15/01/2026
Der Siamesische Kampffisch, liebevoll „Kafi“ genannt, ist ein faszinierendes und farbenprächtiges Juwel in vielen Aquarien. Seine Haltung ist grundsätzlich unkompliziert, doch bei der Fütterung gibt es einiges zu beachten, um dem kleinen Charakterkopf gerecht zu werden. Eine artgerechte Ernährung ist entscheidend für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die leuchtenden Farben Ihres Kampffisches. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige rund um die Fütterung von Siamesischen Kampffischen, damit Ihr Kafi ein langes und erfülltes Leben in Ihrem Aquarium führen kann.

Die natürliche Ernährung des Kampffisches
Um die Bedürfnisse eines Siamesischen Kampffisches in Bezug auf seine Ernährung zu verstehen, ist es hilfreich, einen Blick in seine natürliche Umgebung zu werfen. Kafis stammen ursprünglich aus Thailand und Kambodscha, wo sie in stehenden oder langsam fließenden Gewässern wie Reisfeldern, Gräben und Sümpfen leben. In diesen Habitaten ernähren sie sich hauptsächlich von kleinen Insekten, Insektenlarven, Wasserflöhen und anderen kleinen Wirbellosen. Der Siamesische Kampffisch ist also von Natur aus ein Fleischfresser. Diese carnivore Ernährung liefert ihm die notwendigen Proteine und Nährstoffe für seine Energie und Entwicklung.
Was sollte man Kampffischen im Aquarium füttern?
Die Ernährung im Aquarium sollte sich eng an der natürlichen Nahrung des Kampffisches orientieren. Das bedeutet, dass der Fokus auf tierischem Protein liegen sollte. Es gibt verschiedene Arten von Futter, die sich für Kampffische eignen:
Lebendfutter – Die natürliche Wahl
Lebendfutter ist die natürlichste und oft auch beliebteste Futterquelle für Kampffische. Es entspricht am ehesten ihrer ursprünglichen Nahrung und regt den Jagdinstinkt der Tiere an. Zudem liefert Lebendfutter wichtige Nährstoffe und Ballaststoffe. Geeignete Lebendfutterarten für Kampffische sind:
- Artemia (Salinenkrebschen): Artemia sind kleine Krebstiere, die reich an Proteinen und Carotinoiden sind. Sie sind leicht zu züchten und in verschiedenen Größen erhältlich, auch als Nauplien für junge Kampffische.
- Daphnien (Wasserflöhe): Daphnien sind ebenfalls kleine Krebstiere und eine hervorragende Quelle für Ballaststoffe und Proteine. Sie wirken leicht abführend und können Verdauungsproblemen vorbeugen.
- Mückenlarven (rote, weiße und schwarze): Mückenlarven sind sehr nahrhaft und werden von Kampffischen gerne gefressen. Rote Mückenlarven sollten jedoch nur in Maßen gefüttert werden, da sie bei übermäßiger Fütterung zu Verdauungsproblemen führen können. Weiße und schwarze Mückenlarven sind eine gute Alternative.
- Essigälchen: Essigälchen sind winzige Fadenwürmer und eignen sich besonders gut für die Aufzucht von jungen Kampffischen (Fry) oder als Ergänzung für adulte Tiere.
Lebendfutter sollte idealerweise aus sicheren Quellen bezogen werden, um die Einschleppung von Krankheiten oder Parasiten zu vermeiden. Viele Zoohandlungen bieten Lebendfutter an, oder man kann es selbst züchten.
Frostfutter – Die praktische Alternative
Frostfutter ist eine praktische und hygienische Alternative zu Lebendfutter. Es bietet viele der gleichen Vorteile wie Lebendfutter, ist aber länger haltbar und einfacher zu lagern. Gefrostet werden können viele der gleichen Futtertiere wie im Lebendfutterbereich, darunter:
- Artemia
- Daphnien
- Mückenlarven (rot, weiß, schwarz)
- Cyclops
- Wasserflöhe
Frostfutter sollte vor der Fütterung aufgetaut und kurz abgespült werden, um überschüssiges Eis und mögliche Keime zu entfernen. Achten Sie auf eine hochwertige Qualität des Frostfutters und vermeiden Sie Produkte, die trüb oder unangenehm riechen.

Trockenfutter – Flockenfutter und Granulat
Trockenfutter in Form von Flocken oder Granulat ist eine bequeme und praktische Option für die tägliche Fütterung. Es gibt spezielle Kampffischfutter, die auf die Bedürfnisse dieser Fische abgestimmt sind. Achten Sie bei der Auswahl auf folgende Kriterien:
- Hoher Proteingehalt: Kampffischfutter sollte einen hohen Anteil an tierischem Protein enthalten, idealerweise über 40%.
- Kleine Futtergröße: Das Futter sollte in der Größe an das Maul des Kampffisches angepasst sein. Feines Granulat oder kleine Flocken sind besser geeignet als grobes Futter.
- Hochwertige Inhaltsstoffe: Achten Sie auf eine ausgewogene Zusammensetzung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.
- Vermeidung von Füllstoffen: Gutes Kampffischfutter sollte keine unnötigen Füllstoffe wie Getreide oder Soja enthalten.
Trockenfutter sollte immer nur als Ergänzung und nicht als Hauptfutterquelle dienen. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Lebend- oder Frostfutter ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Kampffisches unerlässlich.
Ergänzungsfutter und Leckerbissen
Zusätzlich zu den genannten Futterarten können Sie Ihrem Kampffisch gelegentlich Leckerbissen anbieten, um Abwechslung in den Speiseplan zu bringen. Geeignete Leckerbissen sind:
- Enchyträen (Grindalwürmer): Enchyträen sind kleine, weiße Würmer, die sehr nahrhaft sind und von Kampffischen gerne gefressen werden. Sie sind jedoch sehr fetthaltig und sollten daher nur in Maßen gefüttert werden.
- Tubifex: Tubifex sind Röhrenwürmer, die ebenfalls sehr nahrhaft sind, aber auch mit Vorsicht zu genießen sind, da sie in belasteten Gewässern leben können und somit Krankheiten übertragen könnten. Frost-Tubifex sind eine sicherere Alternative.
- Gefriergetrocknete Leckerbissen: Im Handel sind gefriergetrocknete Leckerbissen wie Mückenlarven oder Artemia erhältlich, die eine praktische Ergänzung darstellen können.
Wie oft und wie viel sollte man Kampffische füttern?
Kampffische sollten nicht überfüttert werden. Sie haben einen kleinen Magen und neigen bei zu viel Futter zu Verdauungsproblemen und Verfettung. Eine mäßige Fütterung ist daher entscheidend. Als Faustregel gilt:
- Junge Kampffische (bis 6 Monate): 2-3 Mal täglich kleine Mengen füttern.
- Adulte Kampffische (ab 6 Monate): 1-2 Mal täglich kleine Mengen füttern.
- Fastentag: Einmal pro Woche einen Fastentag einlegen, um die Verdauung zu entlasten und die Wasserqualität zu schonen.
Die Futtermenge sollte so bemessen sein, dass das Futter innerhalb von wenigen Minuten (ca. 2-3 Minuten) gefressen wird. Übrig gebliebenes Futter sollte entfernt werden, um die Wasserqualität nicht zu belasten.
Tipps zur Kampffisch-Fütterung
- Abwechslung ist wichtig: Bieten Sie Ihrem Kampffisch eine abwechslungsreiche Ernährung mit verschiedenen Futterarten (Lebendfutter, Frostfutter, Trockenfutter, Leckerbissen).
- Beobachten Sie Ihren Fisch: Achten Sie auf das Fressverhalten und die Körperform Ihres Kampffisches. Ein gesunder Kafi ist aktiv, frisst gierig und hat eine schlanke Körperform.
- Futtermenge anpassen: Passen Sie die Futtermenge an die Aktivität und den Zustand Ihres Fisches an. Bei höheren Temperaturen oder erhöhter Aktivität kann der Bedarf etwas höher sein.
- Wasserqualität beachten: Überfütterung und Futterreste belasten das Wasser. Regelmäßige Wasserwechsel und eine gute Filterung sind wichtig, um eine gute Wasserqualität zu gewährleisten.
- Geduld bei der Umstellung: Wenn Sie das Futter umstellen möchten, machen Sie dies langsam und schrittweise, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen zur Kampffisch-Fütterung (FAQ)
- Darf ich meinen Kampffisch nur mit Trockenfutter füttern?
- Trockenfutter allein ist nicht ideal für eine artgerechte Ernährung von Kampffischen. Es sollte nur als Ergänzung dienen. Lebend- oder Frostfutter sollte den Hauptteil der Ernährung ausmachen, um eine optimale Versorgung mit Nährstoffen und Proteinen zu gewährleisten.
- Mein Kampffisch frisst sein Trockenfutter nicht. Was kann ich tun?
- Versuchen Sie, hochwertigeres Trockenfutter speziell für Kampffische zu verwenden. Bieten Sie ihm Lebend- oder Frostfutter an, um seinen Appetit anzuregen. Manchmal kann es auch helfen, das Trockenfutter vorher kurz in etwas Wasser einzuweichen, um es weicher zu machen.
- Kann ich meinen Kampffisch mit Brot oder Essensresten füttern?
- Nein, Brot und Essensreste sind für Kampffische ungeeignet und können sogar schädlich sein. Sie enthalten keine wichtigen Nährstoffe und können die Wasserqualität stark belasten. Füttern Sie ausschließlich Fischfutter oder geeignetes Lebend- und Frostfutter.
- Wie lange können Kampffische ohne Futter überleben?
- Adulte, gesunde Kampffische können in der Regel einige Tage ohne Futter überleben, ohne Schaden zu nehmen. Junge Fische und kranke Tiere sind jedoch empfindlicher. Es ist jedoch nicht empfehlenswert, Kampffische absichtlich lange Zeit nicht zu füttern.
- Was tun, wenn mein Kampffisch zu dick ist?
- Reduzieren Sie die Futtermenge und erhöhen Sie die Fütterungsintervalle. Bieten Sie weniger fetthaltiges Futter an und sorgen Sie für ausreichend Bewegung im Aquarium (z.B. durch eine abwechslungsreiche Beckengestaltung).
Fazit
Eine artgerechte Fütterung ist ein wesentlicher Bestandteil der erfolgreichen Haltung von Siamesischen Kampffischen. Indem Sie die natürlichen Ernährungsgewohnheiten berücksichtigen und auf eine abwechslungsreiche und proteinreiche Kost achten, tragen Sie maßgeblich zur Gesundheit, Vitalität und Farbenpracht Ihres Kafis bei. Beobachten Sie Ihren Fisch aufmerksam, passen Sie die Fütterung seinen Bedürfnissen an und genießen Sie die Freude an diesem faszinierenden Aquarienbewohner!
