02/03/2026
Gründüngung ist eine hervorragende Methode, um den Boden im Garten oder auf dem Balkon über die Wintermonate zu schützen und gleichzeitig mit wertvollen Nährstoffen anzureichern. Viele Hobbygärtner greifen dabei gerne zu Senf, da er schnell wächst und den Boden effektiv bedeckt. Doch Vorsicht ist geboten: Senf ist nicht immer die beste Wahl und kann sogar unerwünschte Folgen haben. Warum das so ist und welche Alternativen es gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

- Senf als Gründüngung – Eine beliebte Wahl mit Tücken
- Kohlhernie – Eine Gefahr für Kreuzblütler im Gemüsegarten
- Senf als Überträger der Kohlhernie
- Fruchtfolge einhalten – Auch im Balkongarten wichtig
- Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung der Kohlhernie
- Fazit: Senf als Gründüngung – Mit Bedacht einsetzen
- Fragen zum Thema Gründüngung?
Senf als Gründüngung – Eine beliebte Wahl mit Tücken
Gerade im Herbst, wenn die Gemüsebeete abgeerntet sind und der Winter vor der Tür steht, ist Gründüngung besonders sinnvoll. Sie schützt den Boden vor Erosion durch Wind und Regen, verbessert die Bodenstruktur und beugt dem Auswaschen von Nährstoffen vor. Pflanzen wie Phacelia und Inkarnatklee sind beliebte Optionen, da sie nicht nur den Boden verbessern, sondern auch Bienenweiden für den Herbst bieten. Auch Senf wird oft als Gründüngung eingesetzt, da er schnellwüchsig und anspruchslos ist. Doch es gibt gute Gründe, warum man im Gemüsegarten lieber auf Senf verzichten sollte.
Der Hauptgrund liegt darin, dass Senf zu den Kreuzblütlern gehört. Diese Pflanzenfamilie umfasst auch viele Gemüsesorten, die in unseren Gärten häufig angebaut werden, wie beispielsweise Kohl, Radieschen, Rauke und Kresse. Wenn Kreuzblütler ohne Unterbrechung nacheinander auf derselben Fläche angebaut werden, kann dies zu Problemen führen, insbesondere zur Verbreitung der gefürchteten Kohlhernie.
Kohlhernie – Eine Gefahr für Kreuzblütler im Gemüsegarten
Die Kohlhernie ist eine Pflanzenkrankheit, die durch den Erreger Plasmodiophora brassicae verursacht wird. Dieser Pilz befällt vor allem Wurzeln von Kreuzblütlern und führt zu charakteristischen Wucherungen, den sogenannten Gallen. Betroffene Pflanzen zeigen oft einen kümmerlichen Wuchs, gelbe Blätter und verdickte, deformierte Wurzeln. Die Nährstoffaufnahme wird behindert, und im schlimmsten Fall sterben die Pflanzen ab.
Hartmut Clemen, Landesgartenfachberater der Gartenfreunde Bremen e.V., erklärt: „Das Erkennungsmerkmal der Kohlhernie sind größere Wucherungen mit schorfiger Oberfläche (Gallen genannt) im Wurzelbereich. Betroffene Pflanzen müssen über den Hausmüll entsorgt werden, niemals über den eigenen Kompost, da sich sonst andere Pflanzen infizieren können.“
Besonders anfällig für Kohlhernie sind neben verschiedenen Kohlsorten wie Kohlrabi, Blumenkohl, Weißkohl und Brokkoli auch Radieschen und Rettich. Der Erreger kann jahrelang im Boden überdauern und immer wieder neue Pflanzen infizieren.
Senf als Überträger der Kohlhernie
Da Senf ebenfalls zu den Kreuzblütlern zählt, kann er als Zwischenwirt für die Kohlhernie dienen und den Erreger im Boden vermehren. Auch wenn Senf selbst nicht so stark von der Kohlhernie befallen wird wie Kohlarten, kann er dennoch zur Verbreitung der Krankheit beitragen. Wer also in seinem Gemüsegarten regelmäßig Kreuzblütler anbaut, sollte vorsichtig sein und Senf als Gründüngung vermeiden.
Hartmut Clemen rät daher: „Auch empfehle ich auf die Gründüngung von Senf und Raps zu verzichten, da sie als Kreuzblütler die Kohlhernie übertragen.“
Fruchtfolge einhalten – Auch im Balkongarten wichtig
Um die Ausbreitung der Kohlhernie und anderer bodenbürtiger Krankheiten zu verhindern, ist die Einhaltung einer Fruchtfolge im Gemüsegarten unerlässlich. Das bedeutet, dass Pflanzen aus derselben Familie nicht jedes Jahr hintereinander auf derselben Fläche angebaut werden sollten. Eine Anbaupause von mindestens drei bis vier Jahren für Kreuzblütler ist empfehlenswert.
Wenn Sie beispielsweise Radieschen angebaut haben, sollten Sie in den folgenden Jahren auf dieser Fläche keine weiteren Kreuzblütler wie Kohl, Rettich oder eben Senf anbauen. Stattdessen können Sie auf andere Pflanzenfamilien ausweichen, wie beispielsweise Salat, Spinat, Erdbeeren, Zwiebeln oder Knoblauch. Für die Gründüngung eignen sich Alternativen wie Klee, Wicken, Phacelia oder Roggen, die nicht zu den Kreuzblütlern gehören und somit keine Kohlhernie übertragen.
Auch im Balkongarten ist die Fruchtfolge wichtig, auch wenn der Platz begrenzt ist. Wenn Sie in Kübeln und Kästen Gemüse anbauen, sollten Sie ebenfalls darauf achten, nicht jedes Jahr die gleichen Pflanzenfamilien in dieselben Gefäße zu setzen.
Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung der Kohlhernie
Neben der Fruchtfolge gibt es weitere Maßnahmen, um das Risiko einer Kohlhernie-Infektion zu minimieren. Ein wichtiger Faktor ist der pH-Wert des Bodens. Kohlhernie-Erreger fühlen sich in sauren Böden besonders wohl. Ein optimaler pH-Wert zwischen 5,8 und 6,8 kann dazu beitragen, das Wachstum des Erregers zu hemmen.
Hartmut Clemen empfiehlt: „Um einer Erkrankung vorzubeugen, gilt es, für einen optimalen pH-Wert zu sorgen. Dieser sollte laut Hartmut Clemen zwischen 5,8 und 6,8 liegen. Den pH-Wert des Bodens können Sie über eine Bodenprobe feststellen. Indem Sie kohlensauren Kalk ausbringen, können Sie den Wert entsprechend anpassen.“
Auch der Anbau von Jungpflanzen in Kübeln mit frischer Erde kann eine gute Möglichkeit sein, Kohlhernie zu vermeiden, insbesondere im Balkongarten. Durch den jährlichen Austausch der Erde wird das Risiko einer Infektion deutlich reduziert.
Fazit: Senf als Gründüngung – Mit Bedacht einsetzen
Senf ist zwar eine beliebte und schnellwüchsige Gründüngung, im Gemüsegarten sollte man ihn jedoch mit Bedacht einsetzen. Wer regelmäßig Kreuzblütler anbaut, sollte lieber auf Alternativen wie Phacelia, Klee oder Wicken zurückgreifen, um das Risiko einer Kohlhernie-Infektion zu vermeiden. Die Einhaltung einer Fruchtfolge und die Kontrolle des pH-Wertes sind weitere wichtige Maßnahmen, um den Boden gesund zu halten und den Ertrag im Gemüsegarten langfristig zu sichern.
Für mich persönlich ist Senf als Gründüngung im Gemüsegarten seitdem keine Option mehr. Stattdessen säe ich ihn gezielt aus, um die jungen Blätter für Salate zu ernten – eine leckere und gesunde Alternative!
Fragen zum Thema Gründüngung?
Haben Sie Fragen zur Gründüngung im Gemüsegarten oder auf dem Balkon? Schreiben Sie mir gerne eine E-Mail oder hinterlassen Sie einen Kommentar! Ich freue mich auf Ihre Fragen und Anregungen!
