06/07/2024
Der saisonale Reifenwechsel steht zweimal jährlich an und wirft die Frage auf: Wohin mit den Reifen, die gerade nicht benötigt werden? Ob Sommer- oder Winterreifen, eine ordnungsgemäße Lagerung ist entscheidend für die Langlebigkeit und Sicherheit Ihrer Autoreifen. Falsche Lagerung kann nicht nur den Zustand verschlechtern, sondern auch die Nutzungsdauer verkürzen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige rund um die Reifenlagerung, von praktischen Reifenbäumen bis hin zu umweltfreundlichen Alternativen in der Reifenproduktion.

Reifenbäume: Die praktische Lösung für die Reifenlagerung
Für Autobesitzer, die Wert auf Ordnung und eine schonende Lagerung ihrer Reifen legen, sind Reifenbäume eine ausgezeichnete Wahl. Diese praktischen Helfer ermöglichen eine platzsparende und übersichtliche Aufbewahrung von Kompletträdern. Ein typischer Reifenbaum besteht aus einer stabilen Metallkonstruktion mit mehreren Etagen, auf denen die Reifen übereinander gestapelt werden können, ohne sich gegenseitig zu belasten.
Vorteile eines Reifenbaums
- Platzsparend: Reifenbäume nutzen den vertikalen Raum optimal aus und benötigen weniger Stellfläche als die Lagerung von Reifen am Boden.
- Schonende Lagerung: Die Reifen werden hängend oder stehend gelagert, wodurch Verformungen durch Druck vermieden werden.
- Übersichtlich: Die Reifen sind leicht zugänglich und die Zuordnung der Reifensätze (z.B. Vorder- und Hinterreifen) wird erleichtert.
- Schutz vor Beschädigungen: Viele Reifenbäume werden mit Reifenschutzhüllen geliefert, die die Reifen vor Staub, Schmutz und UV-Strahlung schützen.
Wie viel kostet ein Reifenbaum?
Die Kosten für einen Reifenbaum variieren je nach Ausführung, Material und Tragkraft. Einfache Modelle aus Stahl sind bereits ab etwa 30 Euro erhältlich. Hochwertigere Reifenbäume, wie der IWH 019064 XXL Reifenbaum, der für Reifen bis 295mm Breite und einer Belastung von bis zu 120 kg ausgelegt ist, können etwas teurer sein. Dieser spezielle Reifenbaum beinhaltet zudem eine Reifenschutzhülle und Reifenmarkierer, was den Komfort und die Organisation weiter erhöht. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Investition in einen Reifenbaum eine lohnende Anschaffung ist, um die Lebensdauer Ihrer Reifen zu verlängern und die Lagerung zu erleichtern. Die Preisspanne für Reifenbäume liegt in der Regel zwischen 30 und 100 Euro, wobei nach oben hin, je nach Material und Ausstattung, keine Grenzen gesetzt sind.
Reifen einfach stapeln? Alternativen zum Reifenbaum
Wer keinen Reifenbaum anschaffen möchte oder wenig Platz zur Verfügung hat, greift möglicherweise zur einfachen Methode des Reifenstapelns. Doch ist diese Methode wirklich empfehlenswert? Grundsätzlich können Reifen auch gestapelt gelagert werden, jedoch sollten dabei einige wichtige Punkte beachtet werden, um Schäden zu vermeiden.

Worauf Sie beim Reifenstapeln achten sollten:
- Sauberkeit: Reinigen Sie die Reifen gründlich, bevor Sie sie stapeln, um Schmutz und Bremsstaub zu entfernen.
- Unterlage: Legen Sie eine saubere und ebene Unterlage unter den Reifenstapel, um Verformungen durch unebenen Boden zu vermeiden.
- Druck vermeiden: Vermeiden Sie es, schwere Gegenstände auf die gestapelten Reifen zu legen, da dies zu Druckstellen und Verformungen führen kann.
- Regelmäßiges Drehen: Drehen Sie die gestapelten Reifen idealerweise alle paar Wochen, um einseitige Belastungen zu minimieren.
Im Vergleich zum Reifenbaum bietet das Stapeln von Reifen zwar eine kostengünstigere Alternative, ist aber weniger schonend und erfordert mehr Aufmerksamkeit, um Schäden zu vermeiden. Der Reifenbaum bleibt die komfortablere und professionellere Lösung für die Reifenlagerung.
Sind Reifen aus Erdöl? Nachhaltigkeit und alternative Materialien
Ein wichtiger Aspekt, der in der heutigen Zeit immer mehr in den Fokus rückt, ist die Nachhaltigkeit von Produkten. Auch bei Autoreifen spielt dieses Thema eine große Rolle. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass herkömmliche Autoreifen zu einem großen Teil aus Erdöl bestehen. Tatsächlich liegt der Anteil von Rohöl in einem konventionellen Pkw-Reifen bei rund 60 Prozent. Dies wirft ökologische Fragen auf, da Erdöl ein nicht-regenerativer Rohstoff ist und seine Gewinnung und Verarbeitung mit Umweltbelastungen verbunden sind.
Die Problematik von Erdöl in Reifen
- Nicht-regenerativer Rohstoff: Erdöl ist eine endliche Ressource, deren Abbau und Nutzung zur Erschöpfung natürlicher Ressourcen beiträgt.
- Umweltbelastung: Die Erdölgewinnung und -verarbeitung sind energieintensiv und verursachen Emissionen, die zum Klimawandel beitragen.
- Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen: Die Verwendung von Erdöl in Reifen verstärkt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Alternative Materialien und umweltfreundliche Reifen
Glücklicherweise gibt es Bestrebungen in der Reifenindustrie, alternative Materialien zu erforschen und einzusetzen, um die Umweltfreundlichkeit von Reifen zu verbessern. Ein vielversprechender Ansatz ist die Verwendung von Naturkautschuk aus nachwachsenden Rohstoffen. Während der traditionelle Naturkautschuk hauptsächlich vom südamerikanischen Parakautschukbaum stammt, wird intensiv an Alternativen geforscht. Eine interessante Möglichkeit bietet der kaukasische Löwenzahn. Dieser ist anspruchslos, ergiebiger als der Parakautschukbaum und könnte in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Naturkautschukgewinnung spielen. Der Reifenhersteller Bridgestone hat bereits Konzeptreifen vorgestellt, die zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen, einschließlich Löwenzahn-Kautschuk, bestehen. Bis zur Serienreife dieser Bioreifen wird es jedoch noch einige Jahre dauern.

Auch bei anderen Reifenbestandteilen, wie dem synthetischen Kautschuk, der ebenfalls aus Erdöl gewonnen wird, gibt es alternative Ansätze. Unternehmen wie Goodyear und Continental forschen an Konzeptreifen, bei denen Sojabohnenöl bzw. Rapsöl als Ersatz für Erdöl dienen. Erste Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen, dass diese Ökoreifen nicht nur umweltfreundlicher sind, sondern in einigen Bereichen sogar verbesserte Eigenschaften aufweisen können, wie beispielsweise eine höhere Kilometerleistung. Continental plant, bereits 2019 den ersten Ökoreifen aus Biomasse in Serie zu produzieren.
Fazit: Ordnungsgemäße Lagerung und nachhaltige Reifen für die Zukunft
Die richtige Lagerung von Reifen ist entscheidend für deren Lebensdauer und Sicherheit. Reifenbäume bieten hierbei eine komfortable und schonende Lösung, während das Stapeln von Reifen unter Beachtung einiger Punkte eine kostengünstigere Alternative sein kann. Darüber hinaus ist es wichtig, sich der Umweltaspekte bei der Reifenproduktion bewusst zu werden. Die Entwicklung von umweltfreundlichen Reifen aus nachwachsenden Rohstoffen und alternativen Materialien ist ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit in der Automobilindustrie. Indem wir auf eine ordnungsgemäße Reifenlagerung achten und uns für nachhaltige Reifenoptionen interessieren, können wir einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und gleichzeitig die Lebensdauer unserer Reifen verlängern.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Reifenlagerung
Was kostet ein guter Reifenbaum?
Ein guter Reifenbaum für den privaten Gebrauch kostet in der Regel zwischen 50 und 100 Euro. Es gibt auch günstigere Modelle ab etwa 30 Euro, sowie teurere Varianten mit zusätzlichen Funktionen und hochwertigeren Materialien.

Kann man Reifen einfach übereinander stapeln?
Ja, Reifen können gestapelt werden, jedoch sollten Sie dabei auf eine saubere und ebene Unterlage achten und die Reifen regelmäßig drehen, um Verformungen zu vermeiden. Ein Reifenbaum ist die schonendere und komfortablere Alternative.
Sind Autoreifen schädlich für die Umwelt?
Herkömmliche Autoreifen enthalten einen hohen Anteil an Erdöl, einem nicht-regenerativen Rohstoff. Die Reifenindustrie arbeitet jedoch an umweltfreundlicheren Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Löwenzahn, Sojabohnenöl und Rapsöl.
Wie lange halten Autoreifen bei richtiger Lagerung?
Bei richtiger Lagerung können Autoreifen mehrere Jahre lang gelagert werden, ohne dass ihre Eigenschaften wesentlich beeinträchtigt werden. Es ist jedoch wichtig, die Reifen vor direkter Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit und extremen Temperaturen zu schützen.
