29/09/2024
Säulenkirschen erfreuen sich wachsender Beliebtheit, und das aus gutem Grund. Diese schlanken Obstbäume sind die perfekte Lösung für alle, die auch auf kleinstem Raum nicht auf frische, selbst geerntete Kirschen verzichten möchten. Ob auf dem Balkon, der Terrasse oder im kleinen Reihenhausgarten – Säulenkirschen passen fast überall hin und bieten dabei eine reiche Ernte an köstlichen Früchten. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte rund um den Platzbedarf von Säulenkirschen, die verschiedenen Sorten und die richtige Pflege, damit auch Ihr Säulenkirschbaum zum vollen Erfolg wird.

- Was sind Säulenkirschen eigentlich?
- Wie viel Platz benötigt eine Säulenkirsche wirklich?
- Der ideale Standort für Säulenkirschen
- Pflanzung von Säulenkirschen – Schritt für Schritt
- Pflege von Säulenkirschen – So bleiben Ihre Bäume gesund und ertragreich
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Säulenkirschen
- Fazit: Säulenkirschen – Obstgenuss auf kleinem Raum
Was sind Säulenkirschen eigentlich?
Säulenkirschen sind spezielle Züchtungen von Kirschbäumen, die sich durch einen besonders schlanken, säulenförmigen Wuchs auszeichnen. Im Gegensatz zu traditionellen Kirschbäumen, die ausladende Kronen bilden, wachsen Säulenkirschen eher in die Höhe und entwickeln nur kurze Seitentriebe. Diese Wuchsform macht sie ideal für Standorte mit begrenztem Platzangebot. Trotz ihrer geringen Größe stehen sie ihren großen Brüdern in puncto Ertrag und Fruchtqualität in nichts nach. Es gibt sowohl Süßkirschen als auch Sauerkirschen als Säulenvarianten, sodass für jeden Geschmack und Verwendungszweck die passende Sorte dabei ist.
Zu den beliebtesten Säulenkirschsorten gehören:
- ‘Sylvia’: Eine sehr platzsparende Sorte, die im Hochsommer große, süße Früchte liefert. Sie wird maximal etwa 2 bis 3 Meter hoch und benötigt kaum Schnittmaßnahmen.
- ‘Celeste’: Diese Sorte zeichnet sich durch platzfeste, süße Kirschen aus, die bereits Ende Juni reifen. ‘Celeste’ bevorzugt einen sonnigen Standort und erreicht eine maximale Höhe von etwa 3,5 Metern.
- ‘Garden Bing’: Eine sehr schlanke Säulenkirsche, die nur etwa 2 Meter hoch wird. ‘Garden Bing’ ist selbstfruchtend und sehr widerstandsfähig gegenüber Krankheiten.
- ‘Sunburst’: Ebenfalls selbstfruchtend und bekannt für große, dunkelrote, platzfeste Früchte, die im Juli reifen.
- ‘Lapins’: Eine kräftig wachsende Sorte, die bis zu 5 Meter hoch werden kann. ‘Lapins’ ist selbstfruchtend und sollte regelmäßig beschnitten werden, um die Säulenform zu erhalten.
- ‘Jachim’: Eine selbstfruchtbare Säulen-Sauerkirsche mit angenehm säuerlichen Früchten, die im Juli reifen. ‘Jachim’ kann sowohl als Säule als auch als Buschbaum erzogen werden.
Wie viel Platz benötigt eine Säulenkirsche wirklich?
Der große Vorteil von Säulenkirschen liegt in ihrem geringen Platzbedarf. Durch ihren schlanken Wuchs benötigen sie deutlich weniger Raum als herkömmliche Kirschbäume. Im Durchschnitt kann man davon ausgehen, dass eine Säulenkirsche einen Durchmesser von etwa 40 bis 60 Zentimetern benötigt. Dies bezieht sich auf den Raum, den die Krone einnimmt. Der Wurzelballen selbst benötigt etwas weniger Platz.
Der genaue Platzbedarf hängt jedoch auch von der jeweiligen Sorte und den Wuchsbedingungen ab. Sorten wie ‘Sylvia’ und ‘Garden Bing’ bleiben besonders schlank und kompakt, während ‘Lapins’ etwas mehr Raum in Anspruch nehmen kann. Auch der Standort und die Pflege spielen eine Rolle. Ein sonniger Standort und regelmäßiger Schnitt fördern einen kompakten Wuchs.
Platzbedarf im Kübel: Auch im Kübel sind Säulenkirschen sehr anpassungsfähig. Ein Kübel mit einem Fassungsvermögen von mindestens 30 Litern ist für die meisten Sorten ausreichend. Achten Sie jedoch darauf, dass der Kübel ausreichend standfest ist, besonders bei höheren Sorten und auf windigen Standorten.
Pflanzabstand für Säulenkirschen: Wenn Sie mehrere Säulenkirschen pflanzen möchten, beispielsweise als kleine Obstbaumhecke oder in einer Reihe, sollte ein Pflanzabstand von 60 bis 80 Zentimetern eingehalten werden. So haben die Bäume ausreichend Platz, um sich optimal zu entwickeln, ohne sich gegenseitig zu bedrängen.
Der ideale Standort für Säulenkirschen
Wie alle Kirschbäume bevorzugen auch Säulenkirschen einen sonnigen und warmen Standort. Je mehr Sonne die Bäume bekommen, desto besser entwickeln sich die Früchte und desto aromatischer werden sie. Ein windgeschützter Platz ist ebenfalls von Vorteil, um die Blüten vor Spätfrost zu schützen und die Früchte vor Windbruch zu bewahren.
Der Boden sollte durchlässig und humusreich sein. Staunässe vertragen Kirschbäume nicht gut. Schwere, lehmige Böden sollten vor der Pflanzung mit Sand und Kompost verbessert werden, um die Drainage zu optimieren. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Bodens ist ideal.
Säulenkirschen im Topf: Für die Kübelhaltung ist eine hochwertige Pflanzerde für Obstbäume empfehlenswert. Achten Sie auf eine gute Drainage im Topf, beispielsweise durch eine Schicht Blähton oder Kies am Topfboden. Ein Abzugsloch im Topf ist unerlässlich, um Staunässe zu vermeiden.

Pflanzung von Säulenkirschen – Schritt für Schritt
Die beste Pflanzzeit für Säulenkirschen als Containerware ist zwischen September und Juni. Herbstpflanzungen haben den Vorteil, dass die Bäume bis zum Frühjahr ausreichend Zeit haben, Wurzeln zu bilden.
- Pflanzloch ausheben: Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Lockern Sie den Boden am Grund des Pflanzlochs auf.
- Boden verbessern: Bei Bedarf den Aushub mit Kompost und etwas Hornspäne anreichern. Bei schweren Böden Sand untermischen.
- Baum vorbereiten: Wurzelballen vor der Pflanzung etwas auflockern und bei Bedarf wässern.
- Baum einsetzen: Setzen Sie den Baum so in das Pflanzloch, dass die Veredelungsstelle (verdickte Stelle am Stammfuß) etwa 5 cm über der Erdoberfläche liegt.
- Pflanzloch füllen: Füllen Sie das Pflanzloch mit dem Aushub-Kompost-Gemisch auf und treten Sie die Erde leicht an.
- Angießen: Gießen Sie den Baum nach der Pflanzung gründlich an.
- Stützpfahl: Bei Bedarf, besonders bei Kübelpflanzung oder an windigen Standorten, einen Stützpfahl anbringen.
Pflege von Säulenkirschen – So bleiben Ihre Bäume gesund und ertragreich
Säulenkirschen sind relativ pflegeleicht, dennoch gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, um eine reiche Ernte und gesunde Bäume zu gewährleisten.
Gießen
Gerade in den ersten Jahren nach der Pflanzung und bei Kübelpflanzen ist eine regelmäßige Wasserversorgung wichtig. Achten Sie darauf, dass der Boden stets leicht feucht, aber nicht nass ist. In trockenen Sommerperioden sollte regelmäßig gegossen werden, besonders während der Fruchtentwicklung.
Düngen
Eine jährliche Düngung im Frühjahr mit organischem Obstbaumdünger oder Kompost versorgt die Säulenkirsche mit ausreichend Nährstoffen. Eine zweite Düngung kann im Juni erfolgen, um die Fruchtbildung zu unterstützen. Achten Sie auf die Dosierungsanleitung des Düngers.
Schneiden
Der Schnitt ist bei Säulenkirschen weniger aufwendig als bei traditionellen Kirschbäumen. In der Regel reicht es aus, einmal jährlich im Sommer (Juli/August) zu schneiden. Entfernen Sie dabei zu lange Seitentriebe direkt am Stamm oder kürzen Sie sie auf wenige Augen (ca. 2-3 Augen) ein. Achten Sie darauf, dass der Leittrieb (der Haupttrieb in der Mitte) erhalten bleibt und nicht beschnitten wird, es sei denn, er ist zu lang oder beschädigt.
Winterschutz
Säulenkirschen sind in der Regel winterhart. Bei Kübelpflanzen empfiehlt es sich jedoch, den Kübel im Winter etwas zu schützen, beispielsweise mit Jute oder Luftpolsterfolie. Der Wurzelballen sollte nicht durchfrieren. Ein Kalkanstrich des Stammes kann vor Frostrissen schützen.
Krankheiten und Schädlinge
Auch Säulenkirschen können von typischen Kirschbaumkrankheiten und Schädlingen befallen werden. Achten Sie auf:
- Monilia-Spitzendürre: Befällt vor allem Sauerkirschen. Befallene Triebe und Blüten entfernen und entsorgen.
- Kirschfruchtfliege: Maden in den Kirschen. Schutznetze können helfen.
- Blattläuse: Bei Bedarf mit biologischen Pflanzenschutzmitteln bekämpfen.
Regelmäßige Kontrollen und gegebenenfalls rechtzeitige Maßnahmen helfen, Krankheiten und Schädlinge in Schach zu halten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Säulenkirschen
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wie viel Platz benötigt eine Säulenkirsche? | Etwa 40-60 cm Durchmesser für die Krone, Pflanzabstand 60-80 cm bei mehreren Bäumen. |
| Kann man Säulenkirschen im Kübel pflanzen? | Ja, sehr gut geeignet. Mindestens 30 Liter Kübelvolumen, gute Drainage beachten. |
| Wann ist die beste Pflanzzeit? | September bis Juni, Herbstpflanzung ideal. |
| Müssen Säulenkirschen geschnitten werden? | Ja, jährlicher Sommerschnitt (Juli/August) ist empfehlenswert. |
| Sind Säulenkirschen selbstfruchtend? | Viele Sorten sind selbstfruchtend, aber eine zweite Sorte in der Nähe kann den Ertrag erhöhen. |
| Welche Sorten sind besonders platzsparend? | ‘Sylvia’ und ‘Garden Bing’ sind sehr kompakt. |
Fazit: Säulenkirschen – Obstgenuss auf kleinem Raum
Säulenkirschen sind eine ausgezeichnete Wahl für alle, die wenig Platz haben, aber dennoch nicht auf frische, selbst angebaute Kirschen verzichten möchten. Ihr schlanker Wuchs, die reiche Ernte und die relative Pflegeleichtigkeit machen sie zu idealen Obstbäumen für kleine Gärten, Balkone und Terrassen. Mit der richtigen Sortenwahl, einem sonnigen Standort und etwas Pflege können auch Sie schon bald Ihre eigenen, köstlichen Säulenkirschen ernten und genießen.
