24/09/2020
Bäume faszinieren uns seit jeher. Ihre majestätische Erscheinung, ihre Langlebigkeit und ihre stille Kraft beeindrucken und inspirieren. Besonders die Riesen unter ihnen, die Baumgiganten, ziehen uns magisch an. Wer hat nicht schon einmal staunend vor einem Mammutbaum gestanden und sich winzig klein gefühlt? Doch was macht diese Bäume so besonders? Warum wachsen sie in solche unglaublichen Höhen und wo können wir diese beeindruckenden Naturwunder bestaunen?

Warum wachsen Bäume in die Höhe?
Schon in der Schule lernen wir, dass Bäume zum Licht streben. Dieses Streben nach Licht, der sogenannte Phototropismus, ist lebensnotwendig für Pflanzen, da sie es für die Photosynthese benötigen. Ohne Licht keine Photosynthese, ohne Photosynthese kein Wachstum. Im Wald konkurrieren Bäume um das Sonnenlicht, was ihr Wachstum in die Höhe zusätzlich fördert. Freistehende Bäume hingegen entwickeln sich oft stärker in die Breite und bieten so beispielsweise eine ideale Grundlage für Baumhäuser.
Neben dem Phototropismus spielt ein weiterer Faktor eine entscheidende Rolle für das senkrechte Wachstum von Bäumen: der negative Gravitropismus. Dieser sorgt dafür, dass Pflanzen entgegen der Schwerkraft wachsen. Die Erdanziehungskraft bewirkt, dass Wurzeln nach unten und Sprossachsen nach oben wachsen. Im Normalfall überwiegt der negative Gravitropismus den Phototropismus. Das ist der Grund, warum Bäume, selbst an Berghängen, in der Regel senkrecht nach oben wachsen. Nur wenn das Licht ausschließlich aus einer Richtung kommt, wie beispielsweise in einer Höhle, kann der Phototropismus stärker wirken und zu einem schrägen Wachstum führen.

Höhenrekorde der Baumwelt
Die Natur hält immer wieder Überraschungen bereit, und so ist es nicht verwunderlich, dass auch bei den Baumhöhenrekorden ständig neue Entdeckungen gemacht werden. Aktuell gilt ein Küstenmammutbaum namens „Hyperion“ im Redwood-Nationalpark in Kalifornien als der höchste Baum der Welt. Seine unglaubliche Höhe von 115,72 Metern ist jedoch nur eine Schätzung, da seine abgelegene Lage eine genaue Messung erschwert. „Hyperion“ wurde erst im Jahr 2006 entdeckt, was zeigt, dass selbst in unserer vermeintlich gut erforschten Welt noch Geheimnisse verborgen liegen.
Der höchste jemals gemessene Baum war ein Australischer Rieseneukalyptus mit einer Höhe von 132,58 Metern. Dieser Baumriese wurde im 19. Jahrhundert entdeckt, jedoch leider gefällt, bevor seine Rekordhöhe offiziell anerkannt wurde. Im Vergleich zu diesen Giganten wirkt Deutschlands höchster Baum fast bescheiden. Die Douglasie „Waldtraut vom Mühlenwald“ bei Freiburg erreicht eine Höhe von 66,58 Metern und muss sich dennoch nicht verstecken.
Riesenbäume in den USA: Der Redwood-Nationalpark
Der Redwood-Nationalpark an der Westküste der USA, im Bundesstaat Kalifornien, ist ein wahres Paradies für Baumliebhaber und Naturliebhaber gleichermaßen. Auf einer Fläche von rund 534 Quadratkilometern können Besucher die beeindruckenden Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens) bestaunen. Der Park, der 1968 gegründet wurde und 1980 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt wurde, erstreckt sich entlang der Küste und umfasst auch die State Parks Prairie Creek Redwoods, Del Norte Coast Redwoods und Jedediah Smith Redwoods.

Die Küstenmammutbäume im Redwood-Nationalpark sind wahre Giganten. Sie können bis zu 2.000 Jahre alt werden, eine Höhe von bis zu 115 Metern erreichen und einen Stammdurchmesser von bis zu sieben Metern entwickeln. Im dichten Wald der Mammutbäume dringt kaum Sonnenlicht bis zum Boden, dennoch herrscht eine faszinierende Artenvielfalt. Neben den Mammutbäumen finden sich hier Douglas-Fichten, Ahornbäume, Riesen-Lebensbäume, Küstentannen und zahlreiche blühende Gewächse, darunter Rhododendren, die im August in voller Pracht erstrahlen.
Auch die Tierwelt im Redwood-Nationalpark ist beeindruckend. Roosevelt-Elche, Biber, Stachelschweine, Kojoten, Pumas und seltene Eulenarten sind hier beheimatet. An der Küste tummeln sich Seelöwen, und in den Gezeitenpools können Seeanemonen, Seesterne und Einsiedlerkrebse entdeckt werden. Von Mai bis Oktober besteht sogar die Möglichkeit, Grauwale bei der Walbeobachtung zu sichten.
Aktivitäten im Redwood-Nationalpark
Um die Schönheit des Redwood-Nationalparks in vollen Zügen zu genießen, empfiehlt sich ein mehrtägiger Besuch. Die Besucherzentren informieren über Routen und Schwierigkeitsgrade. Zahlreiche Wanderwege laden zu Spaziergängen und Wanderungen entlang der Baumgiganten ein. Wer mehr Strecke zurücklegen möchte, kann den Park auch mit dem Fahrrad erkunden. Geführte Touren mit Rangern bieten die Möglichkeit, noch tiefer in die Natur und Tierwelt einzutauchen. Im Sommer werden Kajaktouren auf dem Smith River angeboten, und an der Küste gibt es geführte Wanderungen zur Erkundung der Gezeitenpools.

Übernachten im Redwood-Nationalpark
Für ein intensives Naturerlebnis empfiehlt sich eine Übernachtung im Redwood-Nationalpark. Hotels oder Hütten gibt es im Park nicht, dafür aber vier gut ausgebaute Campingplätze. Wer es noch abgelegener mag, kann auf einem der sieben „Backcountry“-Campingplätze inmitten der Natur zelten und den Sternenhimmel und das Meeresrauschen genießen.
Riesenmammutbäume in Deutschland
Auch in Deutschland gibt es beeindruckende Riesenbäume, insbesondere Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum). Diese sind zwar nicht ganz so hoch wie ihre Küstenmammutbaum-Verwandten, aber dennoch imposant. Eine Liste der dicksten Mammutbäume in Deutschland führt Bäume mit einem Stammumfang von mehr als 7,5 Metern in einem Meter Höhe oder 7 Metern in 1,3 Metern Höhe auf. Der stärkste Mammutbaum Deutschlands steht bei Neuweiler und hat einen Brusthöhendurchmesser von 4,33 Metern. Weitere bemerkenswerte Exemplare finden sich in Baden-Baden und auf der Mainau.
Beispiele für Riesenmammutbäume in Deutschland
| Ort | Standort | Bundesland | Höhe (m) | Umfang (1m Höhe) (m) | Brusthöhendurchmesser (m) | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Neuweiler | Unbekannt | BW | Unbekannt | Unbekannt | 4,33 | Unbekannt |
| Baden-Baden | Lichtentaler Allee | BW | ca. 40 | ca. 8 | 2,95 | ca. 1864 |
| Mainau | Gräfliche Gärten | BW | ca. 45 | ca. 7,5 | 2,92 | ca. 1860 |
| Schotten | Vogelsberg | HE | Unbekannt | Unbekannt | Unbekannt | 1900 |
Hinweis: Die Tabelle enthält beispielhafte Daten und ist nicht vollständig. Daten können je nach Quelle variieren.
FAQ: Häufige Fragen zu Riesenbäumen
- Wie groß wird ein Mammutbaum?
- Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens) können bis zu 115 Meter hoch werden und einen Stammdurchmesser von bis zu sieben Metern erreichen. Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum) werden etwas kleiner, erreichen aber immer noch beeindruckende Höhen von bis zu 95 Metern und Stammdurchmesser von über zehn Metern.
- Wo finde ich die größten Bäume der Welt?
- Die höchsten Bäume der Welt, die Küstenmammutbäume, wachsen hauptsächlich im Redwood-Nationalpark in Kalifornien, USA. Auch in anderen Nationalparks und State Parks an der Westküste der USA gibt es beeindruckende Bestände.
- Kann man im Redwood-Nationalpark übernachten?
- Ja, im Redwood-Nationalpark gibt es mehrere Campingplätze, auf denen man inmitten der Baumriesen übernachten und die Natur hautnah erleben kann. Es gibt keine Hotels oder Hütten im Park.
- Welche Riesenbaumarten gibt es?
- Zu den bekanntesten Riesenbaumarten gehören Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens), Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum), Australische Rieseneukalyptus (Eucalyptus regnans) und Douglasien (Pseudotsuga menziesii).
- Warum sind Mammutbäume so alt?
- Mammutbäume haben eine natürliche Resistenz gegen viele Krankheiten und Schädlinge und verfügen über eine dicke, feuerresistente Rinde. Zudem wachsen sie sehr langsam, was zu einer hohen Lebensdauer beiträgt.
Die Welt der Riesenbäume ist faszinierend und voller Wunder. Ein Besuch im Redwood-Nationalpark oder die Entdeckung der Mammutbäume in Deutschland sind unvergessliche Erlebnisse, die uns die Kraft und Schönheit der Natur vor Augen führen.
