13/11/2022
Üppige Blütenpracht und gesundes Wachstum sind der Traum jedes Gartenliebhabers. Ob Kletterpflanzen wie Clematis und Rosen oder majestätische Stauden – viele Pflanzen benötigen eine Rankhilfe oder Stütze, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Doch wie befestigt man diese Rankhilfen eigentlich richtig, damit sie nicht nur ihren Zweck erfüllen, sondern auch optisch ansprechend sind und den Garten bereichern? Dieser Artikel gibt Ihnen wertvolle Tipps und Anleitungen, damit Ihre Pflanzen den Halt bekommen, den sie verdienen.

Warum sind Rankhilfen und Staudenstützen so wichtig?
Rankhilfen und Staudenstützen sind mehr als nur praktische Gartenhelfer; sie sind essenziell für das gesunde Wachstum und die Schönheit vieler Pflanzen. Kletterpflanzen wie Kletterrosen, Clematis, Blauregen oder Efeu sind von Natur aus darauf ausgelegt, in die Höhe zu wachsen. In der Wildnis nutzen sie Bäume und Felsen als Unterstützung. Im Garten benötigen sie eine künstliche Struktur, um sich festzuhalten und emporzuranken. Ohne Rankhilfe würden diese Pflanzen am Boden kriechen, was nicht nur unschön aussieht, sondern auch die Blütenbildung und das Wachstum beeinträchtigen kann. Eine gute Rankhilfe sorgt für ausreichend Licht und Luftzirkulation, was Pilzkrankheiten vorbeugen und die Gesundheit der Pflanze fördern kann.
Auch viele Stauden profitieren enorm von einer Stütze. Gerade hochwachsende Stauden wie Rittersporn, Sonnenhut, Eisenhut, Pfingstrosen oder Schafgarbe neigen dazu, bei starkem Wind oder Regen auseinanderzufallen oder gar abzuknicken. Eine Staudenstütze, die rechtzeitig im Frühjahr angebracht wird, verhindert dieses unschöne Auseinanderfallen und sorgt dafür, dass die Pflanze kompakt und aufrecht wächst. Zudem erleichtert eine Stütze den späteren Rückschnitt, da die Pflanze bereits in einer geordneten Form gehalten wird.

Verschiedene Arten von Rankhilfen und Staudenstützen
Die Auswahl an Rankhilfen und Staudenstützen ist vielfältig und richtet sich nach den Bedürfnissen der Pflanze, dem Stil des Gartens und den persönlichen Vorlieben. Hier ein Überblick über gängige Materialien und Typen:
- Rankgitter: Erhältlich in Holz, Metall oder Kunststoff. Ideal für Kletterpflanzen an Wänden, Zäunen oder als freistehende Elemente. Rankgitter bieten eine flächige Struktur, an der sich Pflanzen gut festhalten können.
- Spaliere: Ähnlich wie Rankgitter, aber oft filigraner und dekorativer. Spaliere können an Hauswänden befestigt oder freistehend verwendet werden. Sie eignen sich besonders gut für Pflanzen, die nicht zu stark wuchern.
- Obelisken: Kegelförmige oder säulenförmige Strukturen, oft aus Metall oder Holz. Obelisken sind nicht nur Rankhilfen, sondern auch dekorative Elemente im Garten. Sie sind ideal für Pflanzen, die in die Höhe wachsen und einen zentralen Punkt benötigen.
- Stützstäbe: Einfache Stäbe aus Bambus, Holz, Metall oder Kunststoff. Stützstäbe sind vielseitig einsetzbar und eignen sich gut für einzelne Triebe oder kleinere Stauden.
- Pflanzringe und -körbe: Runde oder quadratische Ringe oder Körbe aus Metall oder Kunststoff. Sie werden um Stauden herum platziert und verhindern das Auseinanderfallen. Ideal für buschige Stauden wie Pfingstrosen oder Astern.
- Drahtgestelle: Gestelle aus kunststoffummanteltem Draht. Sie sind flexibel einsetzbar und können individuell an die Pflanze angepasst werden. Drahtgestelle sind oft unauffällig und stören die Optik der Pflanze kaum.
- Selbstgebaute Rankhilfen: Aus Naturmaterialien wie Bambus, Weide oder Haselnuss können individuelle und naturnahe Rankhilfen gebaut werden. Diese fügen sich harmonisch in den Garten ein und sind oft kostengünstiger.
Rankhilfen richtig befestigen – Schritt für Schritt
Die richtige Befestigung einer Rankhilfe ist entscheidend für ihre Stabilität und Langlebigkeit. Hier sind einige wichtige Punkte und Schritte, die Sie beachten sollten:
1. Standort und Planung
Bevor Sie mit der Befestigung beginnen, planen Sie den Standort der Rankhilfe sorgfältig. Berücksichtigen Sie:
- Die Bedürfnisse der Pflanze: Wie hoch und breit wird die Pflanze? Benötigt sie viel Sonne oder eher Schatten?
- Die Bodenbeschaffenheit: Ist der Boden fest und tragfähig? Oder eher locker und sandig?
- Die Windverhältnisse: Ist der Standort windgeschützt oder exponiert? An windigen Standorten sind stabilere Befestigungen erforderlich.
- Die Optik: Wie soll die Rankhilfe in den Garten integriert werden? Soll sie ein Blickfang sein oder sich eher unauffällig einfügen?
2. Befestigung an Wänden und Zäunen
Rankgitter und Spaliere werden häufig direkt an Hauswänden oder Zäunen befestigt. Dabei ist Folgendes zu beachten:
- Abstand zur Wand: Sorgen Sie für einen Abstand von einigen Zentimetern zwischen Rankhilfe und Wand. Dies ermöglicht eine gute Luftzirkulation und verhindert Feuchtigkeitsansammlungen an der Wand. Verwenden Sie dafür Wandanker oder Abstandshalter.
- Geeignete Dübel und Schrauben: Wählen Sie Dübel und Schrauben, die für das Material der Wand (z.B. Beton, Mauerwerk, Holz) geeignet sind. Bei schweren Rankhilfen und stark wachsenden Pflanzen sollten Sie Schwerlastdübel verwenden.
- Stabilität prüfen: Nach der Befestigung sollten Sie die Stabilität der Rankhilfe prüfen. Sie sollte fest und sicher sitzen und auch stärkerem Wind standhalten.
3. Freistehende Rankhilfen befestigen
Freistehende Rankhilfen, wie Obelisken oder Rankbögen, benötigen eine besonders stabile Befestigung im Boden, vor allem wenn sie als Sichtschutz oder zur Kaschierung von unschönen Bereichen dienen sollen. Eine bewährte Methode ist das Einbetonieren:
- Fundament ausheben: Heben Sie für jeden Pfosten der Rankhilfe ein Loch aus. Die Tiefe des Lochs sollte etwa ein Drittel der Höhe des überirdischen Teils der Rankhilfe betragen (mindestens 30 cm tief bei einer 1 Meter hohen Rankhilfe).
- Beton mischen: Mischen Sie Beton erdfeucht an. Das bedeutet, dass das Gemisch feucht, aber nicht zu flüssig sein soll. Erdfeuchter Beton lässt sich besser verdichten und wird härter.
- Rankhilfe einsetzen und betonieren: Setzen Sie die Rankhilfe in die Löcher ein und richten Sie sie aus. Füllen Sie die Löcher mit Beton und verdichten Sie ihn gut. Achten Sie darauf, dass die Rankhilfe während des Aushärtens des Betons stabil steht. Verwenden Sie gegebenenfalls Stützstreben.
- Aushärten lassen: Lassen Sie den Beton mindestens 24 Stunden aushärten, bevor Sie die Rankhilfe belasten oder bepflanzen.
Alternativ zum Einbetonieren können freistehende Rankhilfen auch mit Bodenankern befestigt werden. Bodenanker werden tief in den Boden eingeschlagen und bieten eine gute Stabilität, besonders in festem Boden. Diese Methode ist weniger aufwendig als das Einbetonieren, aber möglicherweise nicht so stabil bei sehr hohen oder schweren Rankhilfen.
4. Staudenstützen anbringen
Staudenstützen werden in der Regel einfach in den Boden gesteckt oder um die Pflanze herum platziert. Wichtige Punkte sind:
- Frühzeitig anbringen: Bringen Sie Staudenstützen idealerweise im Frühjahr an, wenn die Pflanzen noch klein sind. So wachsen die Pflanzen in die Stütze hinein und werden optimal gestützt.
- Nicht zu eng binden: Wenn Sie Draht oder Bänder zur zusätzlichen Fixierung verwenden, binden Sie die Pflanze nicht zu eng zusammen. Eine gute Luftzirkulation ist wichtig, um Pilzkrankheiten zu vermeiden.
- Unauffällige Stützen wählen: Achten Sie darauf, dass die Staudenstützen möglichst unauffällig sind und die natürliche Schönheit der Pflanzen nicht beeinträchtigen. Grüne oder rostfarbene Stützen fügen sich gut in den Garten ein.
Häufige Fragen (FAQ)
- Welche Rankhilfe ist die richtige für meine Pflanze?
- Die Wahl der Rankhilfe hängt von der Art der Pflanze, ihrem Wuchsverhalten und dem Standort ab. Informieren Sie sich über die Bedürfnisse Ihrer Pflanze und wählen Sie eine Rankhilfe, die ausreichend Halt bietet und optisch zum Garten passt.
- Kann ich Rankhilfen auch selber bauen?
- Ja, Rankhilfen lassen sich gut selber bauen, besonders aus Naturmaterialien wie Bambus, Weide oder Haselnuss. Selbstgebaute Rankhilfen sind oft kostengünstiger und verleihen dem Garten einen individuellen Charme.
- Wie tief muss ich eine freistehende Rankhilfe einbetonieren?
- Als Faustregel gilt: Etwa ein Drittel der Höhe des überirdischen Teils der Rankhilfe sollte im Boden einbetoniert werden, mindestens jedoch 30 cm tief bei einer 1 Meter hohen Rankhilfe.
- Wann ist der beste Zeitpunkt, um Staudenstützen anzubringen?
- Der beste Zeitpunkt ist im Frühjahr, wenn die Stauden neu austreiben. So wachsen die Pflanzen direkt in die Stütze hinein und werden von Anfang an optimal gestützt.
- Wie vermeide ich Pilzkrankheiten bei gestützten Pflanzen?
- Achten Sie auf eine gute Luftzirkulation um die Pflanzen. Binden Sie Pflanzen nicht zu eng an die Stütze und sorgen Sie für ausreichend Abstand zur Wand, wenn die Rankhilfe an einer Wand befestigt ist.
Fazit
Die richtige Befestigung von Rankhilfen und Staudenstützen ist kein Hexenwerk, aber sie erfordert sorgfältige Planung und Ausführung. Mit den richtigen Materialien und Techniken können Sie sicherstellen, dass Ihre Pflanzen den nötigen Halt bekommen und sich prächtig entwickeln. So wird Ihr Garten zu einem blühenden Paradies, in dem sich Pflanzen und Gartenliebhaber gleichermaßen wohlfühlen.
