17/10/2024
Renekloden, auch bekannt als Reineclauden oder Eierpflaumen, sind eine besondere Art von Pflaumen, die sich durch ihren süßen und würzigen Geschmack auszeichnen. Sie erfreuen sich in heimischen Gärten großer Beliebtheit, da sie relativ anspruchslos und einfach zu kultivieren sind. Wenn auch Sie überlegen, einen Pflaumenbaum zu pflanzen, sollten Sie Renekloden unbedingt in Betracht ziehen. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Leitfaden rund um diese köstlichen Früchte.

- Welche Reneklode ist die beste Wahl für meinen Garten?
- Renekloden pflanzen: Standort und Zeitpunkt
- Die richtige Pflege für gesunde Reneklodenbäume
- Krankheiten und Schädlinge bei Renekloden
- Renekloden ernten und lagern
- Wie schnell wächst ein Reneklodenbaum?
- Mirabellen und Renekloden: Was ist der Unterschied?
- Häufig gestellte Fragen zu Renekloden (FAQ)
- Fazit
Welche Reneklode ist die beste Wahl für meinen Garten?
Unter den vielen Reneklodensorten gilt die Große Grüne Reneklode (Prunus domestica subsp. rotunda) als Königin. Viele Kenner bezeichnen sie sogar als die beste aller Pflaumensorten überhaupt. Ihre Geschichte reicht weit zurück, ihre Ursprünge liegen in Armenien und Syrien. Aus einem Sämling dieser alten Sorte entstand im 19. Jahrhundert die bekannte Graf Althans Reneklode.
Die Große Grüne Reneklode überzeugt mit einem starkwüchsigen Wuchs und bildet eine breite, ausladende Krone. Ihre Blätter sind dunkelgrün, oval und länglich mit einer feinen Zahnung. Im Frühling verwandelt sich der Baum in ein Blütenmeer aus weißen Blüten, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch zahlreiche Insekten anlocken. Da die Große Grüne Reneklode nicht selbstfruchtend ist, benötigt sie einen Bestäuberbaum in der Nähe, wie beispielsweise die Graf Althans Reneklode oder die Mirabelle von Nancy.
Die Früchte der Großen Grünen Reneklode sind mittelgroß bis groß, rund und von einer grünlichen Farbe mit einer weißlich-hellblauen Bereifung. Das Fruchtfleisch ist gelbgrün, saftig und entfaltet einen unvergleichlich aromatischen, zuckersüßen Geschmack. Die Erntezeit erstreckt sich, je nach Klima und Wetterlage, von Ende August bis Ende September. Aufgrund der oft reichen Ernte eignen sich die Früchte hervorragend zum Frischverzehr, aber auch zum Einmachen und Konservieren.
Renekloden pflanzen: Standort und Zeitpunkt
Der ideale Zeitpunkt, um eine Reneklode zu pflanzen, ist das zeitige Frühjahr, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Alternativ ist auch eine Pflanzung im Herbst möglich. Wichtig ist ein sonniger und windgeschützter Standort. Die Reneklode liebt die Sonne und benötigt viel Licht, um optimal zu wachsen und Früchte zu tragen. Ein halbschattiger Standort ist zwar auch möglich, kann aber die Ernte beeinträchtigen.

Der Boden sollte lehmig oder tonhaltig, nährstoffreich, feucht und durchlässig sein. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da sie den Wurzeln schadet. Der pH-Wert des Bodens sollte weder zu sauer noch zu basisch sein. Ein Pflanzloch, das doppelt so groß ist wie der Wurzelballen, bietet genügend Raum für die Wurzelentwicklung. Mischen Sie Komposterde unter die ausgehobene Erde, um den jungen Baum mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Nach dem Einpflanzen die Erde gut festtreten und den Baum gründlich wässern. Junge Reneklodenbäume sind noch nicht sehr standfest und sollten daher an einen Stützpfahl gebunden werden, bis sie ausreichend stabil sind.
Die richtige Pflege für gesunde Reneklodenbäume
Die Pflege von Renekloden ist nicht besonders aufwendig, aber einige grundlegende Maßnahmen tragen maßgeblich zu einem gesunden Wachstum und einer reichen Ernte bei.
Gießen
In den ersten Wochen nach der Pflanzung ist regelmäßiges Gießen besonders wichtig, damit der Baum gut anwachsen kann. Auch in trockenen Sommerperioden sollten Sie die Reneklode ausreichend mit Wasser versorgen. Achten Sie jedoch darauf, Staunässe zu vermeiden.
Düngen
Eine jährliche Düngergabe im Frühjahr unterstützt das Wachstum und die Fruchtbildung. Verwenden Sie einen speziellen Obstbaumdünger oder Kompost. Junge Bäume benötigen in den ersten Jahren etwas mehr Dünger als ältere, etablierte Bäume.
Mulchen
Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Rasenschnitt rund um den Baumstamm hilft, den Boden feucht zu halten, Unkrautwachstum zu unterdrücken und den Boden vor Austrocknung zu schützen. Achten Sie darauf, dass der Mulch nicht direkt am Stamm anliegt, um Fäulnis zu vermeiden.

Schneiden
Der jährliche Rückschnitt im Winter ist unerlässlich, da Renekloden zu starkem und wildem Wachstum neigen. Durch den Schnitt wird die Baumform erhalten, die Fruchtbildung gefördert und Krankheiten vorgebeugt. Entfernen Sie dabei:
- Alte und abgestorbene Zweige
- Wild wuchernde Triebe
- Störende und sich kreuzende Äste
- Kranke oder beschädigte Triebe
- Zu lange Äste und Zweige, um die Krone auszulichten
Verwenden Sie für den Schnitt stets scharfes und sauberes Werkzeug, um unnötige Verletzungen zu vermeiden. Größere Schnittstellen sollten mit einem Wundverschlussmittel versiegelt werden, um das Eindringen von Krankheitserregern zu verhindern.
Krankheiten und Schädlinge bei Renekloden
Auch wenn Renekloden relativ robust sind, können sie von bestimmten Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Eine rechtzeitige Erkennung und Behandlung ist wichtig, um Schäden zu minimieren.
Gallmilben
Ein häufiger Schädling ist die Kleine Gallmilbe, deren Befall sich durch rote Ausstülpungen an den Blättern zeigt. Eine vorbeugende Spritzung im Frühjahr mit einem geeigneten Pflanzenschutzmittel kann helfen.
Scharka-Krankheit
Die Scharka-Krankheit ist eine Viruserkrankung, die durch die Pflaumenblattlaus übertragen wird. Sie äußert sich durch pockenartige Verformungen an den Früchten und wolkenartige Verfärbungen auf den Blättern. Leider gibt es keine Heilung für die Scharka-Krankheit. Befallene Bäume müssen entfernt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Es gibt jedoch Reneklodensorten, wie die Graf Althans Reneklode, die resistent gegen die Scharka-Krankheit sind.
Monilia-Spitzendürre
Die Monilia-Spitzendürre ist eine Pilzerkrankung, die zum Absterben von Triebspitzen führen kann. Bei Befall müssen die betroffenen Triebe bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten und das Schnittgut entsorgt werden (nicht auf dem Kompost!).

Renekloden ernten und lagern
Die Erntezeit der Renekloden beginnt je nach Sorte und Witterung im Juli und erstreckt sich bis in den September. Renekloden reifen nicht nach, daher sollten sie erst geerntet werden, wenn sie wirklich reif sind. Reife Früchte sind weich auf Druck und lassen sich leicht vom Baum lösen. Eine einfache Methode zur Ernte ist das Schütteln des Baumes. Reife Früchte fallen dann von selbst ab.
Renekloden können einige Zeit gelagert werden, wenn sie nicht vollständig reif geerntet wurden. Lagern Sie sie kühl und trocken. Für eine längere Lagerung eignen sie sich hervorragend zum Einmachen, Einkochen oder zur Herstellung von Marmelade und Kompott.
Wie schnell wächst ein Reneklodenbaum?
Reneklodenbäume wachsen mittelstark. Die Große Grüne Reneklode beispielsweise erreicht eine Breite von 200 bis 300 cm und eine Höhe von 250 bis 450 cm. Es dauert einige Jahre, bis ein neu gepflanzter Reneklodenbaum zum ersten Mal Früchte trägt. In der Regel können Sie nach etwa 3 bis 5 Jahren mit den ersten Erträgen rechnen. Die Große Grüne Reneklode beginnt tendenziell etwas später mit der Fruchtbildung.
Mirabellen und Renekloden: Was ist der Unterschied?
Obwohl Mirabellen und Renekloden beide zu den Pflaumenarten gehören, gibt es einige wesentliche Unterschiede.
| Merkmal | Mirabelle | Reneklode |
|---|---|---|
| Größe | Klein bis mittelgroß | Mittelgroß bis groß |
| Farbe | Gelb, teils mit roten Einfärbungen | Grünlich, gelblich oder rotgrün |
| Geschmack | Süß, würzig | Sehr süß, aromatisch, würzig |
| Steinlöslichkeit | Leicht zu lösen | Schwerer zu lösen |
| Anbau | Anspruchslos, auch in kühleren Lagen | Wärmeliebend, ertragreich in warmen Lagen |
Häufig gestellte Fragen zu Renekloden (FAQ)
- Sind Renekloden selbstfruchtend?
- Nein, die meisten Reneklodensorten sind nicht selbstfruchtend und benötigen einen Bestäuberbaum in der Nähe. Geeignete Bestäuber sind beispielsweise Graf Althans Reneklode, Mirabelle von Nancy oder Pflaume 'The Czar'.
- Wann ist die beste Zeit, um Renekloden zu ernten?
- Die Erntezeit variiert je nach Sorte und Witterung, liegt aber in der Regel zwischen Juli und September. Ernten Sie Renekloden, wenn sie weich auf Druck sind und sich leicht vom Baum lösen lassen.
- Wie lagere ich Renekloden am besten?
- Renekloden können kühl und trocken einige Tage gelagert werden. Für eine längere Lagerung eignen sie sich gut zum Einmachen, Einkochen oder zur Verarbeitung zu Marmelade und Kompott.
- Welche Reneklodensorte ist resistent gegen die Scharka-Krankheit?
- Einige Sorten, wie beispielsweise die Graf Althans Reneklode, weisen eine Resistenz gegen die Scharka-Krankheit auf.
- Muss man Renekloden schneiden?
- Ja, ein jährlicher Rückschnitt im Winter ist wichtig, um die Baumform zu erhalten, die Fruchtbildung zu fördern und Krankheiten vorzubeugen.
Fazit
Renekloden sind eine wunderbare Bereicherung für jeden Garten. Die Große Grüne Reneklode gilt nicht umsonst als eine der besten Pflaumensorten. Mit der richtigen Pflanzung und Pflege können Sie sich auf eine reiche Ernte köstlicher, süßer Früchte freuen. Ob frisch vom Baum, als Kompott oder Marmelade – Renekloden sind ein wahrer Genuss und verwöhnen Ihren Gaumen mit ihrem einzigartigen Aroma. Worauf warten Sie noch? Pflanzen Sie Ihren eigenen Reneklodenbaum und genießen Sie die Vielfalt dieser edlen Pflaumen!
