Ist die Gespinstmotte gefährlich?

Weidenbohrer effektiv bekämpfen und Bäume schützen

15/01/2026

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Der Weidenbohrer (Cossus cossus) ist ein Nachtfalter, der in vielen Gärten gefürchtet ist. Seine Raupen können erhebliche Schäden an Bäumen verursachen, indem sie sich durch das Holz fressen und es schwächen. Dies macht die Bäume anfälliger für Krankheiten und Witterungseinflüsse. Glücklicherweise gibt es verschiedene Methoden, um einem Befall vorzubeugen und ihn zu bekämpfen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über den Weidenbohrer, seine Erkennung, Bekämpfung und Vorbeugung, damit Ihre Bäume gesund und vital bleiben.

Ist die Weidenbohrerraupe gefährlich?
Charakteristisch ist ein Geruch nach Essig. Auch wenn sie sehr groß und auffällig gefärbt ist: Giftig ist die Weidenbohrerraupe nicht. Sie kann aber kräftig zubeißen. Weidenbohrerweibchen legen etwa 700 Eier in die Rinde von Laubbäumen.
Inhaltsverzeichnis

Was ist der Weidenbohrer?

Der Weidenbohrer ist ein großer Nachtfalter aus der Familie der Holzbohrer (Cossidae). Mit einer Flügelspannweite von 8 bis 10 cm gehört er zu den größten Schmetterlingen Mitteleuropas. Die Falter selbst sind unscheinbar graubraun gefärbt und nachtaktiv. Daher bekommt man sie selten zu Gesicht. Die eigentlichen Schädlinge sind die Raupen des Weidenbohrers. Diese sind bis zu 10 cm lang, gelblich gefärbt mit einem roten Rücken, schwarzem Kopf und Nacken. Die Larven, oft auch als Puppen bezeichnet, sind etwa 5 cm lang, rot-gelb und weisen eine schwarze Dornreihe am Hinterleib auf.

Weidenbohrer bevorzugen, wie der Name schon sagt, Weiden als Wirtspflanzen, befallen aber auch andere Laubbäume wie Pappeln, Birken, Obstgehölze und viele mehr. Das Verbreitungsgebiet des Weidenbohrers erstreckt sich über weite Teile Europas und Asiens. Die Falter leben nur etwa drei Monate, da sie keinen funktionsfähigen Saugrüssel besitzen und keine Nahrung aufnehmen können. Ihre Hauptaufgabe ist die Fortpflanzung.

Wie erkennt man einen Weidenbohrerbefall?

Ein Befall mit Weidenbohrern lässt sich an verschiedenen Symptomen erkennen:

  • Essiggeruch: Ein deutlicher, unangenehmer Geruch nach Essig, genauer gesagt Holzessig, in der Nähe des Baumes ist ein untrügliches Zeichen für einen Weidenbohrerbefall. Dieser Geruch entsteht durch die Ausscheidungen der Raupen.
  • Bohrlöcher: In der Rinde des Baumes finden sich ovale, circa fingerdicke Bohrlöcher. Diese dienen den Raupen als Ein- und Ausgänge.
  • Bohrspäne und Kot: Rötliche Bohrspäne und dunkler Kot treten aus den Bohrlöchern aus und sammeln sich am Stammfuß.
  • Verdorrte Zweige und welke Blätter: Ein beginnender Befall kann sich durch einzelne verdorrte Zweige oder welkende Blätter bemerkbar machen, da die Raupen die Saftbahnen im Holz zerstören.
  • Pilzinfektionen: Durch die Bohrlöcher können Pilze in den Baum eindringen und zu Sekundärinfektionen führen.
  • Sichtbare Raupen: In manchen Fällen, besonders bei starkem Befall, können die Raupen selbst am Baum oder in der Nähe entdeckt werden.

Es ist wichtig, auf diese Anzeichen zu achten und bei Verdacht auf einen Befall schnell zu handeln, um größeren Schaden am Baum zu verhindern.

Schadbild durch Weidenbohrer

Die Raupen des Weidenbohrers fressen sich durch das Holz der Bäume und legen dabei lange Gänge an. Dies führt zu verschiedenen Problemen:

  • Schwächung des Baumes: Die Fraßgänge schwächen die Stabilität des Baumes erheblich. Bei starkem Befall kann die Bruchsicherheit, insbesondere bei Wind und Schneelast, stark beeinträchtigt sein.
  • Wirtschaftlicher Schaden: In der Forstwirtschaft und im Obstbau können Weidenbohrer erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen, da befallene Bäume an Wert verlieren oder absterben können.
  • Eintrittspforten für Krankheiten: Die Bohrlöcher dienen Pilzen und anderen Schadorganismen als Eintrittspforten, was zu Sekundärinfektionen und weiteren Schädigungen des Baumes führen kann.
  • Absterben von Baumteilen: Durch die Unterbrechung der Nährstoffversorgung können Äste und Zweige absterben. In schlimmen Fällen kann der gesamte Baum eingehen.

Besonders gefährlich ist, dass ein einzelnes Weidenbohrerweibchen bis zu 700 Eier legen kann, oft in Gruppen an der Stammbasis. Schlüpfen diese Larven, beginnen sie sofort mit ihrer Fraßtätigkeit. Da die Raupen mehrere Jahre im Baum verbringen, kann sich ein Befall über längere Zeit unbemerkt entwickeln und großen Schaden anrichten.

Methoden zur Weidenbohrer Bekämpfung

Die Bekämpfung des Weidenbohrers kann schwierig sein, da sich die Raupen geschützt im Inneren des Baumes aufhalten. Chemische Mittel sind gegen den Weidenbohrer in der Regel nicht zugelassen oder wenig wirksam, da sie die Raupen im Holz nicht erreichen. Es gibt jedoch einige mechanische und biologische Methoden, die helfen können, den Befall einzudämmen:

Mechanische Bekämpfung mit Draht

Eine einfache, aber mühsame Methode ist die Bekämpfung mit einem Draht. Dabei wird ein stabiler Draht in die Bohrlöcher eingeführt, um die Raupen aufzuspießen und zu töten. Diese Methode ist vor allem bei einem leichten Befall oder an Jungbäumen praktikabel, wo die Gänge noch nicht zu verzweigt sind. Es erfordert Geduld und Sorgfalt, da man versuchen muss, die Raupen in ihren Gängen zu erreichen.

Biologische Bekämpfung mit Quassia-Seifenbrühe

Eine weitere Möglichkeit ist die Anwendung von Quassia-Seifenbrühe. Quassiaholz enthält Bitterstoffe, die abschreckend und insektizid wirken. Die Brühe wird aus Quassiaholz und Schmierseife hergestellt und auf die befallenen Bäume gesprüht. Sie wirkt vor allem gegen junge Larven und Eier an der Oberfläche. Die Herstellung der Quassia-Seifenbrühe erfolgt wie folgt:

  1. 150 g Quassiaholz mit 2 Liter Wasser ansetzen.
  2. 24 Stunden ziehen lassen.
  3. Eine Stunde lang kochen.
  4. Abkühlen lassen und das Quassiaholz absieben.
  5. 250 g Schmierseife in die noch heiße Jauche einrühren.

Die fertige Brühe wird im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt und von Frühjahr bis Herbst regelmäßig auf die befallenen Gehölze gesprüht. Es ist wichtig zu beachten, dass Quassia auch für Nützlinge schädlich sein kann und daher sparsam eingesetzt werden sollte.

Soll man Weidenbohrer töten?
Aufgrund der Tatsache, dass die Raupen des Cossus cossus große Schäden an einem ganzen Baumbestand anrichten können, müssen sie zwangsläufig bekämpft werden. Dies gestaltet sich schwierig, denn die Schädlinge sitzen in der Regel sehr tief in den Gehölzen drin, so dass man nicht an sie herankommt.

Entfernung befallener Baumteile

Bei einem begrenzten Befall können befallene Äste und Zweige entfernt werden. Dabei sollte man großzügig bis ins gesunde Holz zurückschneiden und die Schnittwunden mit einem Wundverschlussmittel behandeln. Das Schnittgut sollte anschließend verbrannt werden, um eine weitere Ausbreitung der Schädlinge zu verhindern.

Fällung bei starkem Befall

In manchen Fällen, insbesondere bei einem sehr starken Befall oder wenn der Baum bereits stark geschädigt ist, kann die Fällung des Baumes die einzig sinnvolle Maßnahme sein. Dabei sollte nicht nur der Baum oberirdisch entfernt, sondern auch die Wurzel ausgegraben und entsorgt werden, da sich auch dort Raupen befinden können. Das Holz des gefällten Baumes sollte nicht gelagert, sondern am besten verbrannt werden, um eine weitere Verbreitung der Weidenbohrer zu vermeiden.

Vorbeugung eines Weidenbohrerbefalls

Vorbeugende Maßnahmen sind entscheidend, um einen Weidenbohrerbefall zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen:

  • Regelmäßige Baumkontrolle: Kontrollieren Sie Ihre Bäume regelmäßig, insbesondere in den Monaten Juni bis September, auf Anzeichen eines Befalls (Essiggeruch, Bohrlöcher, Bohrspäne). Achten Sie besonders auf den Stammfußbereich.
  • Gesunde Bäume: Stärken Sie die Vitalität Ihrer Bäume durch eine ausgewogene Düngung, ausreichende Wasserversorgung und den Schutz vor anderen Schädlingen und Krankheiten. Gesunde Bäume sind widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen.
  • Förderung natürlicher Fressfeinde: Fördern Sie natürliche Fressfeinde des Weidenbohrers in Ihrem Garten, wie z.B. Vögel (Spechte, Rabenvögel), Schlupfwespen und bestimmte Milben. Nistkästen und eine naturnahe Gartengestaltung können dabei helfen.

Fressfeinde des Weidenbohrers

Obwohl der Weidenbohrer relativ wenige natürliche Feinde hat, spielen einige Tiere eine Rolle bei der Regulierung der Population:

  • Vögel: Spechte sind bekannt dafür, Raupen aus Holzbäumen zu picken. Auch Rabenvögel können Weidenbohrerraupen fressen, besonders wenn diese sich zur Verpuppung außerhalb des Baumes aufhalten. Meisen fressen die Eier des Weidenbohrers.
  • Schlupfwespen: Einige Schlupfwespenarten parasitieren die Eier oder Larven des Weidenbohrers. Der Einsatz von Schlupfwespen als Nützlinge kann in manchen Fällen sinnvoll sein.
  • Raupenfliegen: Auch Raupenfliegen können die Raupen des Weidenbohrers parasitieren.
  • Fledermäuse: Fledermäuse fressen die nachtaktiven Falter des Weidenbohrers.

Die Förderung dieser natürlichen Fressfeinde kann dazu beitragen, den Weidenbohrerbefall auf natürliche Weise zu reduzieren.

Sind Weidenbohrerraupen gefährlich?

Weidenbohrerraupen sind nicht direkt gefährlich für Menschen. Sie sind nicht giftig, können aber bei Bedrohung kräftig zubeißen. Die eigentliche Gefahr besteht in den Schäden, die sie an Bäumen verursachen. Durch ihre Fraßtätigkeit können sie die Verkehrssicherheit von Bäumen beeinträchtigen, insbesondere an öffentlichen Plätzen oder in der Nähe von Wegen und Straßen. Herabfallende Äste oder umstürzende Bäume, die durch Weidenbohrer geschwächt sind, können eine Gefahr darstellen.

Für die Bäume selbst sind die Raupen sehr gefährlich, da sie deren Stabilität und Gesundheit massiv beeinträchtigen können. Ein starker Befall kann zum Absterben des Baumes führen.

Häufig gestellte Fragen zum Weidenbohrer

Wie erkenne ich einen Weidenbohrerbefall?
Achten Sie auf Essiggeruch, Bohrlöcher in der Rinde, Bohrspäne und Kot am Stammfuß, verdorrte Zweige und welke Blätter.
Welche Bäume werden vom Weidenbohrer befallen?
Weidenbohrer bevorzugen Weiden, befallen aber auch andere Laubbäume wie Pappeln, Birken, Obstgehölze und viele mehr.
Wie kann man Weidenbohrer bekämpfen?
Methoden sind mechanische Bekämpfung mit Draht, biologische Bekämpfung mit Quassia-Seifenbrühe und die Entfernung befallener Baumteile. Bei starkem Befall kann eine Fällung notwendig sein.
Gibt es chemische Mittel gegen Weidenbohrer?
Chemische Mittel sind in der Regel nicht zugelassen oder wenig wirksam gegen Weidenbohrer, da sie die Raupen im Holz nicht erreichen.
Wie kann man einem Weidenbohrerbefall vorbeugen?
Regelmäßige Baumkontrolle, Stärkung der Baumvitalität und Förderung natürlicher Fressfeinde sind wichtige vorbeugende Maßnahmen.
Sind Weidenbohrerraupen gefährlich für Menschen?
Nein, Weidenbohrerraupen sind nicht giftig, aber sie können kräftig zubeißen. Die Gefahr besteht in den Schäden an Bäumen und der Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit.

Fazit

Der Weidenbohrer kann eine ernstzunehmende Bedrohung für Bäume darstellen. Eine frühzeitige Erkennung und konsequente Bekämpfung sind wichtig, um größere Schäden zu verhindern. Durch vorbeugende Maßnahmen und die Förderung natürlicher Fressfeinde können Sie das Risiko eines Befalls reduzieren und Ihre Bäume gesund erhalten. Auch wenn die Bekämpfung mühsam sein kann, ist es wichtig, aktiv zu werden, um Ihre Bäume und die Sicherheit in Ihrem Garten oder öffentlichen Raum zu gewährleisten.

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