Wann darf man Rosenwurz nicht nehmen?

Rosenwurz: Wirkung, Anwendung & Risiken der Heilpflanze

15/03/2026

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Die Rosenwurz, auch bekannt als Rhodiola rosea, ist eine faszinierende Pflanze mit einer langen Geschichte als traditionelle Heilpflanze. Ursprünglich aus arktischen Regionen stammend, hat sie in den letzten Jahren auch in unseren Breitengraden wieder an Popularität gewonnen. Aber was genau ist Rosenwurz? Ist sie sicher? Und wie kann sie eingesetzt werden? Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte rund um die Rosenwurz, von ihrer Wirkung und Anwendung bis hin zu potenziellen Risiken und Sicherheitsaspekten.

Ist Rosenwurz giftig?
Für den Menschen liegt die tödliche (letale) Blausäure-Dosis bei 0,5-3,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Demzufolge müsste ein 60 kg schwerer Mensch 2,4-17 kg der rohen Rhodiola rosea Wurzel essen, um eine tödliche Blausäuremenge aufzunehmen. Daher kann kein Gefährdungspotential abgeleitet werden.
Inhaltsverzeichnis

Ist Rosenwurz eine Droge?

Diese Frage lässt sich klar mit Nein beantworten. Rosenwurz ist keine Droge im herkömmlichen Sinne. Sie enthält keine psychoaktiven Substanzen, die Rauschzustände oder Abhängigkeit verursachen. Vielmehr handelt es sich um eine Heilpflanze, die in der Phytotherapie als Adaptogen eingesetzt wird. Adaptogene sind natürliche Substanzen, die dem Körper helfen sollen, sich besser an Stresssituationen anzupassen und das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Ist Rosenwurz giftig? Sicherheitsbewertung und Blausäuregehalt

Eine wichtige Frage im Zusammenhang mit Pflanzen ist natürlich die nach ihrer Giftigkeit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich ausführlich mit der Sicherheit von Rosenwurz beschäftigt und eine Risikobewertung durchgeführt. Die gute Nachricht ist: Laut BfR besteht bei üblichen Tagesdosierungen von 100 bis 1.800 Milligramm Rosenwurz (meist als Wurzelextrakt) kein Gefährdungspotential.

Ein interessanter Aspekt ist der Gehalt an Blausäure. Rosenwurz enthält Lotaustralin, ein sogenanntes cyanogenes Glykosid. Dieses ist an sich nicht giftig, kann aber bei Verletzung der Pflanze Blausäure freisetzen. Blausäure ist für den Menschen giftig, allerdings sind die Mengen in Rosenwurz sehr gering. Um eine gefährliche Dosis Blausäure aufzunehmen, müsste ein Mensch enorme Mengen roher Rosenwurz-Wurzeln essen. Laut BfR müsste eine 60 kg schwere Person zwischen 2,4 und 17 kg rohe Wurzeln verzehren, um eine potenziell tödliche Menge Blausäure zu erreichen. Daher ist das Risiko durch den Blausäuregehalt in üblichen Verzehrmengen als sehr gering einzustufen.

Dennoch weist das BfR darauf hin, dass aufgrund fehlender Datenlage bisher keine sichere Höchstdosis für eine dauerhafte Zufuhr von Cyaniden festgelegt wurde. Es ist also ratsam, Rosenwurz in den empfohlenen Dosierungen zu verwenden und bei Unsicherheiten einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren.

Kann man Rosenwurz essen? Kulinarische Verwendung und traditionelle Anwendungen

Ja, Rosenwurz ist essbar und wird in verschiedenen Kulturen auch kulinarisch genutzt. Die Blätter der Rosenwurz werden vor allem in China und Russland als Gemüse verzehrt. Sie können ähnlich wie Spinat oder anderes Blattgemüse zubereitet werden.

Traditionell wird vor allem die Wurzel der Rosenwurz verwendet, und zwar nicht nur in der Küche, sondern vor allem als Heilmittel. In Sibirien, Alaska und Grönland ist es üblich, aus der Wurzel einen Tee zuzubereiten. Dazu wird Wurzelextrakt mit heißem Wasser übergossen. Im Nordural wird eine Tinktur oder ein Extrakt hergestellt, indem die Wurzel mit Wodka oder heißem Wasser übergossen und ziehen gelassen wird.

Heutzutage ist Rosenwurz auch in Form von Tabletten, Kapseln und Pulver erhältlich, was die Einnahme und Dosierung erleichtert.

Ist Rosenwurz eine Droge?
Arzneilich verwendete Droge Als Arzneidroge Rhodiolae rhizoma et radix wird der getrock- nete Wurzelstock, also die Rhizome und Wurzeln der Rosen- wurz, verwendet.

Die Geschichte und Herkunft der Rosenwurz

Die Rosenwurz ist keine neue Entdeckung. Sie ist eine alte Heilpflanze, die bereits in der Spätantike vor 2.000 Jahren bekannt war. Schon damals wurde sie als Arzneimittel verwendet. Die Wikinger schätzten die Rosenwurz ebenfalls und nutzten sie zur Stärkung vor Kämpfen und zur Verbesserung der Ausdauer. In der traditionellen Medizin, insbesondere in Sibirien, wurde Rosenwurz seit langem eine schützende Wirkung vor Infekten nachgesagt und zur Erhöhung der Fruchtbarkeit eingesetzt.

Ihren Namen verdankt die Rosenwurz übrigens nicht ihrem Aussehen, sondern ihrem Duft. Der unterirdische Stamm, das Rhizom, riecht nach Rosen, wenn er verletzt, abgeschnitten oder getrocknet wird.

Steckbrief Rosenwurz: Merkmale und Eigenschaften

Um die Rosenwurz besser kennenzulernen, hier ein kurzer Steckbrief:

Lateinischer Name:Rhodiola rosea
Herkunft:nördlicher Polarkreis und höhere Bergregionen in Europa, Asien und Nordamerika
Familie:Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Verbreitung:nördlicher Polarkreis sowie höhere Bergregionen im Norden Europas, Asien und Nordamerika
Verwendbare Pflanzenteile:Wurzel, Rhizom
Erntezeit:Herbst
Blütezeit:Mai bis Juli
Merkmale:
  • Mehrjährige Pflanze
  • Sukkulente Pflanze
  • Wuchshöhe 5-20 cm (selten bis 35 cm)
  • Pfahlwurzel
  • Dicker Wurzelstock (bis 5 cm)
  • Sternförmige Trugdolden als Blüten
  • Blütenfarbe: gelbgrün (weibliche Pflanzen), purpurfarben (männliche Pflanzen)
  • Hellgrüne, lanzettförmige Laubblätter
  • Fleischige Blätter
  • Nach der Blüte rote, behaarte Balgfrüchte
  • Rosenartiger Geruch bei Verletzung des Wurzelstocks

Eine Verwechslungsgefahr besteht manchmal mit der Purpur-Fetthenne. Beide Pflanzen sind jedoch essbar und nicht giftig, sodass eine Verwechslung in der Regel keine Gefahr darstellt. Die Purpur-Fetthenne hat einen leichten Gurkengeschmack, was ein Unterscheidungsmerkmal sein kann.

Wirkung und Einsatzgebiete der Rosenwurz

Die Rosenwurz ist vor allem für ihre adaptogenen Eigenschaften bekannt. Sie soll dem Körper helfen, besser mit Stress umzugehen und verschiedene Stresssymptome zu reduzieren. In der Phytotherapie wird Rosenwurz traditionell bei Erschöpfungszuständen und Stressbelastung eingesetzt.

Folgende Wirkungen werden der Rosenwurz nachgesagt:

  • Leistungssteigernd (körperlich und mental)
  • Herzschützend
  • Antioxidativ
  • Antidepressiv
  • Angstlösend

Dementsprechend wird Rosenwurz in verschiedenen Bereichen eingesetzt, um:

  • Dem Körper bei Stressreaktionen zu helfen
  • Stress und Stresssymptome zu verringern
  • Die Konzentration zu steigern
  • Die Leistungsfähigkeit zu steigern
  • Energie zu verleihen
  • Bei Depressionen zu unterstützen und die Stimmung aufzuhellen
  • Bei Schlafproblemen zu helfen

Wichtige Inhaltsstoffe und Darreichungsformen

Für die Wirkung der Rosenwurz sind verschiedene Inhaltsstoffe verantwortlich. Zu den wichtigsten zählen Rosavine (Rosavin, Rosarin, Rosin) und Salidrosid. Zusätzlich enthält Rosenwurz Flavonoide, die als Antioxidantien die Zellen vor freien Radikalen schützen.

Rosenwurz ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter:

  • Tee (aus Wurzelextrakt)
  • Tinkturen und Extrakte
  • Tabletten und Kapseln
  • Pulver

Die Wahl der Darreichungsform hängt von den individuellen Vorlieben und dem gewünschten Anwendungsbereich ab.

Rosenwurz im Garten: Anbau und Pflege

Wer die Rosenwurz nicht nur als Heilpflanze nutzen, sondern auch ihren Zierwert schätzen möchte, kann sie auch im Garten anbauen. Es gibt spezielle Sorten, die für den Anbau in Mitteleuropa gezüchtet wurden. Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen lockeren Boden. Da sie lange Pfahlwurzeln entwickelt, sollte der Boden tiefgründig gelockert sein.

Wie kann ich Rosenwurz selbst anbauen?
Die Rosenwurz pflanzt du idealerweise an einem sonnigen Standort auf einem kalkfreien, mäßig nährstoffreichen Boden an. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Frühjahr, plane dabei etwa 25 Zentimeter zwischen den Pflanzen ein. Du kannst das Gewächs zudem über Stecklinge vermehren.

Rosenwurz ist pflegeleicht und winterhart (bis -40 Grad Celsius). Gegossen wird sie nur bei Bedarf, wenn der Boden trocken ist. Eine Düngung ist in der Regel nicht notwendig, lediglich etwas Kompost im Frühjahr kann die Nährstoffversorgung verbessern. Rosenwurz eignet sich gut für Trockenmauern, Böschungen und Gruppenpflanzungen.

Die Ernte der Wurzel erfolgt im Herbst. Dabei sollte ein Teil der Wurzel im Boden verbleiben oder wieder eingegraben werden, damit sich die Pflanze erholen und in den folgenden Jahren erneut Wurzeln bilden kann.

Häufige Fragen zu Rosenwurz (FAQ)

Für was ist Rosenwurz gut?

Rosenwurz ist vor allem für ihre adaptogenen Eigenschaften bekannt. Sie wird eingesetzt, um den Körper bei Stressreaktionen zu unterstützen, Stresssymptome zu reduzieren, die Konzentration und Leistungsfähigkeit zu steigern, Energie zu verleihen und bei depressiven Verstimmungen und Schlafproblemen zu helfen.

Ist Rosenwurz gefährlich?

In üblichen Dosierungen ist Rosenwurz laut BfR nicht gefährlich. Der Blausäuregehalt ist gering und stellt bei normalem Verzehr keine Gefahr dar. Dennoch sollte man die empfohlenen Dosierungen beachten und bei Unsicherheiten einen Arzt oder Apotheker konsultieren.

Wie wird Rosenwurz angewendet?

Rosenwurz kann als Tee, Tinktur, Extrakt, Tablette, Kapsel oder Pulver eingenommen werden. Die Dosierung und Anwendungsdauer können je nach Produkt und individuellem Bedarf variieren. Es ist ratsam, die Packungsbeilage zu beachten oder sich von einem Fachmann beraten zu lassen.

Wo kann man Rosenwurz kaufen?

Rosenwurz-Produkte sind in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und online erhältlich. Achten Sie auf hochwertige Produkte von seriösen Anbietern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Rosenwurz eine interessante und vielseitige Heilpflanze ist, die bei Stress und Erschöpfung eine wertvolle Unterstützung bieten kann. Sie ist in der Regel sicher in der Anwendung, sollte aber dennoch bewusst und in den empfohlenen Dosierungen eingesetzt werden.

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