Quelle fleur n'a pas d'odeur ?

Warum duften manche Rosen nicht?

03/11/2024

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Es ist ein allzu bekanntes Szenario für Blumenliebhaber: Man beugt sich erwartungsvoll über eine wunderschöne Rose, um ihren betörenden Duft einzuatmen, doch wird enttäuscht. Viele moderne Rosen scheinen ihren einst so charakteristischen Duft verloren zu haben. Aber warum ist das so? Und bedeutet das das Ende der duftenden Rose?

Inhaltsverzeichnis

Die Geschichte der Rose: Vom Duftwunder zur robusten Schönheit

Schon seit der Antike werden Rosen für ihre Schönheit und ihren Duft geschätzt. Die Römer begannen mit der Domestizierung der Rose, eine Praxis, die im Mittelalter jedoch in den Hintergrund trat, als die Rose hauptsächlich für pharmazeutische Zwecke genutzt wurde. Im 19. Jahrhundert erlebte die Rose, inspiriert von englischen Blumengärten, in Frankreich eine wahre Renaissance. Ab 1860 strömten Rosenbouquets auf den Pariser Markt. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, begannen Züchter, neue Rosensorten zu kreieren.

Pourquoi certaines roses ne sentent pas ?
En effet, depuis des décennies, seules les roses qui tiennent longtemps en vase sont vendues sur les étals. Des fleurs robustes, mais bien souvent inodores ! « C'est en sélectionnant uniquement des fleurs qui vivent plus de dix jours dans un vase que les roses ont perdu leur parfum », précise Jean-Claude Caissard1.16. Dez. 2014

Anfangs gab es etwa zehn Rosensorten, heute sind es über 30.000! Diese enorme Zunahme ist auf die Kreuzungsfreudigkeit zurückzuführen, die Ende des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte. Das Zuchtziel verschob sich dabei. Man strebte nach immer größeren, farbenprächtigeren Rosen, vor allem aber nach Sorten, die das ganze Jahr über blühen. Denn eine Rose blüht von Natur aus nur etwa zwei Wochen im Jahr – zu kurz für den kommerziellen Blumenhandel. So begann die Suche nach widerstandsfähigeren Rosen. Im Zuge der Massenvermarktung geriet der Duft, einst die Essenz der Rose, unbeabsichtigt in den Hintergrund.

Selektion auf Haltbarkeit: Ein Duft geht verloren

„Durch die Selektion von Blumen, die länger als zehn Tage in der Vase halten, haben Rosen ihren Duft verloren“, erklärt der Pflanzenbiologe Jean-Claude Caissard. Dieser Fokus auf Haltbarkeit hat dazu geführt, dass viele kommerziell erhältliche Rosen heute kaum oder gar keinen Duft mehr besitzen. Die Rosenzüchter konzentrierten sich darauf, Sorten zu entwickeln, die den Transport und die Lagerung besser überstehen und länger in der Vase frisch bleiben – Eigenschaften, die für den globalen Blumenhandel entscheidend sind.

Pourquoi certaines roses ne sentent pas ?
En effet, depuis des décennies, seules les roses qui tiennent longtemps en vase sont vendues sur les étals. Des fleurs robustes, mais bien souvent inodores ! « C'est en sélectionnant uniquement des fleurs qui vivent plus de dix jours dans un vase que les roses ont perdu leur parfum », précise Jean-Claude Caissard1.16. Dez. 2014

Das Problem: Duft ist ein fragiles Merkmal. Bei der Kreuzung von Rosen ist es schwierig, den Duft zu erhalten. „Bei einem Nachkommen von Rosen behalten 90 % den Duft ihrer Eltern nicht bei. Man nennt dies ein quantitatives genetisches Merkmal“, so Caissard. In den verbleibenden 10 % der Fälle behält die Rose zwar einen Duft, aber dieser entspricht möglicherweise nicht dem erwarteten. „Der Duft einer Rose ist immer eine Überraschung! Manche riechen zum Beispiel nach Ananas“, fügt der Forscher hinzu.

Die Genetik des Rosenduftes

Der Duft einer Rose entsteht durch flüchtige organische Verbindungen, die von den Blütenblättern freigesetzt werden. Geraniol und 2-Phenylethanol sind die Hauptbestandteile des Duftes europäischer und nahöstlicher Rosen. Chinesische Rosen hingegen duften eher nach Tee. Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese unterschiedlichen Duftrichtungen tausendfach gekreuzt, wodurch eine Vielzahl verschiedener Duftnoten entstanden ist.

Jean-Claude Caissard und sein Team forschen daran, warum Rosen mit langer Vasenhaltbarkeit oft duftlos sind. Bisher wurde kein direkter genetischer Zusammenhang zwischen diesen beiden Eigenschaften gefunden. Allerdings wird derzeit eine Karte der Gene erstellt, die für den Rosenduft verantwortlich sind. Eine Hypothese besagte, dass Rosen mit langer Vasenhaltbarkeit dickere Blütenblätter haben könnten, die den Duft besser einschließen würden. Dies konnte jedoch nicht bestätigt werden.

Pourquoi mes roses n’ont pas d’odeur ?
Le problème est que le gène des rosiers porteur de résistance aux maladies s'est avéré difficile à rendre compatible avec le gène du parfum . De ce fait, avec l'attention croissante portée à la résistance aux maladies ces 15 dernières années, le parfum a malheureusement dû passer au second plan.

Wirtschaftliche Aspekte und die Globalisierung des Rosenhandels

„Das Problem bei duftenden Rosen ist, dass ihre Blütenblätter empfindlicher sind. Sie vertragen daher Flugreisen schlecht“, erklärt die Soziologin Blandine Veith. Im globalisierten Rosenhandel, der von Massenvermarktung geprägt ist, hat sich die Produktion in Regionen wie Südamerika und Ostafrika konzentriert. Dort zählt vor allem die Rentabilität. „In Kenia werden Rosen das ganze Jahr über produziert, die duftlos sind und Lohnkosten verursachen, die viel niedriger sind als in Europa“, so Veith. Diese Rosen überschwemmen die Blumenläden im Norden und führen zu einer Standardisierung des Angebots.

Hoffnung auf duftende Rosen

Doch es gibt auch positive Entwicklungen. Einige Rosenzüchter besinnen sich auf alte, duftende Rosensorten und bringen sie wieder in Mode. Viele Züchter sind sich der Bedeutung des Duftes für die Käufer bewusst und arbeiten daran, Rosenbouquets wieder duftender zu machen. Auch Hobbyzüchter kreieren Gartenrosen mit außergewöhnlichen Düften, die an Petersilie, Anis oder sogar Rotwein erinnern.

Es besteht also Hoffnung, dass wir in Zukunft wieder öfter in den Genuss duftender Rosen kommen werden. Die Liebe zum Duft ist nicht verschwunden, und so arbeiten Züchter und Rosenliebhaber gemeinsam daran, die duftende Rose wiederzubeleben. Auch wenn es noch einige Zeit dauern mag, bis duftende und gleichzeitig robuste Rosen den Markt dominieren, die Bemühungen zeigen, dass der Duft der Rose nicht für immer verloren sein muss.

Quelle fleur n’a pas d’odeur ?
Le tournesol, ou Helianthus annuus , est une ancienne plante à fleurs originaire des Amériques, connue pour son absence de parfum. Malgré son inodore, le tournesol produit des graines qui constituent une importante culture oléagineuse dans le monde, juste après le soja.

Weitere duftlose Blumen

Rosen sind nicht die einzigen Blumen, die keinen Duft haben. Es gibt eine ganze Reihe von Blüten, die zwar optisch ansprechend sind, aber keine oder nur einen sehr schwachen Duft verströmen. Einige Beispiele sind:

  • Schlumbergera (Weihnachtskaktus): Dieser Kaktus blüht im Winter mit farbenprächtigen Blüten, ist aber duftlos.
  • Winterjasmin: Der Winterjasmin erfreut mit leuchtend gelben Blüten im Winter, im Gegensatz zu anderen Jasminarten ist er jedoch inodor.
  • Ficus benjamina (Birkenfeige): Diese beliebte Zimmerpflanze ist bekannt für ihre luftreinigenden Eigenschaften, aber nicht für ihren Duft.
  • Hibiscus syriacus (Garten-Eibisch): Dieser blühende Strauch schmückt Gärten mit großen, farbigen Blüten, die jedoch keinen Duft haben.
  • Dahlien: Dahlien sind für ihre vielfältigen Farben und Formen bekannt, die meisten Sorten sind jedoch duftlos.
  • Scharlach-Fackelblume (Scarlet Gilia): Diese auffällige Blume mit leuchtend roten Blüten ist ebenfalls duftlos.
  • Sonnenblume: Sonnenblumen sind beeindruckende Pflanzen, die für ihre Samen und ihr Öl angebaut werden, aber keinen Duft besitzen.

Die Gründe für die Duftlosigkeit dieser Blumen sind vielfältig. Manche werden durch Wind oder Wasser bestäubt und sind daher nicht auf Duftstoffe angewiesen, um Insekten anzulocken. Bei anderen wurde der Fokus in der Züchtung auf andere Merkmale wie Farbe und Größe gelegt. Und in manchen Fällen ist der Duft einfach von Natur aus nicht ausgeprägt oder für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar.

Fazit

Die Frage, warum manche Rosen nicht duften, hat viele Antworten. Die Selektion auf Haltbarkeit, die Fragilität des Duftgens und wirtschaftliche Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Doch die Liebe zum Rosenduft lebt weiter, und es gibt Bestrebungen, duftende Rosen wieder stärker in den Fokus zu rücken. So besteht die Hoffnung, dass wir in Zukunft wieder häufiger in den Genuss des betörenden Duftes dieser Königin der Blumen kommen werden.

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