19/02/2023
Senf ist im Hobbygartenbau vor allem als Gründüngung beliebt. Er verbessert die Bodenstruktur, unterdrückt Unkraut und liefert wertvolle Nährstoffe. Doch wann ist der beste Zeitpunkt, um Senf unterzugraben und wie geht man dabei vor? Dieser Artikel gibt Ihnen umfassende Antworten und Tipps für die erfolgreiche Anwendung von Senf als Gründüngung in Ihrem Garten.

Warum Senf als Gründüngung nutzen?
Bevor wir uns dem optimalen Zeitpunkt zum Untergraben widmen, ist es wichtig zu verstehen, warum Senf überhaupt eine so wertvolle Gründüngungspflanze ist. Senf bietet zahlreiche Vorteile für Ihren Gartenboden:
- Bodenverbesserung: Senf wurzelt tief und lockert den Boden auf. Dies verbessert die Durchlüftung und Wasserspeicherfähigkeit, besonders in schweren, lehmigen Böden.
- Unkrautunterdrückung: Dichter Senfbestand lässt wenig Licht zum Boden durch, wodurch Unkrautsamen schlechter keimen können. Dies reduziert den Unkrautdruck im Garten auf natürliche Weise.
- Nährstoffspeicherung: Senf nimmt überschüssige Nährstoffe aus dem Boden auf, insbesondere Stickstoff, und verhindert so deren Auswaschung ins Grundwasser. Beim Verrotten der Senfpflanzen werden diese Nährstoffe wieder freigesetzt und stehen den Folgekulturen zur Verfügung.
- Schutz vor Erosion: Die dichte Senfdecke schützt den Boden vor Wind- und Wassererosion, insbesondere in Hanglagen oder bei Starkregen.
- Gesundheitliche Vorteile: Senf kann helfen, bodenbürtige Krankheiten und Schädlinge zu reduzieren. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da Senf zu den Kreuzblütlern gehört und bei Anbau von Kohl, Radieschen oder Rettich Fruchtfolge-Aspekte beachtet werden müssen (siehe unten).
Der optimale Zeitpunkt zum Untergraben von Senf
Der richtige Zeitpunkt zum Untergraben von Senf hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere vom Aussaatzeitpunkt, dem Klima und den Folgekulturen. Generell lässt sich sagen, dass Senf untergegraben werden sollte, bevor er Samen bildet und verholzt.
Herbstsaat und Überwinterung
Die häufigste Anwendung von Senf als Gründüngung ist die Herbstsaat. Senf wird nach der Ernte der Sommerkulturen (z.B. Gemüse, Kartoffeln) im Spätsommer oder Frühherbst ausgesät. Der genaue Zeitpunkt hängt vom gewünschten Effekt ab:
- Frühe Aussaat (August/September): Bei früher Aussaat wächst der Senf noch üppig vor dem Winter und bildet viel Biomasse. Dies ist ideal für die Bodenverbesserung und Nährstoffspeicherung. In milden Wintern kann der Senf sogar über den Winter grün bleiben.
- Späte Aussaat (Oktober): Bei später Aussaat entwickelt sich der Senf weniger stark vor dem Winter. Er dient dann vor allem als Winterschutz für den Boden und zur Unkrautunterdrückung.
Wann untergraben bei Herbstaussaat?
Der ideale Zeitpunkt zum Untergraben von Herbstsenf ist im Frühjahr, kurz bevor die Folgekulturen gepflanzt oder gesät werden.
- Vor dem Wintereinbruch: In Regionen mit strengen Wintern kann es sinnvoll sein, den Senf bereits vor dem ersten Frost zu untergraben. Dies verhindert, dass die Pflanzen erfrieren und zu schnell verrotten, wodurch Nährstoffe verloren gehen könnten.
- Im zeitigen Frühjahr: In milderen Regionen oder wenn der Senf überwintert hat, wird er im Frühjahr untergegraben, sobald der Boden frostfrei und abgetrocknet ist. Wichtig ist, dass der Senf noch nicht blüht oder Samen bildet.
Frühjahrssaat
Senf kann auch im Frühjahr als Gründüngung ausgesät werden, beispielsweise zwischen zwei Gemüseanbauperioden oder auf Flächen, die im Sommer brach liegen sollen.
Wann untergraben bei Frühjahrsaussaat?
Frühjahrssenf sollte untergegraben werden, bevor er blüht. Die Blütezeit von Senf ist abhängig von der Sorte und den Witterungsbedingungen, liegt aber meist im Sommer. In der Regel sind etwa 6-8 Wochen Wachstumszeit ausreichend, um eine gute Gründüngungsmasse zu erzielen.
Wie wird Senf untergegraben?
Das Untergraben von Senf ist relativ einfach. Hier sind die wichtigsten Schritte:
- Zerkleinern: Vor dem Untergraben sollte der Senf zerkleinert werden. Dies kann mit einem Rasenmäher, einer Sense oder einem Balkenmäher geschehen. Das Zerkleinern beschleunigt die Verrottung im Boden.
- Einarbeiten: Der zerkleinerte Senf wird dann in den Boden eingearbeitet. Dies kann mit einer Gartenfräse, einem Spaten oder einem Grubber geschehen. Die Einarbeitungstiefe sollte etwa 10-15 cm betragen.
- Verrottung abwarten: Nach dem Untergraben sollte man einige Wochen warten, bis der Senf verrottet ist, bevor die Folgekulturen gepflanzt oder gesät werden. Die genaue Wartezeit hängt von den Witterungsbedingungen und der Bodenfeuchtigkeit ab. In der Regel sind 2-4 Wochen ausreichend.
Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Fruchtfolge beachten: Senf gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Wenn Sie in den nächsten Jahren Kohl, Radieschen, Rettich, Raps oder andere Kreuzblütler auf derselben Fläche anbauen möchten, sollten Sie keinen Senf als Gründüngung verwenden. Kreuzblütler können sich gegenseitig Krankheiten übertragen (z.B. Kohlhernie). In diesem Fall sind andere Gründüngungspflanzen wie Phacelia oder Leguminosen (z.B. Klee, Lupinen) besser geeignet.
- Samenbildung vermeiden: Senf sollte unbedingt vor der Samenbildung untergegraben werden. Sonst kann er sich selbst aussäen und zum Unkrautproblem werden.
- Bodenfeuchtigkeit: Der Boden sollte beim Untergraben weder zu trocken noch zu nass sein. Ideal ist ein leicht feuchter Boden, der sich gut bearbeiten lässt.
- Nährstoffbedarf berücksichtigen: Senf ist ein Starkzehrer und benötigt für gutes Wachstum ausreichend Nährstoffe. Bei sehr nährstoffarmen Böden kann eine Düngung vor der Aussaat sinnvoll sein.
Zusammenfassung: Der richtige Zeitpunkt auf einen Blick
| Aussaatzeitpunkt | Optimaler Zeitpunkt zum Untergraben | Hinweise |
|---|---|---|
| Herbst (August - Oktober) | Frühjahr (vor der Blüte) oder vor Wintereinbruch | Frühe Aussaat für viel Biomasse, späte Aussaat für Winterschutz |
| Frühjahr | Sommer (vor der Blüte, nach ca. 6-8 Wochen) | Geeignet für Brachflächen oder Zwischenkulturen |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Kann ich Senf auch im Winter untergraben?
- In Regionen mit milden Wintern und wenn der Boden frostfrei bleibt, ist es theoretisch möglich, Senf auch im Winter zu untergraben. Allerdings ist der Boden oft zu nass oder gefroren, was die Bearbeitung erschwert. Es ist in der Regel praktischer, den Senf im Frühjahr zu untergraben.
- Muss ich Senf zerkleinern, bevor ich ihn untergrabe?
- Ja, das Zerkleinern ist empfehlenswert. Es beschleunigt die Verrottung und erleichtert das Einarbeiten in den Boden.
- Welche Geräte eignen sich zum Untergraben von Senf?
- Für kleinere Gärten reichen Spaten oder Grubber aus. Für größere Flächen sind Gartenfräsen oder Traktoren mit Pflug oder Grubber geeignet.
- Kann ich Senf auch im Hochbeet als Gründüngung verwenden?
- Ja, Senf eignet sich sehr gut als Gründüngung im Hochbeet. Er lockert die Erde auf und liefert Nährstoffe für die nächste Saison.
- Was mache ich, wenn der Senf doch geblüht hat?
- Auch wenn der Senf bereits geblüht hat, kann er noch als Gründüngung verwendet werden. Allerdings sollte er dann unbedingt vor der Samenreife untergegraben werden, um eine unkontrollierte Ausbreitung zu vermeiden. Die Gründüngungswirkung ist bei blühendem Senf etwas geringer, da die Pflanzen bereits viele Nährstoffe in die Blütenbildung investiert haben.
Senf ist eine wertvolle und unkomplizierte Gründüngungspflanze, die Ihren Gartenboden auf natürliche Weise verbessert. Mit dem richtigen Zeitpunkt zum Untergraben und der Beachtung der Fruchtfolge profitieren Sie optimal von den Vorteilen dieser Pflanze und legen den Grundstein für eine reiche Ernte im nächsten Gartenjahr.
