13/11/2024
Der Rote Mond Apfel ist eine faszinierende und auffällige Apfelsorte, die nicht nur mit ihrem äußeren Erscheinungsbild, sondern auch mit ihrem einzigartigen Fruchtfleisch begeistert. Mit seiner tiefroten Farbe, die sich sowohl in der Schale als auch im Fruchtfleisch zeigt, ist er ein echter Hingucker im Obstgarten und auf dem Teller. Doch der Rote Mond ist mehr als nur schön anzusehen – seine robuste Natur und sein besonderer Geschmack machen ihn zu einer interessanten Wahl für Hobbygärtner und Apfelliebhaber. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des Roten Mond Apfels ein und beleuchten seine Herkunft, seinen Geschmack, seine Anbaueigenschaften und vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten.

Herkunft und Geschichte des Roten Mond Apfels
Die Geschichte des Roten Mond Apfels reicht bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück. In Russland war es der berühmte Botaniker und Pomologe Iwan Mitschurin, der sich zum Ziel setzte, besonders robuste und frostharte Apfelsorten zu züchten. Diese sollten auch im rauen Klima Russlands gedeihen und zuverlässig Erträge liefern. Für seine Züchtungsarbeit nutzte Mitschurin den Niedzwetzki-Apfel (Malus niedzwetzkyana), eine Wildapfelform, die für ihr rotes Fruchtfleisch bekannt ist. Er kreuzte diesen Wildapfel mit Kultursorten und schuf so um das Jahr 1915 die Sorte ‘Roter Standard’. Dieser ‘Roter Standard’ wurde später in den heute bekannten Namen ‘Roter Mond’ umbenannt.
Die neue Sorte erfreute sich aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit und der auffälligen, roten Früchte schnell großer Beliebtheit und verbreitete sich von Russland aus auch nach Deutschland. Allerdings bremste der Zweite Weltkrieg die weitere Verbreitung in Deutschland und nach dem Krieg geriet der Rote Mond fast in Vergessenheit. Über Jahrzehnte hinweg gab es nur noch wenige Exemplare dieser besonderen Apfelsorte in Deutschland.
Erst im Jahr 1999 erlebte der Rote Mond eine Art Wiedergeburt. Der Obstbauer Peter Stoppel stellte in Deutschland einen Antrag auf Sortenschutz für einen rotfleischigen Apfel namens ‘Weirouge’. Nach einiger Zeit stellte sich jedoch heraus, dass ‘Weirouge’ und ‘Roter Mond’ identisch waren. Der Sortenschutz für ‘Weirouge’ wurde daraufhin aufgegeben. Trotzdem wird der Name ‘Weirouge’ bis heute oft synonym zum ‘Roten Mond’ verwendet. Heutzutage ist der Rote Mond vor allem bei Liebhabern alter und besonderer Apfelsorten beliebt und spielt auch eine Rolle in der Züchtung neuer rotfleischiger Tafeläpfel, wie beispielsweise dem ‘Baya Marisa’.
Geschmack und Eigenschaften des Roten Mond Apfels
Der Rote Mond Apfel ist nicht nur optisch ein Highlight. Seine Früchte sind mittelgroß und rundlich geformt. Während der Reifephase verändert sich die Farbe der Schale von gelb zu einem intensiven, tiefen Rot, das schließlich den ganzen Apfel überzieht. Vereinzelt können noch grüne Lentizellen auf der ansonsten rot verwaschenen Schale sichtbar sein. Der Stiel ist mittellang und eher dünn.
Das Besondere am Roten Mond Apfel offenbart sich jedoch beim Aufschneiden: Das Fruchtfleisch ist beinahe vollständig rot gefärbt! Sogar Kerne und Kerngehäuse weisen einen deutlichen Rotstich auf. Diese intensive Rotfärbung ist auf einen hohen Gehalt an Anthocyanen zurückzuführen. Anthocyane sind natürliche Farbstoffe, die nicht nur für die rote Farbe verantwortlich sind, sondern auch als Antioxidantien wirken und somit gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen. Durch den hohen Anthocyangehalt neigt das Fruchtfleisch des Roten Mondes auch weniger zum Braunwerden nach dem Aufschneiden.
Geschmacklich ist der Rote Mond Apfel ein aromatisches, aber auch säuerliches Erlebnis. Er zeichnet sich durch einen geringen Zuckergehalt und einen vergleichsweise hohen Säureanteil aus. Das Fruchtfleisch ist fest und saftig, wird aber von manchen als etwas „herb“ empfunden. Sein Geschmack wird oft als würzig-sauer beschrieben und ist daher nicht unbedingt jedermanns Sache für den direkten Verzehr aus der Hand.
Anbau des Roten Mond Apfelbaums
Bei der Züchtung des Roten Mondes stand die Robustheit und Widerstandsfähigkeit im Vordergrund. Diese Eigenschaften zeigt der Apfelbaum auch im Anbau. Er ist anspruchslos und sehr frost- und witterungsbeständig. Der Baum wächst, je nach Unterlage, mittelstark und bildet eine mittlere Verzweigungsdichte aus. Er erreicht eine Endhöhe von etwa 3 bis 5 Metern, abhängig von der Unterlage und den Standortbedingungen. Meist wird er als Hoch- oder Halbstamm kultiviert.
Obwohl der Rote Mond sehr genügsam ist, entfaltet er seine volle Pracht und seinen Ertrag am besten an einem sonnigen Standort mit nährstoffreichem Boden. Ein sonniger Standort fördert nicht nur den Ertrag, sondern auch die Intensität der roten Farbe der Früchte, Blätter, Blüten und sogar des Holzes. Ja, der Rote Mond ist in allen Teilen rötlich gefärbt, was ihn zu einer besonders dekorativen Sorte macht.
Regelmäßige Schnittmaßnahmen sind auch beim Roten Mond empfehlenswert, um die Verzweigung zu fördern und den Ertrag zu optimieren. Wie bei den meisten Apfelbäumen, sollte ein jährlicher Erziehungsschnitt und später ein regelmäßiger Auslichtungsschnitt durchgeführt werden.

Die Blüte des Roten Mondes ist ebenfalls ein Hingucker. Von April bis Mai schmückt er sich mit rosafarbenen bis roten Blüten. Trotz der vergleichsweise frühen Blütezeit gilt der Rote Mond als frostbeständig und kann daher auch in Regionen mit Spätfrostgefahr angebaut werden. Um einen reichen Ertrag zu erzielen, ist es ratsam, eine passende Befruchtersorte in der Nähe zu pflanzen. Geeignete Befruchtersorten für den Roten Mond sind beispielsweise ‘Weißer Klarapfel’, ‘Elstar’ oder ‘James Grieve’. Der Rote Mond selbst gilt auch als guter Pollenspender.
In Bezug auf Krankheiten zeigt der Rote Mond eine gute Resistenz gegen Apfelschorf. Allerdings kann er an ungünstigen Standorten anfällig für Mehltau sein. Hier ist es wichtig, auf einen guten Standort und gegebenenfalls auf vorbeugende Maßnahmen zu achten.
Erntezeit und Verwendung des Roten Mond Apfels
Die Erntezeit des Roten Mond Apfels beginnt ab Ende September bis in den Oktober hinein. Wenn die Äpfel eine intensive rote Farbe entwickelt haben und sich leicht vom Baum pflücken lassen, sind sie reif für die Ernte. Es ist ratsam, die Äpfel möglichst lange am Baum reifen zu lassen, da sich die Rotfärbung des Fruchtfleisches mit zunehmender Reife intensiviert. Bei einer zu frühen Ernte ist das Fruchtfleisch möglicherweise noch nicht so stark rot gefärbt.
Aufgrund seines würzig-sauren Geschmacks ist der Rote Mond Apfel nicht ideal für den direkten Frischverzehr aus der Hand. Seine Stärken liegen jedoch in der Verarbeitung. Er eignet sich hervorragend zum Backen, für die Herstellung von Apfelmus, Kompott oder Konfitüren. Ein großer Vorteil dabei ist, dass die rote Farbe des Fruchtfleisches auch beim Kochen und Backen erhalten bleibt und den Speisen eine besondere Optik verleiht. Auch als Mostapfel ist der Rote Mond sehr gut geeignet. Sein saftiges Fruchtfleisch ergibt einen hervorragenden, rotfarbenen Apfelsaft.
Lagerung des Roten Mond Apfels
Der Rote Mond Apfel zeichnet sich durch seine sehr gute Lagerfähigkeit aus. Unter optimalen Bedingungen, das heißt kühl und dunkel gelagert, kann er oft problemlos bis in den März hinein gelagert werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Rote Mond, wie viele rotfleischige Apfelsorten, keine Temperaturen unter 4 °C verträgt. Daher sollte er nicht im Kühlschrank, sondern besser in einem kühlen Keller oder einer Garage gelagert werden.
Fragen und Antworten zum Roten Mond Apfel
Sind Äpfel mit rotem Fruchtfleisch gesund?
Ja, Äpfel mit rotem Fruchtfleisch, wie der Rote Mond, enthalten in der Regel einen höheren Gehalt an Anthocyanen als Äpfel mit weißem Fruchtfleisch. Anthocyane sind sekundäre Pflanzenstoffe, die als Antioxidantien wirken und verschiedene positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Sie können beispielsweise dazu beitragen, Zellschäden durch freie Radikale zu reduzieren und das Risiko für bestimmte Krankheiten zu senken.
Welche Apfelsorte ist Red Moon?
Red Moon ist ein anderer Name für die Apfelsorte Roter Mond. Es handelt sich um dieselbe rotfleischige Apfelsorte, die ursprünglich aus Russland stammt und auch unter dem Synonym ‘Weirouge’ bekannt ist.
Was ist Redmoon (Getränk)?
Red Moon Sparkling ist ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk, das aus 99,6% Apfelsaft vom Roten Mond Apfel hergestellt wird. Für dieses Getränk werden speziell gezüchtete Sorten des Roten Mondes verwendet, die ein besonders intensiv rotes Fruchtfleisch haben. Der Saft wird schonend kaltgepresst, um die leuchtend rote Farbe und die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten. Red Moon Sparkling zeichnet sich durch seinen fruchtigen Geschmack und seine feine Perlage aus und ist eine interessante Alternative zu Fruchtsäften oder alkoholischen Aperitifs.
