19/03/2022
Die Schisandra chinensis, auch bekannt als chinesisches Spaltkörbchen oder chinesische Beerentraube, erfreut sich zunehmender Beliebtheit in deutschen Gärten. Diese aus Ostasien stammende Kletterpflanze ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch für ihre gesundheitsfördernden Beeren bekannt. Doch wie schnell wächst Schisandra eigentlich und ist sie winterhart? Dieser Artikel beantwortet diese und weitere Fragen rund um die pflegeleichte Vitalbeere.

Was ist Schisandra chinensis?
Schisandra chinensis ist eine ausdauernde, verholzende Kletterpflanze aus der Familie der Sternanisgewächse (Schisandraceae). Sie stammt ursprünglich aus China, Korea, Japan und Russland. In ihrer Heimat wird sie seit Jahrhunderten nicht nur als Zierpflanze, sondern auch als Heilpflanze geschätzt. Die Pflanze ist auch unter den Namen chinesischer Limonenbaum oder chinesische Beerentraube bekannt, was auf ihre aromatischen Blätter und traubenartigen Beeren hinweist.
Die Schisandra zeichnet sich durch ihre attraktiven, glänzenden, dunkelgrünen Blätter und die leuchtend roten Beeren aus. Im Frühling erscheinen zarte, cremeweiße bis rosafarbene Blüten, die einen angenehmen Duft verströmen und zahlreiche Bestäuber anlocken. Besonders bemerkenswert ist der ungewöhnliche Geschmack der Beeren, der als fünfteilig beschrieben wird: süß, sauer, scharf, bitter und salzig zugleich.
Wie schnell wächst Schisandra chinensis?
Das Wachstum von Schisandra chinensis kann als moderat bis zügig bezeichnet werden. Unter optimalen Bedingungen kann die Pflanze jährlich etwa 30 bis 60 Zentimeter wachsen. Die genaue Wachstumsgeschwindigkeit hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, wie Standort, Bodenbeschaffenheit, Wasserversorgung und Nährstoffangebot.
Im Allgemeinen erreicht Schisandra chinensis eine Wuchshöhe von etwa 6 bis 8 Metern, wenn sie eine geeignete Kletterhilfe findet. An einer Pergola, einem Zaun oder einer Hauswand kann sie sich prächtig entwickeln und einen dichten, grünen Vorhang bilden. Auch als Kübelpflanze auf dem Balkon oder der Terrasse ist Schisandra geeignet, wobei das Wachstum im Topf etwas langsamer ausfallen kann. Es ist wichtig zu beachten, dass Schisandra einige Jahre benötigt, um ihre volle Größe und Blütenpracht zu erreichen. Geduld wird jedoch mit einer langlebigen und attraktiven Kletterpflanze belohnt.
Wachstumsfaktoren im Überblick:
- Standort: Ein halbschattiger bis sonniger Standort fördert ein gesundes Wachstum.
- Boden: Gut durchlässiger, humusreicher Boden ist ideal.
- Wasser: Regelmäßige Wassergaben, besonders in Trockenperioden, sind wichtig. Staunässe sollte vermieden werden.
- Nährstoffe: Eine jährliche Düngung im Frühjahr unterstützt das Wachstum.
- Kletterhilfe: Eine stabile Kletterhilfe ermöglicht ein optimales Höhenwachstum.
Ist Schisandra chinensis winterhart?
Ja, Schisandra chinensis ist winterhart und verträgt problemlos Temperaturen bis zu -20°C und darunter. In den meisten Regionen Deutschlands übersteht sie den Winter im Freien ohne besondere Schutzmaßnahmen. Junge Pflanzen oder Kübelpflanzen können in sehr kalten Regionen jedoch von einem leichten Winterschutz profitieren. Eine Mulchschicht um die Basis der Pflanze oder ein Vlies um den Kübel kann zusätzlichen Schutz vor Frost bieten.
Im Herbst verliert Schisandra chinensis ihr Laub, um im Frühjahr wieder neu auszutreiben. Auch die Beeren bleiben oft bis in den Winter hinein an der Pflanze haften und bieten einen schönen Farbtupfer im winterlichen Garten.
Winterhärte-Tipps:
- Ausgepflanzte Schisandra: In der Regel kein Winterschutz erforderlich.
- Kübelpflanzen: Kübel an einen geschützten Ort stellen oder mit Vlies umwickeln. Wurzelballen vor dem Durchfrieren schützen.
- Junge Pflanzen: In den ersten Jahren etwas Winterschutz geben, bis sie etabliert sind.
Pflege von Schisandra chinensis
Schisandra chinensis ist eine relativ pflegeleichte Pflanze, die auch für Gartenanfänger geeignet ist. Neben dem richtigen Standort und einer ausreichenden Wasserversorgung sind nur wenige Pflegemaßnahmen erforderlich.
Standort und Boden:
Schisandra bevorzugt einen halbschattigen bis sonnigen Standort. Direkte Mittagssonne sollte vermieden werden, besonders in heißen Sommern. Der Boden sollte gut durchlässig, humusreich und leicht feucht sein. Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert ist optimal.
Wasser und Düngung:
Regelmäßiges Gießen ist wichtig, besonders in Trockenperioden und während der Wachstumsphase im Frühjahr und Sommer. Der Boden sollte immer leicht feucht gehalten werden, aber nicht nass. Eine Düngung im Frühjahr mit einem organischen Dünger oder Kompost versorgt die Pflanze mit ausreichend Nährstoffen für ein gesundes Wachstum und eine reiche Blüten- und Beerenernte.
Schnitt:
Ein regelmäßiger Schnitt ist bei Schisandra chinensis nicht unbedingt erforderlich. Bei Bedarf können jedoch im Spätwinter oder Frühjahr abgestorbene oder zu lange Triebe entfernt werden. Ein leichter Auslichtungsschnitt fördert die Belüftung der Pflanze und kann die Fruchtbildung anregen. Schnittmaßnahmen sollten jedoch moderat sein, da Schisandra am mehrjährigen Holz blüht.
Krankheiten und Schädlinge:
Schisandra chinensis ist im Allgemeinen robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Gelegentlich können Blattläuse oder Spinnmilben auftreten, die jedoch meist keine größeren Schäden verursachen. Bei Bedarf können diese mit biologischen Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden.

Die vielseitigen Beeren der Schisandra
Die Beeren von Schisandra chinensis sind nicht nur dekorativ, sondern auch reich an Vitaminen und Antioxidantien. In der traditionellen chinesischen Medizin werden sie seit Jahrhunderten als Tonikum und Adaptogen eingesetzt. Ihnen werden zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben, darunter die Stärkung des Immunsystems, die Verbesserung der Konzentration und die Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit.
Die Beeren können frisch verzehrt werden, obwohl ihr ungewöhnlicher Geschmack gewöhnungsbedürftig sein kann. Beliebter ist die Verarbeitung zu Marmelade, Saft, Tee oder Tinkturen. Auch in getrockneter Form können die Beeren als Zutat in Müslis oder als gesunder Snack verwendet werden.
Verwendung der Schisandra-Beeren:
- Frischverzehr: Ungewöhnlicher, fünfteiliger Geschmack.
- Marmelade: Sorgt für ein besonderes Aroma.
- Saft: Erfrischend und vitaminreich.
- Tee: Belebend und gesundheitsfördernd.
- Tinkturen: In der traditionellen chinesischen Medizin verwendet.
- Getrocknete Beeren: Als Snack oder Zutat in Müslis.
Schisandra chinensis im Garten
Schisandra chinensis ist eine Bereicherung für jeden Garten. Ihre attraktiven Blätter, die duftenden Blüten und die leuchtend roten Beeren machen sie zu einem echten Blickfang. Als bienenfreundliche Pflanze trägt sie zudem zur Förderung der Artenvielfalt im Garten bei. Durch ihre Winterhärte und Pflegeleichtigkeit ist sie eine ideale Wahl für Gartenliebhaber, die eine robuste und dennoch attraktive Kletterpflanze suchen.
Ob als Begrünung von Zäunen, Pergolen oder Hauswänden, als Kübelpflanze auf dem Balkon oder als Solitärpflanze im Gartenbeet – Schisandra chinensis ist vielseitig einsetzbar und bringt exotisches Flair in jeden Außenbereich.
Fazit
Schisandra chinensis ist eine faszinierende Kletterpflanze, die nicht nur mit ihrer Schönheit, sondern auch mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen überzeugt. Ihr moderates bis zügiges Wachstum ermöglicht es, in wenigen Jahren einen dichten, grünen Sichtschutz zu schaffen. Die Winterhärte und Pflegeleichtigkeit machen sie zu einer unkomplizierten Gartenpflanze. Die vielseitig verwendbaren Beeren sind ein zusätzlicher Bonus, der Schisandra chinensis zu einer wahren Bereicherung für jeden Garten macht. Wenn Sie auf der Suche nach einer attraktiven, gesunden und pflegeleichten Kletterpflanze sind, ist Schisandra chinensis die ideale Wahl.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie schnell wächst Schisandra chinensis im Jahr?
Unter optimalen Bedingungen kann Schisandra chinensis etwa 30 bis 60 Zentimeter pro Jahr wachsen.
Ist Schisandra chinensis winterhart?
Ja, Schisandra chinensis ist winterhart und verträgt Temperaturen bis zu -20°C und darunter.
Welchen Standort bevorzugt Schisandra chinensis?
Schisandra chinensis bevorzugt einen halbschattigen bis sonnigen Standort mit gut durchlässigem, humusreichem Boden.
Muss Schisandra chinensis geschnitten werden?
Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht unbedingt erforderlich. Bei Bedarf können abgestorbene oder zu lange Triebe im Spätwinter oder Frühjahr entfernt werden.
Wie schmecken die Beeren von Schisandra chinensis?
Die Beeren von Schisandra chinensis haben einen ungewöhnlichen, fünfteiligen Geschmack: süß, sauer, scharf, bitter und salzig.
