Wer steckt wirklich hinter Mövenpick?

21/11/2023

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Mövenpick ist ein Name, der vielen Menschen ein Begriff ist, sei es durch die bekannten Restaurants, die eleganten Hotels oder das beliebte Eis. Doch wer steckt eigentlich hinter dieser traditionsreichen Marke mit Schweizer Wurzeln? Die Geschichte von Mövenpick ist eine faszinierende Reise von einem einzelnen Restaurant zu einer international agierenden Unternehmensgruppe, die sich im Laufe der Zeit immer wieder neu erfunden hat.

Inhaltsverzeichnis

Die Anfänge: Eine geniale Idee in Zürich

Alles begann im Jahr 1948, als der Schweizer Hoteliersohn Ueli Prager in Zürich das erste Mövenpick-Restaurant eröffnete. Der Name „Mövenpick“ und das dazugehörige Logo mit der Möwe waren Programm: Schnelligkeit und unkomplizierter Genuss für Menschen mit wenig Zeit. Pragers Vision war es, ein Restaurant zu schaffen, das qualitativ hochwertige Speisen in einem zwanglosen Ambiente anbietet, inspiriert von amerikanischen Fast-Food-Konzepten, aber mit einem deutlichen Fokus auf Frische und Geschmack.

Der Name Mövenpick selbst entstand übrigens bei einem Spaziergang am Zürichsee. Eine Möwe, die Brot aus der Hand eines Architekten pickte, inspirierte Prager und seinen Partner. Das Motto „Im Flug“ unterstrich den Anspruch an schnelle und freundliche Bedienung. Die ungewöhnliche Schreibweise mit „v“ statt „w“ im Wort „Möve“ war eine Designentscheidung, um den Namen optisch ansprechender zu gestalten.

Expansion in der Schweiz und Deutschland

Nach dem erfolgreichen Start in Zürich expandierte Mövenpick rasch in der Schweiz. Restaurants in Luzern, Bern, Genf und Lugano folgten. Um die Qualität und Effizienz zu gewährleisten, gründete Prager eine eigene Einkaufs- und Importgesellschaft sowie eine zentrale Produktionsstätte. 1962 eröffnete die erste „Silberkugel“, ein Fast-Food- und Take-Away-Restaurant, und der erste Weinkeller unter dem Namen „Caves Mövenpick“ in Zürich-Enge. Gleichzeitig begann Mövenpick mit der Einführung erster Markenartikel.

Der Schritt über die Schweizer Grenzen hinaus erfolgte 1965 mit der Eröffnung des ersten deutschen Mövenpick-Restaurants in der Nähe von Frankfurt am Main. Dieser Schritt markierte den Beginn der internationalen Expansion und festigte Mövenpicks Ruf als innovative Gastronomiemarke.

Diversifizierung und neue Geschäftsbereiche

Die 1970er Jahre brachten eine Phase der Diversifizierung für Mövenpick. In Zusammenarbeit mit Gulf Oil wurde 1972 die Autobahnraststätte Würenlos eröffnet, ein Konzept, das sich später als sehr erfolgreich erweisen sollte. Im selben Jahr startete in Bursins die Produktion von „Mövenpick Ice Cream“, einem Produkt, das bis heute Kultstatus genießt. Die ersten großen Hotels in der Schweiz wurden in Glattbrugg und Regensdorf eröffnet, und Lizenzen für Markenprodukte, wie beispielsweise für das Eis an Theo Schöller in Deutschland, wurden vergeben.

Auch international expandierte Mövenpick weiter. In Ägypten wurden die ersten Hotels außerhalb Europas eröffnet. Anfang der 1980er Jahre kamen mit der Caveau Weinbar und dem Mövenpick Marché zwei weitere Gastronomiekonzepte hinzu. Besonders das Marché-Konzept mit Selbstbedienungsrestaurants, in denen die Speisen à la minute vor den Augen der Gäste zubereitet wurden, setzte neue Maßstäbe.

Partnerschaften und Lizenzvergaben

Mövenpick setzte früh auf Partnerschaften und Lizenzvergaben, um die Marke zu stärken und neue Märkte zu erschließen. 1986 erwarben die Schwartauer Werke eine Lizenz zur Verwendung des Namens Mövenpick für Fruchtaufstriche. Diese Partnerschaft etablierte Mövenpick-Konfitüren erfolgreich als Premiummarke auf dem deutschen Markt. Die langfristige Verlängerung des Vertrags im Jahr 2004 unterstreicht den Erfolg dieser Kooperation.

Auch im Bereich Wein expandierte Mövenpick. Ab 1989 wurden Mövenpick Weinkeller in Deutschland eröffnet, wodurch die Marke auch in diesem Segment präsent wurde.

Verkauf und Neuausrichtung

1992 verkaufte Firmengründer Ueli Prager seine Aktienmehrheit an den deutschen Unternehmer August von Finck. Dieser Schritt leitete eine Phase der Umstrukturierung und Neuausrichtung ein. 1995 trennte sich Mövenpick von der Marke Silberkugel. An der Autobahn in Wädenswil bei Zürich öffnete das erste Cindy’s Diner, ein weiteres Gastronomiekonzept für Reisende.

Ein bedeutender Einschnitt erfolgte im April 2003, als Mövenpick die internationalen Rechte für „Mövenpick Ice Cream“ an Nestlé verkaufte. Seitdem gehört die Eismarke nicht mehr zum Mövenpick-Unternehmen, wird aber unter dem bekannten Namen und mit dem Anspruch an hohe Qualität von Nestlé weitergeführt.

Mövenpick heute: Eine Holding mit verschiedenen Geschäftsbereichen

Seit Beginn der 2000er Jahre gab es in Deutschland und der Schweiz eine Konsolidierung im Restaurantbereich. Einige Mövenpick- und Marché-Restaurants wurden geschlossen oder verkauft. In Deutschland existieren Stand 2023 noch wenige Mövenpick-Restaurants, darunter traditionsreiche Standorte wie das Restaurant Kröpcke in Hannover oder die Historische Mühle in Potsdam. Auch in der Schweiz gibt es noch einige wenige Standorte.

Die Schweizer Autobahnbetriebe, einst das Kernstück der Schweizer Marché-Gastronomiebetriebe, wurden zum Jahreswechsel 2013/2014 an den Schweizer Detailhandelskonzern Coop verkauft. Eine Expansion der Mövenpick-Marché Restaurants erfolgte in den letzten Jahren vor allem in Deutschland (Standorte an Autobahnen, in Zoos und Flughäfen) sowie in Asien, beispielsweise in Singapur.

Im Jahr 2020 wurden die Unternehmensbereiche der Mövenpick Holding AG getrennt und in rechtlich selbstständige Firmen überführt. Die Mövenpick Holding AG mit Sitz in Baar (Kanton Zug, Schweiz) existiert weiterhin als Dachgesellschaft. Zu den verbliebenen Unternehmensbereichen gehören Marché International, Mövenpick Wein und Mövenpick Fine Foods. Die Hotels wurden bereits 2018 verkauft.

Zusammenfassend: Wer steckt also hinter Mövenpick?

Heute steckt hinter der Marke Mövenpick keine einzelne Firma im klassischen Sinne mehr. Die ursprüngliche Mövenpick Holding AG hat sich in verschiedene selbstständige Unternehmen aufgespalten. Die bekannten Mövenpick Hotels gehören beispielsweise zur Accor-Gruppe, nachdem sie 2018 verkauft wurden. Das beliebte Mövenpick Eis wird von Nestlé produziert und vertrieben. Die verbliebenen Geschäftsbereiche Marché International, Mövenpick Wein und Mövenpick Fine Foods operieren unter dem Dach der Mövenpick Holding AG, sind aber rechtlich eigenständig.

Die Geschichte von Mövenpick ist die Geschichte eines visionären Unternehmers, Ueli Prager, und seiner Fähigkeit, innovative Gastronomiekonzepte zu entwickeln und eine Marke zu schaffen, die für Qualität, Schnelligkeit und Genuss steht. Auch wenn sich die Eigentumsverhältnisse und die Geschäftsbereiche im Laufe der Zeit verändert haben, bleibt der Name Mövenpick ein Synonym für Schweizer Gastfreundschaft und hochwertige Produkte.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer hat Mövenpick gegründet?
Mövenpick wurde 1948 von dem Schweizer Hoteliersohn Ueli Prager gegründet.
Was bedeutet der Name Mövenpick?
Der Name „Mövenpick“ leitet sich von einer Möwe ab, die im Flug etwas aufpickt. Er symbolisiert Schnelligkeit und unkomplizierten Genuss.
Gehören die Mövenpick Hotels noch zu Mövenpick?
Nein, die Mövenpick Hotels wurden 2018 an die Accor-Gruppe verkauft und gehören nicht mehr zur Mövenpick Holding AG.
Wer stellt das Mövenpick Eis her?
Das Mövenpick Eis wird seit 2003 von Nestlé hergestellt und vertrieben, nachdem die Markenrechte an Nestlé verkauft wurden.
Welche Geschäftsbereiche gehören heute noch zu Mövenpick?
Zur Mövenpick Holding AG gehören heute noch die Geschäftsbereiche Marché International (Restaurants), Mövenpick Wein und Mövenpick Fine Foods.

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