26/07/2024
Wer im Winter frischen, aromatischen Rosenkohl ernten möchte, muss rechtzeitig planen. Oftmals scheint der Winter im Frühling noch weit entfernt, doch gerade im Mai ist die ideale Zeit, um mit dem Anbau von Rosenkohl zu beginnen. Dieses Wintergemüse benötigt eine längere Wachstumsperiode, daher ist ein frühzeitiger Start entscheidend für eine erfolgreiche Ernte im Herbst und Winter.

Wann Rosenkohlpflanzen kaufen?
Die gute Nachricht für alle Hobbygärtner: Im Mai sind Rosenkohl-Pflanzen in den meisten Gartenfachmärkten und Gärtnereien erhältlich. Dies ist der perfekte Zeitpunkt, um vorgezogene Jungpflanzen zu erwerben und sich die frühe Anzucht zu Hause zu sparen. Wenn Sie jedoch lieber von Grund auf beginnen möchten, können Sie auch Rosenkohl-Samen kaufen und diese selbst aussäen.
Aussaat oder Jungpflanzen?
Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Die Aussaat von Rosenkohl erfolgt idealerweise von Ende März bis Anfang Mai. Sie können die Samen in Anzuchtschalen oder direkt ins Freiland säen, wobei die Vorkultur in Anzuchtschalen oft robusterere Pflanzen hervorbringt. Jungpflanzen aus dem Handel bieten den Vorteil, dass sie bereits einen Wachstumsvorsprung haben und das Anpflanzen schneller und unkomplizierter ist. Für Anfänger oder Ungeduldige sind Jungpflanzen daher oft die bessere Wahl.
Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen
Sobald die Rosenkohl-Pflanzen gekauft oder selbst vorgezogen wurden, stellt sich die Frage nach dem optimalen Pflanztermin im Garten. Ab Mitte Mai, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, können die jungen Rosenkohlpflanzen ins Freiland umziehen. Spätere Sorten können auch noch im Juni ausgepflanzt werden. Achten Sie darauf, den Pflanzen ausreichend Platz zu geben und einen sonnigen Standort im Garten zu wählen.
Standort und Boden vorbereiten
Rosenkohl bevorzugt einen sonnigen Standort und einen nährstoffreichen, humosen Boden. Bereiten Sie das Beet sorgfältig vor, indem Sie es tiefgründig lockern und mit Kompost anreichern. Kompost verbessert die Bodenstruktur, speichert Feuchtigkeit und versorgt die Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen. Ein gut vorbereitetes Beet ist die Basis für gesundes Wachstum und eine reiche Ernte.
Pflanzabstand und Mischkultur
Beim Pflanzen von Rosenkohl ist ein ausreichender Pflanzabstand entscheidend. Halten Sie mindestens 50 cm Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen, damit sie sich optimal entwickeln können. Rosenkohl lässt sich gut in Mischkultur anbauen. Gute Nachbarn sind beispielsweise Möhren, Salat, Erbsen oder Frühkartoffeln. Auch am Rand von Tomatenbeeten kann Rosenkohl gut gedeihen.

Pflege im Sommer: Wässern, Düngen, Hacken
Nach dem Pflanzen benötigt Rosenkohl regelmäßige Pflege, um kräftig zu wachsen und gesunde Röschen zu bilden. Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen im Sommer gehören:
- Regelmäßiges Wässern: Rosenkohl benötigt besonders in Trockenperioden ausreichend Wasser. Achten Sie darauf, den Boden gleichmäßig feucht zu halten, aber Staunässe zu vermeiden.
- Hacken: Regelmäßiges Hacken lockert den Boden auf, verbessert die Belüftung und reduziert den Unkrautwuchs.
- Düngung: Rosenkohl ist ein Starkzehrer und benötigt ausreichend Nährstoffe. Eine Düngung im August ist empfehlenswert. Verfärben sich die Blätter gelblich, ist dies ein Zeichen für Nährstoffmangel und eine vorgezogene Düngung kann sinnvoll sein. Achten Sie jedoch darauf, nicht zu viel Stickstoffdünger zu verwenden, da dies zu weichen Röschen führen kann.
Triebspitzen kappen
Im September, wenn die Rosenkohl-Pflanzen beginnen, die ersten Röschen in den Blattachseln anzusetzen, kann es sinnvoll sein, die Triebspitzen zu kappen. Diese Maßnahme soll das Wachstum der Röschen fördern und die Reife beschleunigen. Nicht alle Gärtner sind sich jedoch einig, ob das Kappen der Triebspitzen wirklich notwendig ist.
Erntezeit und Winterernte
Die Haupterntezeit für Rosenkohl beginnt im November und kann sich bei frostfesten Sorten bis in den Winter hineinziehen. Viele Sorten schmecken sogar noch besser, wenn sie etwas Frost abbekommen haben. Frost verstärkt das nussige Aroma und macht den Rosenkohl besonders zart. Die herabhängenden Blätter der Pflanzen bieten bis zu einer gewissen Temperatur einen natürlichen Frostschutz.
Rosenkohl überwintern
Rosenkohl ist eine zweijährige Pflanze. Wenn Sie nicht nur die Röschen ernten, sondern auch Saatgut gewinnen möchten, können Sie einige Pflanzen überwintern lassen. Im nächsten Sommer entwickeln sich dann Blüten aus den Triebknospen. Beachten Sie jedoch, dass die meisten modernen Rosenkohlsorten F1-Hybride sind, deren Saatgut nicht sortenecht ist. Für die Saatgutgewinnung eignen sich daher eher samenfeste, alte Sorten wie «Hilds», «Noisette» oder «Rubine».
Sortenvielfalt: Frühe und späte Sorten
Bei der Wahl der Rosenkohlsorte haben Sie eine große Auswahl. Es gibt frühe Sorten wie «Nelson» oder «Wilhelmsburger», die bereits im Herbst geerntet werden können, aber meist nicht winterhart sind. Für die Winterernte eignen sich spätere, frostfeste Sorten, die den ganzen Winter über im Garten bleiben können und auch bei niedrigen Temperaturen noch Röschen bilden. Informieren Sie sich vor dem Kauf über die Eigenschaften der verschiedenen Sorten, um die passende für Ihre Bedürfnisse und klimatischen Bedingungen zu finden.
Schädlinge und Krankheiten
Auch Rosenkohl kann von Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Zu den häufigsten Problemen gehören:
- Kohlweißling: Die Raupen des Kohlweißlings fressen die Blätter des Rosenkohls. Vorbeugend können Kulturschutznetze eingesetzt werden.
- Kohlerdflöhe: Diese kleinen Käfer können besonders Jungpflanzen schädigen. Eine Mulchschicht kann helfen, den Befall zu reduzieren.
- Blattläuse: Blattläuse saugen Pflanzensaft und können das Wachstum schwächen. Nützlinge wie Marienkäfer können auf natürliche Weise helfen.
- Kohlhernie: Eine Pilzkrankheit, die die Wurzeln befällt. Fruchtfolge und resistente Sorten sind wichtige Vorbeugungsmaßnahmen.
- Mehltau: Eine Pilzerkrankung, die sich durch einen weißen Belag auf den Blättern zeigt. Für gute Belüftung sorgen und bei Bedarf Fungizide einsetzen.
Regelmäßige Kontrollen und vorbeugende Maßnahmen sind wichtig, um Schädlinge und Krankheiten in Schach zu halten und den Rosenkohl gesund zu erhalten.
Tipps für eine reiche Rosenkohlernte
- Richtige Sortenwahl: Wählen Sie Sorten, die zu Ihrem Klima und Ihren Erntevorstellungen passen.
- Guter Standort: Sonnig und mit nährstoffreichem Boden.
- Sorgfältige Bodenvorbereitung: Kompost einarbeiten, Boden lockern.
- Ausreichend Pflanzabstand: Mindestens 50 cm Abstand zwischen den Pflanzen.
- Regelmäßige Pflege: Wässern, hacken, düngen.
- Schutz vor Schädlingen und Krankheiten: Vorbeugende Maßnahmen ergreifen, bei Bedarf biologische Pflanzenschutzmittel einsetzen.
- Rechtzeitige Ernte: Röschen ernten, wenn sie fest und geschlossen sind.
Häufig gestellte Fragen zum Rosenkohlanbau
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wann ist die beste Zeit, um Rosenkohlpflanzen zu kaufen? | Im Mai sind Rosenkohlpflanzen in der Regel in Gartenfachmärkten erhältlich. |
| Kann man Rosenkohl auch im August noch pflanzen? | Für eine Winterernte ist es im August zu spät, um Rosenkohl zu pflanzen. Für eine späte Herbsternte könnten sehr frühe Sorten noch in Frage kommen, aber der Ertrag wird geringer sein. |
| Wie lange dauert es von der Pflanzung bis zur Ernte? | Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen je nach Sorte etwa 6 bis 9 Monate. |
| Schmeckt Rosenkohl besser nach Frost? | Ja, viele Sorten entwickeln nach Frost ein feineres, nussigeres Aroma. |
| Wie lagert man Rosenkohl am besten? | Frischer Rosenkohl hält sich im Kühlschrank etwa eine Woche. Für eine längere Lagerung kann er blanchiert und eingefroren werden. |
Mit der richtigen Planung und Pflege steht einer reichen Rosenkohlernte nichts im Wege. Genießen Sie im Winter das gesunde und aromatische Gemüse aus Ihrem eigenen Garten!
