28/10/2024
Der Rizinus, auch bekannt als Wunderbaum, ist eine beeindruckende und exotische Pflanze, die in jedem Garten zum Blickfang wird. Mit seinen großen, handförmigen Blättern und dem schnellen Wachstum bringt er ein tropisches Flair in heimische Gefilde. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Rizinussamen erfolgreich pflanzen und den Wunderbaum in seiner vollen Pracht genießen können.

- Was ist der Rizinus und woher kommt er?
- Standortwahl und Bodenbeschaffenheit
- Rizinussamen säen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Pflege des Wunderbaums: Gießen, Düngen und mehr
- Ist der Rizinus winterhart?
- Vorsicht Giftig! Risiken und Sicherheitshinweise
- Häufig gestellte Fragen zum Anpflanzen von Rizinussamen
Was ist der Rizinus und woher kommt er?
Der Rizinusstrauch (Ricinus communis) ist ein Mitglied der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) und trägt viele volkstümliche Namen wie Wunderbaum, Palma Christi oder Christuspalme. Ursprünglich stammt er aus den Tropen und Subtropen, hat sich aber mittlerweile in vielen warmen Regionen der Welt verbreitet. In unseren Breiten wird er meist als einjährige Zierpflanze kultiviert, obwohl er eigentlich mehrjährig ist. Seine Beliebtheit verdankt er nicht nur seinem attraktiven Aussehen, sondern auch seiner Anspruchslosigkeit und der Vielseitigkeit des aus seinen Samen gewonnenen Rizinusöls.
Herkunft und Besonderheiten
- Ursprung: Tropen und Subtropen, Nordost-Afrika und Naher Osten
- Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
- Wachstum: Schnellwüchsig, in unseren Breiten meist einjährig, bis zu 2 Meter hoch (im Süden bis 4 Meter und mehr)
- Blätter: Groß, handförmig, grün, grünviolett oder dunkelrot, bis zu 40-70 cm groß
- Blütezeit: Juli bis Oktober, rispenartige Blütenstände
- Früchte: Kapselfrüchte mit giftigen Samen (Castorbohnen)
Standortwahl und Bodenbeschaffenheit
Der Wunderbaum liebt die Wärme und die Sonne. Wählen Sie für ihn einen möglichst sonnigen und warmen Standort in Ihrem Garten. Ein Platz, der auch etwas windgeschützt ist, ist ideal, da die großen Blätter bei starkem Wind Schaden nehmen könnten.
Der ideale Standort im Überblick:
- Lage: Vollsonnig, warm, windgeschützt
- Boden: Gut durchlässig, nährstoffreich, feucht, aber ohne Staunässe
- Bodenverbesserung: Vor dem Pflanzen Kompost oder Stallmist einarbeiten
Der Boden sollte nährstoffreich und gut durchlässig sein. Staunässe verträgt der Rizinus nicht. Sie können den Boden vor der Pflanzung mit Kompost oder abgelagertem Stallmist anreichern, um optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Dies versorgt die Pflanze mit wichtigen Nährstoffen und verbessert die Bodenstruktur.
Rizinussamen säen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Anzucht des Wunderbaums aus Samen ist relativ einfach und eine lohnende Erfahrung. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist im späten Winter oder frühen Frühjahr, idealerweise zwischen Januar und März.

Schritt-für-Schritt zur erfolgreichen Aussaat:
- Samen vorbereiten: Da die Samenschale des Rizinus sehr hart ist, empfiehlt es sich, die Samen vor der Aussaat für etwa 24 Stunden in warmem Wasser einzuweichen. Dies weicht die Schale auf und fördert die Keimung.
- Aussaatgefäße vorbereiten: Verwenden Sie kleine Töpfe oder Anzuchtschalen und füllen Sie diese mit Anzuchterde.
- Samen aussäen: Legen Sie jeweils einen Samen pro Topf in die Erde und bedecken Sie ihn mit etwa 1-2 cm Erde. Der Rizinus ist ein Dunkelkeimer, daher ist eine gute Bedeckung wichtig.
- Standort und Bedingungen: Stellen Sie die Töpfe an einen warmen und hellen Ort. Die ideale Keimtemperatur liegt zwischen 20 und 25°C. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass.
- Keimung und Weiterpflege: Die Keimung erfolgt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen. Sobald die Sämlinge gekeimt sind, benötigen sie viel Licht. Stellen Sie sie an einen sehr hellen Standort, um Vergeilung zu vermeiden.
- Auspflanzen: Nach den Eisheiligen (Mitte Mai), wenn keine Frostgefahr mehr besteht, können die jungen Rizinus-Pflanzen ins Freiland ausgepflanzt werden. Achten Sie auf einen Pflanzabstand von etwa 1 Meter, da die Pflanzen recht groß werden können.
Wichtige Hinweise zur Aussaat:
- Handschuhe tragen: Beim Umgang mit den Rizinussamen sollten Sie unbedingt Handschuhe tragen, da die Samen giftig sind.
- Frühe Aussaat: Beginnen Sie die Aussaat frühzeitig (Januar/Februar), um sicherzustellen, dass die Pflanzen bis zum Sommer ihre volle Größe und Pracht erreichen.
- Dunkelkeimer: Achten Sie darauf, die Samen ausreichend mit Erde zu bedecken, da Rizinus ein Dunkelkeimer ist.
Pflege des Wunderbaums: Gießen, Düngen und mehr
Der Rizinus ist, einmal etabliert, eine relativ pflegeleichte Pflanze. Dennoch gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, um sein optimales Wachstum und seine Gesundheit zu fördern.
Pflege-Tipps für den Wunderbaum:
- Gießen: Der Wunderbaum hat einen hohen Wasserbedarf, besonders während der Wachstumsperiode und an heißen Tagen. Gießen Sie regelmäßig und reichlich, besonders bei Kübelpflanzen. Vermeiden Sie jedoch Staunässe. In Trockenperioden ist eine zusätzliche Wassergabe notwendig.
- Düngen: Da der Rizinus schnell wächst und viele Nährstoffe benötigt, ist regelmäßiges Düngen empfehlenswert. Verwenden Sie einen Flüssigdünger für Blühpflanzen und düngen Sie etwa alle zwei Wochen während der Wachstumszeit. Bei Kübelpflanzen ist eine wöchentliche Düngung ratsam.
- Schneiden: Ein Schnitt ist beim Rizinus in der Regel nicht notwendig. Verwelkte Blütenstände können entfernt werden, um die Bildung von Samen zu verhindern (insbesondere wenn Kinder oder Haustiere im Garten sind).
- Überwintern im Kübel: Wenn Sie den Rizinus im Kübel kultivieren und überwintern möchten, bringen Sie ihn vor dem ersten Frost in ein helles und kühles Winterquartier (10-15°C). Gießen Sie im Winterquartier nur sparsam, um ein Austrocknen des Wurzelballens zu verhindern.
- Schädlinge und Krankheiten: Der Rizinus ist relativ resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Gelegentlich können Schnecken an jungen Pflanzen auftreten. Schneckenkorn oder Schneckenzäune können hier Abhilfe schaffen.
Pflegekalender für den Rizinus:
| Monat | Pflegemaßnahme |
|---|---|
| Januar - März | Aussaat der Rizinussamen im Haus |
| April - Mai | Sämlinge an einen hellen Standort stellen und weiterpflegen |
| Mitte Mai | Auspflanzen ins Freiland nach den Eisheiligen |
| Juni - September | Regelmäßig gießen und düngen |
| Oktober | Blütezeitende, ggf. Samen ernten (mit Vorsicht!) oder verwelkte Blütenstände entfernen |
| November - Dezember | Einjährige Kultur: Pflanze entsorgen. Mehrjährige Kultur im Kübel: Überwinterung im Winterquartier |
Ist der Rizinus winterhart?
Der Rizinus ist in unseren Breiten nicht winterhart. Er wird in der Regel einjährig kultiviert und stirbt nach dem ersten Frost ab. In milden Regionen oder bei geschützter Lage kann er unter Umständen mehrjährig wachsen, jedoch ist dies eher die Ausnahme. Wenn Sie den Rizinus im Kübel kultivieren, können Sie ihn in einem hellen und kühlen Winterquartier überwintern. Ausgepflanzte Exemplare werden im Herbst entfernt und im Frühjahr neu ausgesät.
Vorsicht Giftig! Risiken und Sicherheitshinweise
Ein wichtiger Aspekt beim Anbau des Wunderbaums ist seine Giftigkeit. Besonders die Samen des Rizinus enthalten den hochgiftigen Eiweißstoff Ricin. Der Verzehr von wenigen Samen kann zu schweren Vergiftungserscheinungen führen und ist insbesondere für Kinder und Haustiere gefährlich.
Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit dem Rizinus:
- Samen entfernen: Entfernen Sie verwelkte Blütenstände rechtzeitig, bevor sich die Kapselfrüchte und Samen vollständig entwickeln. Dies reduziert das Risiko, dass Kinder oder Tiere mit den Samen in Kontakt kommen.
- Handschuhe tragen: Tragen Sie beim Umgang mit den Samen und beim Auspflanzen der Sämlinge Handschuhe, um Hautkontakt mit dem Gift zu vermeiden.
- Aufklärung: Informieren Sie Kinder über die Giftigkeit der Pflanze und erklären Sie ihnen, dass die Samen nicht berührt oder gegessen werden dürfen.
- Standortwahl: Überlegen Sie sich gut, wo Sie den Rizinus im Garten pflanzen. In Familien mit kleinen Kindern oder Haustieren ist ein Standort ratsam, der weniger zugänglich ist oder auf den verzichtet werden sollte.
Wichtig: Im Falle einer Vergiftung durch Rizinussamen ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich. Symptome können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und in schweren Fällen Organschäden sein.
Häufig gestellte Fragen zum Anpflanzen von Rizinussamen
Ab wann kann man Rizinussamen aussäen?
Die Aussaat von Rizinussamen sollte idealerweise zwischen Januar und März erfolgen, um den Pflanzen einen Wachstumsvorsprung zu verschaffen.

Wie lange dauert es, bis Rizinussamen keimen?
Unter optimalen Bedingungen (warm und feucht) keimen Rizinussamen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen.
Muss man Rizinussamen vorquellen lassen?
Ja, das Vorquellen der Samen in warmem Wasser für etwa 24 Stunden ist empfehlenswert, da es die Keimung beschleunigt.
Ist der Rizinus bienenfreundlich?
Der Rizinus ist nicht primär bienenfreundlich, da er hauptsächlich vom Wind bestäubt wird. Seine Blüten bieten Bienen und anderen Insekten wenig Nektar oder Pollen.
Kann man Rizinus im Kübel pflanzen?
Ja, der Rizinus eignet sich gut für die Kübelpflanzung. Achten Sie auf einen ausreichend großen Kübel und eine gute Drainage, um Staunässe zu vermeiden. Regelmäßiges Gießen und Düngen sind im Kübel besonders wichtig.
Mit diesen Tipps und Informationen können Sie Rizinussamen erfolgreich pflanzen und den exotischen Wunderbaum in Ihrem Garten genießen. Beachten Sie jedoch stets die Giftigkeit der Pflanze und treffen Sie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen, um Risiken zu minimieren. So steht einem prächtigen und beeindruckenden Wunderbaum in Ihrem Garten nichts mehr im Wege!
