18/10/2022
Rosenöl, ein kostbares und luxuriöses Öl, ist bekannt für seine vielfältigen positiven Eigenschaften. Es wird traditionell aus den Blütenblättern der Ölrose (Rosa damascena) gewonnen und findet breite Anwendung in der Hautpflege, Aromatherapie und Naturheilkunde. Die Herstellung von reinem Rosenöl ist aufwendig und erfordert eine beträchtliche Menge an Blütenblättern, was es zu einem der teuersten ätherischen Öle auf dem Markt macht. Doch wussten Sie, dass Sie Rosenöl auch ganz einfach zu Hause selber machen können? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie mit wenigen Zutaten und etwas Geduld Ihr eigenes, natürliches Rosenöl herstellen und von seinen wunderbaren Vorzügen profitieren können.

Was ist Rosenöl und warum ist es so wertvoll?
Echtes Rosenöl, insbesondere das ätherische Rosenöl, wird durch Wasserdampfdestillation oder Extraktion aus den Blütenblättern der Rosa damascena gewonnen. Diese Rosenart, auch Damaszenerrose genannt, ist besonders reich an Duftstoffen und ätherischen Ölen. Die Gewinnung ist jedoch sehr ineffizient: Für einen einzigen Liter reines Rosenöl benötigt man mehrere Tonnen Rosenblüten. Dies erklärt den hohen Preis und die Exklusivität von echtem Rosenöl. Das hier beschriebene Verfahren zur Rosenöl-Herstellung zu Hause ist eine Infusion, bei der die wertvollen Inhaltsstoffe der Rosenblüten in ein Trägeröl übergehen. Es handelt sich nicht um reines ätherisches Öl, aber es bewahrt viele der wohltuenden Eigenschaften und den zarten Duft der Rose.

Die Wirkung von Rosenöl: Ein Schatz für Körper und Geist
Rosenöl wird seit Jahrhunderten für seine heilenden und pflegenden Eigenschaften geschätzt. Es besitzt eine Vielzahl von Wirkungen, die sowohl den Körper als auch den Geist positiv beeinflussen können. Zu den wichtigsten Wirkungen von reinem Rosenöl zählen:
- Beruhigend und entspannend: Der zarte Duft von Rosenöl wirkt harmonisierend auf das Nervensystem und kann Stress, Angstzustände und innere Unruhe lindern. Es fördert Entspannung und ein Gefühl des Wohlbefindens.
- Krampflösend: Rosenöl kann Muskelverspannungen lösen und krampfartige Beschwerden, beispielsweise Menstruationsbeschwerden, reduzieren.
- Blutstillend: Traditionell wird Rosenöl zur Unterstützung der Blutstillung bei kleineren Verletzungen eingesetzt.
- Leber- und milzwirksam: In der Naturheilkunde wird Rosenöl eine positive Wirkung auf die Leber- und Milzfunktion zugeschrieben.
- Entzündungshemmend: Die Inhaltsstoffe des Rosenöls können Entzündungsprozesse im Körper mildern und somit bei Hautirritationen und leichten Entzündungen helfen.
- Hautpflegend:Rosenöl ist besonders reich an Mineralien, Vitaminen und Antioxidantien. Es spendet Feuchtigkeit, wirkt regenerierend und ist ideal für trockene, reife und empfindliche Haut. Es kann das Hautbild verbessern, Fältchen reduzieren und die Hautelastizität fördern.
Neben diesen spezifischen Wirkungen kräftigt Rosenöl den gesamten Organismus und kann unterstützend bei Kopfschmerzen, depressiven Verstimmungen und Verdauungsbeschwerden wirken. Der Duft von Rosenöl in einer Duftlampe verdampft, schafft eine angenehme und entspannende Atmosphäre. Bei Massagen kann Rosenöl helfen, körperliche Schmerzen zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern.
Rosenöl selber machen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Herstellung von Rosenöl zu Hause ist einfacher als Sie vielleicht denken. Mit wenigen Zutaten und etwas Zeit können Sie Ihr eigenes, duftendes Rosenöl kreieren. Hier sind zwei einfache Varianten:
Benötigte Zutaten:
- Rosenblütenblätter: Verwenden Sie Blütenblätter von 6-8 duftenden Rosen. Am besten eignen sich ungespritzte Rosen aus dem eigenen Garten oder in Bio-Qualität. Ölrosen (Rosa damascena) sind ideal, aber auch andere duftende Rosensorten funktionieren.
- Trägeröl: 500 ml hochwertiges Pflanzenöl, z.B. Sesamöl, Mandelöl, Sonnenblumenöl oder Olivenöl. Wählen Sie ein Öl, das zu Ihrem Hauttyp passt. Mandelöl ist beispielsweise besonders mild und für empfindliche Haut geeignet, während Olivenöl reichhaltiger ist und gut für trockene Haut funktioniert.
- Topf: Für die Erwärmung des Öls (Variante 1) oder als Wasserbad (Variante 2).
- Grosses Weckglas oder Schraubglas: Zur Aufbewahrung der Blütenblätter und des Öls während der Ziehzeit.
- Küchentuch oder feines Sieb: Zum Abseihen des Öls.
- Dunkle Flaschen: Zur Aufbewahrung des fertigen Rosenöls. Dunkle Flaschen schützen das Öl vor Licht und verlängern die Haltbarkeit.
Zubereitung Variante 1: Warme Infusion
- Vorbereitung der Blütenblätter: Pflücken Sie die Rosenblüten am besten in den frühen Morgenstunden, wenn der Duft am intensivsten ist. Entfernen Sie die Blütenblätter und verlesen Sie sie sorgfältig. Entfernen Sie gegebenenfalls Insekten oder welken Blätter. Waschen Sie die Blütenblätter vorsichtig unter kaltem Wasser und lassen Sie sie gut abtropfen, um überschüssiges Wasser zu entfernen.
- Öl erwärmen: Geben Sie das Trägeröl in einen Topf und erwärmen Sie es leicht bei niedriger Temperatur. Das Öl sollte nicht kochen oder zu heiss werden. Es sollte sich warm anfühlen, aber nicht unangenehm heiss sein.
- Blütenblätter in das Glas geben: Füllen Sie die abgetropften Blütenblätter in das Weckglas.
- Mit warmem Öl übergiessen: Giessen Sie das warme Öl über die Blütenblätter im Glas, bis alle Blütenblätter vollständig mit Öl bedeckt sind.
- Umrühren und verschliessen: Rühren Sie das Gemisch mit einem sauberen Holzlöffel oder Spatel um, um sicherzustellen, dass alle Blütenblätter mit Öl bedeckt sind. Verschliessen Sie das Glas gut.
- Ziehzeit: Stellen Sie das verschlossene Glas an einen warmen Ort, idealerweise in die Sonne oder an einen Heizkörper. Lassen Sie das Öl-Blüten-Gemisch für 2-4 Wochen ziehen. Je länger die Ziehzeit, desto intensiver wird das Rosenöl.
- Abseihen: Nach der Ziehzeit seihen Sie das Öl durch ein feines Küchentuch oder ein Sieb ab, um die Blütenblätter zu entfernen. Drücken Sie die Blütenblätter leicht aus, um möglichst viel Öl zu gewinnen.
- Abfüllen und lagern: Füllen Sie das fertige Rosenöl in dunkle Flaschen ab und verschliessen Sie diese gut. Lagern Sie das Rosenöl kühl und dunkel, um die Qualität und Haltbarkeit zu bewahren.
Zubereitung Variante 2: Wasserbad-Methode
- Vorbereitung der Blütenblätter: Wie bei Variante 1, bereiten Sie die Rosenblütenblätter vor (pflücken, verlesen, waschen, abtropfen).
- Blütenblätter und Öl ins Glas geben: Geben Sie die Blütenblätter und das Trägeröl direkt in das Weckglas.
- Wasserbad vorbereiten: Füllen Sie einen Topf mit heissem Wasser, sodass das Wasserbad etwa bis zur Hälfte des Weckglases reicht.
- Glas ins Wasserbad stellen: Stellen Sie das Weckglas mit den Blütenblättern und dem Öl in das Wasserbad. Achten Sie darauf, dass das Glas stabil steht und nicht umkippen kann.
- Durchziehen lassen: Erhitzen Sie das Wasserbad auf niedrigster Stufe, sodass das Wasser leicht simmert. Lassen Sie das Öl-Blüten-Gemisch für etwa 2 Stunden im Wasserbad durchziehen. Das Wasser sollte nicht kochen.
- Regelmässiges Umrühren: Rühren Sie das Gemisch alle halbe Stunde mit einem Holzlöffel um. Überprüfen Sie auch regelmässig den Wasserstand im Topf und füllen Sie gegebenenfalls heisses Wasser nach, damit das Wasserbad nicht trockenkocht.
- Abseihen: Nach 2 Stunden nehmen Sie das Glas aus dem Wasserbad und lassen es etwas abkühlen. Seihen Sie das Öl anschliessend durch ein Küchentuch oder Sieb ab.
- Abfüllen und lagern: Füllen Sie das fertige Rosenöl in dunkle Flaschen ab und lagern Sie es kühl und dunkel.
Tipps für die Anwendung von selbstgemachtem Rosenöl
Selbstgemachtes Rosenöl ist vielseitig einsetzbar und kann sowohl für die Hautpflege als auch für das Wohlbefinden verwendet werden:
- Gesichtspflege: Tragen Sie einige Tropfen Rosenöl auf die gereinigte, feuchte Haut auf und massieren Sie es sanft ein. Es eignet sich besonders gut für trockene, reife und empfindliche Haut. Rosenöl kann auch als Zusatz in Gesichtscremes oder Seren verwendet werden.
- Körperpflege: Verwenden Sie Rosenöl als Körperöl nach dem Duschen oder Baden. Es pflegt die Haut geschmeidig und verleiht ihr einen zarten Rosenduft.
- Massageöl: Mischen Sie Rosenöl mit einem neutralen Massageöl (z.B. Jojobaöl) und verwenden Sie es für entspannende Massagen. Der Rosenduft wirkt zusätzlich beruhigend.
- Badezusatz: Geben Sie einige Tropfen Rosenöl ins Badewasser für ein luxuriöses und entspannendes Badeerlebnis.
- Duftlampe: Verdampfen Sie einige Tropfen Rosenöl in einer Duftlampe, um eine angenehme und beruhigende Atmosphäre im Raum zu schaffen.
- Haarpflege: Einige Tropfen Rosenöl können in die Haarspitzen einmassiert werden, um Spliss vorzubeugen und dem Haar Glanz zu verleihen.
Häufige Fragen zum Thema Rosenöl selber machen (FAQ)
- Welche Rosen eignen sich am besten für die Rosenölherstellung?
- Ölrosen (Rosa damascena) sind ideal, da sie besonders reich an Duftstoffen und ätherischen Ölen sind. Aber auch andere duftende Rosensorten aus dem eigenen Garten oder in Bio-Qualität können verwendet werden. Achten Sie darauf, dass die Rosen ungespritzt sind.
- Kann ich auch getrocknete Rosenblütenblätter verwenden?
- Frische Rosenblütenblätter sind ideal, da sie mehr Feuchtigkeit und Duftstoffe enthalten. Getrocknete Blütenblätter können auch verwendet werden, aber das Öl wird möglicherweise weniger intensiv duften. Wenn Sie getrocknete Blütenblätter verwenden, erhöhen Sie die Menge etwas.
- Wie lange ist selbstgemachtes Rosenöl haltbar?
- Selbstgemachtes Rosenöl ist in der Regel etwa 6-12 Monate haltbar, wenn es kühl, dunkel und gut verschlossen gelagert wird. Achten Sie auf Veränderungen in Geruch oder Aussehen. Wenn das Öl ranzig riecht oder sich verändert hat, sollte es nicht mehr verwendet werden.
- Kann ich auch andere Öle als Trägeröl verwenden?
- Ja, Sie können verschiedene hochwertige Pflanzenöle als Trägeröl verwenden, je nach Ihren Vorlieben und Ihrem Hauttyp. Mögliche Alternativen sind Jojobaöl, Aprikosenkernöl, Avocadoöl oder Traubenkernöl. Informieren Sie sich über die Eigenschaften der verschiedenen Öle, um das passende Öl für Ihre Bedürfnisse zu wählen.
- Riecht selbstgemachtes Rosenöl genauso intensiv wie gekauftes ätherisches Rosenöl?
- Nein, das selbstgemachte Rosenöl ist eine Infusion und kein reines ätherisches Öl. Es wird einen zarten Rosenduft haben, aber nicht so intensiv wie reines ätherisches Rosenöl. Das selbstgemachte Öl ist jedoch immer noch sehr wohltuend und pflegend und enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe der Rose.
Mit diesem Wissen und den einfachen Anleitungen können Sie nun Ihr eigenes Rosenöl selber machen und die natürliche Schönheit und wohltuende Wirkung der Rose geniessen. Viel Freude dabei!
