09/11/2021
Wenn Sie schwarze Punkte auf Ihren geliebten Pflanzen entdecken, ist die Sorge oft groß. Handelt es sich um eine Krankheit, einen Pilz oder gar Schädlinge? Eine häufige Ursache für diese unschönen Flecken, insbesondere in Verbindung mit silbrigen Verfärbungen und Deformationen, sind Thripse. Diese winzigen Insekten können schnell zur Plage werden und erhebliche Schäden anrichten. Doch keine Panik! In diesem umfassenden Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Thripse und die von ihnen verursachten schwarzen Punkte wissen müssen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Thripse erkennen, welche Schäden sie anrichten, wie Sie vorbeugen und wie Sie einen Befall effektiv bekämpfen können.

Was sind Thripse überhaupt?
Thripse, auch bekannt als Fransenflügler oder Blasenfüße, sind winzige, längliche Insekten, die zur Ordnung der Thysanoptera gehören. Mit einer Größe von lediglich 1 bis 2 mm sind sie kaum mit bloßem Auge zu erkennen. Ihren Namen verdanken sie ihren charakteristischen, fransenartigen Flügeln. Obwohl sie Flügel besitzen, sind Thripse keine Flugkünstler. Sie lassen sich eher vom Wind und Luftströmungen treiben. Die Farbe der Thripse variiert je nach Art und Entwicklungsstadium. Es gibt schwarze Thripse, beige, braune und sogar mehrfarbige Arten. Oft werden sie als kleine, sich bewegende Striche auf den Blättern wahrgenommen.
Thripse erkennen: Auf die Details kommt es an
Die Identifizierung von Thripsen kann anfangs schwierig sein, da sie so klein sind und die Schäden vielfältig sein können. Hier sind einige Merkmale, auf die Sie achten sollten:
Die verschiedenen Stadien der Thripse
Thripse durchlaufen sechs Entwicklungsstadien:
- Eistadium: Die Eier werden von den Weibchen in das Pflanzengewebe abgelegt und sind mit bloßem Auge nicht sichtbar.
- Larvenstadien (2): Die Larven sind kleiner und heller als die adulten Thripse. Sie sind weißlich, gelblich oder orange und bewegen sich langsam über die Blätter.
- Vorpuppe & Puppe: In diesen Stadien verpuppen sich die Thripse. Viele Arten verpuppen sich im Boden, einige aber auch auf den Blättern, insbesondere bei Zimmerpflanzen. In dieser Phase nehmen sie keine Nahrung auf.
- Adultes Insekt: Das adulte Stadium ist das geschlechtsreife und mobile Stadium der Thripse.
Symptome eines Thripsbefalls: Schwarze Punkte und mehr
Ein Thripsbefall äußert sich durch verschiedene Symptome an der Pflanze:
- Silberne Flecken: Durch das Anstechen und Aussaugen der Pflanzenzellen entstehen silbrig-graue Flecken auf den Blättern. Diese sind ein typisches Zeichen für Thripsaktivität.
- Schwarze Punkte: Die charakteristischen schwarzen Punkte sind die Ausscheidungen der Thripse. Sie sind ein sicheres Indiz für einen Thripsbefall und helfen, ihn von anderen Schädlingen zu unterscheiden.
- Verkorkungen: Als Reaktion auf die Verletzungen durch die Thripse kann es zu Verkorkungen auf dem Blattgewebe kommen, besonders bei Pflanzen mit öligen oder fleischigen Blättern.
- Deformationen: Junge Blätter und Blüten können sich verformen, da das Wachstum durch die Saugschäden beeinträchtigt wird.
Woher kommen Thripse?
Thripse können auf verschiedene Wege in Ihr Zuhause oder Gewächshaus gelangen:
- Einschleppung durch Kleidung oder Haustiere: Da Thripse im Freien weit verbreitet sind, können sie leicht unbemerkt mitgebracht werden.
- Neue Pflanzen: Oft werden Thripse bereits mit gekauften Pflanzen eingeschleppt.
- Schnittblumen: Auch in Schnittblumen können sich Thripse verstecken.
- Zuflug aus der Umgebung: Thripse können aus Gärten, Gebüschen oder Wildpflanzen zufliegen.
Verschiedene Thripsarten und ihre Vorlieben
Es gibt zahlreiche Thripsarten, von denen einige häufiger vorkommen und bestimmte Pflanzen bevorzugen:
- Kalifornischer Thrips (Frankliniella occidentalis): Ein weit verbreiteter Blütenthrips, der viele Pflanzen befällt und auch Viren übertragen kann.
- Tabakthrips (Thrips tabaci): Ein Blattthrips, der vor allem in Gewächshäusern Probleme verursacht und Gemüse- und Zierpflanzen befällt.
- Rosenthrips (Thrips fuscipennis): Häufig an Rosen und anderen Blütenpflanzen zu finden.
- Amerikanischer Thrips (Echinothrips americanus): Ein dunkler Blattthrips, der oft auf älteren Blättern sitzt und schwer zu bekämpfen ist.
- Japanischer Blütenthrips (Thrips setosus): Eine relativ neue Art, die sowohl Blätter als auch Blüten befällt und dem Amerikanischen Thrips ähnelt.
- Palmenthrips (Parthenothrips dracaenae): Spezialisiert auf Zimmerpflanzen, insbesondere Palmen.
- Blumenthrips (Frankliniella intonsa): Ähnlich dem Kalifornischen Thrips, vor allem in Blüten zu finden.
- Orchideenthrips (Dichromothrips corbeti): Befällt Orchideen und verursacht Blüten- und Blattschäden.
- Chrysanthemenblasenfuß (Hercinothrips): Ein Blattthrips, der weniger mobil ist und verschiedene Pflanzen befallen kann.
- Pfefferthrips (Thrips parvispinus): Eine asiatische Art, die sich in Europa ausbreitet und Zimmer- und Zierpflanzen befällt.
Schäden durch Thripse: Von Zimmerpflanzen bis Gemüse
Die Schäden durch Thripse sind vielfältig und können verschiedene Pflanzengruppen betreffen:
Thripse an Zimmerpflanzen
- Silberflecken auf Blättern: Das typische Symptom, verursacht durch das Aussaugen der Zellen.
- Schwarze Punkte auf Blättern: Die Exkremente der Thripse, ein sicheres Zeichen.
- Verkorkung: Wundreaktion des Pflanzengewebes.
- Deformationen an Blättern und Blüten: Besonders junge Blätter und Blüten können sich verformen.
Thripse an Gemüse
- Silberflecken auf Blättern: Wie bei Zimmerpflanzen, ein häufiges Symptom.
- Schwarze Punkte auf Blättern: Auch hier ein deutliches Zeichen.
- Verkorkung auf Früchten: Früchte wie Paprika und Gurken können Verkorkungen und braune Streifen entwickeln.
- Frucht- und Blattverformungen: Besonders Gurken können sich verformen.
- Virenübertragung: Thripse können Pflanzenviren übertragen, was im professionellen Anbau ein großes Problem darstellt.
Thripse an Beeren
- Silberflecken auf Blättern: Auch hier ein typisches Symptom.
- Schwarze Punkte: Deuten auf Thripsausscheidungen hin.
- Verkorkung und Bräunung von Früchten: Kann bei starkem Befall auftreten.
- Deformationen: Erdbeeren können deformierte Blüten und Früchte entwickeln.
Thripse an Schnittblumen
Besonders Rosen, Chrysanthemen, Gerbera und Anthurien sind anfällig für Thripse. Dies ist ein großes Problem im Blumenanbau.
Vorbeugung ist die beste Verteidigung
Da Thripse schwer zu bekämpfen sind und Schäden verursachen, die oft irreparabel sind, ist Vorbeugung entscheidend. Hier sind einige vorbeugende Maßnahmen:
- Regelmäßige Kontrolle: Untersuchen Sie Ihre Pflanzen wöchentlich auf Thripse und erste Anzeichen eines Befalls. Achten Sie dabei nicht nur auf die Blätter, sondern auch auf Blüten und Triebspitzen.
- Luftfeuchtigkeit erhöhen: Thripse mögen trockene Luft. Eine höhere Luftfeuchtigkeit kann einem Befall vorbeugen.
- Gelbtafeln: Hängen Sie Gelbtafeln auf, um erste adulte Thripse abzufangen, besonders in Gewächshäusern. Platzieren Sie die Tafeln in Blatthöhe.
- Insektengaze: Verwenden Sie feine Insektengaze (0,8x0,8 mm) an Fenstern und Lüftungsöffnungen, um den Zuflug von Thripsen zu reduzieren.
- Quarantäne: Isolieren Sie neue Pflanzen zunächst, um sicherzustellen, dass sie keine Thripse einschleppen.
- Gewächshausreinigung: Reinigen Sie Gewächshäuser nach einem Befall gründlich, da Thripse überwintern können.
Thripse bekämpfen: Was hilft wirklich?
Wenn es bereits zu einem Befall gekommen ist, ist die Bekämpfung von Thripsen oft eine Herausforderung. Chemische Sprays sind aufgrund von Resistenzen und der versteckten Lebensweise der Thripse oft wenig wirksam und können Nützlinge schädigen. Biologische Bekämpfungsmethoden sind oft die bessere Wahl:
Biologische Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen
- Raubmilben (Neoseiulus cucumeris & Swirskii): Fressen Eier und junge Larven der Thripse. Erhältlich in Tuben für den Soforteinsatz oder in Zuchtbeuteln für eine kontinuierliche Freisetzung.
- Raubwanzen (Orius): Fressen adulte Thripse und alle Larvenstadien. Geeignet für größere Befälle und wenn Pflanzen dicht beieinander stehen.
- Florfliegenlarven (Chrysopa): Fressen beide Larvenstadien der Thripse. Erhältlich als Eier auf Karten oder als Larven in Buchweizenschalen.
Warum Sprays oft nicht die Lösung sind
Obwohl es viele Thrips-Sprays auf dem Markt gibt, sind sie aus verschiedenen Gründen oft nicht die ideale Lösung:
- Resistenzen: Thripse haben Resistenzen gegen viele chemische und natürliche Wirkstoffe entwickelt.
- Versteckte Lebensweise: Thripse verstecken sich in Triebspitzen und Blütenknospen, wo Sprays sie schwer erreichen.
- Häufige Anwendung nötig: Aufgrund des schnellen Lebenszyklus der Thripse sind häufige Spritzanwendungen erforderlich, was in Wohnräumen unerwünscht ist.
- Puppenstadien resistent gegen systemische Mittel: Vorpuppen und Puppen nehmen keine Nahrung auf und sind daher gegen systemische Mittel immun.
- Schädlich für Nützlinge: Spritzmittelrückstände können Nützlinge schädigen und deren Einsatz verhindern.
Hausmittel wie Knoblauch: Oft keine effektive Lösung
Hausmittel wie Knoblauch werden oft als natürliche Alternative angepriesen, sind aber in der Regel nicht wirksam gegen Thripse. Knoblauchextrakte können Thripse kurzzeitig abschrecken, aber sie gewöhnen sich schnell daran und das Problem wird nicht gelöst.

Was tun bei bereits entstandenen Blattschäden?
Leider sind die Blattschäden, die durch Thripse verursacht werden, irreparabel. Auch nach erfolgreicher Bekämpfung der Schädlinge bleiben die silbrigen Flecken und Deformationen sichtbar. Sie können stark geschädigte Blätter abschneiden oder sie mit Wasser und etwas Schmierseife abwaschen, um sie optisch etwas aufzuwerten. Um zukünftige Schäden zu vermeiden, ist es ratsam, vorbeugend mit Nützlingen zu arbeiten, insbesondere bei Pflanzen, die anfällig für Thripse sind.
Sind Thripse für Menschen gefährlich?
Nein, Thripse sind für Menschen nicht gefährlich. Sie können zwar manchmal stechen, aber das ist harmlos. Thripse übertragen keine Krankheiten auf Menschen. Die Sorge sollte Ihren Pflanzen gelten, nicht Ihrer eigenen Gesundheit.
Wissenswertes über Thripse
- Thripse sind weltweit verbreitet, sogar in Polargebieten.
- Sie gehören zu den kleinsten geflügelten Insekten.
Fazit: Schwarze Punkte im Griff bekommen
Schwarze Punkte auf Pflanzen in Kombination mit silbernen Flecken und Deformationen sind oft ein Zeichen für einen Thripsbefall. Obwohl die Bekämpfung dieser Schädlinge eine Herausforderung sein kann, ist es mit den richtigen Maßnahmen möglich, Ihre Pflanzen zu schützen. Vorbeugung und der Einsatz von Nützlingen sind die effektivsten Strategien, um Thripse in Schach zu halten und Ihre Pflanzen gesund und schön zu erhalten. Regelmäßige Kontrollen und ein wachsames Auge helfen, einen Befall frühzeitig zu erkennen und zu handeln, bevor größere Schäden entstehen.
