hack im Allgemeinen unbedenklich. Allerdings enthalten viele Produkte relativ viel Salz und gesättigte Fettsäuren. Ein hoher Salzkonsum kann zu Bluthochdruck und Nierenbelastung führen, während zu viele gesättigte Fettsäuren das Herz-Kreislauf-System belasten können. Daher sollte man sowohl Fleisch als auch Fleischersatzprodukte in Maßen genießen.

Eine Ausnahme bildet hier das vegane Hack aus Sonnenblumenkernen. Es enthält kaum Salz und gesättigte Fettsäuren und ist somit aus gesundheitlicher Sicht eine interessante Option. Allerdings wurde Sonnenblumenkern-Hack von der Stiftung Warentest auch als das Produkt mit den meisten Schadstoffen und der geringsten geschmacklichen Ähnlichkeit zu Hackfleisch bewertet.

Das gesündeste vegane Hack: Sonnenblume oder Soja?

Veganes Hack aus Sonnenblumenkernen erweist sich als die gesündeste und nachhaltigste Fleischalternative. Es punktet mit einer sehr guten CO2-Bilanz und geringen Werten bei Salz und gesättigten Fettsäuren. Allerdings ist es im Vergleich zu anderen veganen Hack-Varianten teurer und geschmacklich weniger überzeugend, so das Urteil der Stiftung Warentest.

Das vegane Hack auf Soja-Basis von Rügenwalder Mühle hingegen geht in der Gesamtbetrachtung als Testsieger hervor. Es schmeckt gut, enthält wenig Schadstoffe und überzeugt in Bezug auf Aussehen, Geruch und Mundgefühl. In den Kategorien Nachhaltigkeit und Gesundheit schneidet es jedoch nur mittelmäßig ab.

Letztendlich hängt die Wahl des „gesündesten“ veganen Hacks von den individuellen Prioritäten ab. Wer Wert auf maximale Nachhaltigkeit und Gesundheit legt, ist mit Sonnenblumen-Hack gut beraten. Wer jedoch einen guten Kompromiss aus Geschmack, Preis und Umweltverträglichkeit sucht, findet in Soja-Hack eine attraktive Alternative.

Häufige Fragen zu veganem Hack

Welches vegane Hack ist am nachhaltigsten?

Sonnenblumen-Hack ist aufgrund seiner Herstellung als Nebenprodukt und der geringen CO2-Bilanz die nachhaltigste Option.

Welches vegane Hack ist am gesündesten?

Sonnenblumen-Hack ist arm an Salz und gesättigten Fettsäuren und gilt daher als das gesündeste vegane Hack.

Wie schmeckt veganes Hack im Vergleich zu Fleisch?

Veganes Hack kann geschmacklich sehr nah an Fleisch herankommen, insbesondere Produkte auf Soja-Basis. Die richtige Würzung spielt eine entscheidende Rolle.

Ist veganes Hack teurer als Fleisch?

Die Preise für veganes Hack variieren. Sonnenblumen-Hack kann teurer sein, während Soja-Hack oft preislich mit Fleisch vergleichbar ist.

Enthält veganes Hack Zusatzstoffe?

Gekühlte vegane Hack-Produkte können Zusatzstoffe enthalten. Trockene Varianten kommen oft ohne Zusatzstoffe aus.

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